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The Big Hit

Herstellungsland:USA (1998)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Martial Arts, Komödie, Thriller
Alternativtitel:Volltreffer - The Big Hit
Warheads
Equipo mortal
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,06 (33 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Melvin Smiley ist ein netter Typ mit einem großen Herzen - und der effizienteste Killer, der je für Boss Paris gearbeitet hat. Seine Kumpane Cisco, Vince, Crunch und Gump machen sich das häufig zunutze und lassen Hitman Melvin nur zu gerne allein ins Feuer laufen. Aber Melvin hat noch ganz andere Probleme: Zwei Frauen, die an ihm herumzerren, Schwiegereltern in spe, die ihn nicht mögen, und Magenprobleme wegen all der Schwirigkeiten. Zudem lässt er sich auf Ciscos Plan ein, die Tochter eines asiatischen Filmproduzenten zu entführen. Dummerweise aber ist die hinreißende Kleine das Patenkind von Paris. Und der hetzt beiden sofort seine Totschläger auf den Hals. Cisco kann sich noch rechtzeitig auf die richtige Seite schlagen. Aber Melvins Leben ist keinen Cent mehr wert! (Sony Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

In seinem Job ist Melvin ganz große Klasse. Zusammen mit seinen 3 Kollegen schafft er böse Menschen aus dem Weg und streicht dafür gutes Geld ein. Trotzdem ist der gute Mel stets knapp bei Kasse. Muss er doch nicht nur seiner Verlobten Pam ein halbwegs luxuriöses Leben ermöglichen, nein auch seine Geliebte Chantel fordert immer wieder ein kleines Gehalt ein. Nun hat Freund und Kollege Cisco die rettende Idee !! Sie wollen die Tochter eines gefeierten Filmproduzenten entführen um ne große Summe zu erpressen. Ganz blöder Fehler !

THE BIG HIT

1998 inszenierte der 1949 in Hongkong geborene Kirk Wong (Hard to Die) seinen ersten US- Spielfilm und holte sich als Produzent gleich mal Wesley Snipes, der damals noch etwas besser im Geschäft war, mit ins Boot. Doch funktioniert der Film heute noch so gut wie vielleicht damals ?

Der als Musiker Marky Mark bekannt gewordene Mark Wahlberg übernahm nach dem beispielsweise schlüpfrigen Boogie Nights und FEAR - Wenn Liebe Angst macht wieder die Hauptrolle. Er gibt den leicht überforderten Melvin Smiley der mit Schusswaffen seltsamerweise besser umgehen kann als mit Menschen. Zwar kommt er mit seinen Kollegen bestens aus, aber im privaten Bereich sieht's eher madig aus. 

Da helfen auch die gut gemeinten Ratschläge von Cisco (Lou Diamond Phillips; Mut zur Wahrheit, Extreme Justice, Young Guns) nix. Jeden Tag ermahnt er ihn er solle doch mehr auf sich schauen und sein Geld zusammen zu halten… Sagt jemand der mehr Klunker und Designerklamotten trägt als Lagerfeld je hätte schaffen können ! Er achtet nunmal auf sein Aussehen...macht zu die Hände ungern schmutzig. 

Und da wären noch der sexsüchtige Crunch (Bokeem Woodbine; The Rock, Dead Presidents) der die "Handarbeit" (!!) für sich entdeckt hat und Schönling Vince (Antonio Sabato Jr. ; Melrose Place und diverse günstige Produktionen, The Base II - Das Todestribunal….ganz anständig). Bisserl wenig Präsenz die beiden…

Jetzt entscheiden sich diese Dussel die Tochter des Herrn Ishi zu kidnappen ! Aber dieses augenscheinlich so niedliche Mädel (China Chow in ihrer ersten Filmrolle als Keiko) hat mehr Feuer im Hintern als alle Knarren der Superkiller zusammen !!

"Da steht entfuhrt, steht da wirklich. Du sagtest ich soll genau das vorlesen und nicht improvisieren !"

