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Bloodline

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,60 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Evan (Seann William Scott), introvertierter Ehemann und frischgebackener, hingebungsvoller Vater, liebt seine Familie über alles. Aber Evan hat auch eine dunkle Seite. Er arbeitet als Vertrauenslehrer an einer High School und mutiert zum brutalen Serienkiller, der es auf alle Erwachsenen abgesehen hat, die Kinder missbrauchen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Mr. Cole hat stets ein offenes Ohr für seine Klienten. Schüler die ihre Sorgen und Ängste ihm vortragen und auch über Probleme in deren Familien sprechen können. Er hört zu. Zudem ist er auch noch frischgebackener Vater eines Sohnes und liebender Ehemann. Eine wahre Bilderbuchfamilie ! Doch plötzlich erschüttert eine grausame Mordserie die Stadt die in Zusammenhang mit Coles Arbeit zu stehen scheint…

BLOODLINE

Regisseur Henry Jacobson wandelt in seinem Spielfilmdebüt auf bekannten Pfaden. Somit könnte es sein daß die Geschichte selbst nicht viel hergibt. Doch das stimmt nur zum Teil…

Ungewohnt und irritierend vielleicht daß man sich für Seann William Scott in der Hauptrolle entschied. Bekannt eher aus dem Sektor der Komödie (American Pie, Welcome to the Jungle, Evolution) ist er hier in seiner ersten ernsten Rolle zu sehen. Er gibt den Sozialarbeiter Evan Cole der von den meisten nur Mr. C genannt wird. Er will daß sich die Schüler bei ihm auskotzen können, ihnen das Vertrauen schenken daß sie sonst nicht erhalten. Nach seinen Sitzungen widmet er sich voll und ganz seiner Familie. Allen voran…

…zuerst seiner Frau Lauren (Mariela Garriga; Nightmare Cinema) die nach der Geburt ihres Kindes gehörig unter Druck steht. Ziemlich überfordert, depressiv und verzweifelt...Eltern sein erweist sich als enorme Aufgabe. Zum Glück steht ihr Evans Mutter Marie (Dale Dickey; Blood Rather) mit Rat und Tat zur Seite ! Aber plötzlich verschwinden nahe Angehörige seiner "Patienten"...

"Erzählen sie mir wie sie sich gefühlt haben…"

Ein lustiger Typ in einer ernsten Rolle. Kann das überhaupt funktionieren ? Auch hier sollte man die Finger von gewissen Schubladen lassen, denn Scott hat auch die dunkle Seite des Spiels drauf. Zu Beginn darf man den ruhigen Mr. C bei seiner Arbeit beobachten. Er lauscht und die Schüler dürfen sprechen, nebenbei läuft ein kleines Tonband mit damit kein Wort verloren geht. Nicht er ist der Mittelpunkt, die Jugendlichen haben in den Sitzungen das sagen. Nun kommt sein Baby zur Welt und auch hier beweist er daß er der netteste Mensch auf Erden ist. Alles soweit eitel Sonnenschein, wäre da nicht die immer wiederkehrenden, schnell hinein geschnittenen Szenen von Tod und Blut. Noch weiß man nicht genau was die einem sagen wollen. Es ist nur klar daß es neben der Familie offensichtlich noch einen weiteren Schauplatz gibt. 

Jacobsons Film macht keinen Hehl daraus daß der ach so verständnisvolle Mister Cole in seiner Freizeit einer krankhaften Tätigkeit nachgeht. In seinem Inneren schlummert ein passionierter Killer der das weiterführt was eigentlich Aufgabe der Polizei wäre. Kann man tatsächlich Seann William Scott eine solch geartete Rolle zutrauen ? Einem ewigen Komödianten ?! Die Antwort auf diese Frage ist überraschenderweise Ja ! Kaum zu glauben daß er es schafft eine, wenn man so will, gespaltenes Persönlichkeit zu geben ohne jemals lächerlich zu wirken. Vor allem wenn er mit seiner Familie gemütlich zu Abend isst, das Baby sich in seiner Wiege nebenan wohlig räkelt und über heile Welt spricht, aber im Hinterkopf die Bilder von Coles Morden sammelt, macht sich ein seltsames Gefühl breit. Zusätzlich taucht man die Szenerie immer wieder in tiefblaue Farben die den ein oder anderen Schatten auf die Charaktere werfen. Als ob hiermit zeigen wollte daß eine Person mehrere Seiten besitzt. Die Vorstellung des Personals nimmt somit eine gewisse Zeit in Anspruch, was aber auch nicht ausgewalzt wird. 

