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Vore Gore

Herstellungsland:Italien, Spanien, Kanada (2021)
Genre:Horror, Erotik/Sex, Splatter
Alternativtitel:Vore/Gore
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von hudeley:

Vore Gore 

Ein neues, großspurig angekündigtes Ekelfimchen, eine besonders tabubrechende Szene und eine weitere Horroranthologie, bestehend aus neun Kurzfilmen verschiedener Regisseure. Die Segmente, allesamt durch die Nahaufnahmen einer schwarz geschminkten Frau, von welcher man bloß die Lippen sieht, unterteilt, widmen sich inhaltlich der Vorarephilie. Einer sexuellen Neigung, bei welcher die Person sexuelle Erregung beim passiven wie aktiven Konsum eines anderen oder sich selbst verspührt, die sich auf den Prozess des Essens an sich bezieht. 

So beginnt der Film mit nicht wirklich definierbaren Close-Ups von blutigen Körperteilen die auseinandergerissen werden, während ein Mann sein Gebiss aus dem Mund holt, seinen eigenen Penis zerschneidet und echte Aufnahmen eines äußerst widerlichen Fußes gezeigt werden, bei welchem zwei Fußzehen amputiert wurden. "Kunst", die meinen Horizont wohl übersteigt. Gedreht vom spanischen Maler Mikel Balerdi, dessen Gemälde ich mir durchaus an die Wand hängen würde, war Mouth ein nicht wirklich zu beachtender Einstieg in Vore Gore. Ich warte gespannt auf sein Langfilmprojekt Larva Mental, aber das hier war nichts.

Episode zwei, Sweet As Honey von Emanuele Marchetto, dreht sich um einen Imker, der, nachdem er Honig geerntet hat, auf dem Dachboden onaniert und dabei fantasiert, wie ein Doppelgänger (oder er selbst, wer weiß das schon) ihm, neben diversen anderen Körperstellen, auch in das Genital beißt. Ehe ich dahintersteigen konnte, was mir dieses Filmchen sagen will, kommt schon Episode 3, namentlich Finger Lickin Good, gehdreht von Lorenzo Zanoni, daher. Erneut ein Mann, wohl in irgendeiner Weise angestachelt durch das Anschauen eines weiblichen Masturbationspornos, holt er sich zunächst mit einem Löffel das Auge aus dem Schädel. Die Nerven werden äußerst explizit mit einer Nagelschere gekappt und das Auge in den Abfluss eines Waschbeckens geworfen. Er beißt sich zwei Finger ab, fummelt an seiner Nudel herum, entfernt seine Zunge und setzt schließlich unterhalb seines Hodensacks an, um sein komplettes Gemächt aus dem Unterleib zu schneiden, ehe der Rest abgerissen wird. Sämtliche Körperteile finden den Weg in den Abfluss, nur der abgetrennte Penis muss dafür herhalten mehrmals penetrativ hineingerammt zu werden, während der Mann stöhnt. Final bricht er sich mit der Gabel die Zähne heraus, die Kamera filmt den Mund voller Zahnstummel und er erwacht aus einem Traum.

So sind drei Segmente vorbei und aller blutigen Effekte zum Trotz, fragt man sich, wieso der Film so nichtssagend an einem vorbeirauscht. Nun, es ist die Berechenbarkeit. Vore Gore entstammt erneut der Schirmherrschaft von Viel-Filmer Domiziano Christopharo, bei dessen Machwerken man stets das Gefühl hat, immer das selbe zu sehen. Wirkungslose, wenn auch auf Seiten der reinen Schauwerte bis zum Anschlag zelebrierte Gewalt, verpackt in einen Hochglanzfilm voller überlagerter Bildfilter. Nur halt leider ohne Ecken und Kanten - gefällig, vorhersehbar, nichtssagend, prätentiös und selbstverliebt. So macht es auch keinen großen Unterschied, wer schlussendlich wirklich hinter der Kamera jedes einzelnen Kurzfilmchens saß, da alles aussieht wie ein Christopharo-Film. Seine gewalttechnisch verlgeichbaren Anthologien (mitgewirkt hat er an deutlich mehr) Deep Web XXX und Dark Web XXX hatten ähnliche Probleme, obgleich Letzterer aufgrund zweier außerordentlich extremer Beiträge nicht nur die Nase vorn hat, sondern dank des Regisseurs White E. Gardenia aka Daniel Valient auch eine Grenze überschritt, die selbst für einige Splatterfans eine Nummer zu krass war. Valient war auch bei Vore Gore am Werk, daher harren wir noch zuverlässig der Dinge und hoffen darauf, dass bald geliefert wird... Gerüchte um den Inhalt seiner Episode, gab es im Vorfeld schließlich genug.

