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Breaking In

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,67 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach dem Tod ihres Vaters macht sich Shaun daran, sein mit zahlreichen Sicherheitssystemen zu einer Festung hochgerüstetes Haus zu verkaufen. Dort allerdings ist bereits eine Gruppe von Einbrechern auf der Suche nach dem Safe. Die Männer nehmen Shauns Kinder Jasmine und Glover im Haus als Geiseln und sperren Shaun aus. Doch keine Falle, kein Trick und vor allem kein Mann können es mit einer Mutter aufnehmen, die fest entschlossen ist, ihre Kinder zu retten... (Universal Pictures)

eine kritik von cabal666:

"Breaking In" ist die fünfte Regiearbeit von James McTeigue ("V Wie Vendetta", "Ninja Assassin"), der seit seinem Misserfolg mit "The Raven" kaum noch bei größeren Filmen hinter der Kamera zu stehen scheint. Hierbei handelt es sich dementsprechend auch um ein in jeder Hinsicht durchschnittliches B-Movie, das immerhin nicht langweilt.

Die Story dieses Home-Invasion-Thrillers ist schnell erzählt: nach dem Tod ihres Vaters fährt die junge Mutter Shaun mit ihren beiden Kindern Jasmine und Glover zu dessen abgelegenem Landhaus, um es zu verkaufen. Allerdings sind dort bereits vier Einbrecher eingedrungen, welche es auf den Inhalt des versteckten Safe abgesehen haben. Shaun kann nach draußen entkommen, aber ihre Kinder werden als Geiseln genommen und sie selbst ausgesperrt. Nun versucht sie verzweifelt, zurückzuschlagen, wobei sie das Überwachungssystem des technisch hochgerüsteten Anwesens gegen die Kriminellen einsetzt.

Viel neues kann man bei dieser Handlung wahrlich nicht erwarten. Zwar wird der klischeehafte Storyverlauf hier mal dahingehend variiert, dass es für die Hauptfigur mal nicht darum geht, aus einem Haus raus- sondern in es hineinzugelangen, aber ansonsten werden einem kaum Überraschungen geboten. "Breaking In" weist, was den Handlungsverlauf und die Figurenkonstellation angeht, sogar überdeutliche Überschneidungen mit einem anderen bekannten Vertreter des Home-Invasion-Subgenres auf, nämlich David Finchers "Panic Room". Die Hauptcharaktere sind hier zwar Afroamerikaner, die Mutter hat nicht nur eine Tochter, sondern auch noch einen Sohn und der Handlungsort ist keine Wohnung in der Großstadt, sondern ein ganzes Haus, aber ansonsten ähneln sich die beiden Filme wirklich frappierend. Nur ist McTeigue leider weniger talentiert als Fincher, wenn es um Spannungserzeugung geht.

McTeigue, sein Kameramann Toby Oliver (der davor hauptsächlich für Horrorfilme zuständig war, wie "Get Out", "Happy Deathday" und "Insidious: The Last Key") und der eher unbekannte Cutter Joseph Sett Sally (mit dem McTeigue schon bei "Ninja Assassin" zusammen gearbeitet hatte) geben sich zwar redlich Mühe, aber irgendwie will einfach nicht so recht eine wirklich beklemmende Atmosphäre aufkommen, auch wenn zwischendurch ein paar stimmungsvolle Aufnahmen des weitläufigen Ansehens gelingen. Die Musik von Tom Tykwers Stammkomponisten Johnny Klimek ist immerhin angemessen bedrohlich, bleibt nach Sichtung aber kaum im Gedächtnis. Was am Film zudem stört, ist die viel zu aufdringlich präsentierte feministische Botschaft. Fast andauernd muss betont werden, dass Shaun eine Mutter ist, die alles für ihre Kinder tun würde und mit der man sich deswegen besser nicht anlegt. Das wird hier jedoch so penetrant in den Dialogen transportiert, dass es peinlich wird. Zur Erinnerung: "Panic Room", der ebenfalls eine starke weibliche Hauptfigur hatte, kam noch ohne sowas aus.

