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Gears of War

Herstellungsland:USA (2006)
Standard-Freigabe:USK Keine Jugendfreigabe
Alternativtitel:GoW
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,88 (8 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Planet liegt in Trümmern, Städte zerfallen, großartige Zivilisationen gehen unter. Die Menschheit sitzt in der Falle, ohne Ausweg, ohne Perspektive. Die Locust-Horde erhebt sich und zerstört alles, was sich ihr in den Weg stellt. Die Koalition sucht verzweifelt nach neuen Soldaten. Geblieben sind nur die Kranken, Verwundeten und Gefangenen. Ein Sträfling namens Marcus Fenix, einst dem Tode geweiht, wird nun beauftragt, das Überleben der Menschheit zu sichern. Sein einziger Trost: Die Menschen haben überlebt. Bis jetzt... (Epic Games)

eine kritik von dicker hund:

"Gears of War" war 2006 der Auftakt zu einer XBOX-360-exklusiven Third-Person-Shooter-Reihe, die inzwischen bei Teil 5 auf der XBOX One angelangt ist. Gesteuert wird ein Fleischbrocken von Mann namens Marcus, der den Befehlen auf dem Pad nur behäbig folgt. Das liegt an seiner schwer gepanzerten Uniform, in welcher er böse Aliens bekämpft, die Locust. Sein Team steht ihm zur Seite, wobei im Split-Screen auch ein menschlicher Mitspieler kooperativ antreten kann. Das ist auch durchaus ratsam, weil die künstliche Intelligenz der Computer-Kameraden arg zu wünschen übrig lässt. Allzu gerne laufen sie im ungünstigsten aller Momente in die Schusslinie oder drängeln sich an eine bereits besetzte Deckungsposition anstatt die Flanke zu schützen. Im schlimmsten Fall geben sie einfach den Löffel ab, wofür das Programm natürlich keine Entschuldigung äußert, sondern einen "Game over"-Bildschirm aufleuchten lässt. Dies bleibt zum Glück die Ausnahme, so dass die Knallchargen meistens ignoriert oder nur dann per Knopfdruck aufgerichtet werden können, wenn man ohnehin gerade an ihren gebückten Körpern vorbeiläuft.

"That was Fun!"

Gelegentlich lassen sie einen coolen Spruch fallen, der bisweilen Spuren von Humor (2/10) enthält. Auf dem im Testbetrieb genutzten Schwierigkeitsgrad "casual" lässt sich ihre schnodderige Nichtsnutzigkeit ganz gut verkraften. Bildschirmtode treten eher bei einigen Trial-and-Error-Passagen auf, in denen auf vier Beinen hoppelnde Selbstspreng-Wesen von einer unerwarteten Richtung aus auftauchen oder auch einfach nur gewisse Angriffs-Scripte gelernt sein müssen, bevor es möglich ist, der Wellen Herr zu werden. In einem Gewächshaus kann es passieren, dass kurz Ratlosigkeit eintritt, welches Verhalten denn nun im Angesicht des "Berserkers" gewollt ist. Die einzige Frau namens "Anya" äußert sich derweil nur ab und an mal über Funk, während ihr Geschlecht beim Dienst an der Waffe ebenso abwesend ist wie das Stilmittel der Erotik im gesamten Content (Sex 1/10). 

Das Gameplay erweist sich als recht simpel und zugleich als erfreulich intuitiv. Rennen und in Deckung gehen funktioniert sinnvoll mit der gleichen Taste, aktives Nachladen beschleunigt den Weg der Patronen ins Magazin. Mit ein wenig Übung erspart das wertvolle Sekunden, die für das Feuer auf den Feind gebraucht werden. Derselbe kann als extraterrestrische Variante der Orcs beschrieben werden. Sein Erscheinungsbild ist vielseitig ausgeprägt: Er reitet auf kreischenden Monstren, "Reaver" genannt, trampelt als "Boomer" mit donnernden Explosivprojektilen drauf los oder steht hinter stationären Miniguns. Das Kampfgetümmel wird hierdurch bereits spürbar aufgelockert, so dass nicht immer nur das Prinzip "Deckung-Salve" verlangt ist. Weggabelungen geben eine Prise Entscheidungsfreiheit hinzu, während Passagen in fahrbaren Untersätzen sogar einmal gänzlich aus der Handkanonenroutine ausbrechen.

"Earthwalkers..."

Manchmal hört es sich richtig gruselig an, wenn die garstigen Fabelwesen kommunizieren. Liegen dann auch noch Überreste gefallener Soldaten auf dem Weg, wird es unbehaglich. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn die Beleuchtung spärlich wird oder gar Killer-Krähen den Nachthimmel unsicher machen (Horror 4/10). Ohnehin erweisen sich die Schauplätze als der heimliche Star der "Gears of War". Schon die zerstörten Städte sind detailreich präsentiert, enthalten kleine Zierden wie vergilbte Portraitbilder alter Fürsten aus besseren Zeiten ohne die gemeinen Außerirdischen. Als besonders spektakulär kann eine Höhle bezeichnet werden, durch die goldgelbe Lava fließt. Andere Settings werden durch glitzernde Regenströme oder animiertes Herbstlaub veredelt. Durch solche Umgebungen schnetzelt es sich dank tadelloser Kollisionsabfrage geschmeidig hindurch, bis einer der Endgegner auf faire, aber nachdrückliche Weise fordert.

"We will fight and fight and fight until we win."

Die Dialoge mögen ebensowenig wie die Hintergrundgeschichte den "Goethe-sein-Opa-Award" gewinnen, sind aber sowieso reine Nebensache. Auf die Action kommt es hier an - und die wird groß geschrieben. Von Anfang an steht ein Schnellfeuergewehr mit Kettensägen-Bajonett zur Verfügung, der "Lancer". Unecht aussehendes Locust-Blut spritzt großzügig dosiert auf den Bildschirm, wenn dessen Nahkampf-Aufsatz zum (dezent hakeligen) Einsatz kommt. Wurfseil-Granaten lassen bei Detonation sprichwörtlich die Fetzen fliegen. So viel schlimme Gewalt (7/10) zog erst einmal eine zehnjährige Indizierung nach sich.

Trotz kleinerer Patzer erweist sich "Gears of War" in der Gesamtschau noch als große Spieleperle (8/10 Punkten). Höhepunkte sind eine halsbrecherische Autofahrt, in welcher ein Scheinwerfer der einzige Schutz vor der mörderischen Dunkelheit voller aggressiver Kreaturen ist, und das Betreten einer vermeintlich verlassenen Fabrikanlage, in welcher ein verstörter Überlebender eine atmosphärisch gelungene Vorahnung auf bevorstehende Gefahren gibt. Die Aura der Marke "dumm wie bohnenstroh" steht einer wertigen Optik ebenso gegenüber wie einem abwechslungsreichen und fehlerarmen Geballer. Schade nur, dass es keine Upgrades gibt, und ähnlich wie in "Halo" nur zwei Gewehr-Arten getragen werden können. Wird Luftunterstützung benötigt, reduziert der hierfür notwendige Laser-Marker diese Zahl auf "1". Gelegentlich mal ein Sniper oder eine Shotgun als Sekundäroption - mehr wird riskant: Denn ohne eine für alle Distanzen taugliche Standardwaffe werden einige Passagen rasch zum Himmelfahrtskommando.

8/10
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