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Chaos Walking

Herstellungsland:USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Science-Fiction
Alternativtitel:The Knife of Never Letting Go
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,71 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In einer nahen Zukunft findet Todd Hewitt (Tom Holland) die mysteriöse Viola (Daisy Ridley), die nach einer Bruchlandung auf dem fernen Planeten „New World“ gestrandet ist. In Todds Heimatstadt Prentisstown sind alle Frauen verschwunden und die männlichen Bewohner stehen unter dem Einfluss des rätselhaften „Lärm“ – eine seltsame Kraft, die alle Gedanken für jeden und jederzeit hörbar werden lässt. In dieser gefährlichen und feindlichen Welt ist Violas Leben von Anfang an in Gefahr. Gemeinsam mit Todd begibt sie sich auf die Flucht vor dem Anführer von Prentisstown (Mads Mikkelsen) und seinen Männern. Dabei kommen die beiden einer unglaublichen, dunklen Wahrheit auf die Spur und müssen schon bald um ihr Leben rennen... (StudioCanal)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Man schreibt das Jahr 2257 n. Chr. 

Der junge Todd Hewitt lebt in Prentisstown, einem kleinen Dorf auf dem neu besiedelten Planeten New World. Hier wohnen ausschließlich Männer weil alle Frauen von den hiesigen Aliens getötet wurden. Doch alle eint der Umstand daß ihre Gedanken stets sichtbar sind und niemand etwas verheimlichen kann. Der sogenannte "Lärm" führt immer wieder mal zu kleinen Auseinandersetzungen, aber trotzdem bleibt man friedlich. Dafür sorgt Bürgermeister Prentiss, der das Dorf erbaut hat. Eines Tages aber strandet die hübsche Viola auf dem Planeten und wird ausgerechnet von Todd entdeckt. Er möchte ihr helfen Kontakt zu ihrem Mutterschiff aufzunehmen. Doch dazu muss er unbedingt seinen Lärm unter Kontrolle bringen !!

CHAOS WALKING

Patrick Ness, dessen Roman -The Knife of Never Letting Go- als Vorlage diente, und Christopher Ford verfassten das Drehbuch zu vorliegenden Film. Ich persönlich kenn den Roman natürlich wieder einmal nicht, somit kann ich nicht sagen inwieweit Schrift und bewegtes Bild übereinstimmen. In jedem Fall gelang Regisseur Doug Liman (u.a. Jumper, Mr. & Mrs. Smith) ein durchaus stimmiger SciFi Streifen der sich nicht nur auf Effekten ausruht. 

Tom Holland (Spider-Man, Avengers…) gibt den auf Grund seiner "Fähigkeiten" noch etwas verwirrten Todd Hewitt. Ein heranwachsender junger Mann, samt kleinen Hund als bester Freund, der alles versucht sich angemessen in die Gemeinschaft einzubringen. Er hadert aber sehr damit daß er seinen Lärm noch nicht so kontrollieren kann wie alle anderen. ...was ihm oftmals auch Ärger verschafft…

Rückhalt bekommt er von seinem Vater Ben (Demián Bichir; u.a. Machete Kills, The Hatefull 8). Ein Mann voller Sorgen die er aber nie im Leben preisgeben will. Sei es in Gedanken oder in Worten. Das macht leider auch den Bürgermeister…

... Prentiss (wie immer genial Mads Mikkelsen; u.a. Casino Royale, Polar, Kampf der Titanen) aufmerksam. Ein Mann der stets das letzte Wort hat und seine Fähigkeiten unter Kontrolle hat wie kein anderer ! 

Und nun verirrt sich eine Frau auf den Planeten !!! Seit Jahren betrat kein weibliches Wesen mehr das neue Land ! Die junge Viola (niedlich wie immer Daisy Ridley; Star Wars 7,8,9, Mord im Orient Express) ist die einzige Überlebende des Absturzes eines Forschungsteams. In den Überresten der Raumkapsel trifft sie Todd…

"Der Lärm sind die ungefilterten Gedanken eines Mannes. Ohne sie wäre er nur ein Mensch…Wandelndes Chaos" ein unbekannter Siedler New Worlds

