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Nightmare

Herstellungsland:USA, Italien (1981)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Blutige Alpträume
Flucht aus gnadenloser Hölle
Nightmare in a Damaged Brain
Nightmares in a Damaged Brain
Blood Splash
Schizo
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,36 (23 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als Kind hat George seine Eltern auf bestialische Weise umgebracht. Jahrelang saß er deswegen in einer Anstalt, aber jetzt hält man ihn für gefestigt genug, um ins normale Leben zurückzukehren. Doch George hat immer noch Alpträume und mörderische Visionen. Sexualität schreckt ihn ab und so dauert es nicht lange, bis er wieder zum Psychopathen mutiert und eine Familie mit Kindern angreift...jedoch wehren die sich... ()

eine kritik von chollo:

"Nightmare" aka "Nightmares in a Damaged Brain" gehörte während meiner  Jugend neben Titeln wie "Redneck Zombies", "Death Warmed Up", "Braindead" und "Tanz der Teufel" zu den prägendsten Erfahrungen abseits der Mainstream Unterhaltung. Auf dreifach überspielten, kopierten, ausgeleierten VHS Tapes wurden diese und ähnliche glorreichen Erzeugnisse innerhalb des Freundeskreises herumgereicht und alsbald Solo oder in Gemeinschaft wissbegierig vor der Röhrenglotze verschlungen. Je zahlreicher diese Meisterwerke dann konsumiert wurden, desto schwerer wurde es für mich diese dann auch auseinanderzuhalten. So wurden dann besonders einprägsame Szenen zur Definition des Gesamtwerks herangezogen. In Romano Scavolinis Werk war jenes zweifellos die brachiale Enthauptungsszene bzw. deren Wiederentdeckung per Screenshot die mich dazu bewog, besagtes Werk erneut zu sichten und in zeitgemäßer Form in meine Sammlung aufzunehmen.

Leider war schon der Kauf auf einem allseits bekannten Online Marktplatz der erste Griff ins Klo, den ich mir ehrlicherweise auch nur höchstselbst ankreiden kann. Statt auf eine adäquate und mittlerweile relativ günstige Alternative eines bekannteren Independent Labels zurückzugreifen, schnappte ich mir doch meinem Geiz geschuldet allen Ernstes ein Bootleg mit der wohl grottigsten Bild und Tonqualität auf diesem Planeten. Leider war dies aber nur der Beginn einer größeren Enttäuschung, neben meiner absurd hohen Erwartungshaltung, für die vorliegendes Werk mal ausnahmsweise nichts kann.

"Nightmare in a Damaged Brain" entstand in der Hochzeit des Slasher Genres und gehört zu jenen Erzeugnissen, die durch relativ geringen Aufwand in Sachen Budget und Drehbuch ein Maximum an Gewinn erzielen wollten. Kein Vorwurf wenn man bedenkt dass etwa 85-90% seiner Kollegen aus diesem Jahrzehnt in etwa die selben Absichten im Hinterkopf hatten und ebenfalls in erwähnten Bereichen keine Ausnahmeerscheinungen bildeten. Der Innovations-Brunnen war mit Perlen wie "Bay of Blood"; "Halloween" oder "Maniac" eigentlich schon ausgeschöpft und man versuchte mit diversen Variationen eigentlich nur noch den Hunger des Publikums jener Zeit zu befriedigen.

Doch schon bei diesen vergleichsweise niedrigen Anforderungen versagt "Nightmare" sichtlich oder setzt besser gesagt aufs falsche Pferd. Statt einfach den Gewaltpegel in die Höhe zu schrauben und eine Abfolge von Morden zu präsentieren ( "Freitag der 13"; "My Bloody Valentine") oder sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen ("The Mutilator") versucht sich Scavolinis Werk an einem Psychogramm, und somit in die Gefilde eines "Maniac" einzutauchen. Ein allzu gewagter und letztendlich aufgrund der Beteiligen zum Scheitern verurteilter Versuch. Baird Stafford ist trotz seiner nicht untalentierten Erscheinung kein Joe Spinell der mit seiner Darbietung besagten "Maniac" noch im Alleingang getragen hat. Den ein oder anderen entsetzten; bösartigen und verwirrten Gesichtsausdruck kann auch Stafford zweifellos bieten, aber an den Künsten seines ungleich berühmteren Kollegen kratzt er damit nicht mal ansatzweise. Genauer gesagt erschöpft sich sein überschaubares Mimenspiel spätestens ab der Hälfte der Laufzeit, sodass man seiner Entwicklung danach eher gelangweilt gegenübersteht. Irgendwann und Irgendwie hat mich sein verschwitzt glubschäugiger Gesichtsausdruck in Richtung Kamera dann einfach nicht mehr abgeholt.

Ein weiteres Problem ist Romano Scavolini. Ich möchte William Lustigs Fähigkeiten hinter der Kamera nicht in ungeahnte Höhen heben, war er bei "Maniac" der Vermutung nach sowieso nur ein besserer Auftrags Regisseur hinter Spinells Idee. Doch zumindest konnte dieser noch einige stimmige  Momente inszenieren und damit die Spannungskurve halten, Scavolini hingegen begnügt sich mit dem bloßen abfilmen seiner Schreckmomente und Scheußlichkeiten. Der unerträglich langatmige Mittelteil und die letzte Viertelstunde in der der Killer durchs Haus schleicht und einfach nicht totzukriegen ist wurden dermaßen lahm und träge umgesetzt, dass ich mir zuweilen selbst die Schrottflinte wünschte um ihn in die ewigen Jagdgründe zu katapultieren.

