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Mulholland Drive

Originaltitel: Mulholland Dr.

Herstellungsland:Frankreich, USA (2001)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller, Mystery
Alternativtitel:Straße der Finsternis
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,08 (27 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach einem Unfall irrt eine geheimnisvolle junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat, durch das nächtliche Hollywood und findet Unterschlupf in einem Appartement, das von der jungen Schauspielerin Betty bewohnt ist. Diese will eigentlich in Hollywood Karriere machen, erklärt sich aber bereit, der verstörten Schönheit bei der Suche nach ihrem düsteren Geheimnis zu helfen.

Eine irrwitzige Fahrt voller emotionaler Intensität und eine Story, die sich immer tiefer und spannender ins Mysteriöse zu bewegen beginnt. (Concorde Home Entertainment DVD Cover)

eine kritik von cecil b:

 

KAISER SOZE berichtete bereits davon, dass MULHOLLAND DRIVE am 09. Dezember 2021 anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums in mehreren Editionen erscheint. Ab unter den Weihnachtsbaum. 

Ein Film von David Lynch. Seine Regie wurde für einen Oscar nominiert. Es gibt kaum einen Bereich, der nicht eine Auszeichnung oder eine Nominierung für eine solche erhielt. Lynch. Ein Regisseur, dessen Vermögen bei Philosophen und Philosophinnen, sowie Fans vom unkonventionellen Kunstkino, auf der Zunge zergeht. Lynchs Filme beschenken uns fast immer mit unendlich vielen Ideen, die das Denken, und noch mehr das Fühlen, stimulieren, sie haben meistens eine eigene Logik. Haut bloß jedem verächtlich auf die Finger, der sich dazu Gedanken macht, tut ihn als interpretationsverliebt ab, wenn ihr denn wollt. Somit wird dann eine Wurzel der Kunst an einem Punkt entmachtet, wer's braucht. Ich weigere mich, die Kunst kleiner zu machen als sie ist, oder ihrer geistigen Beweglichkeit durch meine Wahrnehmung im Weg zu stehen. Wie immer, schrieb Lynch auch diesmal das Drehbuch zu seinem Film.

 

                                                                                    MULHOLLAND DRIVE

David Lynch spricht verschiedene Elemente der Psyche an, um seinem Film eine immense Wirkung zu verleihen, und macht es einem nicht so einfach, als dass er sein Werk mit einer weiteren Bedeutung erklärt. Die Emotionen der Figuren werden auch aus dem Moment heraus gereizt, wir werden Zeuge, und unser Bewusstsein drückt Knöpfe bevor wir es wissen. Wir sind ertappt, das Leben besteht aus unzähligen Momenten, die immer auch eine Übereinstimmung mit unserer subjektiven Wahrnehmung der Dinge sind. Bei MULHOLLAND DRIVE können wir nicht wissen, was in Wirklichkeit passiert, und welche Begebenheiten einen authentischen Hintergrund haben, das liegt im Auge des Betrachters. "Es ist Zeit, aufzuwachen." Lynch legt viele Köder aus, wie zum Beispiel Kästchen mit Schlüsseln, die herumgereicht werden, oder ein grelles Licht, mit teilweise merkwürdigen Funktionen, und verschlüsselt MULHOLLAND DRIVE damit genauso. Die Synapsen folgen ihrem Wissen erfolgreich, aber eine Zielsetzung ist anschließend ermattet wie die Figuren, die nicht immer die Kontrolle darüber haben können wie sie fortleben. 

Jeder der Protagonisten bewirkt einen eigenen Erzählstrang. Sie stellen sich eine gefahrvolle Aufgabe. Die amnesische Figur erinnert sich nicht mehr daran, dass sie ermordet werden sollte. Und das kurz vor dem Unfall, durch den sie hätte sterben können. Todesangst ist der Ausgangspunkt, sie ist bis zum Ende ein fester Bestandteil von MULHOLLAND DRIVE.

