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Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen

Originaltitel: El buque Maldito

Herstellungsland:Spanien (1974)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Das Geisterschiff der reitenden Leichen
Die Geschichte der reitenden Leichen 2
Reitenden Leichen 3
The Blind Dead 3
The Ghost Galleon
Ghost Ships of the Blind Dead
Ship of Zombies
Horror of the Zombies
Zombie Flesh Eater
La noche del buque maldito
Le monde des morts-vivants
To ploio me ta zombi
La nave maledetta
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,80 (25 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine Bootsbaufirma plant eine geschickte Werbeaktion: Sie setzen ihre neuste Erfindung auf dem Meer aus, um diese dann Medienwirksam retten zu lassen. Doch der Plan geht nicht auf. Ein scheinbar verlassenes Geisterschiff stoppt in einer Nebelbank die Bootsbesatzung. Die beiden jungen Frauen müssen von ihren Schiff auf das alte Boot flüchten. Doch dies stellt sich als tödlicher Fehler heraus, denn die untoten Templer warten dort bereits auf frisches Blut... (Laser Paradise DVD-Cover)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Fotomodell Noemi ist besorgt. Vor einigen Tagen verschwand ihre Freundin Kathy mit der sie zusammenwohnt. Sie wendet sich hilfesuchend an ihre Chefin Lillian um an Informationen zu kommen. Diese stellt Noemi dem Bootsbauer Howard Tucker vor der sie über eine gewagten Werbekampagne in Kenntnis setzt. Doch auf Wunsch nimmt er und sein Freund Sergio per Funk Kontakt mit Kathy auf die sich mit einer Kollegin samt Boot auf dem Meer befindet. Plötzlich berichten die Frauen von einer seltsamen Nebelbank und einem alten Segelschiff, woraufhin schließlich der Funkkontakt abbricht. Man entschließt sich zu einer Art Rettungsaktion der sich auch Professor Grüber anschließt. Dieser hat seine ganz eigene Theorie über das Schiff und dem Nebel. Als die Gruppe dann auf den Segler im Nebel trifft schweben sie bereits in Lebensgefahr !

DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN

1974 sattelte Regisseur Amando de Ossorio zum dritten Mal seine toten Pferde um...Was ? Keine Pferde ? Ach so, ja. Diesmal wird nicht geritten. Um der Reihe neuen Schwung zu verleihen verlegte man das Geschehen nun auf die hohe See. Leider hat Ossorio die Rettungsringe vergessen, denn dieser Teil säuft beinahe ab !

Daß Ossorio bei den Darstellern bisher nicht unbedingt das beste Händchen bewies zieht sich als roter Faden durch. A bisserl nichtssagend die Herrschaften...bis auf zwei drei Ausnahmen. Auch in diesem Fall sind die Akteure eher...drittklassig. Sorry, aber ich sehe das leider so.

So wurde die Rolle der Noemi mit Bárbara Rey besetzt der ich das begehrte Fotomodell einfach nicht abnehmen kann. Jedenfalls gibt sie die äußerst besorgte Freundin dieser Kathy mit der sie eine Wohnung zusammen bewohnt (klar). Sie hofft irgendwann von dem Geld leben kann daß sie mit den Shootings verdient. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn…

...ihre Chefin Lillian (grob Maria Perschy; Die Stunde der grausamen Leichen, Die Folterkammer des Fu Man Chu) legt ihr so einige Steine in den Weg. Sieht sie als reinen Ersatz wenn ihre tollen Mädels mal ausfallen sollten. Des weiteren hat sie ziemlich Dreck am Stecken ! Weiß sie doch von den fragwürdigen Machenschaften eines…

...Howard Tucker (Jack Taylor; Nachts, wenn Dracula erwacht). Ein schmieriger Bootsbauer mit politischen Tendenzen, der mit einem unsinkbaren Bötchen und ner doofen Kampagne auf sich aufmerksam machen möchte. Zusammen mit seinem treuen Gehilfen Sergio (Manuel de Blas; Zwei wie Pech und Schwefel) zieht er sein Vorhaben durch und das ohne Rücksicht auf Verluste. 

Aber das Funkgespräch zwischen Noemi dem Tucker- Clan und Kathy (Bianca Estrada; Die Saat der Angst) ändert so ziemlich alles… Denn da draußen auf dem Meer geht etwas grausiges vor !

"Wir befinden uns in einer anderen Welt und einer anderen Zeit !"

Man erinnere sich. Oder andersrum als Info für neu eingestiegene. Zweimal suchten die toten Templer das kleine iberische Dorf Berzano heim und sorgten für gehörig Schwund unter den Einwohnern. Doch am Ende von Teil 2 war es die Sonne die den reitenden Leichen den Garaus machte. Also musste für vorliegenden Teil ein neues Konzept her und Ossorio ersann die Story mit dem Schiff aus dem 16. Jahrhundert daß seit dem auf den Meer kreuzt…verborgen in dichtem Nebel (wenn das mal keine Vorlage für Carpenters -The Fog- war ?). 

