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Get the Gringo

Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:How I Spent My Summer Vacation
Kick Over
Kill the Gringo
Most Wanted: Get the Gringo
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,17 (28 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

New Mexico. Driver (Mel Gibson) ist auf der Flucht vor der US Polizei. Um den Beamten, die ihm auf den Fersen sind, zu entkommen, jagt er mit seinem Wagen über die mexikanische Grenze. Doch auch dort wartet die Polizei auf ihn. Driver wird festgenommen und in einen mexikanischen Knast gesteckt. Bei dem Gefängnis handelt es sich um ein streng bewachtes Lager, das einer Kleinstadt gleicht. Abgeriegelt vom Rest der Welt werden die Verbrecher dort sich selbst überlassen. Der Umgang untereinander ist rau - es regieren organisiertes Bandentum und Gewalt. Als Gringo hat Driver Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Aber er erhält unerwartet Hilfe von einem zehnjährigen Jungen (Kevin Hernandez), der sich in dem Gefangenenlager bestens auskennt. Als Driver erfährt, dass die Mutter des Kindes in Schwierigkeiten steckt, beschließt er, der kleinen Familie zu helfen. (Concorde)

eine kritik von themoviestar:

Obwohl das Science-Fiction Abenteuer Signs - Zeichen und der Antikriegsfilm Wir waren Helden (beide 2002) Kassenschlager waren, kündigte Mel Gibson im selben Jahr mehr oder weniger seinen Rücktritt als Schauspieler an. Er wolle kein Darsteller mehr sein und wenn dann nur in Projekten mitspielen, die ihn auch wirklich überzeugen. So legte der charismatische Australier eine Auszeit von knapp 8 Jahre ein, ehe er mit dem Action-Thriller Auftrag Rache (OT Edge of Darkness) 2010 wieder auf die große Leinwand zurückkehrte. Trotz einem ordentlichen Einspielergebnis von 80 Millionen Dollar weltweit konnte der Streifen auf Grund der relativ hohen Produktionskosten von ebenfalls 80 Millionen Dollar keinen Profit abwerfen und auch auch die nachfolgende Tragikomödie The Beaver (2011) blieb mit einem globalen Kinoumsatz von nicht einmal 10 Millionen Dollar deutlich hinter den Erwartungen zurück. Also hieß es für den erfolgsverwöhnten Hollywood Star künftig kleinere Brötchen backen. Um seinen nächsten Actionfilm Get The Gringo (2012), für den er auch das Drehbuch schrieb, auf die Beine zu stellen, trat er selbst als Produzent auf und musste einen beachtlichen Teil des 20 Millionen Dollar Budgets aus eigener Tasche finanzieren. Die Einschränkungen merkt man Get The Gringo auch an: Obgleich Gibson gewohnt ausdrucksstark spielt, wirkt Get the Gringo optisch wie ein billiger Direct To DVD Schinken, während selbst die Action eher mittelprächtig ausgefallen ist, so dass der durchschnittliche Actioner zwar unterhaltsam ist, letzten Endes aber nur für beinharte Gibson Fans einen deutlichen Mehrwert darstellen dürfte.

Als Regisseur verpflichtete Gibson seinen Apocalypto Assistenten Adrian Grünberg, der 2019 Stallones letzten Rambo Auftritt Last Blood umsetzten sollte. Bei der Geschichte und bei der Hauptfigur sind gewisse Hintergrundparallelen zum 1999 erschienenen Action Thriller Payday - Zahltag nicht von der Hand zu weisen: In beiden Filmen spielt Mel Gibson einen Räuber der von seinen Partnern betrogen wird. Auch die militärische Ausbildung seines Charakters ist relativ ähnlich: In Payday war er ein EX US-Marine; in Get The Gringo ist er ein ehemaliger Scharfschütze der US Army. "Driver" Mel Gibson und sein Komplize liefern sich nach einem Überfall eine halsbrecherische Verfolgungsjagd mit der US-Polizei. Nachdem er sich über die Grenze nach Mexiko retten kann, wird er von den mexikanischen Beamten in einen Knast gesteckt. In der streng bewachten Anstalt, die einer Kleinstadt gleicht, werden die Verbrecher ihrem Schicksal überlassen und organisierte Kriminalität, Bandentum und Gewalt beherrschen den Alltag. Als Gringo, sprich amerikanischer Ausländer gerät er schnell zwischen die Fronten von korrupten Wärtern und mexikanischen Gangmitgliedern, während er zufällig einem 10 jährigen Jungen zur Hilfe eilt, der anscheinend gemeinsam mit seiner Mutter ebenfalls in Schwierigkeiten steckt....

