SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Horizon Forbidden West · Eine postapokalyptische Welt · ab 74,99 € bei gameware Evil Dead - The Game · ULTIMATE MULTIPLAYER-ERLEBNIS... UND ES GROOVT! · ab 44,99 € bei gameware

The Manson Family

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Drama, Thriller
Alternativtitel:Charlie's Family
Cult Killers
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,43 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die Manson Family: Jeder hat schon von der ihrem Anführer Charles Manson fanatisch ergebenen Hippie-Kommune gehört, die Ende der 60er Jahre durch die Tate-LaBianca-Morde grausame Berühmtheit erlangte. Doch wer steckt hinter diesem Namen? Wer ist dieser Charles Manson und wie konnte er seine Anhänger zu solch einer blutigen Tat bewegen? Dieser Film offenbart die ganze schockierende Geschichte. Das blutige Ende der Love and Peace Generation lag in den Händen eines Mannes: Charles Manson, dem personifizierten Bösen… (Splendid Film)

eine kritik von dicker hund:

Jim Van Bebber hatte nach "Deadbeat at Dawn" zunächst Dokumentationen gedreht, so dass es nicht verwundert, dass sein 1997er TrueCrimer "The Manson Family" mit einem teilweise übereinstimmenden Cast in einem entsprechenden Stil aufbereitet ist. Der Regisseur ließ es sich nicht nehmen, den Jünger Bobby selbst zu spielen, während Marcelo Games als Charles Manson und Marc Pitman als dessen rechte Hand Tex noch prägendere Rollen übernahmen. Neben ihnen sind Maureen Allisse (hier Sadie) und Leslie Orr (hier Patty) aus der Erzählung von Straßenkämpfer Goose bekannt. Das gebotene Schauspieltalent bleibt wechselhaft, wobei das Overacting zu dem fanatischen Sektenmilieu besser passt als zu den abgebrühten Gang-Angehörigen.

Weil die Interviewpassagen mit ihren absichtlich beibehaltenen Materialfehlern trotz des nonlinearen Zeitfensters eine gewisse Nüchternheit ausstrahlen, in der widersprüchliche Statements der Schäfchen des berüchtigten Gurus zwischen Bedauern, Leugnen und Verharmlosen kommentarlos gegenübergestellt sind, kommt letztlich nicht die unfreiwillige Komik aus Van Bebbers Frühwerk auf (Humor 1/10). Die rauhe Marke des Independent-Kinos findet sich jedoch in anderen Charakteristika wieder.

"Wofür das alles gut war, war das Ficken."

Sex (6/10) gibt es zum Beispiel reichlich zu sehen, freizügig inszeniert auf einem Acker, an einem natürlichen Gewässer oder etwas verhüllender bei einer Gruppenvergewaltigung in einer Scheune. Wie so vieles werden diese Eindrücke in psychedelischen Montagen vermittelt. Rausch-Impressionen knüpfen an unhygienisch verabreichte Drogeninjektionen an. Dazu unterstützen verträumte Klänge klassischer und modernerer Musik die trancehafte Atmosphäre. Im Gegenschnitt dazu werden zwei blasse Herren präsentiert, die ihnen zugesandte Videos mit Archiv-Inhalten auswerten. Was zunächst ähnlich fad wie die Vorführumgebung in "Cannibal Holocaust" aussieht, erhält aber noch seinen dramaturgisch sinnvollen Platz.

Bevor die bereits entstandene Monotonie aus nachgespielten Ritualen und Nachrichtentexten der Vergangenheit allzusehr ermüden lässt, wird die Eskalationsschraube gedreht. In drastischen Schüben spritzt Gehirnmasse auf Böden oder Wände, wenn nicht einfach die Stichwaffen geschwungen werden. Insbesondere hat die Ohren-Szene aus "Reservoir Dogs" einen räudigen Onscreen-Cousin auf ein bemitleidenswertes Opfer losgelassen (Gewalt 7/10). Weil die Verbildlichung ihrer Tötungsdelikte noch nicht genug ist, schmieren sich die zugedröhnten Wahnsinnigen am Lagerfeuer mit Tierblut ein, wenn sie nicht gerade ihr äußeres Erscheinungsbild verschandeln (Horror 6/10).

Das von dieser mörderischen Truppe gelebte Chaos wird in dieser kleinen Filmperle (7/10 Punkte) fühlbar wie sonst nur selten in den zahlreichen Adaptionen der Real-Thematik. Das mag alles die dezent billige Note von ungeprüfter Low-Budget-Kost haben, verfehlt aber gerade durch den dreckigen Look und die schlaglichthaft vermittelte Berichtstechnik nicht die gewünschte Wirkung. Wer neugierig ist auf die in "Once Upon A Time In Hollywood" nur am Rande auftretende Manson-Bande, kann deren Treiben in "The Manson Family" hautnah miterleben, ohne auf Gore und Sleaze verzichten zu müssen.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Mother
dicker Hund
7/10
Mother!
dicker Hund
8/10
die neuesten reviews
Fack
TheMovieStar
5/10
Blood
Insanity667
7/10
Sideling
Dr. Kinski
5/10
Orphan
TheMovieStar
6/10

Kommentare

02.01.2022 14:48 Uhr - Dr. Kinski
1x
User-Level von Dr. Kinski 3
Erfahrungspunkte von Dr. Kinski 185
Mal wieder eine gewohnt gute Besprechung von dir.

Bei deiner Wertung würde ich auch mitgehen, die Inszenierung hat mir ebenfalls ganz gut gefallen und dann wurde es auch überraschend blutig, was mich bei meiner Erstsichtung doch ein wenig gewundert hat.

02.01.2022 17:52 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.033
Danke Dr. Kinski,

bevor es so richtig ruppig wird, kann man sich hier schon eingelullt fühlen.

Ich wünsche Dir und der Community ein schönes neues Jahr!

02.01.2022 21:11 Uhr - Dr. Kinski
1x
User-Level von Dr. Kinski 3
Erfahrungspunkte von Dr. Kinski 185
Vielen Dank. Wünsche ich Dir selbstverständlich auch :)

04.01.2022 08:18 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Der Titel ist doch tatsächlich bisher komplett an mir vorbeigegangen... :-) . Besten Dank für den toll formulierten Tipp, dicker Hund... interesse ist geweckt !

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)