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Rocky Balboa

Herstellungsland:USA (2006)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Sportfilm
Alternativtitel:Rocky VI
Rocky VI: Puncher's Chance
Rocky 6
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,84 (32 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Vom Boxsport zurückgezogen lebt Rocky weiterhin in Philadelphia und ist Besitzer eines Restaurants, das den Namen seiner verstorbenen Frau Adrian trägt, welches sie 1995 eröffnete. Er ist immernoch sehr von ihrem Krebstod erschüttert und verliert den Kontakt zu seinem Sohn Robert, der es leid ist ständig im Schatten seines berühmten Vaters zustehen. Eines Tages veranstaltet ein Fernsehsender einen virtuellen Kampf zwischen Rocky und dem aktuellen, unbeliebten Weltmeister Mason Dixon, aus dem Rocky Balboa als Sieger hervorgeht. Unter einem gewaltigen Mediendruck und auf Drängen des aktuellen Weltmeisters stellt er sich dem letzten großen Kampf in seinem Leben... ()

eine kritik von themoviestar:

Mitte der 2000er Jahre ist es merklich still um Sylvester Stallone geworden. Sein letzter großer Kinofilm Driven (2001) ist an den Kinokassen abgesoffen und seine nachfolgenden Werke wie  D - Tox - Auge der Angst (2002), Avenging Angelo (2002) oder Shade (2003) wurden nur noch Direct to DVD/Video veröffentlicht. Also setzte Stallone alles auf eine Karte und reaktivierte den Charakter, der ihn über Nacht zum Star machte: Rocky Balboa. Er verinnerlichte natürlich die Hauptrolle, er schrieb das Drehbuch und führte auch selbst Regie, während MGM ihm 25 Millionen Dollar Budget zur Verfügung stellte, um sein Kinocomeback zu finanzieren. Die Rechnung ging auf: Das unterhaltsame Boxdrama spülte alleine in Amerika 58 Millionen Dollar in die Kassen, weltweit konnten knapp 156 Millionen Dollar Kinoumsatz erwirtschaftet werden, getreu nach Stallones Motto: Niemals aufgeben, denn es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!

Auch wenn ich persönlich und Rocky 5 mittlerweile Frieden geschlossen haben, wollte Stallone Rockys letzten Auftritt von 1990 am liebsten ungeschehen machen, vor allem für das unrealistische Ende mit dem Straßenfight schämt er sich auch heute noch, wie er einst in einem Interview zugab. Eigentlich sollte Rocky 6 bereits 1999 gedreht werden, doch der "italienische Hengst" bekam die Genehmigung von MGM erst 6 Jahre später. Im Film sind 14 Jahre vergangen seit den Vorkommnissen vom fünften Teil. Rocky (Sylvester Stallone) lebt in Philadelphia, hat sich vom Box-Geschäft komplett zurückgezogen. Seine Frau Adrian ist mittlerweile gestorben, er führt ein kleines Restaurant, welches er nach ihr benannt hat. Er hält sich gerade so über Wasser, schwelgt in Erinnerungen an seine tote Frau und  mit seinem erwachsenen Sohn hat er kaum noch  Kontakt. Bis eines Tages der Fernsehsender ESPN einen computersimulierten Fight zwischen dem amtierenden Champion Mason Dixon (Antonio Traver) und Rocky übertragt. Nicht nur die Öffentlichkeit, auch die beiden Boxer werden auf ein Treffen der Generationen neugierig....

Wenn es so etwas wie Fanservice gibt, dann ist es das was Stallone mit seiner Rückkehr von seinem Lieblingscharakter Rocky Balboa betreibt. Wie ist es Rocky in den letzten 15 Jahren ergangen, was ist aus ihm geworden?  Emotional und mit viel Herz sowie dem nötigen Tiefgang wird in den ersten zwei Dritteln des Films das soziale Umfeld des Menschen Rocky durchleuchtet, nebenbei nimmt sich Rocky Balboa immer wieder liebevoll die Zeit, kleine Flashbacks und Anspielungen einzustreuen, die nur ein Fan versteht und  für Gänsehaut Momente sorgen: Ob es das Restaurant ist, dass Adrians Namen bekommen hat. Oder die melancholischen Erinnerungen an seine Frau mit der Eishalle, während Rocky sich ein ergreifendes Streitgespräch mit Paulie (Burt Young) liefert.  Auch die Implementierungen von der mittlerweile erwachsen gewordenen kleinen Marie (Geraldine Hughes) und Spider Rico (Pedro Lovell), Rockys erstem Gegner, der nun in seinem Restaurant mithilft sind nette Gimmicks für Insider, ganz zu schweigen von den ganzen Boxgeschichten, die Rocky aus seiner Vergangenheit erzählt.  Stallone schafft das, was ihm mit Rocky 5 nur bedingt gelingen konnte: Den Zuschauer wieder ins Boot zu holen! 

