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Scream - Schrei!

Originaltitel: Scream

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Scary Movie
Scream - Schrei des Todes
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,04 (186 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Killer terrorisiert die kalifornische Kleinstadt Woodsboro. Mit einem Todeskostüm maskiert, hat er es hauptsächlich auf Schülerinnen der Highschool abgesehen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Ein gefundenes Fressen für die sensationslüsterne Reporterin Gale Weathers. Die hübsche Casey wird das erste Opfer des gnadenlosen Monsters und brutal getötet. Für ihre Freundin Sidney wird ein Albtraum wahr. Vor einem Jahr wurde ihre Mutter ermordet. Wird sie die Nächste sein? (Kinowelt)

eine kritik von chollo:

Wes Craven (1939-2015) darf ohne mit der Wimper zu zucken neben John Carpenter; George A. Romero; Tobe Hooper und Dario Argento wohl zu den bedeutendsten Genre Regisseuren seiner Zeit gezählt werden. Ähnlich wie bei seinen Kollegen haben einige Filme des Maestros mittlerweile Kultstatus erreicht und dürfen in einer gut sortierten Filmsammlung eigentlich nicht fehlen. Zahlenmäßig wird er hier vielleicht nur noch von seinem Spießgesellen Carpenter überboten, doch hat er es zumindest geschafft in jedem Jahrzehnt seiner aktiven Phase wenigstens einen finanzielles wie auch unter Liebhabern anerkanntes Schwergewicht zu inszenieren. Dürfen sich da in den Siebzigern "Last House on the Left" bzw. "The Hills have Eyes" um die Ehre streiten, gehört den Achtzigern klar "A Nightmare on Elm Street" sowie den Neunzigern "Scream".

1996 schien das Horror Genre am Ende und insbesondere der Slasherfilm torkelte wie ein mit 3 Promille gefüllter Teenager kurz vor dem Zusammenbruch. Ideenlose Outputs aus Endlosreihen der Marke "Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr"; "Halloween 6" oder "Jason goes to Hell" gerieten eher zum Sargnagel denn zum Heilsbringer für das schwer gebeutelte Fach und selbst Craven höchstselbst konnte da mit "New Nightmare" nur noch wenig Boden gut machen. Kurze Zeit später gelang ihm aber mit Drehbuchautor Kevin Williamson der große Wurf, der nicht nur seinen Namen wieder in alle Munde brachte, sondern auch den Slasherfilm nach den seligen Achtzigern zu einem zweiten Boom verhalf.

Williamson Story passt genau genommen wieder einmal Genre typisch auf einen Bierdeckel, was aber nicht schlecht ist da eine pseudo- tiefsinnige Dramaturgie hier ohnehin fehl am Platz gewesen wäre und sich die Zuschauerschaft damit auf das Wesentliche konzentrieren kann. Den besonderen Kniff in der Geschichte zieht der Film ohnehin aus seiner Metaebene. Da werden fleißig Querverweise gezogen und Referenzen zu gängigen Vertretern untergebracht bei denen der ausgewiesene Nerd sich in der Gewissheit suhlen kann, hier wohl so ziemlich jede Frage richtig beantworten zu können. Eine interessante und vor allem zündende Idee der Verantwortlichen da sich dieser Aspekt nicht nur über den gesamten Film verteilt, sondern auch für die Auflösung bzw. die Motivation des oder der Killer von allerhöchster Bedeutung ist. Bei meiner Erstsichtung mit zarten Dreizehn Jahren waren mir die meisten der hier postulierten Titel noch gar kein Begriff, was sein Rewatch Potenzial im Laufe der Jahre nur noch gesteigert hat.

Auch In Sachen Cast hat Craven und sein Team hier ein überaus goldenes Händchen bewiesen. Dem Umstand geschuldet handelt es sich bei den Protagonisten um Jungschauspieler deren Vita noch nicht allzu viel vorzuweisen hatte. Was den Jungen und Mädchen aber an Erfahrung fehlt, machen sie durch Talent und Charisma wieder wett. Neve Campbell in der Rolle der Sidney ist die neu auserkorene Scream Queen und diese macht in Punkto Gefühlsinterpretationen alles ordentlich bis gut, und meiner Meinung nach keinen deut schlechter als die gute Jamie Lee Curtis ein paar Jahre zuvor am Anfang ihrer Karriere. Da ist genügend Sympathie vorhanden die den Zuschauer mitfiebern lässt. Noch besser zieht die Aufmerksamkeit aber bei den "Nebenfiguren". Rose Mc Gowan als Tatum ist in ihren knappen Outfits nicht nur einen Blick wert, sondern versprüht mit ihrer Unbekümmertheit auch eine gewisse Leichtigkeit, die dem Handlungsverlauf in Kombination mit der eher schwermütigen Sidney gut zu Gesicht steht. Matthew Lillard als etwas debil-extrovertierter Stu und Jamie Kennedy als Randy dürfen sich ebenfalls ein großes Stück des gelungenen Kuchens abschneiden. Mit David Arquette als Deputy Dwight Riley lässt er dann sogar noch seiner eigenen Schöpfung eine Hommage zukommen indem er Erinnerungen an die Blödel Polizisten aus "The Last House on the Left" aufkommen lässt. Über Drew Berrymore und ihrem mittlerweile fast schon legendären Auftritt muss man wohl keine Worte mehr verlieren.