Der Bleistift mit dem die Story auf einem Bierdeckel verfasst wurde war wohl nicht nur ein sehr kleiner, sondern scheinbar auch noch der einzige im Umkreis von 50 Meilen. ;-) Nein im Ernst, die Geschichte an sich könnte dünner nicht sein. Oft drängte sich mir der Gedanke auf daß manches sogar ohne Skript gedreht wurde. Doch von Anfang an. Die Geschichte beginnt, wie es uns eine Einblendung suggerieren möchte, an einem Donnerstag…. warum auch immer. Man lernt Melvin kennen der von seinem Kollegen Vince eine Lieferung bekommt. Es handelt sich hierbei um die Überreste eines Typen (in zwei Tüten) der wohl kurz zuvor gekillt wurde. Bereits hier fällt der doch sehr gewöhnungsbedürftige Humor auf und der doch recht laxe Umgang mit dem Töten von Personen. Man sieht es rein als Geschäft. Der Rest ist egal, hauptsache die Kohle stimmt. Aber gut, man nimmt den lockeren Umstand hin und wartet ab. Melvin ist ganz offensichtlich ein viel zu netter Kerl der sich auch wissentlich ausnutzen lässt. Eine gewisse Chantel (Lela Rochon; Gangland, Die Kammer, Meteor Man) nimmt sein Geld jedenfalls mit Kusshand an...man könnte es durchaus als Schweigegeld bezeichnen. Womit er allerdings sein Geld verdient wird zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Erst als sich die Vierergruppe zusammenfindet und (als Handwerker verkleidet) zu ihrem Einsatzort flaniert formt sich so langsam ein Bild im Kopf. Killer mit Niveau... irgendwo. Und hier wird das Gaspedal gnadenlos und bis zum Anschlag durchgedrückt ! Mit einer brachialen Wucht samt coolen Bildeffekten (Nachtsicht, Blendeffekte) knallt dir diese Actionsequenz auf die Augen und man reibt sich diese erstmal ungläubig die selben. Was zum Geier geht denn hier ab ?! Auch wenns für mich etwas suppiger zugehen könnte funktioniert dies als Intro wirklich richtig gut ! Mel kann neben leicht doof auch ziemlich grob ! Während sich Kollegen aber eher etwas... zurückhalten… So mit Teamplayer haben sie's anscheinend ned. Die folgende Abrechnung im Hauptquartier des Vereins (grandios Avery Brooks; Spenser, Hawk; als Chef Paris) zeigt aber dann bereits gewisse Querelen auf. Ist man neidisch aufeinander ? Cisco scheint Nerven aus Teig zu haben. 

Ab dem Zeitpunkt aber an dem sich die, man merkt es langsam, leicht debile Gruppe zu jener Entführung entschließt geht der Film leider fast völlig in die Knie. Was nun folgt ist eine Aneinanderreihung slapstickartiger Szenen gepaart mit dem wie schon erwähnt grenzwertigen Humor...den ich offenbar nicht kapiert habe. Nicht die hinreißende Christina Applegate (Mels Verlobte Pam; Eine schrecklich nette Familie), die, warum auch immer, hier erneut eher das kleine Dummchen geben muss, katapultiert den Streifen in Richtung doofe Komödie. Es ist diese verhunzte Situationskomik die für mich so gar nicht ins Bild passen mag. Die Geisel, mit der sich Mel allein herumschlagen muss, punktet mit Lässigkeit und frechen Sprüchen, dagegen hab ich nix. Aber zusammen mit dem Katz und Maus Spiel in den eigenen vier Wänden, das anfangs sogar funktioniert aber mit der Zeit immer zäher wird, Wahlbergs leicht emotionsloser Darbietung und der Vernachlässigung des eigentlichen Hintergrunds (man hat ja schließlich jemanden entführt) kommt gemächlich Langeweile auf. Wo will man denn jetzt eigentlich hin ? Als dann auch noch die Eltern Pams (Elliott Gould; u.a Der Joker, is wirklich genial !) auftauchen war für mich der Ofen fast kalt und ich ziemlich genervt ! 

Diese Phase die sich wie ein ausgespuckter Kaugummi zieht ist glücklicherweise dann nach gut der Hälfte der Laufzeit (ca. 84min.) vorüber und man besinnt sich wieder auf die Hauptsache. Und jetzt darf Cisco zeigen wie er wirklich tickt bzw. Lou Diamond Phillips beweisen darf daß er im Grunde ein echt guter Schauspieler ist. WÄRE...wenn man ihn heute noch lassen würde. Was nun folgt sind ausufernde Schießereien, eine Konfrontation im eigenen Heim (!)...leider erneut gefüttert mit dämlichen Humor, fein inszenierten Verfolgungsjagden und ein Showdown in einer Videothek bei dem diverse Dinge geklärt werden. Unter anderem kann Melvin endlich einen schon ewig ausgeliehenen Film zurückgeben…

"Komm schon Mel. Du weißt daß ich dich liebe."

