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Skinless

Herstellungsland:USA (2013)
Genre:Horror
Alternativtitel:Ballad of Skinless Pete, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details

Inhaltsangabe:

Dr. Peter Peele (Brandon Salkil) forscht an einem Mittel zur Krebsbehandlung. Da er aber schon einige Zeit ohne Erfolg seiner Tätigkeit nachgeht, werden die finanziellen Mittel gestrichen und er muss seine Forschung im eigenen Keller fortsetzten. Als er plötzlich selbst an Hautkrebs erkrankt läuft ihm die Zeit davon und er sieht keine andere Möglichkeit mehr, als sich selbst mit einem experimentellen Serum zu behandeln. Der Hautkrebs verschwindet, aber die Nebenwirkungen seiner Behandlung werden viel schlimmer sein. ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dr. kinski:

Skinless oder auch The ballad of skinless Pete erzählt die tragische Geschichte von Dr. Peter Peele, der an einem Mittel zur Behandlung von Krebs forscht. Da er in letzter Zeit aber keine nennenswerten Ergebnisse präsentieren konnte, wurde die Finanzierung seiner Forschung zum großen Teil eingestellt, sodass er seinen Arbeitsplatz in den eigenen Keller verlegen musste. Dort forscht der ehrgeizige Dr. Peele aber unbeirrt weiter und da er plötzlich selbst an Hautkrebs erkrankt, drängt die Zeit. Er steht aber auch kurz vor dem medizinischen Durchbruch und kann sich auf diese Weise noch Hoffnung auf eine Heilung machen. Es gelingt ihn aus einem tropischen Parasiten, Enzyme zu gewinnen, welche tatsächlich die Krebszellen zersetzen. Blöd nur, dass sein Vorgesetzter nicht mehr so richtig an den Erfolg seiner Arbeit glaubt und nicht bereit ist, Tierversuche zu finanzieren. Da Dr. Peele aber die Zeit davonläuft und er sich langwierige Testreihen weder zeitlich noch finanziell leisten kann, entschließt er sich, entgegen dem, was seine Assistentin rät, das Mittel selbst zu injizieren und sich auf diese Weise von seinem Hautkrebs zu heilen.

Tatsächlich entfaltet das Enzym die gewünschte Wirkung und der Hautkrebs verschwindet. Wer aber den Titel aufmerksam gelesen hat, kann sich schon denken, dass nicht nur der Hautkrebs zersetzt wird…

Gedreht wurde dieser kleine fiese Body-Horror-Film im Jahr 2013 von niemand anderem als Dustin Mills (Applecart, her name was torment), im Wesentlichen in den eigenen Vier Wänden des Regisseurs mit einem Budget, in der Höhe von einem durchschnittlichen Monatsgehalt. Es mag daher nicht verwundern, dass man den Film das geringe Budget ansieht. Da Dr. Peele aber seine Forschung ohnehin im eigenen Keller betreibt und auch kein modernes Labor zur Verfügung hat, wirkt die klägliche Forschungseinrichtung, die nicht einmal mit dem Nötigsten ausgestattet ist, aber einigermaßen glaubhaft. Der Film spielt gänzlich im Haus von Dr. Peele. Zunächst ist er komplett in seine Arbeit vertieft und später geht er aufgrund seiner äußeren Erscheinung nicht mehr vor die Tür. Entsprechend reduzieren sich die Charaktere auch auf einen kleinen Personenkreis. Neben Dr. Peele, gut gespielt von Brandon Salkil, hat noch seine Assistentin bzw. Freundin Dr. Alice Cross (Erin R. Ryan) eine größere Rolle. Beide machen ihre Sache gut. Die Leistungen sind dabei natürlich nicht reif für den Oscar, wenn man aber sieht, wie hoch das Budget ist, geht das schon in Ordnung.