Jegliche Vertrautheit der relevanten Figuren wird von Anfang an erprobt. Die Protagonistinnen zieht es in eine Wohnung die ihnen nicht vertraut ist, weil sie gelernt haben, dass sie dort normalerweise Geborgenheit finden können. Daraufhin möchten sie diese auch miteinander erleben. Lynch lässt unterschwellig ein Grummeln, ein Rauschen, ein irgendwas, ertönen, und mit einer theoretische P.O.V -Perspektive fährt die Kamera langsam durch die Räumlichkeiten, in der gewöhnlichen Sicherheit lauern Angst und Schrecken. Wir wissen es ungefähr, die Figuren werden es herausfinden. Was ist im Leben schon vollkommen sicher? Die drei Hauptpersonen werden mit dieser Frage konfrontiert. 

Betty (Naomi Watts) ist eine ambitionierte Schauspielerin, die in die Wohnung einer solchen einzieht, sie bewirbt sich für eine Rolle. Der Regisseur Adam Kesher (Justin Theroux) soll von oberster Stelle aus eine belangvolle Rolle in einem Film mit einer Akteurin besetzen, die er nicht für diese Figur vorgesehen hat. Aber als sich Kesher aggressiv gegen die Bosse des Filmbusiness wehrt, wird fast alles, was er in seinem Leben aufgebaut hat, zerstört. Der Mann um die 40 hat sich mit den Falschen angelegt, die besagte Schauspielerin muss "Die Richtige." sein. Die Frau ohne Namen (Laura Harring) sucht sich den Vornamen der berühmten Schauspielerin und Tänzerin Rita Hayworth († 1987, Gilda) aus, macht aber keinen Hehl daraus, dass sie nicht weiß, wo sie für gewöhnlich wohnt, und welches Leben sie bisher geführt hat. 

Die Summe daraus ist schon eine Ebene. Ein Hauptmerkmal der Dramaturgie ist die Identität. Betty, die blonde Protagonistin, verhält sich beruflich wie eine Person, die sie nicht ist, der Regisseur kann sich in diesem Fall nicht nach seiner Überzeugung, seinem eigentlichen Ich, verwirklichen ( "Es ist nicht mehr ihr Film."), und 'Rita' sagt: "Ich weiß nicht, wer ich bin." Es ist nur bedingt möglich, sein Wesen in der Gesellschaft auszuleben, man muss sich anpassen, und wird auch durch andere identifiziert. Rita hat Angst vor der Ungewissheit, sie befürchtet zudem, dass sie das Wissen darüber, wer sie ist, gleichfalls belasten könnte. Die Schauspielerin hat eine große Freude daran, der Hilfsbedürftigen bei ihrer Identifikation zu helfen, sie sagt es freiheraus, mit einem strahlenden Lächeln: "Wir machen es wie im Film!" Der Regisseur ist nicht unbedingt ein Sympath, er kann kritisch und satirisch beäugt werden, andererseits ist seine Wut auf die Auftragsgeber verständlich. Man kann sich kaum dagegen wehren, die Frauen haben eine zweifelhafte Seite, und dennoch entsteht schnell eine Zuneigung gegenüber Betty, und ein Beschützerinstinkt in Richtung Rita. Das wird sich ändern. Garantiert. Sie sind nicht einfach das süße Blondchen und die dunkle Schönheit, die die Neugierde weckt. Langweilige Abziehbilder gibt es bei Lynch nicht. 

Bettys Weg vom Flughafen hin zu ihrem neuen kurzzeitigen Heim kündigt schon an, was passieren wird, die anonyme Figur erwartet sie unbekannterweise, wir wissen es. Anhand Bettys ebenfalls unbekannten anfänglichen Begleitung ist erkennbar, dass nicht jedes Verhalten einen echten Kern hat. Denn diese Menschen haben zwar hochgezogene Mundwinkel, sie strahlen aber keine Freundlichkeit aus. Nichts als eine Entblößung der Zähne, ein furchteinflößender Anblick. Dabei ist die Handlung der Personen eine gesellschaftlich typische Definition von einem freundlichen Akt. Die entgegengesetzte Bedeutung der Grimassen zeigt sich am Ende.

