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Maniac Cop 2 - Butcher in Blue

Originaltitel: Maniac Cop 2

Herstellungsland:USA (1990)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,78 (36 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zombie Cop Matt Cordell ist zurück. Er will Rache an jenen Knastbrüdern, die ihn ins Jenseits beförderten. Tatkräftig hilft ihm dabei der psychopatische Frauenmörder Turkell. Das grausame Gespann zieht eine blutige Spur durch New York. Nur Detective McKinney nimmt zusammen mit Polizeipsychologin Susan die Fährte auf. Doch sie müssen sich beeilen - der untote Cop ist in Sing Sing bereits eingetroffen. Das Blutbad beginnt... (e-m-s DVD-Cover)

eine kritik von themoviestar:

Wirtschaftliche Gründe können es eigentlich nicht gewesens ein, warum Maniac Cop im Jahr 1990 eine Fortsetzung erfuhr, da der 1,1 Millionen Dollar teure Horror Actioner nur ca. 600.000 Dollar an den Kinokassen eingespielen konnte und auch die Kritiken von der Fachpresse waren nicht unbedingt die Besten. Trotzdem entschied sich William Lustig die Geschichte von seinem nach Rache sinnenden Zombie Polizisten mit Maniac Cop 2 weiter zu erzählen, was Medusa Pictures dazu veranlasste, das Budget auf 4 Millionen Dollar zu erhöhen. Der unterhaltsame Nachfolger, welcher direkt auf Video veröffentlicht wurde, merzt obwohl er bei weitem auch nicht perfekt ist, die Fehler des Erstlings konsequent aus und bietet noch mehr Blut und noch mehr Action, was ihn für mich deutlich über das ganz ordentliche Original von 1988 hebt.

William Lustig widmete Maniac Cop 2 seinem 1989 verstorbenen Freund Joe Spinell, welcher in seinem gefeierten Regiedebut Maniac (1980)  die Hauptrolle des psychopathischen Frauenmörders spielte. Spinell sollte ursprünglich in Maniac Cop 2 die Figur des Prostiuiertenschlächters Turkell übernehmen, doch das Schicksal schlug kurz vor Drehbeginn zu, so dass Leo Rossi für ihn einsprang. Das Drehbuch verfasste erneut Larry Cohen der den untoten, entstellten Cop Matt Cordell (Robert Z'Dar) auf einen einzigartigen Rachefeldzug gegen die ganze Polizei schickt, da Cordell herausgefunden hat, dass seine Verhaftung ein abgekartetes Spiel war und die Schläger, welche für seinen Tod verantwortlich waren, mit den Drahtziehern unte einer Decke stecken. Nach den ersten blutrünstigen Zwischenfällen freundet sich Cordell mit dem Frauenmörder Turkell (Leo Rossi) an und die beiden versetzten das Nachtleben von New York in Angst und Schrecken. Nur Dedective McKinney (Robert Davi) und Polizeipsychologin Susan (Claudia Christian) stellen sich dem wahnsinnigen Gespann entgegen und versuchen das Schlimmste zu verhindern....

Als hätten Cohen und Lustig meine Gebete erhört, entledigt sich Maniac Cop 2 in den Anfangsminuten der Altlast aus Teil 1 und lässt Cordell den unsympathischen Officer Jack Forrest (Bruce Campbell) sowie die nervige Offizierin Theresa Mallory (Laurene Landon) gewaltsam und effektvoll exekutieren. Überhaupt gefällt das Tempo und die Brutalität, in welchem der uniformierte Zombie Cop sich innovativ und einfallsreich bösartig durch den Film schlächtet. Da erschießt er einen Ladenbesitzer um den Mord einem Einbrecher in die Schuhe zu schieben, der dann von der Polizei eliminiert wird oder er erhängt einen Autoabschlepper am Haken seines eigenen Wagens. Auch das Anketten eines Opfers mit Handschellen an ein fahrendes Auto darf unter die Rubrik '"mal etwas anderes" eingeordnet werden. Das unbestrittene Highlight neben der rabiaten Schießstandsequenz ist die an Terminator 1 erinnernde Erstürmung des Polizeireviers, in der Cordell  19 schwerbewaffnete Gegner blutigst zu Brei schießt, ein Fest für jeden Shoot Out Fan!  Der Maniac Cop ist im wahrsten Sinne des Wortes außer Rand und Band und läuft dabei zur absoluten Höchstform auf!

