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Soldier

Herstellungsland:USA, Großbritannien (1998)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Science-Fiction
Alternativtitel:Star Force Soldier
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,04 (50 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Sergeant Todd wurde von Kindesbeinen an zur Ein-Mann-Kampfmaschine ausgebildet. Als er mit 40 Jahren durch ein Caine-Modell ersetzt wird, landet Todd auf einem Müllplaneten, der von einer nach ihrem Raumschiffabsturz gestrandeten Gruppe bewohnt wird. Er unterstützt seine neuen Freunde fortan dabei, Feinden Paroli zu bieten. (Highlight Film)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Man schreibt das Jahr 2036

Eine neue Art von Soldaten werden zu Kriegsschauplätzen im gesamten Universum gesandt. Von Geburt an auf dieses Leben vorbereitet stellen sie keine Fragen, denken nicht, fühlen nicht. Führen nur Befehle aus die ihnen gegeben werden. Unter ihnen Todd 3465 und der beste seines Faches. Doch nun stellt ein gewisser Colonel Mekum die neueste Generation Supersoldaten vor. Noch besser, noch effektiver. Das führt dazu daß Todd und weitere seiner Kameraden aussortiert und auf einem Müllplaneten regelrecht entsorgt werden. Dort trifft der totgeglaubte Todd auf gestrandete Personen die dort ein neues Leben begonnen haben. Langsam fügt er sich nun in diese Gruppe…doch dann holt ihn die Vergangenheit ein…

STAR FORCE SOLDIER

Regisseur Paul W.S. Anderson ist irgendwie ein Phänomen. Mal liefert er ziemliche (positiv gesehen) Blödelfilmchen wie -Mortal Kombat- ab um dann mit dem (ich find den weniger toll) Publikumsliebling -Event Horizon- für offene Münder zu sorgen. Daß er es kann / könnte sieht man auch am Kracher -Death Race- mit dem er bei mir hoch punkten konnte. 1998 inszenierte er vorliegenden Film mit dem er bewies daß er manchmal nicht ganz genau weiß wohin er denn will…

Hauptdarsteller Kurt Russell muss ja eigentlich nicht mehr groß vorgestellt werden. Seine Rolle als Ssssnake Plissken in -Die Klapperschlange- machte ihn zur Legende. In Auftritten wie bei -Einsame Entscheidung-, -Breakdown- und dem eher mißglückten -Flucht aus L.A.- konnte er zeigen was so alles in ihm steckt. Als ausrangierter, wortkarger Soldat schlüpft er nun eher in die Rolle eine Rambo...nur mit einer anderen Vergangenheit. Er tut das was er muss. Ob's sinnvoll ist oder nicht steht nicht zur Debatte. Er hat zu funktionieren, nichts anderes zählt.

Umso schwerer gestaltet es sich dann als er wie Robinson Crusoe auf diesem Müllplaneten strandet. Entsorgt wie ein Stück Altmetall trifft er schließlich auf die größere Gruppe von Personen die hier ein neues Zuhause gefunden haben. Von der hübschen Sandra (Connie Nielsen; Im Auftrag des Teufels) und ihrem Gatten Mace (Sean Pertwee; Event Horizon) wird er aufgenommen und mit ungewohnter Freundlichkeit geradezu überhäuft. Anfangs noch misstrauisch lässt sich nach und nach auch der Rest der Leute auf den Zuwachs ein. 

Doch Todd kann einfach nicht vergessen was ihm seine ehemaligen Vorgesetzten angetan haben. Hier macht man Bekanntschaft mit Urgestein Gary Busey (u.a. Lethal Weapon, Predator 2, Alarmstufe: Rot) der mit seiner Rolle als Church einen recht dusseligen und...unbeholfenen...Charakter zu bedienen hat. Im Gegensatz dazu darf ein grandioser Jason Isaacs (u.a. Armageddon, Event Horizon, Dragonheart) beweisen daß er als Drecksack stets gut besetzt ist. In diesem Fall fungiert er als schleimiger Colonel Mekum der nur zu gerne über Leichen geht. Schade nur daß ausgerechnet Todd's direkter Gegenspieler so wenig in Erscheinung tritt. Denn der Grund warum er ausgemustert wurde manifestiert sich in Form von Caine 607 (Jason Scott Lee; Das Dschungelbuch, Rapa Nui, Dragon - Die Bruce Lee Story) von der er erst einmal zur...sorry...Sau gemacht wird. Nein, man mag sich nicht.

"Todd war unser bester Mann !"

"Sie wollen es nicht kapieren oder ? Ihre Männer sind überflüssig !"

