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Scre4m

Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Scream 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,92 (95 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

„Was ist Ihr Lieblingshorrorfilm?“ Mit einem Anruf und einer Stimme, die man nie mehr vergisst, begann die grausame Mordserie in Woodsboro. Seitdem hat Sidney (Neve Campbell) ihre Heimatstadt nicht mehr besucht. Doch auf der Lesereise zu ihrem aktuellen Buch stimmt die inzwischen erfolgreiche Autorin zu, in der Kleinstadt Halt zu machen. Sheriff Dewey (David Arquette) und die Journalistin Gale (Courteney Cox) – mit ihr die einzigen Überlebenden von damals – bereiten ihr ein herzliches Wiedersehen. Auch Sidneys Tante (Mary McDonnell), ihre fast erwachsene Cousine Jill (Emma Roberts) sowie deren beste Freunde Kirby (Hayden Panettiere) und Charlie (Rory Culkin) freuen sich über Sidneys Ankunft. Mit ihrem Besuch jähren sich allerdings auch die Woodsboro-Morde und rufen einen alten, totgeglaubten Bekannten auf den Plan: Ghostface ist zurück und mit ihm seine sadistische Jagd auf Sidney und ihre Freunde! Mittlerweile haben sich jedoch die Regeln für Horrorfilme geändert: Das Unerwartete ist längst Klischee und auch Jungfrauen werden nicht mehr verschont. Es wird Zeit, dass jemand Neues stirbt… (Central Film)

eine kritik von chollo:

Nachdem die Geschichte um Ghostface und Sidney Prescott in "Scream 3" seinen Abschluss fand und sich Regisseur Wes Craven mit " Cursed" und "Red Eye" anderen Produktionen bzw. Genres zugewandt hatte, konnte man davon ausgehen dass er seiner Reihe und dem dadurch wiederbelebten Slashergenre den Rücken gekehrt hatte. Umso erstaunlicher für Fans war es dann als sich im Jahre 2010, glatte 10 Jahre nach dem letzten Output, ein neuer Teil der "Scream" Reihe unter der Ägide von Wes Craven und dem Drehbuchautor der ersten Stunden Kevin Williamson ankündigte. Auch die Verpflichtungen alter Gesichter wie David Arquette, Courtney Cox und im besonderen Neve Campbell sorgten für Freudentränen unter Liebhabern der Reihe da diese ganz und gar nicht selbstverständlich gewesen waren. Zwar wurde Williamson nach einem Streit mit den Produzenten alsbald von Ehren Kruger (dem Verfasser von "Scream 3")  abgelöst, jenes könnte die Vorfreude aber nur marginal trüben. 2011 schlussendlich ließ man Gruselgesicht in "Scream 4"  also wieder auf die alten Opfer in den Kinosälen los, natürlich nicht ohne auch noch an neue und unverbrauchte Protagonisten zu denken.

Die Taten von Ghostface gehören zum Standartrepertoire eines jeden Teenagers in Sachen Filmwissen und auch die Filmindustrie hat mit dem mittlerweile zigsten "Stab" Beitrag eine Gelddruckmaschine aus den dramatischen Ereignissen gemacht. Die Überlebenden dieser Amokläufe auf der anderen Seite haben ihr Leben weiter gelebt. Gale Weathers, nach der etliche Jahre nach ihrem Erfolgsroman kein Hahn mehr kräht, versucht unter Hochdruck eine neue Story an Land zu ziehen. Sidney Prescott ist mittlerweile selbst zur erfolgreichen Autorin geworden in dem Sie ihre Memoiren an den Mann und die Frau bringt. Und Dewey hat es vom Deputy endlich zum Sheriff seiner geliebten Stadt Woodsboro gebracht. Alles wunderbar könnte man meinen, bis vor dem alljährlichen Film Marathon der "Stab" Streifen erneut ein oder mehrere Killer ihr Unwesen zu treiben scheinen.

Craven bleibt seiner geliebten Metaebene treu die seine "Scream" Filme so populär und erfolgreich werden ließen. War der erste mit Referenzen gespickt und zog seine Begründung hieraus, spielten die Fortsetzungen mit ihrer Sequel bzw. Trilogie Thematik. "Scream 4" hat sich nun standesgemäß die Remake bzw. Reboot Fahne aufgesteckt, was zur Entstehungszeit nicht einmal so unpassend geriet, da namentliche Welle sich doch gerade dort in ihrer Hochphase befand. Doch auch Hintergrundwissen ist wieder einmal gefragt wenn sich die Filmnerds der nächsten Generation auf ihren Veranstaltungen treffen oder der oder die neue(n) Killer zum Telefon oder besser gesagt zum Handy greift. 

Offenbar haben Craven und Kruger die Zeichen der Zeit erkannt und so fließen Social Media und Torture Porn ebenso in die Geschichte ein wie der aktuelle Soundtrack der hippen Teens. Leider ist die Welt der Vorstadt und dazugehörige Kinderzimmer der neuen Jugendlichen noch gleichsam ausgestattet und inszeniert wie 15 Jahre zuvor, was im Kontext etwas unglaubwürdig erscheint. Offenbar sind die neuen Teens viel ausgebuffter und durchtriebener als noch zu Sidneys Zeiten was uns Craven auch in jeder Minute spüren lässt. Dazu will aber beispielsweise nicht passen dass sich Filmverrückte Narren, die angesagtesten Mädchen und der örtliche Bully allesamt im Filmclub treffen um ihre nerdigen Kenntnisse auszutauschen. Und auch dass der jährliche Film Marathon in denen sämtlichen "Stab" Streifen zum Besten gegeben werden noch 15 Jahre nach den Geschehnissen sämtliche Jugendliche der Kleinstadt an sich bindet darf zumindest mal bezweifelt werden. Trotzdem schafft es Craven der neuen Jugend in seiner Gesamtheit ein authentisches und nachvollziehbares Gesicht zu geben ohne dass ihm dabei peinliche Nostalgie Fehler unterlaufen, was für einen zu dieser Zeit bereits 71 jährigen Regisseur durchaus positiv zu vermerken ist.