Nachdem der Zuschauer dann Zeuge wurde wie Evan sein erstes Opfer bearbeitet hat ändert sich auch leicht die Gangart des Films. Was als leicht spießiges Familienidyll begann mutiert langsam aber sicher zum makaberen Katz- und Mausspiel. Cole sieht sich in jener Rolle ja mehr als Heiler denn böser Bube. Ebenso ruhig wie in den Sitzungen laufen auch diese Aktionen ab. Nur mit dem Unterschied daß es nie zu einem weiteren Treffen kommt ! Die Morde laufen zwar stets nach Schema F ab, was so etwas wie…. Abwechslung ausschließt. Jedenfalls sind die Kills ziemlich saftig und dürfen durch handgefertigte Effekte glänzen. Hierbei (und nicht nur da) positioniert man den Konsument oftmals in der Position des Opfers, was einen dadurch mit in die Geschichte aufnimmt. Anfangs originell, später dann nur noch Beiwerk. Keine großartigen Änderungen gibt es dann leider auch nicht bei den folgenden Tätigkeiten. Mord, nach Hause ins Bett, schlafen, Frühstück. Etwas merkwürdig daß bis gut zur Hälfte die eigene Familie so gut wie gar nicht zur Geltung kommt. Zwar ist man immer mal dabei wenn es dem Baby schlecht geht, gestillt werden will oder sich weigert zu schlafen. Doch auch wenn der Film an diesen Stellen ein wenig in die Knie geht, sind es stets jene bereits angesprochenen Einspieler die schließlich dazu führen dass Licht ins Dunkel gebracht wird. Cole hat scheinbar eine Vergangenheit… Nun klärt sich auch das etwas seltsame Verhältnis zu seiner Mutter ! Je länger der Streifen dauerte sah ich mehr und mehr Parallelen zu Filmen wie -Stepfather (1987, 1989, 1992)- und -Psycho-. Oftmals wirkte er sogar einfach wie ne dreiste Kopie ! Auch hatte ich langsam auch die Nase voll von der sich stetig wiederholenden blau-roten Puffbeleuchtung die allmählich vieles ihrer anfänglichen Wirkung einbüßte. In Sachen Spannung verhält sich das dummerweise ganz ähnlich ! Legte der Streifen ein ganz anständiges Tempo vor und konnte hier und da überraschen, verlässt sich Jacobson nun fast nur noch auf blutige Szenen und einer halbgaren Ermittlung seitens der Polizei. Kevin Carroll als Det. Overstreet (wer denkt sich solche Namen aus ??!!) wirkt als hätte er nicht ausgeschlafen, soll aber wohl so etwas wie Besonnenheit ausstrahlen. Nö, da strahlt nicht viel ! 

"Danke für ihren Bericht…"

Äh ja… Sagen wir mal so. Ich hätte ja gerne über ausgefeilte Szenarien, grandiose Kamerafahrten und Musik erzählt. Nein ich fange anders an. Scott als Killer gefällt mir richtig gut ! Kaum zu glauben daß hinter der gewohnt netten Fassade ein richtiger Drecksack stecken kann. Mariela Garriga kommt leider ned so zur Geltung wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Deshalb konnte ich mit ihrer Wandlung zum Ende nix anfangen. Das war mir einfach zu gewollt...böse. Gut gelungen hingegen die diversen Sitzungen die das gewisse Etwas mit einbringen und im Laufe der Zeit eine verdient große Bühne bekommen ! 

Dann aber geht dem Streifen die Luft aus. Die Spannung geht leider gen Null, was evtl. am aufgesetzt wirkenden Familiengedöns liegen mag und den eigentlichen Handlungsstrang beinahe erstickt. Durch einen kleinen Kniff holt man aber den Zuschauer aufs neue mit ins Boot.  