Halt, Kommando zurück ! Sein direkter Gegenspieler ist eigentlich gar nicht Caine. Denn wie einem das Intro klarmacht ist der Gegenspieler Emotion jeglicher Art. Nachwuchs zu schaffen geschieht offenbar als Fließbandarbeit. Babys liegen fast wie Sardinen in der Büchse nebeneinander und werden von gefühlsarmen Personen penibelst selektiert. Darunter auch Klein Todd, weil er wohl am schönsten plärrt… Mehrere kurz angerissene Jahre lang erlebt man jetzt wie er heranwächst, gedrillt und er langsam aber sicher aller Menschlichkeit beraubt wird. Wenn man so will eine Art Gehirnwäsche beginnend von Kindheit an. Zumal er ja gar keine Kindheit hatte. Wozu Tlodd schließlich "erzogen" wurde zeigen Bilder verschiedener Kriegseinsätze in denen er genauso vorgeht wie man es von ihm erwartet. Eiskalt, gefühllos und tödlich. Terminator lässt grüßen. Kurt Russell könnte man ankreiden daß er gar nicht mal so viel spielen muss. Seine Mimik verändert sich zu keiner Zeit. Großartig Text zu lernen gab's ebenfalls ned. Nein sein Spiel besteht darin ausdruckslos drein zu starren und gegebenfalls mal zu kämpfen. Doch obwohl keinerlei Gefühle zu erkennen sind merkt man ihm dennoch an wie er innerlich bebt. Was sich insbesondere daran zeigt daß er später mit Sandra auf das erste weibliche Wesen trifft daß zur Abwechslung mal keine Uniform trägt. Connie Nielsen wirkt in ihrer Rolle als fürsorgliche Ehefrau und Mutter nicht nur einmal wie ein Engel. Ihr gütiges Gesicht mit diesem gewinnenden Lächeln und ihre blonden Haare (oft im Weichzeichner) die im hellen Gegenlicht wunderbar schimmern… Ja es ist ein kleines Fest für die Augen. Nur für Todd ist es Irritation pur. Vor allem als er bemerkt daß sie unter dem sehr tief ausgeschnittenem Hemdchem ein Nichts trägt. Ob er will oder nicht...er muss hinsehen und seine eigentlich nicht vorhandenen Gefühle neu ordnen. Sean Pertwee hingegen darf in seiner Rolle als Mace eher den Kumpeltypen geben, der sichtlich froh ist mal ein neues Gesicht zu erblicken. Auch wenn seine Begeisterung zunächst gen Null geht ändert sich seine Einstellung ab dem Zeitpunkt als Todd als Retter in der Not auftritt. Hat der Herr doch ein Gewissen ? Gefühle ?

Diese Umstände sorgen dafür, daß die Hauptstory erst einmal auf Eis gelegt und das "neue" Leben Todd's mehr beleuchtet wird. Man erkennt daß er sich als Farmer weniger gut macht, auch als Partner für tiefgreifende Dialoge isser weniger geeignet. Dafür kann er fressen wie ein Scheunendrescher, drischt mit der Energie eines wütenden Bulldozers auf nen Metallkessel (Boxsäcke waren aus) ein und lehrt Sohnemann Nathan das töten von giftigem Getier. Hier geht leider nicht nur dem Film sondern auch dem Regisseur ein wenig die Luft / Ideen aus. Denn recht viel weiter entwickeln darf sich Kamerad Todd dann doch nicht und man wendet sich mehr seinen ehemaligen Kollegen zu. Hier wird's flacher als ein Strand bei Ebbe. Die Dialoge zwischen Church und Mekum dürfen sich als leicht debil schimpfen lassen... peinlich wäre der passendere Begriff. Daß sich die Herrschaften dann SO SPONTAN dazu entschließen einfach mal alle Planeten nach Leben abzusuchen verleitet zu energischen Kopfbewegungen seitwärts. Und REIN ZUFÄLLIG stolpern die Knallfrösche auch noch über jene Müllhalde, denn da darf eigentlich niemand wohnen. Nein, nein, nein ! Schade daß Isaacs und Busey ihrem guten Ruf nicht ganz gerecht werden. Obendrein wirken sich Churchs schwache Kommentare a la "Mein alter Herr hat immer gesagt…" ned unbedingt positiv auf den gewonnenen Eindruck aus.

Glücklicherweise gelingt es Anderson im fast halbstündigen Showdown das Ruder herumzureißen ! Und endlich darf Todd mit seiner Vergangenheit aufräumen ! Es rummst, es kracht. Das Feuer wird entfacht. Rambo würde bei diesem Munitionsverbrauch rot anlaufen. Hinzu kommen eine Handvoll relativ blutiger Szenen wie aufgeschlitzte Kehlen oder perforierte Körper(Teile). Da macht der Film wahrlich keine Gefangenen. ...auch wenn man sich auch hierbei oftmals in unfreiwilliger Komik wiederfindet… Ach so, ja. Auch dieser Caine darf endlich mal ran und sich mit Todd duellieren. Warum ich auch hier wieder Terminator im Kopf hatte ? Also den zweiten Teil ?! Weil diverse Parallelen schon erkennbar sind…meiner bescheidenen Meinung nach. 