Weiter gehts mit Please, Not In My Mouth. In der Hauptrolle Bodybuilderin und Regisseuren Sara Proietti selbst, besser bekannt als Poison Rouge, ebenfalls verantwortlich für die Regie des enttäuschenden American Guinea Pig 3 - Sacrifice und des bald erscheinenden Tetromaniac - 61 Scorecard Killer und musikalisch untermalt von dem Soundtrack des besagten White E. Gardenia. Hier erwartet uns nicht nur eine nackte Sara in der Badewanne, sondern auch ein heftiger Harsh-Noise Soundtrack. Unter Stroboskop-Blitzlichtgewitter und schnellen Schnitten sieht man in einer traumartigen Sequenz, wie die Protagonistin einen gefesselten, mit Mundspreizer versehenem Mann einen Schraubenzieher in die Mundhöhle rammt. Der Kreuzschlitz findet unter mehrfachen Schlägen seinen Weg in den Unterkiefer, die Frau zieht die abgeschlagene, blutige Zunge heraus und hält diese plötzlich in der Badewanne sitzend in der Hand. Die Zunge findet dort den Weg zu ihren Genitalien, der lärmende Soundtrack bricht abrupt ab und der Kurzfilm ist vorbei.

Lobend anerkennen muss man die Überforderung, die dieses Segment ausstrahlt. Der Schnitt, die Kameraführung, die vereinnahmende Geräuschkulisse und die Geschwindigkeit dieses Beitrags, machen ihn nicht nur kurzweilig, sondern auch intensiv. So ist eine solche Aufmachung weit weg von dem, was ich im oberen Absatz als gefällig beschrieb, sondern bietet, obgleich ich wirklich kein Fan von Hochglanz bei einer solchen Art von Undergroundfilm bin, mit all seiner Sperrigkeit genau die Art von "Ecken und Kanten", die ich bisher vermisst habe. Etwas mehr eigenständiger Charakter in der Cinematographie und diese Episode wäre durchaus bemerkenswert geworden.

So ist im direkten Anschluss das Segment Italian Ladies Do It Better von Jones Baruffetti durch seine ruhige, zurückhaltende und halbwegs stimmungsvolle Erzählart wohl auch einer der interessanteren. Eine Schneiderin näht sich bei ihrer Arbeit versehentlich zwei Finger mit einer Nähmaschine zusammen. Nachdem die Fäden in einer zugegebenermaßen recht schmerzhaft anzuschauenden Einstellung von ihr mit einer Schere herausgepopelt werden, meldet sich kurze Zeit darauf per Telefon ein Kunde. Mit ihrer Arbeit wohl nicht wirklich zufrieden, gibt sie trotzig zu Protokoll, bei ihrer nächsten Kleidkreation alles von sich mit einfließen zu lassen. In einer recht atmosphärischen Sequenz, untermalt von einem italienischen Chanson, geraten ihre Haare beim Nähen unter die Nadel. Ihre Kopfhaut reißt ein, eine riesige klaffende Platzwunde ist zu sehen und sie schneidet sich mit einer Stoffschere Hautfetzen heraus. Komplett skalpiert steht sie am Ende vor einem Kleid - hergestellt aus ihren Haaren. 

Mit Infernal Gluttony 2 (einem Sequel von Infernal Gluttony des Regisseurs David Charbonneau aus dem Jahre 2010) von Patrick Fortin, hauptsächlich bekannt für die äußerst blutigen Streifen Catcall, Carnival Of Gore und The Snuff Tape, folgt nun Vore Gore's Splatterhighlight: Ein verwahlloster Mann sitzt vor einem von verfaultem Fleisch, Organen und Körpersäften nur so triefenden Tisch und beginnt, gierig alles in sich hineinzufressen. Ein mehr als nur widerlicher, amputierter, fauliger Fuß, dessen halb grünliches, verwestes Fleisch regelrecht von den Knochen fällt, findet ebenso den Weg in den Mund, wie Gedärme, die sich der Mann während des Essens aus seinem geöffneten Unterleib herauszieht. Der Mann scheint wohl Teile seines Körpers vor Wochen abgetrennt zu haben und nun erst zu verspeisen. Seine Augen und seine Gesichtshaut werden direkt frisch herausgepult und abgerissen und mit einer Gabel wird ein Handgelenk auf Höhe der Pulsader auseinandergerissen, ehe grüner Schleim heraustritt, dem Mann eine Krallenhand wächst und er komplett zu einem Monster zu mutieren beginnt.

