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Dredd

Herstellungsland:Großbritannien, Südafrika (2012)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Comicverfilmung, Krimi,
Science-Fiction
Alternativtitel:Dredd 3D
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,60 (86 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Mega City One eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden: Eine Art Drogenseuche sucht sie heim, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die Judges können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen. Dredd (Karl Urban), als oberster Judge gefürchtet, will die Stadt von dieser Plage befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson (Olivia Thirlby), nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma (Lena Headey) auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nicht zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen. Die Zahl der Todesopfer steigt und auch Dredd und Anderson müssen in diesem erbarmungslosen Kampf an ihr Äußerstes gehen, um am Leben zu bleiben. (Universum Film)

eine kritik von s.k.:
Es ist jetzt beinahe 20 Jahre her, da hat sich Sylvester Stallone den überdimensionalen, bis auf die Mundwinkel alles verdeckenden Helm auf den Schädel gepackt, den titelgebenden Judge Dredd zum Leinwand-Debut verholfen und lautstark den markigen Spruch "I am the law !" rausgebrüllt. Und die Leute sind in die Kinos geströmt. Was wohl weniger am harten Polizist, Richter und Henker in Personalunion, sondern mehr an Slys Anziehungskraft gelegen haben muss. Sein "Dredd" war nicht schlecht, denn er hatte vorzeigbare Action, Tempo und eine gute Dosis schwarzen Humor, entfernte sich aber sehr vom Härtegrad des Original-Comics. Nun sollen Regisseur Pete Travis und sein Hauptdarsteller Karl Urban das richten, was damals bemängelt wurde... Und wieder kam nur ein Film heraus, der sich irgendwo im Mittelmaß breitmacht und den sich kaum ein Mensch im Kino ansehen wollte, sei es in den USA oder hier in Deutschland. "Dredd" hat sich quasi selbst gerichtet.

Woran könnte es gelegen haben, dass der zweite Adaptionsversuch so mächtig in die Hose ging ? Dass nicht einmal die 50. Mio. Produktionskosten - Peanuts für Hollywood-Verhältnisse - reingeholt werden konnten ?
Was gegen einen totalen Veriss dieses Films spricht ist die Tatsache, dass es an Härte und Blutgehalt wahrlich nicht mangelt, das dreckig-düstere Dekor der bebilderten Vorlage sehr nahe kommt und "Dredd" den ganzen Film über gesichtslos bleibt, ganz so wie im Comic. Demnach erfüllt der neue "Dredd" die Grundvoraussetzungen, um auch als echter "Dredd" durch zu gehen. Aber reicht dies schon, um am Ende auch als guter Comic-Actioner zu glänzen ? Nicht wirklich.
Schon zu Beginn stört man sich an der Masse an hohlen Dialogen und unglücklich geratenen Oneliner - sofern letztere wirklich an solche gedachte waren, denn wenn u.a. ein Dredd viel geistigen Dünnschiss wie "Das Wasser ist überall kalt" oder "Wenn ich sie zuerst sehe, erschieße ich sie. Und wenn sie mich zuerst sieht und zögert,…dann erschieße ich sie!" von sich gibt, hat man als geschworener Filmseher so seine Zweifel. In diesem Falle NICHT für den Angeklagten, den Drehbuchschreiber. Entweder hat Dieser ein ganz eigenes Verständnis von Humor oder er versteht den Sinn dahinter nicht. Dieser Dredd ist nicht cool, nicht zynisch, sondern nur ein einfacher, dummer, grobschlächtiger Kerl mit einer dicken Wumme, der einfach nur aus Lust Gebrauch davon machen will. So wichtig die Härte in Filmen wie diesen auch ist, das Maß der hier präsentierten Brutalität ist mitunter auch derart überzogen, dass ich mir schon die Frage stellen musste, ob "Dredd" nur durch seine derbe Gewalt aufzufallen bzw. zu gefallen versucht. Wenn ja, dann ist das armselig.
Ein weiterer Störfaktor ist, dass alle (!) Figuren unnahbar bleiben. Wenigstens Dredd und seiner blutjungen Rekrutin hätten etwas mehr von sich zeigen können. Der Grünschnabel an der Seite des Judge ist eine Mutantin, die Gedanken lesen kann. Wahnsinn ! Ein X-Man, der sich im falschen Film verirrt hat und einigermaßen hübsch ausschaut. Damit belässt man es auch. Vertane Chance, aus dieser Person hätte mehr werden können. Von Dredd, der seine andauernde, unfreiwillig komisch wirkende Grimmigkeit in Form eines "Angela-Merkel-Lächelns" zeigt, weiss man nur - nachdem Frau Gedankenleserin in seinen Kopf reingeblinzelt hat -, dass in ihm Wut, Kontrolle und "noch etwas Anderes" stecken. Andeutungen, auf denen nichts mehr folgt. Karl Urban, den ich als Eomer in "Herr der Ringe" und verjüngten Schiffsarzt der neuen "Star Trek"-Filme gerne gesehen habe, kann da noch sehr grimmig dreinschauen, zum echten Schauspielern hat er hier schlicht und ergreifend die falsche Rolle gewählt. Tja, und der Rest aus Ober-Mega-Villian Ma-Ma (Gott, wie einfallsreich... Fast so wie die Idee, die Droge "Slo-Mo" zu taufen), ihre Anhängerschar und ein Paar korrupte Judges - kein Kommentar dazu.