Die Beziehung der Frauen entsteht in erster Linie über ihr gegenwartsbezogenes psychologisches Ichbewusstsein.  Sie haben sich einiges vorgenommen, ihre Emotionalität soll die Rationalität bestimmen. Befreit von einem Großteil der gesellschaftlichen Identität ist eine Innigkeit ein Stück Natur, beinahe schutzlos und frei begegnet Rita ihrer Beschützerin am Anfang bezeichnend nackt. Für das Prinzip der Psychosexualität, nach dem Begründer der Psychoanalyse, Siegmund Freud, ist das ein offenes Buch. Zwischen diesen Frauen ist eine erotische Ausstrahlung spürbar. Ein sexueller Aspekt ist nicht zu übersehen, die Kleidung liegt so eng an, man könnte meinen sie sei aufgemalt. Die psychosexuelle Identität, die auch einen Einfluss auf jeden anderen Bereich des Lebens hat, und somit auch die Identifikation mit der Person, die man nach außen darstellt, ist in MULHOLLAND DRIVE bedeutend.

Wer bin ich, wer will ich sein, was brauche ich, warum mache ich das, wie will ich mein Leben bestimmen, diese Fragen müssen sich Betty, Adam Kesher und Rita (?) stellen. Lynch gibt in der ersten Hälfte des Films Antworten darauf, um in der zweiten Hälfte dieselben Fragen noch einmal mit einer völlig anderen Grundlage zu stellen. Die Positionen und damit das Bezugssystem nehmen eine ungeahnte Fasson an, es geschieht ein Wechsel zu einem neuen Beziehungsgepflecht der Protagonisten. Der ist rational logisch nicht verständlich, aber es gibt nur wenige Menschen, die den inszenierten Gefühlsinhalt emotional nicht folgen können. Wenn sie diesen nicht unnütz zerdenken. 

Der antike griechische Philosoph Platon fand für dieses Thema passende Worte:

 "... auch jedes einzelne lebende Wesen wird, solange es lebt, als dasselbe angesehen und bezeichnet... Aber obgleich er denselben Namen führt, bleibt er doch niemals in sich selbst gleich, sondern einerseits erneuert er sich immer, andererseits verliert er anderes: an Haaren, Fleisch, Knochen, Blut und seinem ganzen körperlichen Organismus. Und das gilt nicht nur vom Leibe, sondern ebenso von der Seele: Charakterzüge, Gewohnheiten, Meinungen, Begierden, Freuden und Leiden, Befürchtungen: alles das bleibt sich in jedem einzelnen niemals gleich, sondern das eine entsteht, das andere vergeht."

Mittendrin reißen Szenen aus der deutlichen Narration heraus. Gerade hatte man sie lieb gewonnen, weil man ihr folgen konnte, und auf einmal sind da neue Gesichter, eine vage, veränderte Kausalität. Für so eine Szenenfolge sind die erstklassigen Schnitte unabdingbar. Der Anstoß durch den Unfall passiert plötzlich und ungeahnt, dieser Vorgang wiederholt sich in anderer Form. Erst zurückhaltend, dann extrem. Akteure singen Oldies, der Kleidung und den Frisuren nach könnten sie durch eine Zeitmaschine in ein Musikstudio bugsiert worden sein, der Zoom verweist auf die Wirklichkeit, alles ist nur gespielt, Kesher führt die Regie. Ein Gespräch zweier Figuren, die wir nicht näher kennenlernen, wirkt zunächst aus dem Zusammenhang gerissen, ihr Thema, inwiefern haben Träume ihren Ursprung und ihre Bedeutung in der Realität, erweitert aber sinnvoll das Spektrum. Sie möchten der Sache auf den Grund gehen, die Kamera begleitet sie, es wird seltsam. Eine Mauer, die da vor ihnen steht, ist nur eine Hauswand. Geht man voller Angst auf sie zu, wie diese Figuren, damit sie um die Ecke schauen können, versteckt sich hinter ihr etwas. Alles kann dort sein, auch das Grauen. Ein tollwütiger Hund, ein Killer, der nicht erkannt werden möchte...schaut selber mal nach. Ihr könnt euch dann erschrecken, oder ihr lacht, möglicherweise auch beides. Wer Humor hat, sieht die Ironie. Viele Abläufe und Inhalte sind witzig, und die Angst geht trotzdem mit. Willkommen, im Wechselbad der Gefühle. 