Was in einem Slasherflick der Marke Wes Craven natürlich nicht fehlen darf ist die Gewalt. Und auch diese ist für heutige Verhältnisse und einer FSK 16 Freigabe doch sehr ordentlich. Ausweidungen finden hier genauso ihren Platz wie Kehlenschnitte und Schusswunden. Besonders das gewollt überspitzte Finale mit seinem schwarzen Humor hat es in sich und lässt die Herzen des geneigten Zuschauers ähnlich hochschlagen wie die der bemitleidenswerten Opfer. Die Aufmachung des Killers ist ebenfalls sehr griffig und einprägsam und steht mit ihrer agilen bisweilen fast hektischen Herangehensweise in deutlichem Kontrast zu seinen Kontrahenten Myers und Vorhees, was ihr eine ganz eigene Aura der Angst und des Schreckens verleiht. In Kombination mit den sehr gelungenen Stalker Szenen ist in Sachen Atmosphäre also für alles gesorgt.  Diesem Umstand ist es wohl auch geschuldet weshalb "Scream" für einen relativ langen Zeitraum indiziert war. Nach Neuprüfung 2011 erhielt Wes Cravens Kassenschlager sowohl in seiner Kinofassung, als auch in dem in seinen Gewaltspitzen nur unwesentlich längere Directors Cut, den blauen Flatschen von der FSK.

Mit "Scream" hat der Meister also noch einmal bewiesen dass er sein Handwerk versteht. Völlig zurecht wurde aus seiner Schlitzernummer ein Kassenschlager der freilich etliche Nachfolger und sogar eine TV Serie nach sich zog und immer noch zieht. Demnächst erwartet uns nämlich Teil 5 der Meuchel Saga. Diesmal leider ohne Beteiligung des Urvaters Craven und seinem unverwechselbaren Stil. Hier hat er in jedem Fall einen Film vorgelegt den jeder Fan des Genres gesehen haben muss. Obwohl er bei allen 3 Sequels die uns bisher zur Verfügung stehen wieder selbst auf dem Regiestuhl saß, reicht meines Erachtens keines davon an seinen Erstling heran. Verdient und Vergönnt sei es ihm aber trotzdem dass er in der Spätphase seines Schaffens noch seine ganz eigene Slasher Quadrologie vorlegen durfte.

10/10
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Kommentare

17.09.2021 22:24 Uhr - Intofilms
2x
Hervorragende Review mit zwei frappierend einleuchtenden Punkten: das mit der ‚Blödelpolizisten’-Selbstreferenz ist mir bisher ebensowenig bewusst aufgefallen wie die Tatsache, dass die Killer wirklich in deutlichstem Kontrast zu den beiden anderen Maskenmördern Michael und Jason stehen. Besonders diesen letzten Punkt finde ich sehr interessant. Bestimmt hat Craven das nicht zufällig so entschieden. Und ja - natürlich! -, „Scream“ war wie eine Wiedergeburt nicht nur für Craven selbst, sondern im Grunde für ein ganzes (Sub-)Genre. Und deshalb könnte die „Scream“-Reihe auch seine größte Leistung sein. ;)

18.09.2021 04:46 Uhr - Boris die Bestie
1x
Wer ist "George R. Romero"? 😜

18.09.2021 12:49 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 10
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.337
Upps, peinlicher Flüchtigkeitsfehler. Is ausgebessert ;) danke!

18.09.2021 13:36 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.641
Klasse, Chollo! :)

New Nightmare finde ich übrigens großartig, by the Way, und ich werde nicht müde das zu schreiben.

SCREAM hatte eine regelrechte Slasher-Welle wiederbelebt. Cravens Reflexion ist einfach bemerkenswert. :)

18.09.2021 14:35 Uhr - Schwachkopf79
Scream wird für mich immer das eindruckvollste Kinoerlebnis überhaupt bleiben. Denn nach der Anfangssequenz flüchteten massig Teenager völlig schockiert und verstört den Saal. Sowas hatte ich bis zu dem Zeitpunkt nicht erlebt. Und auch später nur noch wenn der Film scheisse war.

Gute Review!

19.09.2021 19:22 Uhr - Draven273
User-Level von Draven273 4
Erfahrungspunkte von Draven273 241
Super Review die mich fesseln konnte, zu einem tollen Film. Schöne und passende Worte hast Du gefunden. Und ich kann Intofilms und cecil nur zustimmen, nach diesem tollen Kinobeitrag den uns Craven beschert hat, ging es mal wieder bergauf für das Horrorgenre. Selbst den Nachfolgern dieses Streifens kann ich immer wieder etwas abgewinnen.

20.09.2021 12:01 Uhr - CHOLLO
User-Level von CHOLLO 10
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.337
Danke für eure netten Kommentare!!

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