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Gesetz der Rache

Originaltitel: Law Abiding Citizen

Herstellungsland:USA (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,24 (76 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Clyde Shelton (GERARD BUTLER) ist ein guter Familienmensch, dessen Leben schlagartig aus den Fugen gerät, als seine Frau und seine Tochter bei einem Einbruch brutal ermordet werden und er selbst nur um ein Haar überlebt. Als die Mörder gefasst werden, übernimmt der ehrgeizige Staatsanwalt Nick Rice (JAMIE FOXX) aus Philadelphia den Fall. Gegen seine eigene Überzeugung zwingt ihn sein Vorgesetzter dazu, einem der Täter ein mildes Urteil anzubieten, wenn dieser gegen seinen Komplizen aussagt.Zehn Jahre später wird der Mann, der damals seiner Strafe entkommen ist, tot aufgefunden. Clyde Shelton bekennt sich des Mordes schuldig und beginnt ein erpresserisches Spiel mit Rice: Entweder dieser setzt seine Position für eine Änderung des Rechtssystems ein oder Schlüsselfiguren der damaligen Gerichtsverhandlung werden sterben. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, lässt Shelton von seiner Gefängniszelle aus eine Reihe spektakulärer Hinrichtungen ausführen. Der Einzige, der das Töten stoppen könnte, ist Rice. Als schließlich dessen eigene Familie in Sheltons Fadenkreuz gerät, beginnt für den Staatsanwalt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sein Gegner immer einen Schritt voraus zu sein scheint. (Constantin)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

In „Gesetz der Rache“ (2009) vergehen nicht einmal zwei Minuten bis zum ersten Paukenschlag: Clyde Shelton (Gerard Butler) verliert seine Familie bei einem brutalen Überfall. Gleich darauf geht es weiter: Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) lässt einen der Täter für drei Jahre inhaftieren, damit er gegen seinen Freund aussagt und zumindest dieser die Todesstrafe bekommt. Das hält seine Verurteilten-Rate oben, aber auch den Zorn von Shelton, der sich über die folgenden zehn Jahre anstaut, bevor er in einer Welle von perfide ausgeklügelten Gewalttaten explodiert. Zuerst erwischt es den zweiten Täter. Nach seiner Inhaftierung macht Shelton weiter: immer wieder sterben Menschen in Rices Umgebung. Der korrupte Anwalt gibt sich jedoch zu selbstbewusst, geht nicht auf Deals ein und weigert sich, seinen ehemaligen Klienten zu verstehen.
Leider gerät das Skript von Kurt Wimmer, welches wir hier von F. gary Gray inszeniert sehen, irgendwann aus den Fugen, sodass der Autor sein eigenes Werk nicht mehr zu durschauen und besonders gegen Ende falsche Entscheidungen zu treffen scheint. Zu sehen, wie der Korruption der Arsch auf Glatteis geht, ist motivierend, am Ball zu bleiben, obwohl Butlers stark gespielte Figur im Grunde genommen ein sadistisches Arschloch ist, das eine Mauer vor jede Kommunikation außerhalb seiner Prinzipien stellt, doch die Schlusspointe dann in einem misslungenen Twist zu ertränken, erschwert das Nachdenken über weitere Sichtungen von „Law Abiding Citizien“, einfach weil man weiß, dass man seine Gefühle gegenüber dem Plot falsch investiert und keiner wirklichen Befriedigung entgegen sieht.

Dabei ist auf der Effektseite und somit in durchaus zentralen Szenen eigentlich alles in Ordnung. Zwar setzt die Unrated bei einem grafischen Ausreißer unter vielen Explosionen und Schusswunden auf etwas computergenerierte Trickserei, doch wer sich, wie ich, bereits mit der Kinofassung begnügt, die ihre Jugendfreiheit wohl tatsächlich beim Lotto errungen hat, erlebt einen durchweg handgemachten, sehenswert inszenierten Tenor, welcher stets zum Staunen anregt sowie einmal sogar kurz zu erschrecken weiß. („Handy“)
Auch die Komposition der Intensität gelingt „Gesetz der Rache“ und das, obwohl wir den Antagonisten (?) zu einem größeren Teil nur in seiner Zelle erleben, womit Dialoge mit ihm oft auf gleichsam wirkende Umgebungen beschränkt werden.
Es hilft, dass Butlers Personifikation eines rachsüchtigen Vaters kein allzu klischeebeladener Psychopath ist, sondern tatsächlich über mehr Charakterzüge verfügt, als verzerrte Bibelverse in immergleiche Phrasen zu konvertieren.
Leider hilft das nicht, Foxxs Figur zu belehren, sie bleibt immer gleich und immer naiv, auch wenn alle Pläne des Gegenspielers so funktionieren, wie der es regelmäßig ankündigt.
Für alle, die den Film gesehen haben, möchte ich deswegen nur sagen: am Ende hätte das Cello explodieren müssen.
Denn zu keiner Zeit im Film geraten wir in eine wahre, erwartete „Auge für Auge“-Situation.
Clyte bedroht niemals die persönliche, private Existenz des Staatsanwaltes und das wirkt nach einer gewissen Zeit relativ kurios, denn hier wäre für den Beginn oder das Finale eines Rachefeldzuges doch gerade der passende Anhaltspunkt gegeben.
Was das Duell der Hauptfiguren angeht, kommt es also zu merkwürdigen Verschiebungen und zähen Aussparungen, bei denen ich immer gehofft habe, dass bestimmte Inhalte sich nur verzögern.
Schlussendlich wird um den heißen Brei herum geredet und nie auf den Punkt gekommen.
Da rettet auch eine überzeugende, düstere, musikalische Untermalung nichts, die einen Filmverlauf bedient, der viel aufbaut und wenig liefert, dem nach einer beeindruckenden Ausgangslage das Fazit fehlt. Schade, denn so kann ich „Gesetz der Rache“ unter diesen Aspekten trotz deutlich herausstehender Pro-Argumente, wie einem guten Cast, einer durchdachten Erarbeitung des Grundsatzes und intensiv erlebbaren Elementen nur Leuten empfehlen, die auch mit dem Abschluss von „Game Of Thrones“ (2011-2019) zufrieden waren, obwohl er eine völlig konträre Richtung zu seinem lang ausgespielten Aufbau von Interesse an der Materie einschlägt.

 

8/10
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