Eine dramaturgische Kostbarkeit, mit teilweise billigen Tricks, die aber so verstanden werden können, dass sie humorvoll darauf zeigen, wie einfach gestrickt wir Menschen doch zum Teil sind. Diese perfekt geformten Körper der Frauen, einer Statue ähnlich, schön und geradezu unnatürlich, obwohl aus Fleisch und Blut. Erotische Szenen, dazu ein harmonisches Geigenspiel, sind berauschend und doch irgendwie affektiert. Lynchs Film hat nichts anderes versprochen. Betty macht den Anfang in einer unwirklichen, kunterbunten Traumwelt voller Glück, manisch anmutend tritt sie hervor, ihr Lächeln ist ansteckend, die Darstellung bekommt durch die erwähnte Begleitung einen Schatten. Stellt sich die eigene Wahrnehmung auf traurige oder erschreckende Verläufe ein, und davon gibt es viele, sind diese häufig mit Humor, speziell Ironie, verbunden. So resultiert beispielsweise in einer Szene aus einer nachvollziehbaren Tragik eine Farce, und der Countrysänger sowie Akteur Billy Ray Cyrus, der Vater von dem Popstar und der Schauspielerin Miley Cirus, spielt einen Schmierlappen mit White -Trash -Matte, der von einem riesigen Schwergewicht verkloppt wird. Gewalt ist nicht witzig, und diese Szene ist es doch. Subjektivismus.  Die Protagonistinnen sitzen im Theater, und ein clownesker Magier erzählt von Illusionen, er demonstriert auch welche davon. Und, nichtsdestotrotz, obwohl die Pointe ausgesprochen wurde, erstarren die beiden Frauen mit Tränen in den Augen, als dann eine Sängerin auf spanisch singt, und sich Betty und Rita persönlich angesprochen fühlen. Der Text kann fast egal sein, denn es geht nur darum, was die Protagonistinnen daraus lesen. MULHOLLAND DRIVE spielt auch mit denen, die ihn sehen.

Etliche Faktoren nutzen einfache Schemata aus Märchen und der geläufigen Filmwelt. So hat man die Möglichkeit, hexenartige Wesen, märchenhafte Prinzessinnen, verderbliche Figuren, Dämonen, die Verkörperung von Neid und Missgunst, sowie das persiflierte Klischee des ernsten Cowboys, der mafiösen Bosse, des skrupellosen Killers und der sexualisierten Schönheiten zu erkennen. Manche von ihnen tauchen mir nichts dir nichts auf, dort, wo Betty und Rita meinen sich kennenzulernen, in L.A.. Die Filmstadt, in der ertragreiche Illusionen verfilmt werden. In der Nähe des häufig sichtbaren Hollywood Sign sind Motive und Musik aus verschiedenen Zeiten präsent, ein surreales Gesellschaftsbild, von einem Ort, an dem mit der Fiktionen manipuliert und gearbeitet wird. Krimi, Horror, Sex und Humor, sind auch in MULHOLLAND DRIVE wirksame Triebfedern. Welch eine hervorragend gemeisterte Gratwanderung, zwischen wirkungsvoller Suspense, und der humoristischen Darstellung der Mittel. Lynch wird Bigas Lunas IM AUGENBLICK DER ANGST in der Sammlung haben. Die Sinnhaftigkeit der zahlreichen Gesichtspunkte ist immer dann fassbar, wenn sie zugelassen wird. Wie gruselig dann ein unbekannter alter Mann ist, der mit halbtotalen und halbnahen Einstellungen inszeniert im Zentrum eines Verhörraums sitzt, abgedunkelt durch rote Vorhänge, auf denen das spärliche Licht Dreiecke bildet. Der Verstand sieht in ihm zuerst einen Gefangenen, und dann einen Befehlshaber.