Alles halb so wild wenn wenigstens die Bluteinlagen stimmen könnte man meinen, doch auch hier herrscht sprichwörtlich Ebbe. Für Zartbesaitete und Genreunerfahrene Kollegen sind die Effekte durchaus verstörend und sie haben auch mich, wie bereits erwähnt, bei Erstsichtung ordentlich mitgenommen. Doch zwei bis drei schockierende Szenen in einem knapp 100 minütigen Film zu präsentieren ist einfach zu wenig. Vielleicht war man von der vermeintlichen Atmosphäre des Endproduktes so überzeugt sie als Beilage präsentieren zu wollen,doch das Hauptgericht mundet nicht sodass auch diese den Gesamteindruck nicht mehr zu retten vermögen. Bitter ist auch dass ich selbst bei der unterirdischen Qualität meines Bootlegs die Effekte zweifellos auch als solche enttarnen konnte, was mir bei ähnlichen Vertretern trotz zum Teil hochauflösender Bildqualität heutzutage immer noch zuweilen schwer fällt. Tom Savinis fragwürdige Beteiligung an diesem Produkt hin oder her.

Aufgrund meiner Liebe für das Genre, ein paar heftigen wenngleich auch wenigen und schlecht gealterten Spezialeffekten und eines Hauptdarstellers der sich zumindest sichtlich Mühe zu geben scheint, kalkuliere ich für dieses Filmchen 3-4 Punkte. Und da meine nostalgischen Erinnerungen damals für dieses Werk sprachen runde ich zu 4 Punkten auf. Für mich persönlich eine Enttäuschung auch weil ich den wegen seiner Ähnlichkeit zum Vergleich herangezogenen "Maniac" beinahe vergöttere.

 

4/10
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Kommentare

23.07.2021 11:44 Uhr - dicker Hund
1x
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Interessante Titelwahl aus der inzwischen schrumpfenden Schmuddelkiste Nummer 131. Mein Eindruck von "A Nightmare in a damaged Brain" war besser als Deiner, was ich vor allem an der sicken Aura der penetrant wiederholten Flashbacks festmachen würde. Allerdings erinnere ich auch vage einige handwerkliche Unbeholfenheiten, an denen man sich sicherlich stören kann. Für eine Punktwertung meinerseits liegt die einzige Sichtung zu lange zurück. Deine Rezi liest sich jedenfalls überzeugend.

23.07.2021 12:37 Uhr - CHOLLO
1x
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Vielen Dank Hund :)
Ja, war doch sehr enttäuscht nach der erneuten Sichtung.
Deine Reviews sind übrigens auch immer spitze.
Diese und von anderen Kollegen tragen nicht unerheblich zur Kaufentscheidung einer Neuanschaffung bei,.falls denn vorhanden;)

23.07.2021 15:26 Uhr - Man Behind The Sun
2x
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Guter Film, der heute allerdings eher nur noch Kuriositätenwert besitzt. Zwei, drei echt nette Szenen werten den Streifen auf. Sehe es ähnlich wie der dicke Hund. Ist halt so ein typischer 131er und Ex-Nasty, der ansonsten heute wohl in Vergessenheit geraten wäre.

Tolle Review zu einem kleinen, dreckigen, mittelmäßigen Kultfilm.

23.07.2021 16:32 Uhr - CHOLLO
1x
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Danke auch dir!
Ja, die ganzen alten Kultstreifen aus der 131 Liga verlieren nach und nach ihren berüchtigten Schleier der sie einst so interessant machte ;)
Für mich als Nerd dennoch weiterhin irgendwie reizvoll.

23.07.2021 16:32 Uhr - CHOLLO
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Danke auch dir!
Ja, die ganzen alten Kultstreifen aus der 131 Liga verlieren nach und nach ihren berüchtigten Schleier der sie einst so interessant machte ;)
Für mich als Nerd dennoch weiterhin irgendwie reizvoll.

23.07.2021 20:27 Uhr - Intofilms
1x
Mir hat der tatsächlich (auch) immer recht gut gefallen. Auf eine angenehm grässliche Weise verstörend sozusagen. Ich habe allerdings Zweifel, ob ich das heute immer noch so sehen würde, und scheue die Vergewisserung. Lieber nichts riskieren und in schönen Erinnerungen schwelgen… Überzeugende Vorstellung, CHOLLO! ;)

23.07.2021 21:37 Uhr - CHOLLO
1x
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Danke Into :)
Hätte ich vielleicht auch tun sollen: in Erinnerungen schwelgen ;)
Als nächstes ist die Erstsichtung von "The Prowler" dran, da freu ich mich schon richtig drauf. Eine der letzten Slasher Perlen die ich noch nicht kenne. Hab mir dafür extra die australische dvd besorgt, was nicht gerade einfach war..

24.07.2021 17:10 Uhr - Man Behind The Sun
User-Level von Man Behind The Sun 5
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23.07.2021 21:37 Uhr schrieb CHOLLO
Danke Into :)
Hätte ich vielleicht auch tun sollen: in Erinnerungen schwelgen ;)
Als nächstes ist die Erstsichtung von "The Prowler" dran, da freu ich mich schon richtig drauf. Eine der letzten Slasher Perlen die ich noch nicht kenne. Hab mir dafür extra die australische dvd besorgt, was nicht gerade einfach war..


Den werd ich mir bei richtiger Stimmung auch mal ansehen.

Hat die australische irgendeine Besonderheit? Gibt doch so viele deutsche VÖen, wenn ich mich nicht irre?

24.07.2021 18:40 Uhr - CHOLLO
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Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.316
Die soll wohl eine andere (bessere) Synchronisation drauf haben die vor Jahren mal eigens für Tele 5 entwickelt wurde. Und die musikalische Untermalung soll sich auch leicht Unterscheiden was der Atmosphäre dienlich sein soll. Soviel Hab ich gehört, wie gesagt ich kenne noch keine Version.

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