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Die Ewoks - Karawane der Tapferen

Originaltitel: Caravan Of Courage

Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Abenteuer, Fantasy, Science-Fiction
Alternativtitel:Caravan Of Courage: An Ewok Adventure
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,27 (15 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach einer ziemlich unsanften Bruchlandung auf dem Waldmond Endor, werden die Towanis von ihren Kindern getrennt und geraten in die Fänge des riesigen Ungeheuers Gorax. Alleine haben Cindel und ihr Bruder Mace natürlich keine Chance die Eltern zu befreien, doch zum Glück begegnen sie den freundlichen Ewoks. Mit Hilfe der tapsigen Waldbewohner starten sie eine gefährliche Rettungsmission und erleben dabei die unglaublichsten Abenteuer... (DVD-Rückseite)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von thrax:

Ich setze hier mal zur Sicherheit eine Spoilerwarnung rein, da die Auffassung was man als Spoiler wertet und was nicht bei jedem individuell ist (egal ob es de facto ein Spoiler ist oder man sich das nur selbst so einredet). Daher geschieht hier lesen auf eigene Verantwortung!

 

Als Kind mochte ich die Ewok-Ableger selber ganz gerne und trotz meiner eher mittelmäßigen Bewertung habe ich für die Filme nach wie vor ein Herz.

Und da Disney+ beide Teile jetzt im Programm hat, dachte ich mir das eine kleine Nostalgiedröhnung ja auch mal wieder was wäre. Allerdings muss man sagen das der Zahn der Zeit gehörig an den pelzigen Bewohnern von Endor genagt hat, aber dazu später mehr. Fakt ist, dass es wohl wenige Figuren im Star Wars-Universum gab die damals so kontrovers aufgenommen wurden wie die Ewoks in "Die Rückkehr Der Jedi-Ritter". Und doch waren sie anscheinend gleichzeitig beliebt genug (wenn auch wohl mehr bei den jüngeren Kinogängern) um ihnen zwei Spin-Off-Filme zu spendieren. In den Staaten waren dies eher schmal budgierte TV-Filme und hier in Deutschland unter anderem gab man ihnen sogar einen Kinorelease.

Das Drehbuch zum ersten Teil der ursprünglich dreiteiligen Reihe wurde von Bob Carrau verfasst. Produzent war neben George Lucas ein Mann names Thomas G. Smith und die Regie übertrug man John Korty der zumindest beim Großteil des Films Regie führte. Bei einem danach folgenden einwöchigen Nachdreh nahm sogar George Lucas selber die Zügel in die Hand. Der hübsche Score wurde von Peter Bernstein  beigesteuert.

Also worum genau geht es hier?

Story:

Es geht um die Familie Towani die mit ihrem Raumkreuzer auf dem Waldmond Endor notgelandet sind. Als den Eltern die Kinder abhanden kommen (wird nicht groß erklärt wieso), werden diese bei einer nächtlichen Suchaktion von dem Riesen Gorax entführt. Die Kinder Mace und Cindel wiederum werden von den überraschend sozialen und verhältnismäßig fortschrittlichen kleinen Teddybären aufgegriffen und mit deren Hilfe machen sie sich auf um ihre Eltern zu finden und sie zu retten. Nicht wirklich komplex oder? Ist auch zu jeder zeit merklich nicht das Ziel des Films. Man hat es hier mehr mit einem lupenreinen Märchen für Kinder zu tun als mit einem Science-Fiction Film. Das macht schon der Umstand deutlich das zu einem Großteil des Films ein Erzähler durch die Geschichte führt. Irgendwer muss ja den lieben kleinen Zuschauern auch deutlich machen was die Ewoks denn da gerade so treiben und erzählen. Im allgemeinen ist die Handlung jetzt kein großer Wurf, aber sie funktioniert gut genug um ein Abenteuer für die ganze Familie zu bieten. Auch war man hier merklich darauf bedacht den Film nicht zu gruselig wirken zu lassen. Immer nur soweit das Kinder das gezeigte gerade noch so eher aufregend als erschreckend auffassen können. Hier hat man durchaus passable Arbeit geleistet, aber doch leistet man sich hier die einen oder anderen logischen Ungereimtheiten, die bei Kindern zwar durchgehen mögen, da diese das gezeigte nicht groß hinterfragen, aber bei Erwachsenen Zuschauern für die eine oder andere hochgezogene Augenbraue sorgen. Ein Beispiel hier ist eine gewisse Inkosequenz des Filmes im Bezug auf die Sprachbarriere zwischen den Ewoks und Mace und Cindel. Mal verstehen beide Parteien beim anderen nur Bahnhof und mal scheint es so als ob beide Parteien trotz unterschiedlicher Sprachen sich blind verstehen. Ein Umstand den man ausblenden können muss und dies funktioniert für manche vielleicht nur bedingt, weil es den Erzähler zuweilen eigentlich obsolet gemacht hat. Alles in allem kann man die simple Handlung für das was der Film sein will im mittleren Bereich einordnen.