Famos, dass die kontinuierlichen Weiterführungen trotz der atypischen Struktur bestehen bleiben, auch dann, wenn sie kein klares Fazit ergeben. Die Suche nach der Identität, die Ironie, der Tod. Das hart erarbeitete Verständnis der Figuren, und deren Sicht auf das Leben, sowie den Tod, verändern sich. Psychologische Spannung auf höchstem Niveau. Eine geniale Regie, und Schauspieler, die zeigen, wie man es richtig macht. 

Dass Lynch ein gutes Gespür für die Besetzung hat, das wird auch durch die kleinste Rolle bestätigt. Naomi Watts (Oscar-Nominierungen für 21 Gramms und Lo imposible), die einstige erste hispanoamerikanische Miss USA Laura Harring (Drool) und Justin Theroux (Kap der Angst) brillieren als die Protagonisten. Den Regisseur wird es so, wie ihn der echte Regisseur und Theroux darstellen, bestimmt oft geben, nur in Grün. Die Zwischentöne geben den schauspielerischen Ton an. Die Frau mit dem schwarzen Haar, sie ist dank Harring geheimnisvoll, sexy, verrucht und schutzbedürftig. Die enorme Wandlungsfähigkeit von Naomi Watts ist beeindruckend. Ihr Spiel während eines Castings, bei dem sie zwei Seiten von Betty, und zwei Sichtweisen auf ihre Figur, innerhalb kürzester Zeit verkörpert, Manometer!

David Lynch konnte MULHOLLAND DRIVE mir der Hilfe von Kameramann Peter Deming (The Cabin in the Woods), der Cutterin Mary Sweeney, die bei mehreren Filmen von Lynch die Schnitte sowie die Produktion übernahm, und großartigen Schauspielern, zu einem besonderen Erlebnis gestalten. Hervorzuheben ist auch die musikalische Finesse von Angelo Badalamenti, der mehrmalig mit Lynch zusammengearbeitet hat. Über diesen Film wurden bestimmt schon etliche Referate geschrieben, die auch andere Rückschlüsse haben, und die noch mehr ins Detail gehen, aber dies kein Referat, sondern eine Review, mit meinen Gedanken zu MULHOLLAND DRIVE.

 

 

 

TRIVIA:

Lynch drehte 1999 mit der gleichen Besetzung einen Pilotfilm, mit dem Titel MULHOLLAND DR. , was auch der Originaltitel des Kinofilms ist. Die American Broadcasting Company war mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden, und lehnte es ab, die geplante Serie zu finanzieren. 

Der Film soll im Netz kursieren.

 

9/10
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Kommentare

02.12.2021 13:47 Uhr - McGuinness
1x
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Puh, ich fand " Lost Highway " (1997) schon, wie soll ich sagen, ' schwierig ' 🤯 auf jeden Fall bedurfte es beim ansehen einer Menge Aufmerksamkeit und auch dieses Werk hier, welches du wunderbar vorgestellt hast, dürfte vermutlich in ähnlichen Gefilden angesiedelt sein ?