Ich gebe es zu. Bei den Vorgängern hatte ich so ne kleine Fanbrille auf der Nase. Die toten Templer die in Zeitlupe durch die Landschaft rumpelten, die düstere Umgebung, eine wunderbare Atmosphäre samt bombastischer Musik und Chören… Schöner kann dieser alte Horror kaum sein ! Aber mit dem dritten Werk hat sich Ossorio ein gewaltiges Ei gelegt. Möchte einem während dem Intro ein Totenschädel mit leuchtend roten Augen und Widderhörnern blanken Horror suggerieren ist der einzige Horror die holprige Inszenierung gleich zu Beginn ! Ungefragt wird man Zeuge eines unbeholfen wirkenden Fotoshootings unter der Aufsicht dieser Lillian die auch gleich zeigen darf wer das Sagen hat. Eine unangenehme Person. Herrisch, herrschsüchtig und skrupellos. Noemis Fragen gehen ihr ebenso auf die Nerven wie das Mädel selbst. Lillian hält sich wohl tatsächlich für was besseres. Hingegen eben Noemi die beinahe schon eingeschüchtert wirkt. Nachdem N. ihre Sorgen freien Lauf gelassen hat macht der Zuschauer auch schon Bekanntschaft mit dem schnöseligen Howard Tucker. So ein richtig fieser, kleiner Drecksack der sich für das besseres hält und somit gut zu Lillian passt. In jeglicher Hinsicht. Wo ich grade bei Schleim bin sei dieser Sergio nochmal erwähnt der zwar denkt er sei der tolle Hengst, trotzdem aber nur ein Laufbursche ist. Sind die ersten gut 15 Minuten überstanden kommt endlich Schwung in die Bude (beim verfassen dieser Zeile musste ein Grinsen verkniffen werden), denn man geht per Funk der Bitte von N. nach. Jetzt wird's erneut schmerzhaft ! Kathy betritt mit ihrer Kollegin die schwankende Bühne in Form einer kleinen Nussschale die offenbar das neue superduperunsikbare Megaboot darstellen soll. Gut, warum nicht. Es sieht trotzdem nur wie ein ganz normales Boot aus. ...das zusätzlich noch von ein paar Helfern zum schaukeln gebracht wird… Das der Nebel auftaucht hab ich schon ein paarmal erwähnt, jetzt gesellt sich noch extreme Hitze dazu. Weshalb ? Öhm…

Jetzt macht Ossorio den selben Fehler (wenn man es so nennen möchte) wie auch in den Vorgängern, er verliert die eigentlich Geschichte fürs erste komplett aus den Augen. Warum Noemi eingesperrt wird versucht man damit zu erklären daß Howard fürchtet seine Erfindung samt Werbung würde zu früh bekannt. Zusätzlich könnten die vermissten Mädels seiner politischen Karriere schaden. Der Regisseur konnte es auch hier nicht lassen Frauen (Noemi) als Stück Fleisch hinzustellen, zum Glück ließ er hier zumindest mal keine Vergewaltigung zu und beließ es bei der Andeutung. Wobei, so ganz stimmt das mit dem Ausblenden der Story nicht ! Denn nach dem Gefunke tritt ein Professor Grüber (peinlich, Carlos Lemos) der gaaanz genau weiß was dort auf dem Meer vorgeht ! Nimmt die Geschichte jetzt endlich Fahrt auf ? Moment, dazu gleich mehr. Denn hab ich schon erwähnt daß die beiden Mädels mit ihrem ach so unsinkbaren Boot gerade mit diesem Uraltschiff zusammengestoßen sind ? Und weil das Schiffchen genauso am absaufen ist wie zu dem Zeitpunkt das Drehbuch gehen die Damen an Bord des Seglers. Was folgt bedarf bestimmt keiner weiteren Erläuterung. 

Zwischenzeitlich tuckert die kleine Gruppe an Wichtigtuern und Model Richtung Nebel der eine neue nebulöse Erklärung unseres Profs erhält. Meine Güte, liegt's an der miserablen deutschen Synchro oder generell an der Art und Weise daß man versucht ist sich mehrmals die Ohren zu putzen ? Die Dialoge sind dermaßen dumm und hanebüchen daß einem die Lauscher schmerzen. "Wenn sie dann zur Polizei geht und alles erzählt ?" "...eine große Welle hat sie über Bord gespült. Hört man doch immer wieder…". Liest sich jetzt zwar ned sonderlich schlimm, aber im Zusammenhang mit dem Treiben...örks. Endlich darf auch das Quartett rauf auf das Schiff aus dem Nebel. Dusselig leider auch hier die Umsetzung. Zum einen ist der Segler, wenn in Gänze zu sehen, nur ein billig zusammengebasteltes Modell daß anscheinend in ner Badewanne schwimmt. Zum anderen entsteigt man einem Boot auf dem Meer (oder irgendwo an nem Kai) hinauf zu Kollege Geisterschiff und kommt in ner Studiokulisse an. Hier hängt der Schnitt des Films ähnlich durch wie die alte Takelage. 

