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Trauma - Das Böse verlangt Loyalität

Originaltitel: Trauma

Herstellungsland:Chile (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,71 (27 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Chile 2011. TRAUMA - DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT erzählt die bedrückende Geschichte von vier attraktiven Frauen, die einen verhängnisvollen Trip in die ländliche Idylle Lateinamerikas unternehmen. In der Abgeschiedenheit eines Ferienhauses werden sie am ersten Abend von zwei Männern brutal angegriffen, bedroht und misshandelt. Was sie nicht wissen ist, dass die Eindringlinge selbst Grauenhaftes durchlebt haben und seit jeher keinerlei Skrupel mehr empfinden und jegliche Menschlichkeit verloren haben. Die Frauen versuchen - auch mit Hilfe der einzigen beiden Polizisten in dieser verlassenen Gegend - ihren grausamen Peinigern zu entkommen und Rache zu nehmen... (Indeed Film)

eine kritik von dr. kinski:

Trauma aus dem Jahr 2017 hat im Jahr seiner Veröffentlichung für einiges Aufsehen gesorgt. Vergleiche mit dem Serbian Film wurden bemüht und Szenen von Inzest und Babys, welche in Säure aufgelöst werden, sollten so schrecklich sein, dass selbst die französischen Terrorfilme davon in den Schatten gestellt würden. Das Mediabook war entsprechend auch sehr schnell vergriffen, sodass Illusions UNLTD. sich veranlasst sah noch weitere Mediabook-Varianten hinterher zu werfen, bis wohl selbst die Covermotive knapp geworden sind, denn diese sind mit fortlaufender Veröffentlichung bloß noch hässlicher geworden. Selbst das hässlichste Motiv ist aber inzwischen restlos ausverkauft und das Mediabook ist auf dem bekannten Plattformen kaum noch unter 70 Euro zu bekommen. Die ausländischen Versionen bieten aufgrund der spanischen originalen Tonspur leider auch nur begrenzt eine Alternative und wer den Film nicht inzwischen schon im Regal hat, wird sich wohl gut überlegen, ob dieser Film eine Investition wert ist.

Grund genug, sich diesem Werk einmal etwas genauer zu widmen.

Der Storyverlauf folgt dem eines klassischen Rape & Revenge Streifens. Eine geradlinige Inszenierung, ohne größere Überraschungen, ist da gewissermaßen Programm. Unterbrochen wird der Storyverlauf hier allerdings durch einige Rückblenden in die Zeit des chilenischen Bürgerkriegs, die Aufschluss darüber geben sollen, was die Täter wohl dazu treibt, solche Taten zu begehen. Bei eben jenem Krieg beginnt auch der Film, so wird ein Junge gezeigt, welcher unter Drogeneinfluss gezwungen wird, seine eigene Mutter zu vergewaltigen. Eines ist also direkt klar. Der Film möchte Grenzen überschreiten und Tabus brechen. Die Szene ist ohne Kontext natürlich reiner Selbstzweck, aber wer wäre ich das zu kritisieren? Sinnlose Filmgewalt ist schließlich genau mein Ding!

Überblende in die Gegenwart. Ein paar Mädels sind auf einem Roadtrip unterwegs und nach der ersten komischen Begegnung mit ein paar zwielichtigen Gestalten in einer Bar übernachten sie in einem schönen Haus irgendwo in der chilenischen Wildnis. Natürlich wird das keine ruhige erholsame Nacht, denn man hat in der Bar bereits ein Auge auf die Gruppe geworfen und zwei Typen folgen den Frauen, um ihnen Nachts einen unerwünschten Besuch abzustatten. Der Home-Invasion Part des Films fällt sogar recht spannend aus und Daniel Antivilo schafft es als Bösewicht tatsächlich eine bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Die Vergewaltigungsszenen sind unangenehm anzusehen, blutig wird es auch zwischendurch und unterbrochen wird das Ganze nur noch durch die Rückblenden, die ein wenig die Vergangenheit der Täter beleuchten. Diese Rückblenden gestalten sich aber als relativ kurz und erklären nicht viel. Okay, der Junge aus der Einleitung ist wohl inzwischen erwachsen, hat noch anderen Scheiß erlebt und ist nun zu einem waschechten Psycho geworden. Der Zusammenhang ist leicht zu verstehen, aber eine tiefergehende psychologische Erklärung oder Charakterisierung sucht man hier vergebens.

Wichtiger war den Machern an dieser Stelle aber offenbar die Schockwirkung, denn auch die eingangs erwähnte Baby-Szene findet sich in einer solchen Rückblende wieder.

Viele Zuschauer sind schon aufgrund der Thematik abgeschreckt und werden sich den Film aufgrund dieser Szenen gar nicht erst ansehen. Wenn man es dann aber doch getan hat, kann ich dazu nur sagen, ein klarer Fall von heißer gekocht als gegesssen. Die meiste Zeit stapft ein Typ mit einer Schale durch die Dunkelheit und am Ende fließt irgendein roter Brei durch den Abfluss. Von einem Baby sieht man nicht viel.

Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, so eine Szene effektiv zu gestalten. Entweder man macht es wie der Serbe, bereitet so eine Szene vor und bringt sie im passenden Kontext, blendet geschickt weg und lässt das Kopfkino des Zuschauers den Rest erledigen, oder man setzt voll auf Effekte und überwältigt den Zuschauer damit. Im vorliegenden Fall hat leider beides nicht so richtig funktioniert. Von Kontext kann keine Rede sein, da man einfach nur eine weitere Rückblende serviert bekommt, alles sehr dunkel ist und man nur erahnen kann, was eigentlich passiert. Wenn nicht klar ist, was eigentlich abgeht, kann der Plan mit dem Kopfkino natürlich auch nicht funktionieren und so hat es mich jedenfalls wenig schockiert. Die Dunkelheit tut ihr Übriges und macht natürlich auch auf Seiten der Effekte einen Strich durch die Rechnung, vermutlich hatte man aber weder das Budget noch den Mut für wirkliche Grenßüberschreitung. Aus meiner Sicht also eine relativ belanglose Szene, die man aus Gründen des Marketing gerne erwähnen kann, die aber doch wenig beeindruckt.

Am Ende gibt es dann natürlich noch den Revenge-Part, der aber wenig spektakulär ist und bei thematisch ähnlichen Titeln auch schon deutlich heftiger ausgefallen ist. Es gibt noch etwas Blut und im Finale ein wunderschönes CGI-Feuergefecht, wie man es heutzutage fast nur noch aus beliebten Asylum-Klassikern wie Ape vs. Monster kennt.

Die Stärke des Films liegt also klar in der ersten Hälfte, danach hat er sein Pulver verschossen. Man schafft es anfänglich ganz gut, etwas Spannung und Atmosphäre aufzubauen und sowohl Täter als auch Opfer schaffen es weitgehend zu überzeugen. Vielleicht noch ein etwas besserer Soundtrack und der Film hätte wirklich ganz gut werden können. Leider hat man es aber nicht geschafft, das Niveau auf lange Sicht zu halten und ab der Hälfte geht es aus meiner Sicht steil bergab. Die Jagd auf die Täter ist leider nicht mehr wirklich spannend, kann einen aber aufgrund der paar Splatter-Effekte noch bei Laune halten, ohne jedoch zu überzeugen.

Was für die Baby-Szene gilt, gilt aus meiner Sicht auch für den gesamten Film. Das Gezeigte ist längst nicht so schlimm, wie behauptet wird.

Anfänglich noch irgendwo zwischen Chaos und hidden in the woods, ganz solide umgesetzt und mit der nötigen Härte, ist dann aber ab der Hälfte die Luft raus. Der Film ist auf keinen Fall schlecht, aber wirklich gut eben auch nicht. Für mich ein gutes Mittelmaß, was mir dann 6 von 10 Punkte wert ist.

6/10
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Kommentare

20.09.2021 16:54 Uhr - McGuinness
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Das war also der mit den verschiedenen illustren Covern... Genau richtig, um seiner Angebeteten den Hof zu machen, wenn diese unvoreingenommen die Filmesammlung begutachtet 🤭🙈

Filmgewalt ist ebenfalls genau mein Ding, nur sinnlos sollte sie nicht sein, sonst verliere ich schnell die Lust am jeweiligen Werk.
Bei diesem Titel hier, welchen du nebenbei bemerkt hervorragend besprochen hast 👍🏻 bin ich mir lange Zeit unschlüssig gewesen, ob sich eine Investition lohnen würde.
Dank deiner Review weiß ich aber nun, dass ich mir diesen wohl nicht zulegen werde, schon gar nicht für solch utopische Preise.
Wenn nach der Hälfte der Zeit schon die Luft raus ist, dann ist mir das definitiv zu wenig an Substanz.
Produktionen wie " Hidden in the Woods " (2012), wie auch das Remake von 2014, konnten mich nicht überzeugen, ganz anders als " I Spit on your Grave " (2010), was neben dem sehr gut gewählten Cast vor allem der grandiosen Darbietung von Sarah Butler zu verdanken ist 😘

Dennoch schön zu lesen, dass du dir solch einen Titel für deine Besprechung vorgenommen hast 😉

21.09.2021 14:06 Uhr - cecil b
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Eine sehr interessante Vorstellung einer echten Rarität. Danke dafür!

Wieder eine tolle Review!!!

21.09.2021 17:08 Uhr - Dr. Kinski
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@McGuinness
Vielen Dank für die nette Rückmeldung. Die aktuellen Preise ist der Film tatsächlich nicht wert. Wenn man die Südamerikanischen Produktionen in dieser Richtung mag, kann man sich "Trauma" ruhig zulegen, da gehört er qualitativ auch noch zu den besseren. Wenn aber "Hidden in the Woods" für dich nichts ist, wird dir "Trauma" wohl auch nicht gefallen. Auf jeden Fall kein Vergleich mit dem grandiosen "I spit in your grave"

@cecil b
Auch an dich einen herzlichen Dank für die netten Worte.

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