"Soldaten kämpfen gegen Soldaten, Sir."

Mit diesem Streifen wäre Anderson fast der große Wurf gelungen. Die Story ist zwar ned der Brüller, aber griffig und interessant. Kurt Russells Spiel ist zwar ein wenig steif, aber warum soll ein quasi ferngesteuerter Soldat herumjuckeln wie auf Red Bull hoch 16 ? Er tut das wofür er existiert. Nielsen und Pertwee muss man einfach gern haben ! Busey und Isaacs betteln leider darum. Gute handgemachte Effekte (die wuchtigen Panzer sind echt echt !) geben schlechten BlueScreens die Klinke in die Hand. Und ja, manche Modelle wie der Raumkreuzer am Ende sind tatsächlich zum heulen ! 

Es bleibt ein netter Film für zwischendurch, wenn man nicht viel nachdenken möchte und auf gewisse Dinge auch mal pfeifen kann. Natürlich ist die vollständige Version zu empfehlen ! ;-)

 

ses

7/10
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Kommentare

20.09.2021 17:15 Uhr - McGuinness
1x
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Den fand ich ich nur mittelmäßig und habe es bisher auch bei einer einzigen Sichtung belassen.
Ganz anders verhält es sich dagegen mit deiner Review, welche nicht nur wie gewohnt toll verfasst worden ist 👍🏻 sondern mir zudem den ein oder anderen Erinnerungsfetzen noch entlocken konnte.
Ich denke da beispielsweise an ein armes Schwein und ein paar Dobermänner, wenn ich mich jetzt recht entsinne, wo wir schon von der antrainierten Entmenschlichung sprechen.

Generell bin ich mit einer anderen Erwartungshaltung an diesen Titel herangegangen und freute mich eher auf einen Film der Marke " Starship Troopers " (1997), in etwa dieser Größenordnung, auch wenn hier der Kampf gegen Bugs nicht das Thema gewesen ist.
Ich liebe Kurt Russel ja in seiner für mich besten und prägendsten Rolle als Snake Plisken in " Die Klapperschlange " (1981), doch hier konnte er mich als wortkarger Einzelkämpfer nicht überzeugen.

Sei es drum, deine Besprechung ist mal wieder als tadellos zu bezeichnen und es freut mich dennoch, daß dieses Werk hier von dir so angemessen vorgestellt wurde 😉

20.09.2021 17:49 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Merci Mc !
Ja der Brüller ist der echt ned. Hätte ich nicht alle mir zur Verfügung stehenden Augen zugedrückt wäre ich vielleicht sogar nur bei ner 6 gelandet. 😁

20.09.2021 18:56 Uhr - McGuinness
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6 Punkte würde der auch bei mir bekommen.
Zwar kein Rohrkrepierer, aber bei Gott auch nicht der große Wurf 🤷‍♂️😊

23.09.2021 13:25 Uhr - Tom Cody
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Sehr interessante Kritik zu einem von Pau. W. S. Andersons gelungensten Filmen.
Den "Soldier" würde ich selber allerdings definitiv höher bewerten. Anderson hat hier nämlich einen wunderbaren SciFi-Western-Hybriden geschaffen, der sich nicht nur an Eastoods "Mann ohne Namen" anlehnt, sondern vor allem (wieder mal) bei George Stevens Klassiker "Shane" bedient - wie es ungefähr zu der Zeit z. B. auch schon "Steel Dawn", "Roadhouse", "Pale Rider", "Malone" oder "Ohne Ausweg" gemacht haben.

Witzig sind auch ein, zwei Anspielungen von Autor David Webb Peoples ("Erbarmungslos"), dass "Soldier" in demselben Universum wie (der gleichfalls von ihm gescriptete) "Blade Runner" spielt (Die Schlacht am Tannhäuser Tor).
Von daher kommt der Film bei mir problemlos auf sehr gute 8 Punkte.

27.09.2021 09:08 Uhr - Draven273
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Finde den immer noch sehr spaßig. Mit deiner 7 kann ich auf jeden Fall problemlos mitgehen. Ich verstehe zwar auch die Kritikpunkte, die du für deine Verhältnisse wieder super ausgearbeitet hast, aber ich bin da einfach in diesem Fall etwas gnädiger :) wie immer eine gewohnt tolle Arbeit von ihnen Mr. Sony :)

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