SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Dark Pictures: House of Ashes · Das Gruseln geht weiter · ab 29,99 € bei gameware Back 4 Blood · Von den Machern von Left4Dead · ab 67,99 € bei gameware

Xtremo

Herstellungsland:Spanien (2021)
Genre:Abenteuer, Action, Drama, Fantasy,
Krimi, Thriller
Alternativtitel:Xtreme
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (4 Stimmen) Details
inhalt:
In diesem rasanten Actionthriller rächt sich ein Auftragskiller im Ruhestand mit seiner Schwester und einem problembeladenen Teenager an seinem mörderischen Stiefbruder.
eine kritik von ghostfacelooker:

Bereits in den ersten Minuten dieser spanischen Netflix-Produktion, zeichnet sich für den Action und Genre-Fan deutlich ab, daß ma es hier mit einem europäischen Anwärter auf den The Night comes for us-Thron zu tun hat, sind doch neben blutigen Shootouts und Blut spritzenden Kopfschüssen alle Attribute des Genres wie Illoyalität, Verrat, und der Grundstein für Rache gelegt worden.

Doch der weiterführend, lodernde Zündstoff liegt nicht nur in der Handlung, welche einerseits natürlich durch das Rachemotiv simpel gestrickt scheint, jedoch vor allem durch seinen Hauptdarsteller und den um ihn herum skurril wirkenden Figuren, für das geneigte Auge äußerst ansprechend wirkt.

Der leidgeprüfte Held der Story-, und Bär von einem Mann-, ist Teo Garcia, dessen Kampfkunsterfahrung von Tai chi, Ninjutsu, Taekwondo oder Karate Sankudokai, über Kenjukate einer Kampfart, welche sich aus mehreren asiatischen Kampfkünsten zusammensetzt bis hin zur Kunst des Kampfes mit der japanischen Naginata erstreckt. Seine Performance in den Fights, ist so hart wie das Schicksal seiner Figur.

Dazwischen schiebt sich eine auf schwarzem Humor und sarkastischen Dialogen gemünzte Story, die ähnlich einem guten Whiskey, dem rau scharf geschnittenem Geschmack neuzeitlicher Verfilmungen frönt, ohne dabei jedoch zu plastisch oder aufgesetzt zu wirken.

Durch seine bereits angesprochenen Figuren, stechen die beiden Antagonisten Lucero (Óscar Jaenada) und Finito (Sergio Peris-Mencheta) deutlicher hervor, denn ihre Charakterzüge sind von Gleichgültigkeit und äußerst skrupelloser Brutalität und Vorliebe zur Gewaltanwendung durchdrungen.

Besser gesagt, ist für beide ein Menschenleben nur solange etwas wert, solange dies einen Nutzen für sie trägt, während sie dessen Gewichtigkeit innerhalb eines Sekundenbruchteils eigenmächtig und vordergründig egoistisch abwägen und gleichsam dementsprechend schnell auslöschen.

Beide wiederum dürften der Actionfilmgemeinde durch den jüngst letzten Einsatz des ehemaligen Vietnamveterans John J. Rambo bekannt sein. Ein kleiner Verweis dazu findet sich als Graffiti auch in der zweiten größeren Martial Art Fightsequenz, welche in der Toilette einer Disco spielt und zeitgleich nicht nur fulminanten Körpereinsatz des Hauptdarstellers, sondern für mich in ihrem Inszenierungsstil auch eine Hommage an die Slapstick artigen Kampfeinlagen einiger Hongkong Eastern oder des späteren Jackie Chan-Markenzeichen bezeichnet, in der die Gegner sinnbildlich zur Waffe gegeneinander umfunktioniert werden und sich so teilweise selbst schlagen, während sie Schläge beziehen.

Alberto Jo Lee, mehrfacher Medaillengewinner und selbst Meister im Taekwondo, sollte zwischen all dem Blut und der Trauer der Story nicht vergessen werden, denn auch wenn er hierzulande vielleicht unbekannter sein dürfte, ist seine Figur, der rechten Hand des Bösewichts ein erinnerungswürdiger Charakter.

Der weibliche Hauptcharakter Maria (Andrea Duro) sowie Nebenfigur Leo (Óscar Casas), füllen diese bleihaltige Ballade in jenen kurzen, ruhigen oder rührenden Momenten in denen das peitschende Gewitter des Kugelhagels oder ähnlich todbringenden Gerätschaften verstummt lediglich mit ausgleichenden Tönen, um einen erneuten Sturm des Blutes anzukündigen, welchen sich der Zuschauer wohlwollend ergibt.

Gut, daß ich vor diesem spannenden und alles andere als langweiligen Film nicht wusste, daß Regisseur Daniel Benmayor, auch für den für mich im Verhältnis enttäuschenderen Tracers verantwortlich zeichnete, denn sonst hätte ich vielleicht grundlos Vorbehalte entwickelt, welche aber spätestens in den ersten zwanzig Minuten oder der letzten halben Stunde in denen sich die Ereignisse und das Tempo selbst zu überschlagen suchen, zerstreut worden wären.

Final, bleibt mir für alle Leser die sich diesen Film anzusehen, ohne im Moment zu wissen, ob gerechtfertigte Rache für den Helden wirklich immer von befriedigender Erlösung gekrönt ist oder ob dieser Weg ihm bereits tödliche Erlösung vorherbestimmt, nur zu sagen, daß ihr diese filmische Erkenntnis nicht bereuen werdet.

mehr reviews vom gleichen autor
Trese:
Ghostfacelooker
Bring
Ghostfacelooker
Army
Ghostfacelooker
die neuesten reviews
Martyrs
VelvetK
3/10
Weiße
Phyliinx
10/10
Mare
VelvetK
7/10
Laid
dicker Hund
5/10
Martyrs
Jichi
10/10
Anonymous
sonyericssohn
10/10
Bloodline
TheMovieStar
8/10

Kommentare

07.06.2021 14:34 Uhr - TheMovieStar
2x
User-Level von TheMovieStar 10
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.464
Habe gerade mal bei Prime nachgeschaut, da gibt es den Film leider nicht. Auch konnte ich leider keine Hinweise auf sonstige DVD oder Blue Ray Fassungen finden. Schade, da ich Netflix ja nicht mehr habe.

Ändert aber nichts an der tollen Kritik Ghost, mit der Du mir den Film schmackhaft gemacht hast. Vielleicht kommt der ja mal auf DVD oder so raus wenn ich Glück habe.

Gruß
MovieStar

09.06.2021 08:58 Uhr - JasonXtreme
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.545
Danke Ghost, wandert kurzerhand auf die Watchlist! :D

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)