Wer jetzt beim Begriff SciFi auf ein lasergestütztes Effektspektakel hofft der wird auf dem trockenen sitzen bleiben. Dafür bekommt man eine recht erfrischend neue Geschichte serviert. Stellt euch mal vor daß all eure Gedanken Formen außerhalb des Kopfes annehmen oder sich in bewegten Bildern manifestieren. Nein, möchte man rufen ! Ich selbst möchte nicht daß jemand sehen kann was ich gerade denke oder fühle ! Gut, für manch selbsternannte Gedankenleser oder neudeutsch Mentalisten ein Genickschuss… Und eben mit diesem Umstand kommt Todd Hewitt nicht gut zurecht. Der gute Tom Holland, der in Spider-Man oder ein paar Avengers Ableger seine komödiantische Seite zeigen durfte, spielt den verunsicherten Todd mit einer angenehmen Leichtigkeit. Mit einem Zwischending von Angst und Faszination geht er mit seinem Lärm um. Seine Gedanken sind viel zu flott unterwegs und machen es ihm nicht leicht diese zu sammeln oder zu bremsen. Das sorgt dafür daß er gerne mal mit dem aggressiven Sohn des Bürgermeisters aneinander gerät. Jener aber scheint von Todd so einiges zu halten ! Mikkelsen, der gerne mal in undurchsichtigen Rollen auftritt, praktiziert dies hier ebenfalls. Mr. Prentiss ist jemand mit dem sich keiner anlegen will. Was nicht daran liegt dass er jetzt sonderlich grob ist, sondern es ist seine unfassbare Ruhe die er ausstrahlt. Und jeder weiß wozu er mit seiner Gedankenkontrolle fähig ist !!! Ein unheimlicher Typ… 

Die Tatsache daß nun plötzlich diese Frau auftaucht macht ihn allerdings dann doch ziemlich nervös ! Er wird doch nicht Angst haben ? Angst vor diesem harmlos erscheinenden Mädel ? Ausnahmsweise fuchtelt Daisy Ridley mal ned mit nem Laserschwert herum und hebt auch keine Steine mit der Kraft der Macht hoch. Mit etwas ungewohnt blonden, kurzen Haaren spielt sie die Forscherin Viola die mit ihrem Team eigentlich nur nach dem rechten sehen sollte. Nun muss sie sich in einer von Männern dominierten Umgebung zurechtzufinden. Dumm nur daß es Frauen nicht möglich ist zu lärmen. Die Gedanken der anderen sieht sie aber dennoch. Und diese gestalten sich nicht immer freundlich. Nur zu Todd baut sie langsam Vertrauen auf. Doch der Rest der Dorfbewohner hat nix nettes mit ihr vor… Aber um den Planeten wieder zu verlassen muss sie mit dem Mutterschiff in Kontakt treten. 

Na hoppla, jetzt hab ich mich doch glatt dabei ertappt daß ich beinahe die Geschichte zu weit ausplappern wollte…! :-D Was mich tatsächlich auch etwas überrascht, weil mich der Film zu Beginn nicht recht ansprach. Todds Monologe am Anfang die sich in blauen Wolken um seinen Kopf abbilden erscheinen im ersten Moment mehr als gewöhnungsbedürftig ! Man fragt sich unweigerlich ob man denn überhaupt noch miteinander spricht wenn der Austausch auch über die Gedanken erfolgen kann. Aber natürlich gibt's auch noch die normalen Dialoge die leider des öfteren ein wenig zu ausufernd geraten und den Zuschauer damit erschlagen. Doch den ellenlangen Gesprächen zu lauschen erweist sich als notwendig wenn man über gewisse Dinge mehr erfahren will. Todds erster visueller Kontakt mit einer Frau entbehrt nicht einer gewissen (unfreiwilligen ?) Komik. Im ersten Moment weiß man auch nicht wer denn nun mehr Angst hat… Doch der gute Todd ist halt auch nur ein Mann dessen Hormone jetzt Party machen ! Die anfangs noch schweigsame Viola geht vorerst noch auf Abstand, taut aber sichtlich auf überzeugt den jungen Mann davon ihr zu helfen. Oder... überzeugt ER sie ? Vielleicht sind sie sich ähnlicher als gedacht. 

