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Das Fest

Originaltitel: Dogme 1 - Festen

Herstellungsland:Dänemark (1998)
Genre:Drama
Alternativtitel:Celebration, The
Dogme 1
Festen
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Hotelier Helge feiert seinen 60. Geburtstag. Die ganze Familie, Freunde und Verwandte reisen an, um in dem schönen Landhotel den Festtag zu begehen. Aber wie so oft bei Familienfesten ist es hinter den Kulissen alles andere als idyllisch. Doch das soll die große Party nicht stören. Man setzt sich an die feierliche Tafel, und es kann beginnen. Christian, der älteste Sohn, hält die Eöffnungsrede und deckt völlig unerwartet ein düsteres Kapitel in der Familiengeschichte auf. (Kinowelt Home Entertainment)

eine kritik von cecil b:

 

In Kindertagen hat mich die Gaunerkömödien-Reihe rund um DIE OLSENBANDE zum Lachen gebracht, Nicolas Winding Refns realitätsnahes Spielfilmdebüt PUSHER samt der Fortsetzungen hauten mich später um, Regisseur Lars von Triers Filme wie ANTICHRIST und MELANCHOLIA sind eine filmische Grenzerfahrung, und Anders Thomas Jensen hat die Filmwelt mit etwa DÄNISCHE DELIKATESSEN und ADAMS ÄPFEL um eine unikale Tragikomik bereichert. Dänische Filme haben einen nicht unwichtigen Platz in der Filmgeschichte. DAS FEST schlug zusammen mit ein paar anderen Filmen eine völlig neue Richtung ein, und vielen Zuschauern in den Magen. 

                                                                                      DER DOGMA-FILM

Im Jahre 1995 trafen sich anerkannte dänische Regisseure, und zwar Lars von Trier, Kristian Levring (THE SALVATION), Sören Kragh Jacobsen (GUMMI-TARZAN) und der Regisseur und Drehbuchautor von DAS FEST, Thomas Vinterberg (Oscar-Nominierung für DER RAUSCH), gründeten das Manifest DOGMA 95, und erfanden somit eine neue Stilrichtung, den DOGMA-FILM, eine Ergänzung zum Naturalismus. Bei so einem Film sind die Figuren und ihr Miteinander das Zentrum, fast alle weiteren künstlerischen Elemente wie Spezialeffekte und optische Zusätze sind tabu. Die Regisseure hatten die Aufgabe mit Handkameras in Echtzeit an Originalschauplätzen zu drehen und den Ton unmittelbar mit dem Bild zu produzieren. Es gab direkte Vorgaben, an die man sich halten musste, eine persönliche Note war an sich verpönt, der Name der Regisseure wurde vorerst nicht veröffentlicht. Es sollte auch kein bestimmtes Genre bedient werden. Das Büro, welches dieses Manifest verwaltete, hatte nur 7 Filme anerkannt, mittlerweile ist es geschlossen. In Deutschland haben die Dogma-Filme MIFUNE von Kragh-Jacobsens, Lars von Triers IDIOTEN,  Jean-Marc Barrs LOVERS und DAS FEST, der erste Film dieser Art, einen recht großen Be­kannt­heits­grad.

                                                                                             DAS FEST

                                                                           DIE WAHREN BEGEBENHEITEN

Die Story des Films basiert auf einer Geschichte die 1996 ein Mann in einer dänischen Radio-Talkshow erzählt hat. Die dänische Journalistin, Regisseurin und Drehbuchautorin für Dokumentarfilme (Guten Tag auf Polnisch), Lisbeth Jessen, arbeitete zu dieser Zeit für den Radiosender, der die Talkshow sendete, und interessierte sich so sehr dafür, dass diesen Mann aufsuchte, und ihn mit Vinterberg in Verbindung brachte. Es stellte sich heraus, dass die Geschichte erfunden war, sie aber auf einem realen Ereignis beruhte. Eine Frau, die den Erzähler als Patienten gepflegt hatte, teilte diesem zu dieser Zeit mit, dass sie auf einer Familienfeier ausgesprochen hatte was für Qualen sie in ihrer Kindheit hat durchleben müssen.  

Vinterberg dachte diesen Vorfall weiter, verfasste zusammen mit Mogens Rukov (†2015, Kira, Das Erbe) das Drehbuch, und drehte DAS FEST im Skjoldenæsholm Castle, ein Schloss, das auch als Konferenzzentrum und Hotel genutzt wird.

                                                                          KATHARSIS IN MEHREREN AKTEN

Die realistische Skur­ri­li­tät des Films ist ein weites Feld. Anhaltspunkte für dramatische und ironische Leitgedanken der Dramaturgie werden der individuellen Auffassung überlassen. 

Zwischen den Begrüßungen, dem rhetorischen Lächeln, Phrasen und unaufrichtiger Freundlichkeit, treten bedenkliche Verhaltensweisen erst sporadisch hervor. Bei der Fokussierung der Geschwister nahen sich die Abgründe heran, die hinter der familiären Maskerade verborgen sind. Zum Beispiel eine Aggression, die sich durch lautstarke Streits und geradezu gewalttätigen Sex zeigt, die Auseinandersetzung mit dem Selbstmord einer der Töchter des Geburtstagskindes, und der innere Konflikt der wichtigsten Figur, den stark belasteten, ambivalenten Christian, der durch seine Rede den Stein ins Rollen bringt. Eine hervorragende Herangehensweise, um die erwachsenen Brüder und Schwestern der Familie vorzustellen. Das konventionelle Miteinander der Gesellschaft ist anfänglich auch bei Christians Rede rauszuhören, dann schockt seine Aufklärung wirklich jeden, der da zuhört. 

Alle besonders relevanten Figuren verdeutlichen ihr Innenleben durch die ausschlaggebenden Reden und Gespräche, eine Erklärung dieser wird aber nicht vorgekaut, ein regelrechter Krimi entsteht aus dem Drama. Was dann äußerst bedrückend wirkt, ist die Tatsache, dass die Familienmitglieder und ihre Begleitung zunächst das ignorieren, verharmlosen, verleugnen oder überspielen, was Christian gesagt hat, und weiterfeiern. Eine schier ausweglose Lage, die Christian förmlich erdrückt, und Vinterberg lässt uns etwas davon spüren. Die Situation stellt den Umgang mit den verstörenden Problemen der Familie dar, und sie kann auch eine Metonymie dafür sein, das schreckliche Taten innerhalb von Gesellschaften und Familien manchmal verschwiegen oder nicht entsprechend öffentlich angesprochen werden. Auch eine kommunikative Problematik. 