Okay, so sehe ich das jetzt nicht. Das ist einer dieser Filme die man früher vielleicht feierte und tatsächlich Spass damit hatte...haben konnte. Ja dazu zähle ich mich ebenfalls. Aber heutzutage kann ich bei dem nicht mehr so viel Laune aufbringen als vor gut 20 Jahren. Auf mich wirkt so manches einfach viel zu überzogen, das ständige "Jo, jo Melvin…", die dusseligen Sprüche von spätpubertierenden Typen… Vielleicht bin ich einfach zu alt für so'nen Scheiß ;-) Dem entgegen stehen aber wie erwähnt gute Actionszenen, welche aber recht blutleer daherkommen und ein paar nette Seitenhiebe auf bestimmte gesellschaftliche Schichten. Ein paar miese CGI Effekte drücken aber leider wieder aufs Gemüt. 

Warum ich nicht mehr in die Tiefe ging ? Weil es keine Tiefe gab… 6,5 Punkte.

 

ses

7/10
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Kommentare

25.08.2021 12:59 Uhr - cecil b
4x
Moderator
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Die Review ist wieder ein Hit!

Tiefe künstlich herzustellen, an Stellen, an denen sie eigentlich nicht zu finden ist, wäre ein mangelndes Kunst-Verständnis. ;) Und es wäre unsinnig.

Dafür kann man eine Review ja so wunderbar verfassen, wie du, mal wieder.

"Marky Mark: Ha! Hatte ich ganz vergessen.

"Er gibt den leicht überforderten Melvin Smiley der mit Schusswaffen seltsamerweise besser umgehen kann als mit Menschen." Das nenne ich mal gewitzt auf den Punkt gebracht. :)




25.08.2021 13:07 Uhr - sonyericssohn
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Merci der Herr ! 🙏😁

25.08.2021 13:45 Uhr - McGuinness
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Schon einige Zeit lang her, dass ich diesen gesehen habe, aus der Erinnerung her deckt sich dieser Titel aber mit deiner Beschreibung... teilweise fand ich den " anstrengend " und hätte mir den etwas ernster gewünscht.

Ändert aber nichts an deiner tollen Vorstellung, auch wenn ich eine erneute Sichtung wohl doch noch etwas aufschieben werde 😉

25.08.2021 13:59 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Danke Mc.
Anstrengend...das ist der Ausdruck der mir nicht einfallen wollte. Als ob man nicht auf den Punkt kommen mochte.

25.08.2021 14:10 Uhr - Thrax
2x
Das unterstreiche ich so.
Auch ich finde das der Film bei der Action abliefert und ordentlich aufdreht, bei dem Humor sich für mich aber wieder total ausbremst, der mir unpassenderweise viel zu überdreht und slapstickhaft war..
Auch diese sich anbahnende Romanze zwischen Mel und Keiko (die eigentlich völlig vorhersehbar war) hat dem Film nicht gut getan.

Aber wenn es kracht, dann kracht es gut.

Daher sehr schöne Vorstellung eines Films den ich einmal im Jahr laufen lasse oder auch nur einmal alle zwei Jahre.


25.08.2021 15:59 Uhr - Cabal666
1x
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Mal wieder eine sehr unterhaltsame Review!
Den Film mag ich, finde ihn sogar wesentlich besser als du, sony. Ich hatte tatsächlich keine Probleme mit dem Humor, sondern feiere im Gegenteil diese Absurdität, wenn sich Leute, die eigentlich Profis sein sollen, extrem dämlich anstellen. Sicher merkt man "The Big Hit" an, dass er schon ziemlich versucht, auf der von Tarantino und Guy Ritchie angestoßenen Welle von Gangsterkomödien versucht mitzureiten. Aber die Action ist ordentlich, der Cast gut aufgelegt und ich konnte mich mehrmals kringelig lachen. Sowas ist dann wohl auch einfach Geschmackssache.
Ich glaube, zu dem schreibe ich demnächst auch mal eine Kritik.
Aber schön zusammengefasst, sony! :)

25.08.2021 17:33 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Danke fürs lesen Cabal ! 🙏
Ja denke daß das in der Tat was mit Geschmack zu tun hat 😁

25.08.2021 19:00 Uhr - Lukas
2x
Schöne Kritik, nur war "Boogie Nights" nicht Wahlbergs erste Hauptrolle.

25.08.2021 19:11 Uhr - sonyericssohn
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Formulierung im Kopf falsch verfasst. Is geändert, danke.

26.08.2021 08:26 Uhr - Leela
2x
Lässt sich Super Lesen dein Review 🤓, ein Herrlich schräger Actionfilm der einfach nur Spaß macht...

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