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Der Weiße Hai

Originaltitel: Jaws

Herstellungsland:USA (1975)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Drama, Thriller
Alternativtitel:Stillness in the Water
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,31 (102 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

An den Stränden des kleinen Badeortes Amity Island an der amerikanischen Ostküste taucht mitten in der Hauptsaison ein riesiger weißer Hai auf und verbreitet Angst und Schrecken. Nach ersten Todesopfern machen sich drei Männer auf die abenteuerliche Jagd nach dem menschenfressenden Ungeheuer, das sich als äußerst heimtückischer Gegner erweist... (Universal Pictures)

eine kritik von phyliinx:

„Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht, doch der Haifisch lebt im Wasser, so die Tränen sieht man nicht.“

1975 hat Regisseur Stephen Spielberg mit einer Romanadaption von Peter Benchley Filmgeschichte geschrieben: Roy Scheider, Robert Shaw und Richard Dreyfuss stellten sich in seinem Film „Jaws“ den Gefahren der Untiefen von Amity, einem Baderesort, in dem immer wieder Leichen an den Strand gespült werden. Der in Deutschland namensgebende „weiße Hai“ hat allerdings nicht immer vernünftig funktioniert und somit weniger Zeit auf dem Bildschirm einkassiert, als ursprünglich geplant. Hierfür ist Spielberg heute dankbar, musste er doch aufgrund dieser Beschränkung kreativ werden und ein Werk erschaffen, das die Bedrohung auch dann intensiv an den Zuschauer weiterträgt, wenn sie nicht persönlich sichtbar ist. Stellvertretend für diesen Punkt steht meine Lieblingsszene im Film: ein Paddler hilft Kindern aus dem Wasser, während unter ihm ein finsterer Schatten erscheint, der ihn kurz darauf verschlingt.

Was an „Der Weiße Hai“ grundsätzlich gefällt, ist sein narrativer Aufbau in zwei differenzierten, aber meisterhaft zusammen gegossenen Akten, der einfach keine größeren Lücken zulässt und den Tierhorror, auch wenn er sich abseits des wirklichen Verhaltens von Haien präsentiert, durchaus nachvollziehbar erscheinen lässt.
Verzichtet wird auf übertriebene Actionsequenzen, um eher subtile Angriffe aufzubauen und mehrere Beutezüge hintereinander sowie eine eher grafischere Einheit gegen Ende perfide als effektives Schockmittel nutzen zu können.
Zwei wohl gesetzte Schreckschüsse, von denen einer ewige Berühmtheit erlangen sollte, garnieren diesen flüssig verlaufenden, erzählerisch makellosen Spaß, bei dem ein Teil ins Andere passt.
Sehen wir den Hai, können wir uns auch heute noch vor ihm fürchten.
Anders als aktuelle Genrekonkurrenten setzt dieser Spitzenvertreter größtenteils auf eine mechanische, lebensechte und Respekt einflößende Kreatur mit passend toten Augen sowie einem Maul, das den Tod personifiziert, schon bevor wir seine blanke Kraft ungeschönt auf dem Bildschirm kennenlernen.
Alternativ kommen Aufnahmen eines wahrhaftigen Exemplares zum Einsatz, das sich während der Dreharbeiten zufällig einen Abstecher ans Set geleistet hat.
Geschickt geschnitten, integriert sich diese natürliche Dreingabe perfekt zwischen Bildern des künstlich erschaffenen Kollegen.
Der Hai kann aber nicht ohne seine Musik: wenn ein düsteres Orchester einsetzt und immer mehr an Geschwindigkeit aufbaut, während wir uns aus seiner Perspektive an die Beine des nächsten Leidtragenden wagen, knabbert man schon mal an den Fingernägeln.
Bei einer Verfolgung des Tieres durch Haijäger Quint (Shaw) entwickelt sich das Thema dann dynamisch zu einer eher treibenden, aber nicht den eigenen Sinn überschreitenden Melodie.

Roy Scheider, Richard Dreyfuss und Robert Shaw werden im zweiten Akt des Filmes schauspielerisch gefordert.
Auf dem Boot des alten, zuvor erwähnten Seebären sitzend, leisten sich Chief Brody (Scheider), Haijäger Quint (Shaw) und Meeresbiologe Matt Hooper (Dreyfuss) intelligente Wortgefechte, bevor sogar Seemannsgesänge eingestreut werden.
Ebenso versorgt uns die Hintergrundgeschichte Quints, über welche er selbst berichtet, dann auch endlich mit genügend Informationen, um Verhaltensweisen des Charakters verstehen zu können.
Das Besondere: Freunde werden die drei nie.
Sie bleiben stetig Arbeitskollegen und verfangen sich häufig in Diskussionen, die deswegen so authentisch wirken, weil sich Dreyfuss und Shaw hinter den Kulissen nicht ausstehen konnten.
Ebenso entstehen Fehler bei Vorbereitungen auf den nächsten Angriff des fischigen Feindes.
Dieses Kammerspiel des Trio Infernale hält einen bis zum Abspann bei der Stange und macht das Ableben diverser Figuren umso emotionaler.
Dagegen punktet die erste Hai-Hälfte jedoch mit einmaligen Eindrücken aus Brodys Leben, der gegen den Bürgermeister arbeiten muss, weil jener nicht einsieht, sich wegen eines Raubfisches die Sommergäste verbieten zu lassen.

Wer Tierhorror mag, der sollte sich „Jaws“ nicht entgehen lassen, denn hier erlebt man eine nahtlos zusammenhängende, befriedigende Inkarnation der Filmart, die heute von Vögeln über Hunde bis hin zum absurd großen Megalodon so ziemlich alles umfasst, was man sich vorstellen kann.
Ich bedanke mich bei meinem Vater, der mich mit 14 Jahren per VHS an dieses Meisterwerk heran geführt hat, das ich ihm nun, im Gegenzug, auf Blu Ray präsentieren durfte.

10/10
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Kommentare

21.06.2021 20:13 Uhr - ActionJackson77
1x
Rockiges Review zu einem wahren Klasssiker. 10/10 steht, und keinen Punkt weniger!

21.06.2021 21:56 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Ja, eine gute Review, die wesentliche Punkte anspricht, und angenehm formuliert ist. :)

22.06.2021 13:08 Uhr - McGuinness
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von McGuinness 840
Schöne Kritik, die ich gern gelesen habe und an welcher mir am Ende besonders die Danksagung an deinen alten Herrn gefällt 👍🏻 denn auch ich habe meinem Vater so einige Klassiker zu verdanken, die mich durch Kindheit und Jugend begleitet / geprägt haben und die ich mir heutzutage mit einer Mischung aus Nostalgie und wohliger Wärme immer noch gerne ansehe 😊

22.06.2021 19:11 Uhr - Phyliinx
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21.06.2021 21:56 Uhr schrieb cecil b
Ja, eine gute Review, die wesentliche Punkte anspricht, und angenehm formuliert ist. :)


Danke für's Reinschnuppern!

22.06.2021 19:11 Uhr - Phyliinx
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22.06.2021 13:08 Uhr schrieb McGuinness
Schöne Kritik, die ich gern gelesen habe und an welcher mir am Ende besonders die Danksagung an deinen alten Herrn gefällt 👍🏻 denn auch ich habe meinem Vater so einige Klassiker zu verdanken, die mich durch Kindheit und Jugend begleitet / geprägt haben und die ich mir heutzutage mit einer Mischung aus Nostalgie und wohliger Wärme immer noch gerne ansehe 😊


Jaaa das muss einfach erwähnt werden, anders geht es nicht! :)

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