Ein widersprüchliches Miteinander, hin- und hergerissen zu sein, ist ein wichtiger Teil der Dramatik. Figuren lachen, wenn sie weinen 'sollten', sie lächeln, oder zeigen sich feinfühlig, wenn sie anderen Menschen Vorwürfe machen, sie Opfer in die Täterposition drängen wollen. Beide Seiten, Täter wie Opfer, heucheln, und versuchen dadurch ihr Gesicht zu wahren, niemand kann einseitig betrachtet werden. Es ist auch ein Aufeinandertreffen der Bour­geoi­sie und der Arbeiterklasse, Vinterbergs Film sollte zuerst den Titel "Das Blut der Bourgeoisie“ tragen. Tatsächlich bekommt die Arbeiterklasse als das Personal auch die Position der Identifikation, da dieses einen für die Opfer positiven Einfluss auf den Abend haben will, und sich tatkräftig dafür einsetzt. Die gehobene Etikette ist ein Schutzwall für die primitiven Machenschaften, die 'Arbeiter' wehren sich mit klaren Worten und Taten, wobei das ebenfalls nicht nur als positiv inszeniert ist. Die familiären Verhältnisse, die normalerweise durch Pflichten, Verantwortungen und Vertrauen eine Sicherheit bieten können, sind in DAS FEST von Anfang an mit einem negativen Aspekt der Macht konnotiert. Die herkömmlichen Nachteile sind jedem bekannt, Vintergergs Film entschlüsselt wie unsäglich diese Normalität ausarten kann. 

Die Ambivalenz der Figuren wirkt sich auf den gesamten Ablauf der Ereignisse aus, ein ständiges Auf und Ab schnürt Christian und dem Empfänger die Kehle zu. Bis zum Ende wird der geplante Verlauf des Festes nicht verlassen, und trotzdem zerbricht dieser Rahmen, die zerrüttete Familie legt sich bloß. Der Polonaise folgen Bestürzung, Tränen, Gewalt und andere Gefühlsausbrüche, Fassungslosigkeit und Entschiedenheit. Die braucht es auch. Seelische Schmerzen vergehen nicht, aber man kann lernen mit ihnen umzugehen.

Metaphorische Ansätze und eine schwer vorstellbare Gewaltbereitschaft mancher Figuren rütteln ein wenig an dem realistischen Gesamtbild, aber das Ziel, nicht nur einem Genre zu entsprechen, wird in diesem Sinne wirkungsvoll erreicht. DAS FEST kann auch ein ironischer Humor zuerkannt werden, aber Vinterberg lässt offen, ob man die Ironie oder das Drama im Vordergrund sehen sollte.

Da die Personen die Dramaturgie bestimmen, würde eine genauere Beschreibung dieser vieles vorwegnehmen. Die Prämisse bezüglich der Figuren ist eine schauspielerische Herausforderung der alle Akteure gewachsen waren. Ordnet man manche Szenen dem Overacting zu, sollte nicht vergessen werden, dass die Figuren einige Emotionen spielen, und die Akteure nur das darstellen. Ulrich Thomsen (Der Neonazi in ADAMS ÄPFEL! , The international) holt das Beste aus Christian heraus, die Vielseitigkeit der anderen Figuren wird von u. a. Paprika Steen (Adams Äpfel, Der einzig Richtige), Thomas Bo Larsen (Die Jagd, Der Rausch), Henning Moritzen († 2012, Headhunter, Schreie und Flüstern) und Trine Dyrholm (Königin, In einer besseren Welt) gekonnt verkörpert. 

Der erste Dogma-Film bricht narrativ eine extreme Emotionalität auf, und der effektive Stil bettet die Thematik auch inszenatorisch in die individuell ausgelegte Perspektive ein, die von einer verallgemeinerten Psychologisierung absieht. Anthony Dod Mantle (Oscar für Slumdog Millionaire) nahm die Kamera in die Hand, Valdís Óskarsdóttir (BAFTA Award für Vergiss mein nicht) war für die Schnitte zuständig. Das Ergebnis erhielt 28 Auszeichnungen. 

Die Figuren und ihre Umgebung sind zum Teil so aufgenommen, wie es Amateure zur reinen Dokumentation auch hinbekommen würden. Die Mitte zwischen einem nahen Betrachter und einem Abstand, der die Funktion einer vorstellbaren Teilnahme erfüllt, ist fast immer gegeben. Gespräche zwischen den Familienmitgliedern und dem Dienstpersonal des Landhotels, sind so festgehalten, als ob ein Pressefotograf sein Werk getan hätte, der versucht hat, das Geschehen aus nächster Nähe aufzuzeichnen. Mit halbnahen und nahen Einstellungen entsteht der Eindruck, als Gast mit dabei zu sein, der sich auf die Opfer und schwarzen Schafe der Gesellschaft konzentriert. Lange Einstellungen fügen uns in den Ablauf ein, gut geschnitten geht es zu wohlüberlegten Perspektiven über, schnelle Schnitte und Kamerabewegungen sind eine tolle Auswahl für hektische Vorgänge. Musik, die gespielt wird, Lieder, die gesungen werden, und am Anfang sowie am Ende eine Spieluhr, sind nicht wie üblich im Einsatz, man hört deswegen jeden Ton mit anderen Ohren. Ein gemeinschaftliches Singen wird für die Erniedrigung einer Person umfunktioniert, 'gemeinsam sind wir stark' bekommt einen widerlichen Beigeschmack. Eine Großmutter singt, während an anderer Stelle ein Drama passiert, das ist schon surreal anmutend. Die Ansammlung von gleich gesinnten Verwandten ist in einigen Szenen mit halbtotalen, halbnahen und in einzelnen Segmenten in nahen Einstellungen als eine einförmige Bewegung festgehalten. Das Einzelwesen zieht mit, und behält dabei nur schwer einen eigenen Standpunkt. 

DAS FEST ist sperrig, das bewusste Verlassen der klassischen Filmkunst kann und will nicht mit beliebten Mittel gefallen. Rainer Werner Fassbinder ( † 1982, Warnung vor einer heiligen Nutte, Angst essen Seele auf) hätte, und Christoph Schlingensief († 2010, Terror 2000 – Intensivstation Deutschland) hat diese aufrichtige Konfrontation vermutlich geliebt, Werner Herzog (Rescue Dawn, Jeder für sich, und Gott gegen alle) wird davon bestimmt begeistert sein. Kein Film mit schönen Bildern, ein eigenwilliges Meisterwerk, das seine Spannung durch die Thematik und den Eigensinn gewinnt, wenn man es denn zulässt. 

 

 

 

TRIVIA: Thomas Vinterberg schauspielert auch, beispielsweise in der Serie DEROUTE, in DAS FEST hat er ein Cameo als Taxifahrer. DAS FEST wurde in Deutschland auch an verschiedenen Theatern aufgeführt.

9/10
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Kommentare

22.07.2021 19:41 Uhr - tp_industries
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Da erwartet man den nächsten Jensen und du knallst uns hier einen Vinterberg vor den Latz!

Vinterberg ist tatsächlich auch so ein Regisseur, welcher meiner Meinung nach keinen einzigen schlechten Film gemacht hat. Diesbezüglich haben es die Dänen einfach drauf!