Wow, ehrlich. Voraphilie wurde hier wohl am wörtlichsten genommen und ist deswegen auch so überzeugend, weil Regisseur Patrick Fortin den zielgerichtetsten Weg geht: Splatter und Ekel mittig in das Gesicht des Zuschauers. Alles trieft vor Leichensaft, Blut sowie Schmutz, die Effekte sind treffsicher und ausgewälzt bis zum geht nicht mehr, auf der Soundspur gibt es neben klassischer Musik noch allerlei Geschmatze und Gerülpse zu hören und man bekommt nahezu Gänsehaut vor lauter Ekel. Die Farbfilter sind bis zum Anschlag aufgedreht, was dem Zuschauer wenig Spielraum gibt, sich auch nur die kleinste Kleinigkeit selbst auszumalen. Wie in einem wirrem Fiebertraum wechselt nahezu wahllos die Bildqualität, der Kamerawinkel oder das Colour-Grading hin und her; Erinnerungen an Vomit Gore werden wach. Besonders Slaughtered Vomit Dolls oder Regoregitated Sacrifice waren sicherlich stilistische Vorbilder und könnten in einigen Einstellungen eins zu eins Aufnahmen dieses Kurzfilms verwenden, ohne dass man einen Bruch bemerken würde. Das ist Schockparade mit einer Würze Bodyhorror auf absolut wirkungsvollem Niveau - doppelten Boden, Sinnhaftigkeit jenseits des reinen Ekelanspruchs, sucht man jedoch vergebens. Aber wer visuell mit (obgleich dies inhaltlich nichts ganz passen mag) Melt-Movies seinen Spaß hat, oder siffige Splatterfilme der Marke Pazucus oder Flowers zu goutieren weiß, kommt hier auf seine Kosten.

So Freunde, jetzt kommen wir mit Yummy Fur zu Daniel Valient / White E. Gardenia. Wer nichts über Selbstverstümmelung lesen möchte, überliest das Folgende am Besten. Besagter Mann ist seit einiger Zeit auf diversen Erwachsenenplattformen unterwegs. Zwei Frauen finden sich dort neben ihm regelmäßig vor der Kamera ein und zelebrieren von normalem Home-Video-Porno, bishin zu Bondage und an Aktionskunst erinnernden Kram so ziemlich alles, was man gemeinhin als abartig bezeichnen möchte. In beidseitigem Einverständnis gedreht zeigte, ich beschränke mich hierbei auf seine filmischen Beiträge und lasse die Onlineclips an der Stelle aus, sein Beitrag in Dark Web XXX, wie er sich mit einer Schere den Oberkörper zerstach, eine Frau in ihre Brust schnitt, das Blut von einer anderen getrunken wurde und schlussendlich Daniel Valient sich selbst mit mehreren Messerhieben seinen kleinen Finger abschlug, der von einer der Damen gegessen wurde. Und ja, es war wirklich echt. Bevor ich mich um den Seiltanz bemühe, das Alles irgendwie einzuordnen, springen wir zurück zu seiner Episode in Vore Gore:

Cherokee Nevin, eine der in seinen Filmen mitspielenden Damen, erzählt von ihrem Interesse an Blutspielchen. Ausgelöst durch Black Metal Bands wie Burzum, Gorgoroth und Mütiilation hat sie einen Wunsch entwickelt - Teile ihrer eigenen Vagina zu verspeisen. So zieht sie sich aus und führt eine Schere in ihr Geschlechtsteil, mit welcher sie immer härter beginnt sich selbst zu befriedigen. Nachdem ihre Oberschenkel vom austretenden Blut schon mehr als nur benetzt sind, zieht sie eine ihrer Schamlippen bei Seite und schneidet, begleitet von einem nahezu überraschten Säufzer, das ganze Teil ab. Vore Gore wäre nicht Vore Gore, wenn der Hautfetzen nicht auch direkt den Weg hinter die Kauleiste finden und von ihr gegessen werden würde...