Obwohl der plötzliche, aus heiterem Himmel kommende, vom Computerkampf ausgelöste Impuls von Rocky wieder Boxen zu wollen, etwas arg konstruiert wirkt, weiß die typische Stallone Mentalität auch in Rocky Balboa zu überzeugen.  Der Film macht Mut. Es wird gezeigt, dass man fast alles erreichen kann wenn man es nur will und dafür kämpft. Die Ansage, welche Rocky seinem Sohn über das Leben erteilt, beinhaltet einen einzigartigen Motivationsfaktor, welcher durch Stallones enthusiatische Gestik und Mimik befeuert wird und sich in den authentisch gestalteten Trainingssequenzen zu altbekannten Gonna fly now Klängen wieder spiegelt. Höhepunkt des Films aus Actionsicht ist natürlich der Schlusskampf zwischen Rocky und Dixon, der meiner Meinung nach der realistischste Kampf der Rocky Saga ist, bei dem auch Ringlegenden wie Michael Buffer (Ring Announcer) und Mike Tyson (als Zuschauer) kleine Gastauftritte haben.

Schauspielerisch demonstriert Stallone eindrucksvoll, dass er von den ganzen Action-Stars der 80er Jahre eindeutig die Nase vorn hat, vor allem die ausgestrahlte Überzeugungskraft in seinen Reden, welche von Lebensweisheiten und unbändigem Willen gleichermaßen geprägt sind, bleiben als herrausragend im Gedächtnis. Auch Burt Young als Rockys Schwager und bester Freund Paulie liefert eine phänomenale Performance ab, er spielt den vom Leben gezeichneten, egozentrischen, aber trotzdem sympathischen Alkoholabhängigen absolut erfgreifend, auch weil Stallone mit seinem Drehbuch der Figur Paulie wieder mehr Beachtung schenkt. Interessant zu wissen ist, dass Sly  auch in Rocky Balboa seinen richtigen Sohn Sage als Rocky Junior durchdrücken wollte, doch dieses Mal entschied er sich auf Grund von befürchteter Kritik der Fachpresse, die Rolle an Milo Ventimiglia zu vergeben, der seine Sache ganz ordentlich macht. Die einzige wirkliche Enttäuschung ist Antonio Traver, der im richtigen Leben ebenfalls den Beruf des Boxers ausübt und nicht in der Lage ist, Rockys Gegner Mason Dixon so etwas wie Profil oder Charisma zu verleihen.

Fazit: Ein wunderbarer Film, der nur knapp am Perfektionismus vorbeischramt. Allein schon der Mut Stallones, mit damaligen 60 Jahren nochmal so einen Film zu wagen verdient Respekt und Anerkennung, während er mit einem überzeugenderen Gegner sowie einem etwas durchdachteren Kampf Aufhänger, warum sein gealteter Titelheld nochmal boxen will, die Höchstwertung vedient gehabt hätte. Rocky Balboa ist ein gelungener Abschluss der originalen Rocky Reihe, auch wenn 2015 bzw. 2018 die zwar unterhaltsamen, aber trotzdem überflüssigen  Spin Offs Creed - Rocky's Legacy und Creed 2 folgten. "Welcome to Rocky Land!" MovieStar Wertung: 9 von 10 Punkte.

 

9/10
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Kommentare

13.06.2021 03:31 Uhr - voorheeskrüger
1x
Sylvester Stallone ist schon ein Fuchs.Film und Erfolg technisch war er unten ,und besinnt sich auf seine (neben Rambo) bekannteste Rolle.Rocky Balboa ist ein kasse Film der von mir wie du die 9 bekommt ,Weil so ziemlich alles richtig gemacht hat mit Rocky Balboa.ich ziehe mein Hut vor Sly.Vor dir Moviestar ziehe ich auch mein Hut für dieses und andere Revies wo du für uns hier zauberst .Respekt.

13.06.2021 08:22 Uhr - CheesyAK47
1x
Wiedermal eine klasse Rezension von dir! Rocky Balboa sollte man unbedingt im O-Ton gucken, ich finde da kommt Rocky richtig gut rüber. In der deutschen Synco wirkt er leider wieder etwas zu trottelig.

13.06.2021 10:22 Uhr - McGuinness
1x
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Wo Stallone damals mit " John Rambo " (2008) ein meiner Meinung nach unglückliches Händchen beim Abgesang auf seinen einstigen Helden präsentierte, hatte er es mit dem zuvor erschienenen und von dir mal wieder fabelhaft besprochenen " Rocky Balboa " (2006), geradezu perfekt hinbekommen und seiner Kultfigur mit viel Herz und Verstand die Art von Ehre zuteil werden lassen, welche dieser Legende auch angemessen erscheint.

Wie Rocky hier seine Eindrücke Revue passieren lässt und dabei in so mancher Erinnerung schwelgt, als auch seinem Sohn versucht einen wesentlichen Teil seiner Lebenserfahrungen mit auf den Weg zu geben, dass ist schon echt klasse und ergreifend inszeniert worden.

Ein wirklich toller Film, mit einer echt toll verfassten Review 👍🏻

14.06.2021 08:33 Uhr - TheMovieStar
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@ All: Danke euch dreien fürs Lesen, euer Lob und euer Feedback, hat mich sehr gefreut 😊😊😊

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