"Das Fest" war tatsächlich mein erste Berührung mit Vinterberg und hat mich damals wirklich umgehauen. Er hat mir auch ein Stück weit aus der Seele gebrüllt. Ich will das jetzt nicht vertiefen, aber ich hasse Familienfeste!

Was ich auch erwähnenswert finde ist, dass Lars von Trier in "Melancholia" anfangs "Das Fest" quasi huldigt. Der anfängliche Ablauf ist ja quasi identisch. Der weitere Verlauf nur eben nicht. Ich müsste mich schwer täuschen, aber ich bin der Meinung dass Lars von Trier sogar bei derselben Location gedreht hat.

Auf jeden Fall danke für die super Kritik zu diesem tollem Streifen! :)

23.07.2021 17:10 Uhr - Stoi
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Ist schon ewig her, dass ich den gesehen habe und hab den extrem langweilig und nervtötend in Erinnerung.
Ich kann auch dieses blödsinnigen und selbstkastrierenden Dogma-Regeln nichts abgewinnen:

1. Als Drehorte kommen ausschließlich Originalschauplätze in Frage, Requisiten dürfen nicht herbeigeschafft werden.
2. Musik kann im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band), darf aber nicht nachträglich eingespielt werden.
3. Zur Aufnahme dürfen ausschließlich Handkameras verwendet werden.
4. Die Aufnahme erfolgt in Farbe, künstliche Beleuchtung ist nicht akzeptabel.
5. Spezialeffekte und Filter sind verboten.
6. Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen.
7. Zeitliche oder lokale Verfremdung ist verboten – d. h. der Film spielt hier und jetzt (also nicht etwa im Mittelalter oder in einer entfernten Zukunft oder in einem anderen als dem Produktionsland, auf einem fremden Planeten, in einer fremden Dimension o. Ä.).
8. Es darf sich um keinen Genrefilm handeln.
9. Das Filmformat muss Academy 35 mm sein.
10. Der Regisseur darf weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.

Ich hatte immm schon den Eindruck, den Stuss haben die sich ausgedacht, weil sie neidisch auf Hollywood-Budgets waren, die sie nie bekommen würden und basteln sich da einfach ein paar Arthouse-Regeln um ihren Dilettantismus inkl. Mini-Budgets zu rechtfertigen.

23.07.2021 18:27 Uhr - cecil b
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tp_industries: Danke dir! :)

Anfang: Melancholia: Jetzt, wo du es sagst. :)

Ich finde es besonders spannend, dass du den Film als schwarze Komödie oder Drama sehen kannst. :)

STOI: Tja, der ist mal was anderes, der kann nicht jedem gefallen.

Dogma: Warum das Ganze? Es ist eine Herausforderung, mal ohne klassische Mittel zu überzeugen. Es ist unmöglich, mit einer ungewöhnlichen Stilrichtung alle zu überzeugen.

Nun, ob sie neidisch auf Hollywood-Budgets waren, mag ich zu bezweifeln.

Budgets, die sie nie bekommen würden? Denkst du, das ANTICHRIST und vor allem MELANCHOLIA ein niedriges Budget hatten? Ich glaube nicht. Melancholia: 52,5 Millionen. DAS FEST hat 1.3 Millionen Dollar gekostet. Low-Budget ist das auch nicht unbedingt.

Die genannten Filme und die Dogma-Filme hatten Mut, zu neuen Pfaden.

Mit dem Dilettantismus ist es auch so ne Sache.

DAS FEST erhielt 28 Auszeichnungen und 23 Nominierungen für diese.

Von Trier hatte 2 Jahre vor seinem Dogma-Film für seinen Film Breaking the Waves eine Oscar-Nominierung erhalten.

Kragh-Jacobsens erhielt vor seinem Dogma-Beitrag schlappe 13 Auszeichnungen für seine Filme.

Dilettantismus zeichnet sich in in meinen Augen eher nicht durch Oscar-Nominierungen und Co. aus.

Vinterbergs aktueller Film, DER RAUSCH, erhielt auch eine Nominierung für den Oscar.

Falls du meine Review gelesen haben solltest, weißt du ja, was ich selbst so gut an diesem Film finde. Sowie diese vielen Filmfestivals, die das auch nachvollziehen können.

https://www.imdb.com/title/tt0154420/awards/?ref_=tt_awd

In meinem Fall ist das so, dass das Thema SPOILER: Kindesmissbrauch kaum langweilig sein kann. SPOILER ENDE.

Psychologen haben gelobt, wie DAS FEST dieses heikle Thema angegangen ist.

Das ist es ja auch, selten beschäftigen sich Filme so realistisch mit diesem sehr harten Thema. Das thematisiert Vinterberg ja auch, das so etwas oft verschwiegen wird.

Was du mit deinem Kommentar, der keinen Bezug zu der Review hat, erreichen wolltest, weiß ich nicht.
l

23.07.2021 20:34 Uhr - tp_industries
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@cecil
Richtig. Oder eben als beides!
Wobei sich Vinterberg nicht auf diesen Stil hat festnageln lassen. "Die Jagd" zum Beispiel ist ein reinrassiges, niederschmetterndes Drama. Von Humor war da keine Spur. Was den Titel aber nicht weniger brilliant macht.

@stoi
Eieiei, bei allen Respekt, aber dein Kommentar ist schon sehr pauschal gedacht und auch ausgedrückt.
Die Dogma Filme sind schon sehr speziell und nicht jeder muss das mögen. Das kann man auch so kommunizieren und das ist auch legitim bzw zu respektieren.
Mit Worten wie "blödsinnig", "Stuss" oder "Dilletantismus" liegst du aber...pardon... schlichtweg falsch. Wie cecil schon belegt hat, treffen viele Bezeichnungen auf diese Filmemacher zu, aber nicht deine Worte.
Für mich liest sich das so, als ob du mit dieser Art Film nix anfangen kannst ( was ja wie gesagt auch ok ist ), du das aber mit Argumenten zu erklären versuchst, die weder Hand noch Fuß haben.
Was genau ist denn daran blödsinnig, wenn sich unabhängige Filmemacher zusammenschließen, um einige Filme nach gewissen Regeln zu drehen? Sie haben das freiwillig gemacht und nicht als die ultimative Zukunft für das Medium Film angepriesen.
Wie genau erklärst du das Wort "Stuss" in Bezug auf Dogma Filme?
Und das wichtigste, wie kommst du auf die Bezeichnung "Dilletantismus"? Denn das kann man besagten Filmemachern nun wirklich nicht vorwerfen, egal wie man zu den Filmen steht.