Zu viele Kurven und Abzweigungen finde ich oftmals zu verwirrend, um solch eine Art von Film genießen zu können, auch wenn die Fähigkeit zu eigenen Interpretationen wahrscheinlich maßgebend ist.
Eine Chance könnte ich diesem evtl. dennoch einräumen... mal sehen 🤔

02.12.2021 15:48 Uhr - tp_industries
3x
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David Lynch + Cecil B = Symbiose eines genialen Filmemachers und eines nicht minder genialen Reviewschreibers

Vielen Dank für die Vorstellung dieses ( in meinen Augen ) Ausnahmewerkes. Obwohl, bei Lynch kann man das eigentlich über so ziemlich alle seiner Werke sagen!

02.12.2021 17:07 Uhr - Schwachkopf79
1x
Lynch jongliert während seiner Filme immer mit einer ganzen Menge Bällen...und fängt die wenigsten wieder auf! :D

Tolle Film mit einer angemessenen Review!

02.12.2021 17:35 Uhr - Cinema(rkus)
3x
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Wirklichkeit ? Traum ? Sphären ?
Cecil b, sind Deine Worte der Realität entlehnt ?
Cecil b, kristallisierten sich Deine Worte, Deine Sätze, Deine Gedanken, Deine Interpretationen, während Du in LYNCHopahischen Grenzwelten verweiltest ?
Herrlich, ERSTKLASSIG.
Eine Review folgt dem kryptologischen Labyrinth der meisterhaften Geschichte dieses Regie-Genies.
Regie ?
Deutlich zu kurz gegriffen.
Lynch. Für mich Ehrfurcht.
Regie, Drehbuchautor, Produzent, Schauspieler, Komponist, Maler, Skulpturen-Künstler, Möbel-Designer.
Ein Mann, für den ich mit einem Glas Wein, die tollsten Frauen der Welt sitzen lassen würde (o.K., ausser meiner Claudia...obwohl...???). Welche Qualität hat dieser komplette Surrealist in die Filmwelt geträumt ?
Ich liebe seine Träume. Ich liebe seine Bilder. Ich liebe es, dass er meine sämtlichen Traum-(Gehirn???) Zellen fordert, um seinen Bildern zu folgen, einzuordnen, zu interpretieren. Und, cecil, ich scheitere jedes mal und fühle mich gerade deshalb, jedes mal, vollkommen. Selten einen Künstler genossen, der meine künstlerische Empfindung dermaßen befriedigt, ohne mich jedoch - auch nur annähernd - zu verstehen. Ja, Lynch versteht mich nicht, es ist nicht anders rum.
Und das ist der Schlüssel zu seinen filmischen Rätseln, seinen psychologisch anspruchsvollen, aufgeladenen Erzählungen. Lynch versteht uns - größtenteils geformt durch anspruchsloses, einfach struktuiertes Massen-Kino - nicht, jedoch, es interessiert ihn nicht. Herrlich.
Ich wiederhole gern, meinerseits EHRFURCHT !!
Und jetzt Du. Hier, im JETZT. Du nimmst Dich dieser Geschichte an, schlängelst Dich glitzernd, tiefgründig, schwarz - ähnlich dem Drive - durch Deine Analyse, nimmst uns an die Hand, versuchst mit uns das Labyrinth zu erforschen. Dabei nimmt Deine Sprache, die Färbung der von Dir kreierten Stimmung, die Atmosphäre Deiner Sätze, den Ansatz von Lynch auf; ich liebe es, nehme Dich ehrenvoll im Kreis der LYNCHO-Pathen auf.