Effekte und handwerkliches:

Was damals für eine TV-Produktion noch ordentlich getrickst war, löst heute definitiv keine Begeisterungsstürme aus. In dieser Hinsicht ist der Film leider ein wenig schlecht gealtert. Allerdings birgen sie der Zeit zugeordnet trotzdem einen gewissen Charme. Die Stop-Motion Effekte sind letztlich bei jedem bekennenden Filmfan gern gesehene Gäste, zeugen sie doch von mühevoller Handarbeit wie es sie heute nur noch sehr selten gibt. Aber dann hat man auf der anderen Seite die Gummispinnen aus dem Halloween Store um die Ecke, Spinnennetze die eindeutig als gespannte Seile erkennbar sind die man lediglich mit etwas weißer Baumwolle drapiert hat und fertig ist die Star Wars Geisterbahn. Auch die Kostüme der Ewoks sind bzgl. Gesichtsmimik hier noch relativ leblos. Ein Umstand der in "Kampf um Endor" etwas behoben wurde. Im allgemeinen sind die Effekte im Nachfolger ein wenig verbessert, aber auch da immer noch weit entfernt von dem großen Bruder Star Wars. Das Design von Gorax wiederum ist ganz gelungen und er strahlt durchaus eine gewisse Bedrohlichkeit aus.

Schauspielerische Leistung:

Nun, da gibt es nicht wirklich so viel zu berichten, da hier nicht wirklich viele menschliche Darsteller zu bewundern sind, weshalb ich es hier bei den zwei Hauptcharakteren der menschlichen Darsteller belasse und das ganze noch ein wenig mit ein bisschen Hintergrundinfo abschmecken werde. Diese sind mit Aubrey Miller als Cindel und mit Eric Walker als Mace besetzt. Bäume reißen beide schauspielerisch für mich jetzt nicht aus, aber sie schlagen sich ganz wacker. Auch wenn es mir etwas sauer aufstößt das Mace eigentlich viel zu erwachsen und möchtegern-cool dargestellt wird. Ich meine wie alt soll Walkers Figur wohl sein in dem Film? Vielleicht 12/13? Aubrey Miller wirkt ganz knuffig. Vor allem ihr Zusammenspiel mit Wicket ist goldig anzuschauen und sie nervt auch nicht ganz so wie oft andere Kinderdarsteller in anderen Filmen. Zumindest für Miller sollten die Ewok-Filme aber der einzige Ausflug ins Filmgeschäft bleiben. Heute arbeitet sie seit ihrer College Ausbildung bei einem lokalen Nachrichtensender in Kalifornien. Walker sollte auch danach nicht wirklich Fuß im Filmgeschäft fassen und arbeitet heute als Musikproduzent. Die restlichen Darsteller lassen sich eher schwer bewerten, weil sie entweder hinter einem pelzigen Kostüm versteckt sind oder so kurze Auftritte hatten das man eine Bewertung eigentlich nicht wirklich abgeben kann.

Filmmusik:

Dieser Teil wird recht knapp. Dieser ist wie schon am Anfang erwähnt recht hübsch von Komponist Peter Bernstein komponiert und unterstreicht gut den Märchen-Touch des Films.

Fazit:

Man hat es hier durchaus mit einem hübschen Familienabenteuer zu tun, dass aber spürbar auf eine jüngere Zuschauerschar abzielt. Für die Eltern versuchte man auch sein bestes damit sie nicht den innerlichen Heldentot sterben müssen beim schauen, doch leistet man sich dafür teilweise zu grobe logische Ungereimtheiten und konfrontiert sie mit Effekten die Kinder wohl noch überzeugen können, bei den lieben Eltern aber wohl eher ein Schmunzeln aufgrund deren heutzutage kostengünstigen Antlitzes hervorrufen. Die Geschichte mit der neuen deutschen Synchro ist tatsächlich eine tragische, weil alleine die fehlende Erzählerstimme von Friedrich Schönfelder in der bei einem Archivbrand zerstörten original Synchro (bzw. dessen Master) von Roland Hemmo nur schwer ersetzt werden kann, auch wenn der Mann sein bestes gibt und in der Regel eine Hausnummer als Synchronsprecher ist. Aber es gibt ja noch das englische Original für O-Ton Puristen. Alles in allem ein Film den man als Kind seiner Zeit betrachten muss und nicht mit heutigen Sehgewohnheiten schauen sollte. Da erlebt man eventuell nämlich eine böse Überraschung.

5/10
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Kommentare

29.06.2021 22:14 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.098
Ein rundum gut gelungener Einblick in diesen Film!

30.06.2021 10:06 Uhr - Thrax
1x
Herzlichen Dank für das positive Feedback.

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