Auch dein Aussage mit dem Neid auf Hollywood Budgets wirkt für mich etwas aus der Luft gegriffen. Zum einen vergleichst du hier Äpfel mit Birnen, und zum anderen impliziert das ja, dass Hollywoodproduktionen mit hohem Budget automatisch besser sind. Und das ist einfach absoluter Quatsch.
Ich schaue mir die Dogma Filme lieber an, als z.b. "Guardians of the Galaxy", "Avatar" oder "Star Wars", da sie meiner Meinung nach wesentlich mehr Inhalt und Substanz zu bieten haben. Ich würde mich aber nicht dazu hinreißen lassen, besagte Filme als "Stuss" oder "dilletantisch" abzustempeln. So fair sollte man schon sein.

Wenn du deine Aussagen begründet hättest, oder noch begründen würdest, kann man darüber natürlich diskutieren bzw deine Aussagen halbwegs nachvollziehen. So liest sich das aber so, als ob du einfach mal Druck ablassen wolltest.


26.07.2021 12:06 Uhr - Stoi
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23.07.2021 18:27 Uhr schrieb cecil b
Was du mit deinem Kommentar, der keinen Bezug zu der Review hat, erreichen wolltest, weiß ich nicht.


Mein Kommentar hat Bezug zum besprochenen Film und zur Herangehensweise des Regisseurs > Dogma-Regeln.
Ist die Kommentarfunktion unter Reviews nur zur Kritik der Rechtschreibung und des Schreibstils des Reviews gedacht?
Ich finde sie gerade ideal, Meinungen und Standpunkte zu artikulieren, die eben nicht mit denen des Review-Erstellers übereinstimmen.

Ansonsten habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt, mit „Stuss“ meinte ich nicht zwingend den Output der Dogma-Regeln, sondern diese selbst.
Die Aussage, die Regeln wären eine Herausforderung, ohne klassische Mittel zu überzeugen, halte ich für Blödsinn.
Sie sind, unter dem Deckmäntelchen der Kunst, eine konstruierte Selbstkastrierung filmischer Mittel.
Es ist ja völlig legitim, ein Familiendrama wie DAS FEST z.B. eher in einem harten, dokumentarischem Stil zu inszenieren als in dem eines Tony Scotts aus den 80ern.
Und wenn es ein Drehbuch oder eine Inszenierung trägt, ohne Filmmusik auszukommen, warum nicht.
Es kommt aber immer auf das einzelne Filmprojekt an.
Aber einen sinnlosen Regelkatalog VORHER aufzustellen, halte ich für abgehoben, albern und prätentiös.

Ich habe nicht alle Dogma-Filme gesehen und empfand DAS FEST z.B. als intensives Familiendrama mit sicherlich guter Leistung der Schauspieler.
Es ist lange her aber ich habe in Erinnerung, dass mir immer wieder unzulängliche Einstellungen mit Wackelkamera und falsche Belichtung (zu hell) aufgefallen sind.
Eine Amateur-Video-Optik, absolut nichts, was die Geschichte verbessert oder vorangetrieben hätte.
Und falls Vinterberg ein Found-Footage-Stil gemeint war, ging das auch in die Hose.
Die schauspielerische Leistung wäre nicht geschmälert, wenn Szenen mit z.B. mit einem Dolly gedreht und ggf. mit Beleuchtung inszeniert wären.
Auch so kann man einen rauhen oder eben einen geleckten Look erreichen.
Sorry, aber z.B. keine Requisiten heranschaffen zu dürfen, ist doch völlig bekloppt. Daran könnte eine gesamte Filmidee scheitern, weil ein Objekt am Set nicht vorhanden ist.
Oder Regel Nr. 6.: „Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen“. Da wäre mancher guter Thriller nie gedreht worden.
Das sind nicht nur handwerkliche und technische Limitierungen sondern auch inhaltliche - quasi sinnlose Selbstzensur.
Das ist, wie ein Buch nur mit Gänsekiel, Feder und Tusche auf Transparentpapier schreiben zu dürfen. Kann man machen aber wozu?

Ich arbeite selber im Filmbereich, gebe an der FH Kurse in Storytelling und Storyboarding und habe in meinem Leben auch schon Filme inszeniert, wenn auch nur ein paar Commercials und Musikvideos.
Ich meine aber zu wissen, was Film kann.
Ein simple Sequenz wie z. B eine Person, die aus einem Auto steigt und auf ein Haus zugeht, kann man mit Filmmusik zu einem Drama oder einer Komödie machen.
Ebenso kann man mit Licht, Montage oder Brennweiten und Anschnitt kann man beim exakt identischen geschrieben Drehbuchinhalt, filmisch völlig unterschiedliche Aussagen erreichen.
Warum sollte ich daher auf diese Mittel verzichten? Dann kann ich auch eine Theaterbühne abfielen, das ist dann noch puristischer.
Die Dogma-Regeln machen filmgestalterisch keinen Sinn, ausser man steht auf Hindernisse oder will sich irgendwie profilieren.
Film ist ein Medium, bei dem die Qualität zu 50% aus einem guten Buch und zu 50% aus einer guten und ansprechenden, zum Film passenden Bildgestaltung besteht.
Letztere kann rauh und dokumentarisch sein oder eben wie ein Hollywood-Blockbuster - eben ganz abhängig vom Drehbuch.
Arthouse leidet oft unter schlechter technischer Umsetzung, hat aber meist intelligentere Drehbücher, bei Hollywood ist es oft umgekehrt. Bei beiden Genres/Richtungen gibt es natürlich Perlen wie Gurken.

Ich halte z.B. auch Fassbinder für völlig überschätzt. der hat zu seiner Zeit sicherlich ungewöhnliche und kontroverse Themen angepackt, aber gerade in seinem Frühwerk ist die technische bzw. visuelle Umsetzung katastrophal. Ich denke nur an BERLIN ALEXANDERPLATZ, die Serie mit Günther Lambrecht, in der man oft minutenlang nichts erkennen konnte, weil nicht ausgeleuchtet wurde.
Der hat wie ein Besessener ein Film nach dem anderen rausgehauen, ohne auf technische Qualität zu achten.
Und das erinnert mich halt an die Dogma-Regeln, die einem Filmemacher - selbst bei kleinem Budget - sinnlose Knüppel in den Weg wirft.

Klar, ich weiss nicht, ob die „Dogmatiker“ wirklich neidisch auf große Budgets waren oder nicht, aber so ein Regelkatalog hat auch eine gewisse Aussenwirkung; wir sind anders, wir sind besser.
Ihr habt schon recht, den „Dogmatikern“ Dilettantismus vorzuwerfen, war falsch. Die haben sicherlich trotz Limitierungen, das Beste aus ihren Stoffen rausgeholt.
Nur sieht das Ergebnis eben zum Teil dillletanisch aus, eben dieser Amateur-Video-Look in DAS FEST.
Klar, man kann sagen, dass ist auch Konzept, der Film muss so aussehen aber man muss sich dann auch anhören können, dass es scheisse aussieht.

