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Rogue River - Nur der Tod kann dich erlösen

Originaltitel: Rogue River

Herstellungsland:USA (2010)
Genre:Thriller
Alternativtitel:Gefangen und Gefoltert
Bewertung unserer Besucher:
Note: 3,29 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Mara, eine junge Frau, reist zu einem abgelegenen Fluss, um dort die Asche ihres verstorbenen Vaters zu verteilen. Nachdem ihr Wagen liegen bleibt und von der Polizei abgeschleppt wird, lernt sie Jon kennen. Dieser bietet ihr an, sie in die Stadt mitzunehmen. Er will lediglich kurz zu Hause anhalten, um seiner Frau Lea Bescheid zu sagen. Das anfänglich nette Ehepaar weigert sich jedoch plötzlich, Mara wieder gehen zu lassen. Ihr wird bewusst, dass sie an gefährliche Psychopathen geraten ist, denen bisher noch niemand entkommen ist... (dtp entertainment)

eine kritik von phyliinx:

Tiefgang und Erfahrung hinter den Kulissen fehlen „Rogue River“ (2012) zu einem der düstersten Filme des vergangenen Jahrzehnts. Mit seinem Haus im dauerhaft vernebelten Wald kann Regisseur Jordan McClure nämlich, rein settingtechnisch, überzeugen und auch Drehbuchautor Ryan Finnerty hat einige Höhepunkte zu bieten, nur leider wird alles von Durchhängern oder Wiederholungen überschattet, sodass am Ende die Ansätze eines wirklich überzeugenden Thrillers vor den typischen Schwächen des niedrig budgetierten Indie-Filmes stehen.
Trotzdem: wem der Sinn nach Inzest, krebskranken Geistesgestörten und Zwangsernährung mit Totenasche steht, der kann hier gerne mal vorbeischauen, auch wenn das Label „Great Movies“ mit Veröffentlichungen wie den zwei „Zahnfee“-Ablegern (2019 UND 2020) nicht immer ganz zu überzeugen weiß.

Die oberen Zeilen lassen schon vermuten: in dieser Geschichte geht es recht finster zur Sache. Wir erleben Hauptfigur Mara (Michelle Page) an einem Scheidepunkt in ihrem Leben, als sie die Asche ihres Vaters in einen abgelegenen Fluss verabschieden will und dabei auf den vermeintlich freundlichen Jon (Bill Moseley) trifft, dem es gelingt, die junge Frau unter einem Vorwand gefangen zu nehmen. Psychische und körperliche Qualen sowie kuriose Rituale sind die Folge. Dazu gesellt sich Lucinda Jenneys Lea, die gerade eine Chemo-Therapie absolviert und für ihre unfreiwillige Besucherin mütterliche Gefühle entwickelt, während sie sie gleichzeitig misshandelt.
Zum reinen Folter-Pflaster verkommt das Werk dadurch aber nicht, meist wird die Handlung durch gezwungen wirkende Dialoge bearbeitet, ab und an fließt dann auch mal etwas schlecht gekünsteltes Blut, doch insgesamt fehlen zwischen den entscheidenden Momenten interessante Anhaltspunkte, um den Zuschauer nicht nur zu schocken, sondern auch zu fesseln. Wenn ich einer Wand beim Trocknen zuschaue, bevor einmal kurz jemandem der Kopf explodiert, war alles davor eben trotzdem nicht sonderlich spannend. Diverse Prinzipen wärmt man unterdessen auch etwas zu oft auf. Viele Male muss dabei zugesehen werden, wie Lea Mara an etwas ankettet.
Im Gegensatz fallen die meisten Wendungen dann doch so ansprechend platziert aus, dass sie ihre Wirkung entfalten können. Thematisch spricht man mehrere Male familiäre Verbindungen an, eine Anekdote hat mich leicht an „A Serbian Film“ (2010) erinnert, das Ende gab diesem Gefühl den finalen Stoß zum „Ja, definitv die gleiche Richtung“-Moment.

Musik ist rar gesät-egal ob dramatische Töne oder ruhige Melancholie.
Das liegt vorallem an der Lokalität des Geschehens, die man recht eingehend betrachtet hat. Statt eine Verfolgungsjagd mit viel Bumm Bumm zu begleiten, verlässt man sich einfach auf die Töne des Waldes: Flussrauschen, Vogelzwitschern, Knacken im Unterholz. Aus Sicht einer hübschen Immersion kommt das ganz gut. Anbei liefert „Rogue River“ allgemein schöne, klare Naturbilder, auch wenn der Schnitt nicht immer einwandfrei sitzt oder manche Szenen aus einem recht selten gesehehen Winkel aufgenommen wurden. Das technische Wissen ist also schon da, nur ausbauen könnten es die Filmemacher noch, um mit dem, was sie als nächstes machen, vielleicht noch ein klein wenig mehr zu punkten. Mit Szenen, in denen es etwas hektischer zur Sache geht, konnte McClure problemlos umgehen, Wackelorgien werden tunlichst vermieden.
Falls jemand noch eine schauspielerische Messlatte sucht: Bill Moseley gibt den Ton an. Er hat mich schon unter der Flagge von Rob Zombie überzeugt und weiß sich hier, zwischen „Haus der 1000 Leichen“ und „The Devil´s Rejects“, wieder aussagekräftig zu präsentieren-natürlich in der Rolle eines Antagonisten.
„Rogue River“ ist also ein besseres Exemplar aus der „Great Movies“-Bibliothek, wenn auch die Raffinesse im inszenatorischen Gesamtbild vermisst werden darf.

5/10
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Kommentare

27.06.2021 15:27 Uhr - cecil b
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Eine guter Eindruck vom Film, danke sehr!

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