Nette Effekte, feiner Thrill bis gut über die Hälfte der Laufzeit dann aber ein Einbruch. Mit dem Ende an sich kann und will ich mich nicht anfreunden. 6,5 Punkte. Gut gemeint, aber nicht ganz gereift…wäre mehr drin gewesen ! 

 

ses

7/10
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Kommentare

07.06.2021 14:41 Uhr - TheMovieStar
2x
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Den wollte ich mir die letzten Wochen immer mal anschauen, habe aber dann doch andere Filme vorgezogen. Dein Sony likes Review verschafft mir einen guten Überblick. Vielleicht werde ich mir jetzt doch in den nächsten Wochen mal meine eigene Meinung bilden. Schön geschrieben!

07.06.2021 14:50 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Danke dir Movie !
Ich hab den auch ewig hinausgezögert. So viel dazu gehört, gelesen. Gutes wie schlechtes. Ich fand mich dann irgendwie zwischendrin. Solltest du dich ranwagen dann viel Vergnügen 😁

07.06.2021 17:31 Uhr - Fratze
1x
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Ja, den will ich mir auch noch zu Gemüte führen. Die Story erinnert ja auch stark an "Dexter", was schon nicht schlecht sein muss. Aber einen humorlosen Seann William Scott als Killer muss man glaub ich echt mal gesehen haben. Ich find's ja allgemein immer interessant, wenn Schauspieler ihre ausgetretenen Pfade verlassen. Frodo in "Maniac", Harry Potter in "Imperium", Doug Hefferman in "Becky"... und interessanter Weise funktioniert das oftmals ziemlich gut.

Den Namen "Overstreet" gibt es übrigens auch in "Club der toten Dichter", war also hier vllt ne Anleihe ;D

Jedenfalls vielen Dank für diese Eindrücke, ich bin gespannt. Fürs Review wie gehabt alle Daumen hoch ^^

07.06.2021 17:45 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Ja hey, welch selten gewordener Gast !!!👍😀
Danke Fratze ! Dexter hab ich nie gesehen, darum kann ich dazu keine Vergleiche anstellen. Aber ich find's auch immer spannend wenn Darsteller mal aus ihrer "Komfortzone" ausbrechen. Macht sie irgendwie... glaubwürdiger ?

07.06.2021 18:35 Uhr - Cinema(rkus)
1x
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Erfahrungspunkte von Cinema(rkus) 28
Ich mag keine Komödien, schaue diese auch so gut wie nie.
O.K., American Pie, beim durchzappen bleibt man doch mal kurzfristig hängen.
Und, sehr, sehr lobenswert, wie Mr. Scott hier einen komplett anderen Charakter mimt.
Dicker Pluspunkt, sehr überzeugend.
Die Brutalität war auch im ausreichendem Bereich, allerdings bei den Morden.....ähmmmm, hätte ich mir auch etwas Abwechslung gewünscht. Ein kleiner Minuspunkt.
Allerdings gefiel mir der Schluss sehr gut. Wenn seine Frau - SPOILER SPOILER - zu dem Treffen fährt, erwartet man....irgendwie doch was anderes.
Fazit: Der Schluss hat es bei mir nochmals rausgerissen. Sehr guter Film, sehr starker Sean William Scott, sehr überraschender Schluss; die Kills dazwischen ? Meine Bewertung: Ja/nein.......etwas kreativere Morde - blöder Ausdruck in dem Zusammenhang, oder ?? - wären angemessener gewesen. Für mich aber insgesamt eine starke "8".

Jedoch starkes Review. Bist einfach ein versierter Schreiber, der seinen Stil pflegt; und das ist gut so.
Hast auch ein superbreitaufgestelltes Repertoir; bist auf nichts festgelegt...und wenn Du was besprichst, dann in einer sehr sehr ansprechenden Qualität.
Mir gefällt es.
Gruß

09.06.2021 12:00 Uhr - ActionJackson77
2x
Ein rockiges Review sonyericssohn😊. Der Film ist auch auf meiner Watchlist. Muss demnächst gesichtet werden!

09.06.2021 12:18 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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😁👍🙏🤪😎

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