Während andere Actionrecken wie Dolph Lundgren oder Jean-Claude Van Damme in ihren jungen Jahren neben ihren unbestrittenen Actiontalenten auch mit ihrem begrenzt talentierten Schauspiel eher negativ auffielen, war Mr. Mad Max Mel Gibson auch in den Anfängen seiner langen Karriere bereits mit gottgegebener Charismatik gesegnet und auch damals war es schon offensichtlich, dass er nicht nur den stupiden Actionheld mimen kann, sondern auch für anspruchsvollere Rollen problemlos geeignet ist. Das er nichts, aber auch gar nichts von seiner einzigartigen Ausstrahlung eingebüßt hat, beweist ein sichtlich gealterter, reifer Mel Gibson in Get the GringoGibson zieht das Geschehen von Anfang an an sich und interpretiert seine Rolle facettenreich mit viel Hingabe und variablem Schauspiel, während er den Part des gewieften, geheimnisvollen, schlitzohrigen und sympathischen Ganoven wie selbstverständlich aus dem FF beherrscht. Phasenweise hat man sogar das Gefühl, dass Gibson seine achtjährige Pause richtig gut getan hat und dass seine lebendige Mimik nochmal an Feuer und Leidenschaft gewonnen hat. Die Kehrseite von der Medaille ist, dass es in Get the Gringo leider niemanden gibt, der Gibson auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Im Gegenteil: Seine Weggefährten sind mit Dolores Heredia (Mutter) und Kevin Balmore Hernandez (Junge) austauschbare 0815 Darsteller, während auf der Antagonistenseite Daniel Giménez Cacho als mexikanischer Kartellschurke Javier auf ganzer Linie mit seiner blassen Performance enttäuscht und Peter Stormare (Armageddon - Das jüngste Gericht; Minority Report) als Mafiosi Frank Powler sein Potenzial nicht abrufen kann.

Ansonsten besticht Get the Gringo durch glanzloses Genremittelmaß: Nachdem durchaus vielversprechenden Anfang mit der rasaten Verfolgungsjagd zwischen den Sträflingen und der Polizei fällt Get the Gringo in ein tiefes Loch aus Tristesse und Langweile, woran das biedere Erscheinungsbild von Get the Gringo bestimmt nicht ganz unschuldig ist. Auch wenn die meisten Aufnahmen auf Grund angestrebter, möglichst hoher Authentizität im realen Gefängnis Ignacio Alvende, Mexiko gedreht wurden, konnten mich die Optik und die Kulissen nicht überzeugen, was vor allem an der mangelnden Farbausleuchtung, den blassen Bildern und den oft minimal gezoomten Einstellungen liegt. Get the Gringo wirkt ohne jetzt abwertend klingen zu wollen wie ein kostengünstig produzierter TV-Film und nicht wie ein 20 Millionen Dollar teurer Actionstreifen, der auf der großen Leinwand laufen möchte. Zudem plätschert die höhepunktarme Handlung in der ersten Filmstunde vor sich hin, da weder der Hauptplot um den missglückten Überfall noch die Story um den kleinen Jungen und seine dubiose Verbindung zum mexikanischen Kartellschurken Javier ausreichend fesseln können.

Mit der ersten längeren Actionsequenz, die zugegeben ganz ordentlich inszeniert ist, kommt endlich so etwas wie Leben in die Bude: Beim ausgiebigen, bleihaltigen Schusswechsel geht vieles zu Bruch und der geneigte Actiofreund bekommt ein paar blutige Körpertreffer geboten, auch wenn die Realisierung mir persönlich etwas zu CGI lastig war. Die letzte halbe Stunde geht dann dank Erhöhung der Taktfrequenz und des Actionanteils absolut in Ordnung, obgleich auch hier die ganz großen Höhepunkte fehlen: Die Shoot-Outs sind zwar handwerklich routiniert und solide umgesetzt, so richtig vom Hocker reißen sie einen aber dann doch nicht und dem Finale fehlt das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Auch hier stellt sich die berechtigte Frage: Wo sind die 20 Millionen Dollar Budget den nur hingeflossen? Mit so einer Summe sollte eigentlich viel mehr möglich sein als das, was Grünberg und Gibson daraus machen, zumindest gibt es im B-Action Bereich genügend Beispiele, die das besser hinbekommen haben.