Immerhin kann man sich bei der Besetzung nicht beschweren. Gabrielle Union (u.a. "Bad Boys II", "Born 2 Die"), die den "Breaking In" auch mit produzierte, trägt den Film mit ihrer ausdrucksstarken Leistung. Die knallharte Kämpferin kauft man ihr zu jedem Zeitpunkt ab. Billy Burke, der den meisten als Vater von Bella Swan aus den "Twilight"-Filmen bekannt sein dürfte, aber auch schon zuvor (z.B. in "Drive Angry") Bösewichte verkörpert hatte, verleiht dem überlegt handelnden, gnadenlosen Anführer der Diebesbande viel Charisma. Die während der Dreharbeiten schon über zwanzigjährige Ajiona Alexus (bekannt aus den Serien "Empire" und "Tote Mädchen lügen nicht") überzeugt als rebellischer Teenie Jasmine und bringt auch glaubwürdig deren Panik in den gefährlichen Situationen zum Ausdruck. Ihre Garderobe sagte mir weitaus weniger zu, aber sowas ist Geschmackssache. Jungdarsteller Seth Carr, den man zuvor als die junge Version des Bösewichts Killmonger in "Black Panther" sah, kann als nerdiger Sohn Glover ebenfalls überzeugen. Seine Synchronstimme in der deutschen Fassung nervt allerdings.

Was die restlichen Darsteller der Einbrechergruppe angeht, so hinterlässt von denen nur Richard Cabral (u.a. "End Of Watch", "The Counselor"), der in jungen Jahren auch im echten Leben kriminell war, einen bleibenden Eindruck. Als unbeherrschter, mordlüsterner Psychopath, von dem die größte Bedrohung für die Familie ausgeht, jagt er einem zeitweise wirklich Angst ein. Levi Meaden, der ansonsten hauptsächlich in TV-Serien auftritt, als einziger Dieb, der Gewissensbisse verspürt und so auch einigermaßen Sympathie aufbauen kann, sowie der außerhalb Australiens völlig unbekannte Mark Furze (dessen Nachname im Deutschen ziemlich unvorteilhaft ist), als glückloser technisch bewanderter Einbrecher, spielen nicht schlecht, aber zeigen auch kaum mehr Leistung als für ihre Rollen nötig wäre. Christa Miller (die Exfrau von Dr. Cox aus "Scrubs") als nette Maklerin und der erst gegen Ende auftretende Fernsehdarsteller Jason George als Shauns besorgter Ehemann dürfen auch nur als Kanonenfutter herhalten.

Insgesamt ist "Breaking In" so ein zwar schön fotografierter, gut gespielter Thriller, von dem aber hinterher nicht viel hängen bleibt. Auch, weil er sich nicht traut, in den Gewaltszenen einigermaßen zeigefreudig zu werden. Die nur in den USA fürs Heimkino veröffentlichte Unrated-Fassung lohnt auch nicht. In dieser wurden lediglich aus den Dialogen entfernte F-Wörter wieder eingefügt und ein bisschen wegretuschiertes Blut wieder sichtbar gemacht. Geringfügig besser ist sie schon, aber in dem Fall kann man auch gut mit der Kinofassung leben. "Breaking In" lohnt an sich jedenfalls durchaus für einen Filmabend, wenn man nicht zuviel erwartet. Es gibt viel Schlechteres in dem Genre, aber eben auch weitaus Besseres.

6/10
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Kommentare

30.09.2021 14:24 Uhr - Schwachkopf79
1x
Hmmm... als damals die ersten Trailer zu sehen waren, sah das noch ganz gut aus. Aber die Kritiken waren dann ja sehr negativ und unser Kino hat den gar nicht erst ins Programm genommen.

Schon schade dass der Regisseur nach V for Vendetta, Ninja Assassin und Raven irgendwie nix gutes mehr fabriziert hat, denn die drei Filme fand ich ziemlich gut.

04.10.2021 09:39 Uhr - Draven273
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Den wollte ich ursprünglich im Kino gesehen haben, wobei der bei uns nur knapp ne Woche zur Verfügung stand. Das war anscheinend in diesem Fall auch eine Art Warnzeichen für mich. Später also bei einem der Streaminganbieter geschaut und im nachhinein froh gewesen den doch nicht im Kino geschaut zu haben. Die Darsteller finde ich alle ganz ok und auch mit Idee an sich kann ich leben, aber mir fehlte da doch die Härte bzw. eher die Konsequenz der einzelnen Figuren in den passenden Situationen mal richtig einen draufzuhauen. Deine Review gefällt mir aber wieder gut, wie immer :) Vielen Dank

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