Eine superb formulierte Rezension, die in Ihrem Fluß dem Mullholland Drive nah und näher kommt, sich darin verwebt, verschlingt, irgendwann EINS wird, Realität und Traum nicht mehr voneinander trennt....und in einem grandiosen Sog im Traum der eigenen psychologischen Träumerei langsam dem Grund der eigenen Traumwelt entgegen schwebt. Grandios. Glückwunsch. Bist ein toller Schreiber und Worte, cecil, - richtig verwendet - sind ein tolles Balsam in der heutigen realen Welt.
Wort-Künstler sind heute meine Helden. Die Welt ist so viel besser mit Menschen, die mit Worten etwas Licht in der Welt verbreiten. Bitte weiter so.....
Gruß C.M.

02.12.2021 21:09 Uhr - cecil b
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Wow. Bald mache ich das hier seit 10 Jahren. Und diesmal sind die Kommentare für mich nahezu bewegend. Wirklich.

Selten hatte ich soviel Lampenfieber wie bei dieser Review. Weil Lynch unfassbar ist. :)

Er ist für mich eine Herausforderung, vergleichbar mit vielleicht 10 anderen Filmen bisher, wenn überhaupt.

McGuinness: Ich weiß, das ist nicht so dein Ding. Und das kann ich gut verstehen! Du kannst dem eine Chance geben, aber es gibt keinen Grund für dich, zu versuchen, den zu mögen. Vielleicht sind es der Humor und diese unglaublichen Akteurinnen, die dir gefallen, aber am Ende könntest du auch die Handinnenfläche auf die Stirn schlagen. Daran wäre echt nichts falsch. :) Thanx.

tp_industries: Ich danke dir vielmals für diesen erfreulichen Kommentar!
Ich weiß, dass du eine ehrliche Haut bist. Du schreibst es, ob öffentlich oder auch per PM, wenn du etwas kritisch oder anders siehst, und stellst Fragen, wenn du sie hast. Du machst dir wirklich Gedanken, und das spiegelt sich auch in deinen großartigen Reviews wieder. Thanx! :)

Schwachkopf79: Da hast du Recht, ein Jongleur. :) "Angemessen" bei Lynch? Natürlich kann das nur subjektiv sein, aber das lese ich logischerweise gerne. Danke dafür! :) Du schreibst mal was unter alte kurze Reviews von mir, und auch bei diesen Romanen, und kannst beiden mal etwas abgewinnen. Das finde ich toll. Das zeigt mir, dass es dir wirklich um deine Sichtweise geht, und ob du die meinige teilen kannst, dir ist es dabei nicht wichtig, ob das ein Riesentext ist, sondern was drinsteht.

Cinema(rkus):

Einen so außergewöhnlichen Kommentar habe ich noch nie gelesen. Für mich Lyrik, mit Herzblut geschrieben.
Ich danke dir vielmals. Wirklich. :)

Lynch und MULHOLLAND DRIVE hätten jeweils noch mal so viele Sätze verdient. Aber das wäre zu viel des Guten gewesen. :) Es gibt unendlich viel Interessantes über Lynch zu sagen, oder über die Hintergründe von MD. Aber ich habe die Schwerpunkte bewusst gewählt. ;)

Vor kurzem sah ich Interviews mit Lynch und Harry Dean Stanton, als ich die Recherche zu DER KETZER vervollständigte. Ich mochte die beiden. Wirklich. Aber sie wissen und wussten nicht von mir, und ich kenne und kannte sie nicht.
Weißt du noch, egal in welchem Bundesland, oder Kontinent, die Sprache der Kunst und der Leidenschaft dafür ist breitgefächert. ;)

Ich mache weiter so. Und noch etwas anders. ;) Versprochen.