So... lässt man das jetzt einfach stehen oder muss ich mich echt darum bemühen, diese Nummer sinnvoll aufzubereiten? Ich bin ehrlich: "Jedem das Seine" sagt man aufgrund der historischen Vorbelastung dieses Spruches nicht allzugerne, ist aber doch gültig. Solange erwachsene Leute einvernehmlich etwas tun, wobei kein fataler Schaden entsteht, ist es zumindest mir egal. Es gibt Sado-Maso Beziehungen, die weit über das hinaus schießen, was man geläufig unter dem Begriff zu verstehen glaubt. Einer der bekanntesten Künstler aus dieser Ecke, Bob Flanagan, hat schon in den Neunzigern seinen Penis auf ein Holzbrett genagelt und wirklich gestört hat es, bis auf die BBFC, nicht wirklich jemanden. Von beispielhaft genannten Filmen wie denen des Wiener AktionismusThe Bunny Game oder Pig, oder sogar Unterhaltungsmaterial wie Jackass, Dirty Sanchez oder Combat Zone Wrestling möchte ich gar nicht erst beginnen. Und solange Charlotte Roche auf ProSieben eine Body-Suspension an sich durchführen lässt und mit in den Rücken hineingebohrten Haken einen Bungeesprung von einer Brücke wagt, ist es für mich bigott darüber zu philosophieren, ob Cherokee Nevin sich ihre Labia abschneiden und in den Mund stecken darf - vorausgesetzt, dass dies nicht gesellschaftliche Norm, sondern stattdessen außerhalb der Öffentlichkeit in Nischenfilmen vor der "richtigen" Zielgruppe praktiziert wird.

Nicht passend wirkt hierbei der Zusammenhang mit dem Film Vore Gore an sich, der zum einen ein solches Home-Video, eingebettet in die übertriebenen Handlungen der vorangehenden Filme, vor einen übergroßen Kontext setzt und die Sache aufbläst, zum anderen aber sich selbst ad absurdum führt, da er, durch die Eingliederung von echtem Material, am Ende nur die Special Effects der vorherigen Episoden obsolet macht und als Splatterfilm dahingehend verliert, als dass der Splatter nicht das Schockierendste war, was der Film zu bieten hatte. Ob jeder Käufer eines fiktiven Splatterstreifens ohne jedwede Vorwarnung Lust darauf hat, echtes Material zu sehen, bleibt ebenfalls fragwürdig. Die übliche Ausrede "stell Dich nicht so an, das sind Effekte!" vermag an der Stelle nicht mehr zu gelten.

Trotzdem ist Yummy Fur mit die beste Episode dieser Anthologie, da sie wirkt. Der Hinterzimmer Video-Look, die vorangehenden, erklärenden Monologe der Frau und die Einbindung in einen sexuellen Unterbau, schreien nach Lucifer Valentine in seinen abgründigsten Momenten. Teile von The Angela Chapters sowie Black Metal Veins lassen grüßen. Wer mit der Art von deprimierender, auf Sensationsgier abzielender Zelebrierung diverser Fetische kein Problem hat, kommt auch mit besagtem Kurzfilm klar und wird bei Bedarf mit Daniel Valients frisch veröffentlichter Kurzfilm Kollektion Blood Tastes Like Perfume noch einiges mehr an Material zu sehen bekommen. Wir reden hier aber wie gesagt um (zugegebenermaßen zweifelhafte) Aufnahmen aus der Ecke des Fetischpornos, der Aktionskunst und der Body-Modification Szene. Sowas muss man nicht cool oder in Ordnung finden, man braucht es sich auch nicht anzutun, aber aufgeregte, empörungsbedingte Schnappatmung oder hobbypsychologische Zurechnungsfähigkeits-Attestierungen sind nicht notwendig. 