Die neu etablierten Polizei Charaktere Dedective McKinney (Robert Davi) und Seelenklemptnerin Susan (Claudia Christian) fügen sich prima in die Geschichte ein, vor allem Robert Davi weiß als rauher, knochiger und zielstrebiger Ermittler zu überzeugen, während seine beruflichen Hintergründe und sein Rollenprofil gut zu seiner Filmfigur passen, was für sein markantes Narbengesicht in gleicher Weise gilt. Auch die Charakterisierung von seiner Partnerin, welche nach jahrelangem Schreibtischeinsatz wieder zur Waffe greifen muss, bringt Dynamik ins Geschehen und treibt die Story zusammen mit dem gefälligen Schauspiel der attraktiven Darstellerin voran. Eine weitere namentliche Erwähnung verdient sich Charles Neapier (Rambo II - Der Auftrag) als windiger TV-Show Kommentator, der in seiner an Aktenzeichen X-Y ungelöst angelehnten Sendung  schwarzen Galgenhumor beweist und gemeinsam mit den Cameo Auftritten von Sam Raimi (Reporter) und Dani Trejo (Sträfling) positive Akzente setzt.

Leider hat aber auch Maniac Cop 2 mit dem Frauenmörder Turkell (Leo Rossi) seinen misslungenen Filmcharakter, welcher den Plot auf Grund seiner albernen Figurenzeichnung und seines talentfreien Schauspielers ins Lächerliche zieht und für einen großen Spannungsabbruch in Filmmitte verantwortlich ist. Leo Rossi lässt schlicht und einfach die Bedrohlichkeit eines Schwerverbrechers vermissen, woran sein zotteliges Erscheinungsbild und sein dämliches Gequatsche nicht ganz unschuldig zu sein scheint. Außerdem wirkt die groteske, erzwungene Zweckfreundschaft der beiden Psychos wie ein Fremdkörper in der bis dahin flüssigen und kurzweiligen Handlung. Glücklicherweise kehrt Maniac Cop 2 zum alles entscheidenen Finale in der Haftanstalt Sing Sing wieder auf den Pfad der Tugend zurück und präsentiert uns trotz der ein oder anderen Verfehlung ein actionreiches und versöhnliches Ende.

Fazit: Der über weite Strecken unterhaltsame Maniac Cop 2 schneidet im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger etwas besser ab. Mehr Action, mehr Blut, innovativere Morde und überzeugendere Cops stehen auf der Habenseite, während die an sich nette Idee, Cordell Verstärkung zu schicken, durch die unfreiwillig komische und stümperhaft gezeichnete Persönlichkeit des Frauenschlächters zu nichte gemacht wird, was unweigerlich auch auf Kosten der düsteren Atmosphäre geht und Leo Rossi meiner Meinung nach völlig Fehl am Platz ist. Eventuell hätte  Joe Spinell ja den Part überzeugender ausgefüllt, wovon fast ausgegangen werden kann, wenn man an dessen unter die Haut gehende Performance aus Maniac mal zurück denkt. R.I.P Joe SpinellMovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

21.06.2021 17:55 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 16
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.411
Meine sehr dunkle Erinnerung an diese Fortsetzung gibt es nicht her, noch eine Meinung kundzutun. Der Titel fühlt sich "ziemlich OK" an; aber Details: Fehlanzeige. Die Rezi macht allerdings Lust, beide Teile mal wieder aufzufrischen.

21.06.2021 18:57 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 21
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 9.043
Sehe das genauso so wie unser Hund. Ich will die Reihe jetzt wirklich nochmal auffrischen... die Erinnerungen dazu.
Hier blieb mir die Szene auf dem Schießstand im Kopf ! Rabiater geht's ja kaum 😁

21.06.2021 20:15 Uhr - ActionJackson77
1x
Das Review rockt, toll geschrieben Herr MovieStar! Der Film ebenso und ist meine Nr. 1 der Maniac Cop Reihe!

22.06.2021 22:34 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 10
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.478
@ All: Vielen Dank fürs Lesen, fürs Lob und für euer positives Feedback, hat mich sehr gefreut. 😊😊😊

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