Entscheidend sind hier aber auch, wie so oft, neben dem Schauspiel der Hauptdarsteller, die Effekte. Es beginnt mit langsamen Verfärbungen der Haut und als sich Peter in die Badewanne legt, um die Schmerzen zu lindern, beginnt sich seine Haut abzulösen. Kreisrunde Löcher in der Haut, die an Brandwunden erinnern, werden immer größer, bis die Haut sich schließlich vollständig abgelöst hat und Peter zu Frank aus Hellraiser geworden ist. Effekttechnisch mit Sicherheit nicht schlecht umgesetzt, besonders auch in Hinblick auf das überschaubare Budget. Die Wunden sind schön schmierig und das, was gezeigt wird, weiß zu überzeugen. Allerdings muss man als Liebhaber solcher Werke in den meisten Fällen Kompromisse eingehen. So auch hier. Peter versucht die Entwicklung zu verheimlichen oder ekelt sich vor seinem eigenen Äußeren und läuft ab sofort die meiste Zeit in einem Schutzanzug umher. Einen ekligen Körper bekommt man auf diese Weise also nicht durchgängig vorgeführt. Die thematisch ähnlich gelagerte Indie-Produktion Thanata-ding-bums... Wie heißt der Film nochmal? Ach ja. Thanatomorphose, geht da deutlich weiter. Auch die Maske aus Eigenhaut ist nur bedingt überzeugend und wirkt auf mich teilweise etwas albern.

Man kann also sagen, die Effekte sind punktuell ganz gut, aber nicht durchgängig in voller Pracht präsent. Es versteht sich von selbst, dass, auch wenn ich von guten Effekten spreche, hier dennoch niemand einen Cronenberg erwarten sollte, auch wenn Peters ätzender Schleim doch einige Parallelen mit des Meisters Werk aufweist.

Dr. Peele ist natürlich entsetzt von der Entwicklung.  Allerdings ist er, trotz seiner medizinischen Kenntnisse, nicht in der Lage, den Prozess aufzuhalten. Mit der Ausweglosigkeit seiner Situation geht auch ein gewisser Wahnsinn einher. Allerdings ist dieser eher als verzweifelt zu definieren, da er nach wie vor versucht ein Heilmittel zu finden und nicht nur zum bloßen Amokläufer mutiert. Sein Zorn richtet sich dann allerdings doch gegen die Leute, die nach seinem Verständnis für die Misere verantwortlich sind, was wiederum im Wesentlichen zum Leid seines Vorgesetzten geschieht.  Dieser möchte nach einigen Tagen nämlich mal schauen, wie die Arbeit so läuft und sieht sich plötzlich einem Säure spuckenden Irren gegenüberstehen…  

Da kann dann auch die sonst so positive Dr. Cross, der in dieser Situation buchstäblich die Hände gebunden sind, nicht mehr viel unternehmen.

Dustin Mills hat aus meiner Sicht mit genug Herzblut und Talent und trotz sehr geringem Budget einen ordentlichen Film hingelegt. Skinless hat mich insgesamt gut unterhalten, die Effekte sind, wie gesagt, nicht schlecht umgesetzt und auch das Schauspiel war, für eine Indie-Produktion, absolut zufriedenstellend und etwas Spannung konnte man auch erzeugen. Ein Film also, der vieles richtig macht, dem man sein kleines Budget aber trotzdem ansieht. Wer mit Body-Horror-Filmen etwas anfangen kann und noch dazu keine Angst vor Indie-Produktionen hat, bzw. diese vielleicht sogar zu schätzen weiß, kann den hautlosen Peter mal eine Chance geben, ansonsten kann man lieber bei den Klassikern bleiben. Mir persönlich gefällt aber der Charme solcher Produktionen und für kleines Geld kann man den dann auch mal mitnehmen. Dafür vergebe ich dann auch 6 von 10 Punkte.

6/10
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Kommentare

03.11.2021 17:46 Uhr - cecil b
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Deine sehr gut geschriebene Review gibt wirklich einen guten Eindruck vom Film! Thanx!

Nur, ob da Musik zu hören ist, oder eine musikalische Geräuschkulisse, fände ich auch interessant. Oder, habe ich da was überlesen?

Aber, die Musik macht deine Review sowieso nicht madig. ;)

Body -Horror kann ich echt mögen. Klar, Cronenberg ist ein eigenes Kaliber, aber Anthony, Metamorphosis und CYCLOPS mochte ich beispielsweise auch. Die unterschiedliche Herangehensweise ist auch interessant, wie ich finde.