Schauspielerisch gibt es nicht viel zu vermelden. Neve Campbell, Courtney Cox und David Arquette agieren gewohnt solide. Von Entwicklung in ihren Rollen ist aber bis auf ein paar oberflächlichen Justierungen nichts festzustellen. Zudem nutzen sich ihre Rollen beim mittlerweile dritten Anlauf spürbar ab. Die neuen Gestalten, unter ihnen Rory Culkin, Emma Roberts und Hayden Panettiere geben sich sichtlich Mühe nicht nur gewöhnlicher Einheitsbrei zu sein. Letztgenannte macht eine hübsche Figur und darf ähnlich wie Rose McGowan 15 Jahre zuvor vor allem als Blickfang dienen. Emma Roberts hingegen hat da noch ein paar Gesichtsausdrücke  mehr zu bieten. Im Großen und Ganzen nicht besonders gut, aber auch keinesfalls schlecht.

Auch der Gewaltpegel spielt natürlich eine gewichtige Rolle und darf mit Hinblick auf die recht moderate Freigabe mit dem blauen Flatschen von Kennern des Franchise zumindest skeptisch bestaunt werden. Doch keine Sorge, trotz seiner beschränkten Jugendfreigabe wirkt "Scream 4" deutlich brutaler als sein direkter Vorgänger. Vor allem im Schlussakt darf nochmal feucht fröhlich gemeuchelt werden. Den neuen Sehgewohnheiten geschuldet, wie man so schön sagt, sind die Härten in Zeiten nach "Saw" und "Hostel" durchaus annehmbar. Dafür hat die Atmosphäre meinem Gefühl nach etwas nachgelassen. Stimmungsvoll wird es nur in 1-2 Szenen und am Ende erzeugt der vierte Eintrag etwas unbehagen, zu wenig für einen "Scream" nach meinem Geschmack.

Was die Auflösung betrifft darf wieder gerätselt werden. Die Offenbarung wirkt zwar auch wieder dezent gestelzt, doch passt sie zur Natur des Films der sich ja wie ich finde tatsächlich besser als Remake/Reboot sehen lässt denn als Fortsetzung. In den letzten Minuten macht Craven nochmal so manchen Durchhänger im Mittelteil wieder gut, leider fehlt im bei seinen interessanten Ideen die letzte Konsequenz bzw. der Mut vielleicht doch noch einen Schritt weiter zu gehen. 

 "Scream 4" ist bei weitem nicht der große Knaller den sich so mancher vielleicht erhofft hatte. Warum er an den Kinokassen aber eher scheiterte und von einem Großteil der Fangemeinde als schlechtester Teil der Reihe betitelt wird kann ich nicht ganz nachvollziehen

 

8/10
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Kommentare

27.09.2021 11:43 Uhr - tp_industries
2x
User-Level von tp_industries 4
Erfahrungspunkte von tp_industries 249
Unterschreibe ich so!

Scream 4 empfand ich auch als wesentlich besser als sein Ruf. Warum er von Vielen als schlechtester Teil angesehen wird kann ich, genau wie du, nicht nachvollziehen.

Bei den Punktzahlen zu den anderen Scream Teilen gehe ich übrigens auch mit!

Für mich hast du die Reihe sehr unterhaltsam, informativ und nachvollziehbar besprochen. Danke dafür! :)

27.09.2021 17:21 Uhr - Intofilms
2x
„Gruselgesicht“ gefällt mir. Die Maskerade erinnert ein bisschen an ein weltberühmtes Gemälde eines Norwegers. Wahrscheinlich ist das zu offensichtlich, um überhaupt Erwähnung zu verdienen. Aber tatsächlich ist mir das jetzt erst so richtig bewusst geworden und so wollte ich meine Assoziation denn auch sogleich mitteilen. Teil 4 ist zu meiner Verwunderung erstaunlich wohlgeraten. Denn nach dem direkten Vorgänger, den ich lange Zeit regelrecht verabscheute und erst seit wenigen Jahren mit anderen Augen sehe, hatte ich hier nun die schlimmsten Befürchtungen. Doch die stellten sich glücklicherweise als völlig unbegründet heraus. Ich mochte den Film auf Anhieb. Somit ist dies insgesamt eine sehr beachtliche Filmreihe und Wes Craven konnte hier wirklich ein ganz dickes Ausrufezeichen setzen. Und du, lieber CHOLLO, hast deine Sache auch gut gemacht. 😉

27.09.2021 18:01 Uhr - CHOLLO
3x
User-Level von CHOLLO 10
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.344
Vielen lieben Dank euch beiden :)

01.10.2021 19:08 Uhr - ActionJackson77
Der schwächste Teil der Reihe. Review rockt trotzdem. Gut geschrieben.

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