Wie gesagt, man kann Filme und Geschichten in allen möglichen inhaltlichen und visuellen Stilen inszenieren, aber das muss immer abhängig vom Buch und der Idee sein.
Limitierungen VORHER in Stein zu meisseln und zu bestimmen, nur so so und nicht anders, wird dem Medium nicht gerecht und ist für mich eher eine prätentiöse Selbstinszenierung der Akteuere als der Versuch, bessere Filme zu machen.

26.07.2021 19:35 Uhr - cecil b
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Deine weiteren Ausführungen erläutern einiges, weil sie einiges näher beschreiben, was natürlich hilfreich ist.

"Ist die Kommentarfunktion unter Reviews nur zur Kritik der Rechtschreibung und des Schreibstils des Reviews gedacht?"

Wenn du den Kommentar-Bereich einigermaßen oft verfolgst, wirst du wissen, dass diese Frage unnötig ist, sie dadurch beantwortet ist.

Einige zum Teil ellenlange Kommentare von mir, auch aus jüngster Vergangenheit, beschreiben, wofür der Kommentar-Bereich natürlich auch geeignet sein kann, und ich schrieb öffentlich mehrfach, dass es dabei nicht nur um eine Kritik an der Rechtschreibung und des Stil geht, die sind nur am Rande Thema. Und natürlich gibt es keine Gesetze dafür.

Ein paar Auszüge:

Alles vom 22.07. :

" Ich schrieb, dass die Meinung nicht kritisiert werden kann, und die Review ihre Berechtigung hat. Aber wenn meine Meinung kritisiert wird: "Das siehst du so, und das ist nicht zu kritisieren. Viele sehen das anders, ich auch, kann dir aber egal sein... " , dann ist das so. ;) "

"MEINE BEWERTUNG: Es geht bei einer Kritik vor allem darum, einen Eindruck von einem Film zu vermitteln, und auch die Meinung, die man zum Besten gibt, zu begründen. So wie dass eine Interpretation schlüssig sein sollte, was man nachvollziehbar nennen kann.

Ist doch sinnvoll, nicht wahr? :) "

"Das kommt so rüber, als ob diese absolute Aussage bedeutet, dass jede andere Interpretation und Sichtweise auf den Film falsch ist. :) "

"Eine REVIEW zu kommentieren heißt nicht automatisch die Bewertung zu begutachten. Ich habe schon sehr oft geschrieben, dass ich eine ganz andere Meinung habe, aber eine Review trotzdem sehr gut, und es interessant finde, eine andere Perspektive zu bekommen. :) "

"Ich finde, dass ein kritischer Blick nicht unbedingt etwas negatives ist. Manche haben sich bei Reviews von mir bestimmt schon gefragt, warum ich einen Film gut finde, viele akzeptieren meine Ansicht aber einfach, auch, wenn sie schreiben, dass sie das anders sehen. "

", .... meiner Meinung kannst du eine gewisse Authentizität zusprechen, ;), "...wenn ich deine Review an dieser Stelle zum Teil wieder sprachlich, wie inhaltlich als sehr gut ansehe, sie meiner Meinung nach aber, wie beschrieben, zum Teil mehr deine Meinung in den Vordergrund stellt, in dem Sinne, dass du eine andere interpretatorische Sichtweise förmlich ausschließt."

"REVIEWS zu kommentieren, heißt ja nicht nur kritisch zu sein, so wird in erster Linie Begeisterung geteilt, Interessen werden ausgetauscht, und ein Feedback ist für viele erfreulich. "

"Es geht da weniger darum, sich über eine Bewertung aufzuregen."

"So wie ein User hier natürlich so werten kann wie er will, kann man jetzt ja schlecht dann anderen das Recht nehmen kann, eine Bewertung nicht nachvollziehen zu können. Es ist öffentlich."

" Aber, wir sind hier ja an einer Stelle, wo verschiedene Meinungen ihre BERECHTIGUNGEN haben. ;)"

So viel zu deiner Frage.

Allerdings kam es nun mal so rüber, dass ein paar deiner Aussagen, insbesondere was den Dilettantismus angeht, wie du ja selbst schreibst, subjektiv (was natürlich relativ ist) sind, und nur mit diesen abwertenden Worten einen Bezug zu meiner Meinung, meiner Review hatten. In dieser schrieb ich zusammengefasst die Regeln des Films, du wiederholst sie noch mal, O.K. sie gefallen dir nicht, was nicht automatisch mit der Qualität des Films zu tun hat. Es ist halt nicht deins, und das ist ja nicht zu kritisieren. In der Review steht, wie viele Auszeichnungen der Film erhielt, was wieder darauf zeigt, dass andere, die sich ebenso wie du Profis in diesem Bereich nennen können, eine andere Sichtweise haben, was deiner Aussage über den Dilettantismus entgegen spricht.

So fragte ich mich, warum du insofern die Review auch mit ihren konkreten Aussagen und nicht im Bezug auf meine Sicht vollkommen außer Acht gelassen hast. Dabei ging es nicht darum, deine Meinung zu kritisieren.

Du hast in deinem ersten Kommentar die Regeln des Dogmafilms und damit DAS FEST an dieser Stelle als blödsinnigen dilettantischen Stuss bezeichnet, und ich empfand diese Bezeichnungen als unpassend, weil ich doch geschrieben habe, dass der Film 28 Auszeichnungen erhielt. Dabei bin ich ja einfach bei den Fakten geblieben. Was du als langweilig empfindest, ist ja deine Sache.

Ich: "DAS FEST ist sperrig, das bewusste Verlassen der klassischen Filmkunst kann und will nicht mit beliebten Mittel gefallen."

Du: "Nur sieht das Ergebnis eben zum Teil dillletanisch aus, eben dieser Amateur-Video-Look in DAS FEST.
Klar, man kann sagen, dass ist auch Konzept, der Film muss so aussehen aber man muss sich dann auch anhören können, dass es scheisse aussieht."

Ich: "Die Figuren und ihre Umgebung sind zum Teil so aufgenommen, wie es Amateure zur reinen Dokumentation auch hinbekommen würden."

Da fällt was auf, oder?

"...man muss sich dann auch anhören können, dass es scheisse aussieht."

Ich kann mir 'anhören', dass jemand etwas anders sieht, aber, wenn es auch aus deiner Sicht falsch ausgedrückt ist: "Ihr habt schon recht, den „Dogmatikern“ Dilettantismus vorzuwerfen, war falsch. ", muss sich das Gegenüber auch rein faktisch ohne direkte Vorwürfe von meiner Seite aus das 'anhören' können.

Kritikfähigkeit geht ja von beiden Seiten aus.

Jetzt näher zu erläutern was du meintest ist ne tolle Sache, und natürlich auch, dass du schreibst, was du falsch ausgedrückt hast.

Ansonsten hast du schlichtweg eine andere Meinung, damit habe ich doch kein Problem.