Mit den beiden verbleibenden Episoden Stretching von Domiziano Christopharo, ein langatmiges, verqueres Arthouse Werk um einen Mann mit einem sexuellen Faible für enge Ecken in welche er sich zu quetschen versucht, sowie The Egg von Dario Almerighi, dem ebensowenig funktionierenden Kurzfilm von einer Frau, welche aus einem Ei schlüft, von einem Mann zerstückelt wird und in ihren blutigen Überresten ein weiteres Ei auftaucht, endet Vore Gore. Ein durchwachsenes Werk voller versuchter Absurdität und erzwungenem Schock. Dass ausgerechnet Infernal Gluttony 2 und Yummy Fur, die beiden unbedarftetsten Filme der Anthologie, die besten sind, spricht Bände. Denen beiden gehört die volle Aufmerksamkeit und nicht all jenen auf Biegen und Brechen zusammengeschusterten Werke der italienischen Jungs & Mädels, welche zu großen Teilen aus dem Dienstkreis von Herrn Christopharo stammen. Was bringt mir die gefühlt hundertste Anthologie, der 40 Regieeintrag in nichtmal 12 Jahren, sowie dutzende an Regisseuren, wenn doch alles immer so dermaßen beliebig und austauschbar ist?

Vore Gore ist objektiv handwerklich mehr als ordentlich und zweifelsohne hart. Was hier auf grafischer Ebene abläuft, wie selbstverständlich sich durch alle Arten der sexuellen Pervertierung gearbeitet wird, kann ein solches Werk, aller relevanter und ehrlicher Kritik zum Trotz, nur dem eingefleischten Kern unter den absolut schmerzlosen Filmfanatikern enpfohlen werden. Ob dies sehenswert ist, wage ich trotzdem zu bezweifeln. Man kann gut ohne Vore Gore leben, man verpasst nichts, bereut es aber im Umkehrschluss auch nicht zwangsweise. Wer echtes Blut und Selbstverstümmelung nicht sehen kann sei an der Stelle herzlich gewarnt; alle anderen haben einen neuen Kandidaten für den Giftschrank. Als Genrefilme in sich stimmiger, interessanter, unterhaltsamer und schlichtweg besser, gibt es jedoch bei der Konkurrenz der letzten Jahre sicherlich Einträge, die Vore Gore den Rang ablaufen. Für Kompletttisten oder all jene, die ohne große Beschaffungs-Bemühungen einen Film haben möchten, um schnell eine Party mit unliebsamen Gästen aufzulösen; perfekt zum unreflektierten Angeben. Leider, wie so oft im aktuellen Untergrund, fehlt oftmals die Atmosphäre, die Stimmung, das Gefühl, etwas Verbotenes oder Verruchtes zu sehen. Effekte und unablässiges Zeigen von Genitalien machen nicht zwangsweise einen effektiven Film, aber sind wohl offensichtlich Verkaufsargument genug, als dass auch Vore Gore gekauft werden wird, wie geschnittenes Brot. 

6/10

6/10
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Kommentare

29.07.2021 21:04 Uhr - Dr. Kinski
User-Level von Dr. Kinski 2
Erfahrungspunkte von Dr. Kinski 48
Meine DVD ist auch vor einigen Tagen gekommen und kann deinen Aussagen soweit nur zustimmen.
2 bis 3 ganz nette Episoden aber auch viel belangloser Kram.
Auf "Larva Mental" bin ich dann ja mal gespannt, dass soll ja wohl der nächste "super krasse scheiß" werden.

Aber von Dir auf jeden Fall wieder eine hervorragende Review, die wieder einmal großen Spaß gemacht hat.

30.07.2021 11:07 Uhr - Jichi
User-Level von Jichi 3
Erfahrungspunkte von Jichi 134
Uff....da haste dir ja mal wieder eine sehr harte Nummer ausgesucht. Aber sehr schön rezensiert, mit schönen Verweisen auf viele andere Filme, so kann man sich gut die Richtung vorstellen.
Und ich habe einen neuen Fetisch kennengelernt, man lernt doch nie aus.

PS: "American Guinea Pig: Sacrifice" fandest du enttäuschend ? Ich finde, er ist die Perle der neuen Reihe, auch wenn es etwas gedauert hat, bis der Film und ich gute Freunde waren. Aber die Atmosphäre, die Idee, welche sicherlich ein Wink in Richtung "Bloodfeast" ist, und die unglaublich guten und harten Effekte, werten den Streifen schon ordentlich auf. Und Story gibt's auch !



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