Wenn jetzt wenigstens die Action und die dazu gezimmerten Effekte stimmen würden, dann hätte "Dredd" sich noch wenigstens als nette Genre-Empfehlung retten können. Mit dem Budget, das zur Verfügung stand, kein unmögliches Unterfangen, doch dieses unheitliche Ganze aus müden Schießereien, langgezogenen wie grellbunten Drogenrausch-Bildern (wenn jeder gefühlte zweite Action-Film mit verdächtig ähnlich aussehenden SloMotion-Szenen aufwartet, kann ich nichts Besonderes mehr daran entdecken) und einigen zermatschten Bad Guys birgt keinen Spannungsbogen, keine Höhepunkte. Nichts, was ich mit dem verheissungsvollen Synonym "spektakulär" gleichsetzen würde oder könnte.

Fazit:
"Sehenswert oder durchgefallen ? Entscheide, Rekrut !". Diese Phrase hätte vom Raubein Dredd selbst kommen können. Und ich habe entschieden. Ich hab viel bessere Action-Filme gesehen als diesen, darüber kann auch die mehrfach genannte Comic-Treue nicht hinwegtäuschen. Austauschbare Charaktere, austauchbare Action, ein flacher Plot und viel CGI-Gore. Das Urteil: Mehr als 4 Punkte kommen da bei mir nicht rum. Und damit schließe ich die Sitzung.
4/10
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Kommentare

17.07.2015 06:03 Uhr - liebesliesschen11
3x
Hallo S.K.
dass du den Streifen dermaßen zerreißt...

Was an pseudo-geistreichem, oder vor Ironie
nur so gespicktem, hätte Dredd denn bringen müssen um deinen gar so hohen Ansprüchen gerecht
zu werden - John Lithgow aka Eric Qualen, aber bitte zusätzlich abgeschmettert im Hexameter?

Welche Infos über die Mutantin hättest du denn
haben wollen um ihrem Charakter mehr Tiefe
abgewinnen zu können - ihren Lieblingssong?

Die SlowMo-Szenen, die du so ja schon zigfach anderswo
gesehen hast und die dich ja so nerven - sind vll. fürs
3D Publikum?

An Härte fehlt es dir ja nicht, sie ist nur einfach plumper Selbstzweck, die CGI findest du lieblos, quasi von der Stange - um das zu widerlegen muss ich
den Streifen nicht erst in 3D gucken, denn beides rockt und zwar maßgeschnitten!

Guter Sound und passende (auch deutsche) Dialogregie, die du ja kritisierst, ist auch mit an Bord - "i am the law" klingt aus Sly's schiefer Fresse natürlich (olds)c(h)ooler und da liegt der Hund auch schon begraben...

Ein starkes Remake, im Geiste der Zeit, ein Silberstreif am sonst so wolkenverhangenem PG-13 Horizont! Nicht auf dem Altar der MPAA geopfert und deshalb "gefloppt" und nicht, weil er madig ist!

Du hast versucht den Streifen abzufrühstücken, wie den
hundertsten Steven Segal B-Movie Klopper - dafür aber ist dieser Bissen einfach zu deftig!

8,5/10 - aber das muss dir ja nicht schmecken...😏
Es grüsst liebesliesschen 😎

27.07.2015 17:02 Uhr - Argamae
2x
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Nun, S.K. begründet ja seine Wertung und führt seine Abneigungen aus. Damit ist seine Kritik absolut legitim. Nur teilen tue ich sie ü-ber-haupt nicht. DREDD war für mich das Action-Highlight des Jahres.

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