Dass du dich in diesem Bereich auskennst, ändert ja zum Teil nicht deine subjektive Sichtweise von dir. Wie geschrieben, sehr viele Kenner aus diesem Bereich vergaben sehr viele Awards für diesen Film. Deine Sichtweise, deren Perspektive, und meine, haben ihre Berechtigung. Es ist einfach so, dass dein erster Kommentar beschrieben hat, dass du da erkennst, im Gegensatz zu allen anderen, dass der Film blödsinniger Stuss ist.

"Wie gesagt, man kann Filme und Geschichten in allen möglichen inhaltlichen und visuellen Stilen inszenieren, aber das muss immer abhängig vom Buch und der Idee sein."

Darauf gehe ich ja ausführlich ein, auf den Bezug von Buch und Idee, und den unterschiedlichen Stilen der Inszenierung.

Warum ich in diesem Film keinen Blödsinn sehe, sondern eine dramaturgische Raffinesse, hab ich beschrieben. Vielleicht kannst du diese Perspektive nachvollziehen, auch wenn du eine andere hast. Ich kann deine zum Teil nachvollziehen, auch wenn ich eine andere habe. Den Stil so einseitig zu betrachtet wird dem Medium mMn nicht gerecht. Es handelte sich ja nun wirklich um Regisseure, die auch zu diesem Zeitpunkt sehr viel darüber wussten, wie man gute Filme dreht.

Fassbinder: Er hat viele simple und manchmal sehr einfache Inszenierungen präsentiert, ja. Aber wenn du z. B. WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE (Review vorhanden) kennst, und die langen Einstellungen von Ballhaus siehst, das ist sehr gut, würde ich sagen, ohne viel Budget.

Aber es ist doch erfreulich, dass man unterschiedliche Perspektiven hat, das macht die Welt bunter. ;)


26.07.2021 21:03 Uhr - cecil b
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DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.585
Man verzeihe mir, dass sich in dem letzten Kommentar ein paar Fehler eingeschlichen haben, ich müsste sehr viele Satzzeichen löschen, um den Kommentar editieren können.

27.07.2021 10:10 Uhr - tp_industries
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Erfahrungspunkte von tp_industries 188
@stoi
Wow, danke für dieses umfangreiche Statement!
Auch wenn ich nach wie vor nicht mit allen deinen Ansichten übereinstimme, kann ich deine Sicht jetzt dennoch besser nachvollziehen!
So macht diskutieren doch Spaß! :)

27.07.2021 14:33 Uhr - Stoi
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Vielleicht wirkte mein erstes Posting zu stark als Ablehnung der Dogma-Regisseure und ihr Arbeiten insgesamt.
Auch wenn ich - glaube ich zumindest - nur drei Dogma-Filme gesehen habe, kritisiere ich eigentlich nur das Konzept der Regeln, eben unabhängig vom Stoff, Film-Regeln zu bestimmen und den Stoff dann daran anzupassen. Für mich völlig sinnlose Selbstlimitierungen weil das Medium Film eben sehr viel mehr kann.
Wie gesagt, einen Film aus irgendwelchen inhaltlichen oder dramaturgischen Gründen gestalterisch zu begrenzen, ist völlig legitim. Regeln einer Inszenierung haben sich aber dem Drehbuch anzupassen, nicht umgekehrt.
Aber auch die Nicht-Dogma-Filme von Vinterberg und Kollegen sind nicht wirklich mein Ding. Wo wir eben in den Bereich Vorlieben und Geschmäcker kommen.
Deshalb mag ich auch keine Streifen von Fassbinder und finde z.B. auch Andrei Tarkovsky für einen furchtbaren Langweiler. Von dem habe ich, ausser STALKER, fast alles gesehen, weil meine damalige Freundin ein Fan von ihm war. Bei Tarkovsky hatte ich immer den Eindruck, der will sein Publikum quälen. Alleine die Eingangssequenz von OPFER oder die Kerzenszene in NOSTALGIE empfinde ich als Zumutung.
So geht es mir aber bei vielen Arthouse-Produktionen; kopfastig, überambitioniert und oft technisch schlecht umgesetzt. Ich bin da eher ein Genre-Fan aber auch ein Freund von Blockbuster. Und ja, ich würde eher STAR WARS ROGUE ONE mit auf eine einsame Insel nehmen, als einen Fassbinder oder Vinterberg.
Ich schaue aber nicht nur Mainstream, bin ein Freund von z.B. Peter Greenaways Frühwerk, bin Tolkien-Fan und liebe auch Klassiker wie LAWRENCE OF ARABIA, THE WILD BUNCH oder TOUCH OF EVIL und HEAT ist z. B. mein Top1-Favorit der 90er. Ich will jetzt niemanden mit meiner Favoriten-Liste langweilen, habe schon sehr viel gesehen und denke, meine Richtung gefunden zu haben. :)

27.07.2021 17:50 Uhr - cecil b
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Stoi: Ich freue mich über deinen sympathischen Kommentar.

Dein jetziger Beitrag zeigt ja sehr deutlich, worum es dir geht und ging, und ist im Endeffekt eine Bereicherung.

Deine Perspektive ist verständlich, und sie spricht bestimmt vielen aus der Seele.

Ich habe schon, bevor es hier die Kommentar-Funktion gab, neben Splatter und anderen Freuden, 'Kunstfilme' besprochen, von denen ich weiß, dass sie meist nur wenige interessieren, oder sie nur wenigen zugänglich sind.
Das macht sie ja auch aus. Mich interessieren sie, weil ich gerne nach etwas suche, was mich anders fordert, als das, was ich schon gut kenne. Deswegen bespreche ich selten sehr bekannte Filme oder Klassiker. Das machen ja zum Glück einige andere, die wirklich tolle Reviews schreiben.

DAS FEST finde ich allein schon wegen dem Thema Kindesmissbrauch dramatisch, der Rest ist für mich interessant, wie oben beschrieben, weil ich diese ungewöhnliche Vorgehensweise erst einmal genau beobachten musste.

Mainstream kann mir aber auch gefallen, wirklich schlecht ist der ja selten, und oft unterhaltsam. Nur, oft ist das Schema der Hollywood-Filme unübersehbar. Sogar Trailer zeigen oft das Effeff der Inszenierung, als ob es da eine Regisseur-Fabrik gibt.

Predator Upgrade und Halloween (2018) haben mir beispielsweise sehr viel Spaß gemacht, so etwas kriegt die Traumfabrik einfach super hin! :)

Ich werde diese Woche vermutlich etwas aus dem Mainstream besprechen, was ich ich wirklich gut fand! Allerdings verlangt der Rest des Lebens gerade auch etwas Zeit. ;)

Aber auch ich möchte dich nicht langweilen. ;)

Viel Spaß weiterhin! :) (egal mit welchen Filmen ;) )

28.07.2021 13:09 Uhr - Man Behind The Sun
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Ein Film, egal ob minimalistisch nach "Dogma"-Regeln gedreht oder im großen Stil á la Hollywood muss vor allem eines: Den Zuschauer persönlich überzeugen. Da kommt es nicht auf die Machart an. Wie viele Filme verlieren sich in der Optik und sind letztlich nur ein billiges Stück Kommerz-Müll, um den breiten geschmack der immer anspruchsloser werdenden Masse zu bedienen (siehe: "Fast & Furious 9"; beim Schreiben oder allein dem Gedanken an diese Filmreihe kommt mir die warme Brühe hoch).