Ab hier beginnt eine beschwerliche Reise durch die Wälder des Planeten die mich oft an die Reise der Gefährten in Tolkiens -Herr der Ringe- erinnerte. Selbstverständlich ist Hund Benji mit dabei zu dem Todd wie gesagt eine besondere Beziehung hat. Liman gelingt es aber nicht die Spannung durchgehend hoch zu halten. Die ewig langen Dialoge um Trauer, Vergangenheit und Zukunft gehen einen mit der Zeit ein wenig auf den Zeiger und bringen die Story an sich kein Stück weiter. Zwar klären sich peu à peu ein paar Dinge auf, aber das hätte man geschmeidiger unterbringen können. Glücklicherweise schafft es der Regisseur das Ruder stets elegant herumzureißen um dem Film einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Etwas fußlahm kommt der Streifen allerdings in Sachen Action daher. Zwar gibt's zwischendurch kurz Geballer oder ne handvoll Stunts, aber hier kocht der Film eher auf Sparflamme. Highlight allerdings die Verfolgung per Boot und Wildwasser gegen einen durchgeknallten Priester (unheimlich David Oyelowo; The Midnight Sky, Cloverfield Paradox; als Aaron). Der Typ verwendet statt blauen Wolken eher die flammend Roten und sieht sich als Erlöser. Ja ne, is klar. Gegen Ende hin zieht das Werk dann alle Register und sorgt für gehörig Nervenkitzel und staunende Blicke (zumindest war's bei mir so). Endlich werden die Fronten geklärt, mit der Vergangenheit aufgeräumt und Platz geschaffen für Neues… 

"Ich bin Todd Hewitt, ich bin Todd Hewitt, ich bin…"

Ja das wissen wir jetzt. Sagtest du ja nicht nur einmal. Doch am Ende zeigt sich daß du dich vor nichts und niemanden zu verstecken hast. Ich möchte nicht mit versteckten Hinweisen auf gesellschaftliche Probleme anfangen. Denn dies ist kein Lehrfilm für den Umgang miteinander. Aber nicht nur einmal wird unterschwellig eingebracht daß niemand der etwas anders ist...nichts wert ist. Menschlichkeit wäre an sich eigentlich einfach… 

Ich spreche hierfür keine Empfehlung aus. Denn wenn man sich nicht auf einen Film dieser Charakteristik einlassen will, wird ihn auch nicht mögen...wollen. Oder man sieht ihn wie seine Gedanken…

 

ses

8/10
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Kommentare

28.07.2021 09:02 Uhr - tp_industries
1x
User-Level von tp_industries 3
Erfahrungspunkte von tp_industries 188
Das Review ist, wie von dir gewohnt, sehr unterhaltsam und informativ geschrieben!
Der Film selber, reizt mich allerdings gar nicht, was aber einfach an der Machart liegt. Damit bin ich noch nie warm geworden. Eine Kritik soll ja aber weniger die Leute mit aller Gewalt zu einer Sichtung zwingen bzw davon fern halten, sondern ein Bild des Streifens erzeugen, sodass der Leser selbst entscheiden kann. Und das gelingt dir meiner Meinung nach immer wieder auf's neue!

Btw. Herzlichen Glückwunsch zur 700! ;)

28.07.2021 10:30 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Danke tp.
Aus dem Grund hab ich hier auch so etwas wie eine Empfehlung aussen vor gelassen. Manchmal mach ich das ganz gerne, aber bei gewissen Filmen ist das kaum möglich. Entscheidungen liegen immer bei jedem selbst.

700 ? Was ?
Ach so, isses schon so weit gekommen 😆 Merci !

05.08.2021 13:14 Uhr - Stoi
1x
Ich fand den Streifen recht unterhaltsam und die Idee, Gedanken als Bildwolkenfetzen und die Köpfe wabern zu lassen, auch ganz nett. Wobei das warum dazu auch nicht geklärt wurde.
Laut Abspann basiert der Film auf einer Buch-Trilogie, was wohl bedeutet, dass es da noch weitergeht.
Auf der anderen Seite ist es das nächste Young Adult SciFi-Drama und man assoziiert streckenweise THE 100, PANEM, DIVERGENT; MAZE RUNNER oder THE 5TH WAVE. Natürlich nicht im Detail aber irgendwie alles schon mal dagewesen.

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