Und endlich passiert auch das worauf man eigentlich schon ne geschlagene Stunde (wenn man die Szene mit Kathy auslässt) wartet. Die Templer entsteigen ihren...nein diesmal sind's keine Steinsärge sondern einfache Holzkisten. Die Masken aufs neue wunderbar scheußlich, die Kutten verschmutzt und speckig. Doch irgendwie wirken die Typen nicht mal ansatzweise so bedrohlich wie noch Jahre zuvor. Wenn ich ehrlich bin sogar unfreiwillig komisch, fast lächerlich ! Sie wanken unbeholfen dahin, oftmals direkt durch die Kamera durch möchte man meinen. Als ob das dem Horror auf die Sprünge helfen solle. Zudem fehlt es dem Film fast gänzlich an härteren Szenen (wenn ich an den zweiten Teil denke) die die damalige Beschlagnahme in irgendeiner Weise rechtfertigen würde. Man könnte vielleicht den versuchten Missbrauch an Noemi zu Beginn noch anbringen, doch auch das würde in meinen Augen nicht funktionieren. Ausser einer Enthauptung gibt's nix erwähnenswertes. So quält man sich als Zuschauer auch durch die restlichen 20 Minuten des Films dessen Inszenierung immer weiter Richtung Katastrophe tendiert und zu hoffen beginnt es sei bald vorbei. Möglicherweise trete ich jetzt Fans des Films auf die Zehen, tschuldigung. Aber ausser einer Handvoll kurzer stimmungsvoller Bilder, vor allem das Ende (welch Jammer), und der gewohnt guten Musik gibt's nicht viel was ich hier positiv sehen könnte. Oder möchte ?

"Wenn wir sie vernichten können sie uns nichts mehr tun !"

Naja, zumindest hat man den Mythos und meinen wohlwollenden Eindruck bei den Vorgängern fast komplett vernichtet. Das Werk hier ist ein ziemlich peinliches Machwerk ohne Highlights, miesen Dialogen und...sorry... unfähigen Darstellern. Recht viel mehr ist hierzu eigentlich nicht mehr zu sagen. Schade, denn ich hatte Spass...als sie noch geritten sind. Denn schwimmen konnten sie offensichtlich nicht. 

 

ses

4/10
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Kommentare

29.10.2021 20:10 Uhr - Punisher77
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Die Box mit allen Teilen habe ich schon seit Ewigkeiten und die Teile 1,3 und 4 hab ich auch schon gesehen, nur den hier schiebe ich ewig vor mir her - auch aufgrund der eher mäßigen Bewertungen wie in Deiner tollen Kritik; die hab ich, wie immer, mit Genuss gelesen.

29.10.2021 20:13 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Danke dir Puni !
Ähm...1,3 und 4 hast du gesehen nur diesen hier nicht ? ;-) Du meintest sicher den 2. ?

30.10.2021 00:03 Uhr - dicker Hund
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Da bin ich schon viel näher bei Dir als noch bei Teil 2. Stand jetzt kann ich aus der Erinnerung nur diese krude Enthauptung abrufen. Die anderen Dinge fallen mir selbst bei der Lektüre Deiner Zeilen einfach nicht mehr ein. Das ist kein gutes Zeichen für den Film.

30.10.2021 08:43 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Ja, Sony, du hast Recht-hab´mich vertippt.

30.10.2021 14:44 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Ich wusste ja was gemeint war ;-)

31.10.2021 07:47 Uhr - Nubret
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Servus, Kollege! Ja, der ist schon deutlich schlechter als seine Vorgänger. Dennoch finde ich einige nebelverhangene Szenen hübsch atmosphärisch. 5 Punkte von mir

Be deiner Review-Reihe kann man natürlich keinen Leistungsabfall verzeichnen. Somit erwarte ich freudig das üble "Blutgericht".

31.10.2021 11:42 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Merci Nubi !
Ich sag mal so....schlimmer kann es doch eigentlich nicht mehr werden. :-D Aber das blutige Gericht versuch ich dann zumindest einigermaßen ansprechend zu servieren. ;-)

31.10.2021 13:02 Uhr - Nubret
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Das wird dir mit Sicherheit gelingen.

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