"Das Fest" ist ein genialer Film. Er schafft es mit einfachsten Mitteln, seien diese als Distanzierung zum Mainstream oder aus reiner "Arroganz", frei nach dem Motto: Kriegen wir kein Budget, machen wir eben Amateur-Filme, eine Kulisse aufzubauen, die sich nach dem ersten Drittel in dermaßen starken Tobak verwandeln, dass jedem interessierten Zuschauer erstmal die Spucke wegbleibt.

Wo ich euch aber vollkommen Recht gebe, ist, dass "Dogma" eine Sache für sich ist, was dem Independent-Film aber immanent ist.

Ich kann z.B., auch als großer Fan der von Trier-Filme, absolut gar nichts mit "Idioten" anfangen. Ich habe es mehrmals versucht, der Film langweilt mich von Anfang an. Hier scheint doch etwas mehr die Message im Raum gestanden zu haben, die den Film tragen soll, was meiner Ansicht nach überhaupt nicht funktioniert hat. Ich schiebe es einfach mal auf die sehr frühe Schaffensphase und damit auch auf die Unerfahrenheit des Regisseurs.

Wo ich allerdings nicht mitgehe, ist zu sagen, ein Film ist Müll, wenn nicht dies und jenes Kriterium erfüllt. Klar, mit einer einzigen EInstellung oder dem Wechsel des Soundtracks kann man einen ganzen Film beeinflussen. Mit welchen Mitteln man dies macht, bleibt aber letzten Endes Geschmackssache. Wie einige hier wissen dürften, kann ich mich schon seit langem nicht mehr mit dem Mainstream-Kino anfreunden. Ich mag Filme wie "Avatar", "Titanic" oder "Fast and the Furious" nicht, gerade weil sie so vorhersehbar, ausgelutscht und immer auf "Friede, Freude, Eierkuchen" ausgelegt sind.

Da greife ich lieber zu einem "Amateuer"-Streifen wie "Angst" von Gerald Kargl oder, meinem absoluten Lieblingsfilm, "Eraserhead". Und seltsamerweise findet ausnahmslos jeder, dem ich diesen Film gezeigt habe, egal ob Maler, Jurist oder Soldat, gerade den dermaßen beänstigend und schwer erträglich, dass ich mich wage zu sagen, dass es auf die Machart nicht ankommt. Das Ergebnis zählt letztlich und wenn dies nach den - meinetwegen auch bewusst selbstkastrierenden, um das schöne Wort nochmal zu nutzen - Dogma-Regeln entstehen, ist das vollkommen legitim.

28.07.2021 15:24 Uhr - Stoi
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@Man Behind The Sun
Klar, ein Film muss den Zuschauer berühren, dann hat er sein Ziel erreicht und das geht selbstverständlich minimalistisch oder mit Hollywood Pomp.
Aber gerade AVATAR oder TITANIC z.B haben Millionen berührt - zwei Beispiele, wo viele Zuschauer in kurzer Zeit mehrfach im Kino waren - andere faszinieren Independent-Dramen, Woody Allen oder Buttgereit-Horror.
Ich keinem Filmemacher die Dogma-Regeln verbieten, empfinde sie als Filmschaffender kontraproduktiv, besonders wenn man sie als Gesetzgebung VOR die Stoffentwicklung stellt.
Wie gesagt, mein Geschmack pendelt zwischen Independent und Mainstream-Kino.
Wenn ich einfach nur in Aktion eintauchen will, geniesse ich die Bilderwelt und die brachiale Soundkulisse von TRANSFORMIERS, STAR WARS oder auch mal F&F. An anderen Tagen gewisse ich die Reduziertheit eines VIER IM ROTEN KREIS von Melville oder die Skurrilität von EIN Z MIT ZWEI NULLEN von Peter Greenaway.
Mit ERASERHEAD gebe ich dir recht, der wirkt nach wie vor beängstigend und ich halte ihn immer noch für Lynch Besten. Ansonsten halte ich ihn auch für überbewertet. Ich habe es mehrfach konzentriert versucht, z. B. MULLHOLLAND DRIVE oder WILD AT HEART zu sichten, empfand die aber immer als verquasten Unsinn. Die fangen interessant an und driften dann ab in sinnlose Absurdität und Abstraktion.
ERASERHEAD hingegen ist einfach ein bedrückender Alptraum, der funktioniert.
Wer seine Zuschauer auch gut fordern kann ist Michael Haneke. FUNNY GAMES z. B. macht den Zuschauer förmlich wütend über die Geschehnisse und die Hilflosigkeit. Ebenso in DAS WEISSE BAND. Ich habe es selten erlebt, dass es ein Film schafft, einen so aufzuwühlen. Kurzfristigen Thrill, schnelles Erschrecken oder auch längere Spannung erlebt man ja oft, eine nachhaltige Aufgewühltheit ist hingegen bei mir eher selten.

28.07.2021 17:38 Uhr - Man Behind The Sun
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@Stoi

Ging mir bei den Lynch-Filmen ähnlich. Manchmal glaube ich auch, dass Lynch einfach irgendeinen Stuss zusammenfilmt und sich zu Hause ins Fäustchen lacht, wenn das internet sich mit Interpretationsmöglichkeiten überschlägt. Vor allem die von dir genannten Filme sind extrem schwer zugänglich.

Als ebenfalls großer Lynch-Fan mochte ich WAH und MHD ebenfalls nicht besonders. Auch "Inland Empire" empfinde ich als nahezu unmöglich zu interpretieren. Und trotzdem gefällt mir der Film. Höchstwahrscheinlich wegen der Atmosphäre, die "Eraserhead" so stark macht.

Bei FG gehe ich ebenfalls mit, mit dem hatte ich in meinem Freundeskreis auch ähnliche Erfahrungen wie mit Eraserhead gehabt. Der Film ist und bleibt ein Schlag in die Magengrube und gehört auch zu meinen Top 10. Ich hatte den damals unvorbereitet im Free-Tv auf "Tm3" (!) gesehen und bin vom ersten Moment an drauf hängen geblieben. Es war glaub ich ca. 0.00 Uhr und ich wollte eigentlich schon pennen, als ich den noch beim Durchzappen grad zum Anfang erwischt hatte.

Blair Witch Project ist auch so ein Fall, der es mit einfachsten Mitteln schafft, das extremste aus der Materie herauszuholen. Ebenfalls in meinen Top 10.