Gruß, Cecil

02.12.2021 21:18 Uhr - tp_industries
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You're welcome buddy! ;)

02.12.2021 21:32 Uhr - cecil b
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Thanx, buddy. ;)

03.12.2021 13:13 Uhr - Cinema(rkus)
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cecil b

Vielen Dank für Deine tollen Worte, die Du hier an mich sendest.
Ein funkelndes, nicht zu entschlüsselndes Meisterwerk erhält hier eine wunderbare Review, wird von Dir in traumhaften Gedanken gewürdigt. Daraus resultiert natürlich, dass ich meinen Kommentar auch entsprechend
zwischen verschiedenen Sphären schweben ließ.

cecil, über Mulholland Drive - wie über alle Lynch-Werke - könnte man fortlaufend, nie endend schreiben, seinen Interpretationen freien Lauf lassen, spekulieren, träumen, es würde NIE ein Ende nehmen. Lynch-Werke kennen keine Grenzen, in solch stupiden Bahnen denkt dieser Großmeister nicht. Diesbezüglich hast Du genau die richtige Länge für Deine Vorstellung gewählt.
Außergewöhnlich empfinde ich, dass Du Deine Zeilen dem Erzähl-Rhythmus des Meisterwerks angeschmiegt hast. Große Klasse. Hier gehen filmische Kunst mit der von Dir entworfenen Review -im Einklang- durch Raum und Zeit, um grenzenlos dem M.Drive zu folgen.

Schöne Zeit Dir, komm` gut durch die nächsten Wochen; man liest und inspiriert sich wieder.
Gruß C.M.

03.12.2021 13:46 Uhr - TheRealAsh
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Ein episches Review zu einem der besten Filme des bisherigen Jahrhunderts :-)

03.12.2021 20:41 Uhr - cecil b
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Cinema(rkus): Ein vorweihnachtliches Geschenk, dein Kommentar. :)

Lynch: Ich kann jeden, der seine Filme ablehnt, gut verstehen!

Ich glaube MD ist mein Lieblings-Lynch. Wegen dieser besagten Gratwanderung von Humor und Spannung, und Watts. Sie ist so enorm ausdrucksstark in diesem Film, und damit feier ich auch die Filmfigur. Die gehört zu den besten, die ich je gesehen habe.

Freut mich, auch dir eine schöne Zeit!

TheRealAsh: DAANKEE! Verdammt, schon erstaunlich, wie ähnlich unsere Perspektive oft ist! Wenn ich da an deine Erzählungen denke, sie haben ein Touch Lynch. Das meine ich wirklich so. Weil du greifbare Tiefe mit unvorhersehbaren Wendungen, aber auch gewissen bleibenden Erzählsträngen und Humor verbinden kannst.

04.12.2021 19:44 Uhr - NoCutsPlease
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Ist es genug des Lobes, wenn ich dieses Review schlichtweg als "cecilianisch" bezeichne? :)
Sprachlich ausgefeilt, ein vielschichtiger Blick auf die künstlerischen Aspekte und insgesamt sehr leidenschaftlich verfasst.

Bei der Wertung des Filmes gehe ich voll und ganz mit, muss ihn allerdings mal wieder sehen, denn die letzte Sichtung ist bereits ein paar Jahre her.

04.12.2021 20:09 Uhr - cecil b
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NoCutsPlease: Ist ja nicht zu fassen! Einer derer, die den Review-Bereich hier so wesentlich mitgestaltet haben, ist zu lesen!

Cecilianisch: Corona-bedingte 'Nostalgie' ;) , altes Haus. :)

Danke dir vielmals.

04.12.2021 20:17 Uhr - NoCutsPlease
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DB-Helfer
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Gern geschehen und danke. :)

Ja, ich hatte eine ganze Weile sowohl beruflich als auch privat ein paar andere Schwerpunkte zu setzen und es freut mich sehr, mal wieder hier zu sein.

05.12.2021 00:27 Uhr - cecil b
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Moderator
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Man muss Prioritäten setzen, und manchmal fällt das nicht schwer, dann ergibt es sich. :)

Ich war mal ein halbes Jahr lang fast nur intern unterwegs, es ging nicht anders. So konnte ich auch alles überblicken, aber ich war kaum noch präsent.

Es wundert mich nicht, wenn das mal bei jemanden länger dauern kann. ;)

Du bist herzlich willkommen. :)

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