03.11.2021 18:43 Uhr - Dr. Kinski
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@cecil b
Danke für das Lob und die Anmerkung bezüglich der Musik. Da hast du natürlich vollkommen Recht, die sollte in einer Review auch Erwähnung finden, allerdings muss ich gestehen, dass bei mir diesbezüglich nicht viel hängen geblieben ist. Habe den Film vor etwa 2 Wochen geschaut und von der Musik nicht mehr viel in Erinnerung. Die war also wohl weder besonders gut, noch ist sie mir negativ aufgefallen und folglich war sie dann auch keine Erwähnung wert. Ich lasse das dann erst Mal so stehen und wenn ich mir den Film ein weiteres Mal anschaue, ergänze ich da noch was :)

Wenn du nicht mit zu großen Erwartungen an die Sache herangehst, könnte der Film dich aber sicher gut unterhalten.

03.11.2021 19:22 Uhr - cecil b
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Gerne, danke für die Review und die Inhaltsangabe! :)

Du bist nicht der Erste, der so etwas über die Musik geschrieben hat, und das kann ich gut verstehen, kein Problem.

Mach dir keinen Stress, ergänzen kannst du es gerne, aber der Eindruck ist ohnehin gut gegeben.

Die Filmmusik ist vermutlich eine andere: https://www.youtube.com/watch?v=4B4DRISyJOE

Sieht echt 'gut' aus. Würg, und Daumen hoch. :)

Würde von mir vermutlich auch nicht weniger als 6 Punkte bekommen, vielleicht mehr. Da komme ich vielleicht mal drauf zurück.

03.11.2021 20:26 Uhr - Dr. Kinski
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Immer gerne :)

Der Trailer hat, wenn ich mich richtig erinnere, eine andere Musik als der Film.

Eine Review von dir würde mich natürlich auch interessieren :)

04.11.2021 11:27 Uhr - Jichi
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Sehr schöne Review, Doktor, sie liefert ein sehr gutes Bild vom Film und was man zu erwarten hat !

Der Film sagt mir gar nichts. Der Amateurbereich ist generell der Sektor im Underground, in dem ich mich am wenigsten auskenne, da ich damit nicht ganz so viel anfangen kann, von daher cool, dass wir hier einen Experten haben :)

"Thanatomorphose" liegt bei mir schon seid Ewigkeiten ungesehen rum, Body-Horror bin ich nicht abgeneigt. Ich glaube, jetzt haste mir einen Anstoß gegeben ;-)
Danke dafür !

04.11.2021 18:19 Uhr - Dr. Kinski
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Dankeschön :)

Ich versuche mir ohnehin nach Möglichkeit Titel vorzunehmen, die hier noch nicht besprochen worden sind, von daher schön, wenn ich da noch ein paar Filme ausgraben kann, die noch nicht bekannt sind :)

Den solltest du auf jeden Fall Mal nachholen. Die Handlung und Inszenierung ist absolute Geschmackssache. Bei den Effekten hat man sich aber gut ins Zeug gelegt.

04.11.2021 19:13 Uhr - sonyericssohn
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Was für eine Sauerei ! Also der Trailer:-D Klingt jedenfalls nach ziemlichen Gesuppe das ganze hier.
Schöne Vorstellung. Danke dafür. Wenn's den irgendwann mal hierzulande auf deutsch gibt überleg ichs mir evtl...

04.11.2021 19:40 Uhr - DriesVanHegen
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Hat mir auch ziemlich zugesagt, die Melting-Effekte sind auf jeden Fall als brauchbar bis gelungen zu definieren.
Im Bonusmaterial zeigt Mills übrigens, wie er den Schleim anrührt, damit es ihm auch ja jeder zu Hause gleichtun kann ;)

04.11.2021 19:13 Uhr schrieb sonyericssohn
Was für eine Sauerei ! Also der Trailer:-D Klingt jedenfalls nach ziemlichen Gesuppe das ganze hier.
Schöne Vorstellung. Danke dafür. Wenn's den irgendwann mal hierzulande auf deutsch gibt überleg ichs mir evtl...

Gibt über das Kleinst-Label Dirt'n'Dust-Films 'ne Scheibe, die über Blacklava vertrieben wird, allerdings nur dt. UT und wohl nur noch wenige zu haben.

04.11.2021 20:07 Uhr - sonyericssohn
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Danke für den Tip, aber ich komm leider zu spät. :-(

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