Klar, die von dir genannten Werke sind Klassiker. Wenn ich dir jetzt aber sage, dass mir "Star Wars" absolut nicht gefallen hat, werde ich wahrscheinlich die nächste Schelte über mich ergehen lassen müssen ;-)

Aber so verschieden sind die Geschmäcker und trotzdem treffen sie in irgendeiner Zone doch immer wieder zusammen.

28.07.2021 20:53 Uhr - cecil b
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MBTS: Freut mich, dass du DAS FEST ebenfalls gut findest, dann war meine Review für dich auch kein Ärgernis. ;)

Deine Perspektive, eventuell auch im Bezug auf meine, würde mich interessieren.

LYNCH: Ich habe Inland Empire versucht zu interpretieren. Ich habe ihn interpretiert. Was Lynch einem sagt, ist vielleicht einfach das, was seine Film bei einem auslösen. ;)

THE REFLECTING SKIN ist ein Ableger vom Lynch-Stil, den ich nahelege, und auch besprochen habe.


28.07.2021 21:08 Uhr - Stoi
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28.07.2021 17:38 Uhr schrieb Man Behind The Sun
Ging mir bei den Lynch-Filmen ähnlich. Manchmal glaube ich auch, dass Lynch einfach irgendeinen Stuss zusammenfilmt und sich zu Hause ins Fäustchen lacht, wenn das internet sich mit Interpretationsmöglichkeiten überschlägt.

Haha, sehr geil. Sowas darf man bei manchen Lynch-Fans hier gar nicht schreiben. :)
Lynch-Filme sind vielleicht wie abstrakte Malerei. Der Zuschauer interpretiert im Zweifel mehr als der Künstler.

ERASERHEAD habe ich in den 80ern bewusst und geplant in einem Programmkino gesehen.
Wobei ich nichts über den Film wusste und so hat er mich immerhin auf der großen Leinwand geplättet.
Die letzte Sichtung ist aber 30 Jahre her. Ich müsste mal testen, wie er heute auf mich wirkt.
Ich habe ihn aber leider nicht im Regal.

Bei BLAIR WITCH fand ich den Schluss recht gänsehautmässig, der hat aber vorher, meiner Erinnerung nach, ein paar Längen. Aber immerhin hat er das Found-Footage-Genre erfunden. Ist ja auch was. :)

THE REFLECTING SKIN hat auch was bedrückendes, hat mich aber nicht wirklich vom Hocker gehauen und INLAND EMPIRE habe ich nie gesehen.


28.07.2021 21:57 Uhr - cecil b
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Nun ja, einige Kunstfilme arbeiten ja mit Metaphern und Symbolen, Traumdeutung und co. Das ergibt ja immer den Sinn, die Gedanken anzuregen. Was dabei rumkommt, kann ja unterschiedlich schlüssig sein, oder einfach die Aufmerksamkeit am Ball halten.

MBTS hat tolle Reviews zu beispielsweise Marian Dora (Melancholie der Engel) hier veröffentlicht, in denen er auch mit einem Blick darauf vorgegangen ist.

Wenn ich da an beispielsweise EDEN UND DANACH, und DER LEICHENVERBRENNER denke, ich habe mich schon häufig tief in diese Deutungen reingearbeitet. Solche Filme aktivieren mich sehr, auch nach der Spielzeit. Für mich eine Bereicherung.

Und, nicht zu vergessen: Dario Argento erzählt seine Stories immer um die Ecke herum.

29.07.2021 10:51 Uhr - Man Behind The Sun
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28.07.2021 21:57 Uhr schrieb cecil b

MBTS hat tolle Reviews zu beispielsweise Marian Dora (Melancholie der Engel) hier veröffentlicht, in denen er auch mit einem Blick darauf vorgegangen ist.



Das ist ja lieb von dir, dass du mir das zuschreibst, aber ich habe mich glaub ich lediglich in den Kommentaren ausgetobt, eine Review direkt hatte ich nicht verfasst ;-)

Aber ja, zu Melancholie stand ich sehr kritisch, kann aber voll und ganz verstehen, dass mancher solche Filme nahezu inhaliert. Die haben schon was für sich..-


Wenn ich da an beispielsweise EDEN UND DANACH, und DER LEICHENVERBRENNER denke, ich habe mich schon häufig tief in diese Deutungen reingearbeitet. Solche Filme aktivieren mich sehr, auch nach der Spielzeit. Für mich eine Bereicherung.


Der Leichenverbrenner ist für mich auch so ein Fall. Auch so ein Meisterwerk, dass schwer zugänglich, aber allein durch seine Atmosphäre und der Thematik extrem ins Mark geht. Den muss ich mir auch noch in den Schrank stellen.

Vor allem im Bereich des surrealistischen Films gibt es so viele Perlen, aber ebenso viele Nieten, das ist eine wahre Wunderkiste und für mich eines meiner Lieblings-Genres, vor allem als Spielart des Horrorfilms.


29.07.2021 11:04 Uhr - Man Behind The Sun
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28.07.2021 21:08 Uhr schrieb Stoi


ERASERHEAD habe ich in den 80ern bewusst und geplant in einem Programmkino gesehen.
Wobei ich nichts über den Film wusste und so hat er mich immerhin auf der großen Leinwand geplättet.
Die letzte Sichtung ist aber 30 Jahre her. Ich müsste mal testen, wie er heute auf mich wirkt.
Ich habe ihn aber leider nicht im Regal.


Unbedingt nachholen!

Der Film ist und bleibt zeitlos und wird dir auch nach 30 Jahren noch gefallen. Kannst ja mal berichten. Der Film wird dir auf DVD für schmales Geld hinterhergeschmissen.


Bei BLAIR WITCH fand ich den Schluss recht gänsehautmässig, der hat aber vorher, meiner Erinnerung nach, ein paar Längen. Aber immerhin hat er das Found-Footage-Genre erfunden. Ist ja auch was. :)


Den hab ich damals auch total unvorbereitet mir zwei Kumpels im Kino gesehen. Wir waren im falschen Saal, wollten eigentlich "Scary Movie" gucken.

Ergebnis: Wir sind mit schlotternden Knien raus gekommen, eine neben uns hatte angefangen zu heulen während des Films. Kein Witz.


THE REFLECTING SKIN hat auch was bedrückendes, hat mich aber nicht wirklich vom Hocker gehauen und INLAND EMPIRE habe ich nie gesehen.



Danke für den Tipp, wird die Tage gesichtet!

29.07.2021 12:04 Uhr - cecil b
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MBTS: Hups, wie peinlich, ist mir glaube ich noch nie passiert. Ich hatte die Review von Jichi aufgrund des Asia-Touch im Nickname verwechselt, sorry.

In dieser Sparte seltsamer Filme habe ich mich schon oft ausgetobt.

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