Ach, eh ich es vergesse: An den Kinokassen konnte Get the Gringo keine Bäume ausreißen: Kinopremiere war im März 2012 in Israel. Danach folgte in den nächsten 6 Monaten die Veröffentlichung in 22 weiteren Ländern, wodurch insgesamt knapp 4,5 Millionen Dollar eingenommen werden konnten. In Amerika gab es lediglich ein paar Sonderaufführungen, auf einen regulären Kinorelease verzichtete man auf Grund der immer höher werdenden Video-on-Demand Popularität freiwillig. Die Kritiker und die Fachpresse nahmen Get The Gringo indessen überraschend wohlwollend zur Kenntnis, was mich persönlich wegen dem gebotenen Einheitsbrei dann doch etwas wundert. Mel Gibson meldet sich schauspielerisch zurück, als wäre er nie weg gewesen und überzeugt mit einer sehenswerten Vorstellung, während der Rest angefangen von A wie Action über H wie Handlung und O wie Optik bis hin zu W wie Wertigkeit keine Begeisterungsstürme auslösen kann, letzten Endes aber noch als durchschnittlich unterhaltsame Genrekost durchgeht. MovieStar Wertung: 5 von 10 Punkte.

5/10
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Kommentare

30.11.2021 13:36 Uhr - sonyericssohn
1x
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Den fand ich auch eher lahm. Zu gewollt aber zu wenig gekonnt. Einmal gesehen reicht in jedem Fall. Für mehr gibt's einfach zu wenig was begeistern könnte.

30.11.2021 13:37 Uhr - McGuinness
2x
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Och, so verkehrt fand ich den gar nicht mal.
Zwar kein gewünschtes Action - Highlight, aber im großen und ganzen doch recht ordentlich.
Der Schauplatz des tristen, blassen Gefängnisses gefiel mir recht gut und die Action war für mich annehmbar.
Würde hier wertungstechnisch noch gut einen Punkt mehr vergeben, wobei das eigentlich aber auch egal ist und immer im Auge des Betrachters liegt 😉

Prima verfasste und aussagekräftige Review, mit einem Mel Gibson, dem man auch nach langjähriger Abstinenz immer noch sehr gerne beim spielen zusieht 😊👍🏻

30.11.2021 16:22 Uhr - leichenwurm
1x
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Hi Movie... ! Nachvollziehbar vorgestellt. Ich würd ihn auch nen ticken besser bewerten, so ne 6 mit Tendenz zur gaaaanz knappen 7. Ich seh Mel Gibson einfach gern, vor allem in solch rotzigen Antihelden-Nummern (cool daher, dass du "Payback" erwähnst ;-)) ! Ob der gute Mel nun wirklich freiwillig so lange Kinoabstinent gewesen ist, oder ob er sich doch eher durch die ein oder andere skandalöse Eskapade im Privatleben selbstverschuldet ins Aus geschossen hat, ist sicherlich interessant zu hinterfragen, muss in nem Review aber auch nicht unbedingt beantwortet werden... ;-) !

01.12.2021 00:07 Uhr - Norris
1x
Der macht richtig Spaß. 8/10

01.12.2021 09:46 Uhr - TheMovieStar
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Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.332
@ Sony: Danke fürs Lesen und für dein Feedback. Freut mich, wenn wir den Film ähnlich bewerten.

MCGuinness: Danke fürs Lesen und für dein positives Feedback. Du hast Recht, die Wertung liegt auch immer
im Auge des Betrachters. Ordentlich fand ich ihn auch, aber eben nichts weltbewegendes und da sind wir dann
bei einem Wertungsbereich zwischen 4 und 6 Punkten. Aber es freut mich, wenn Du mit dem Film mehr anfangen konntest.

Leichenwurm: Danke auch dir fürs Lesen und dein Feedback. Du hast Recht, im Nachhinein kann man auch sagen, dass die privaten Eskapaden wohl nicht ganz unschuldig waren, was wohl auch der Realität entspricht. Allerdings bezog sich meine Stelle im Text auf eine damals getätigte Aussage von Gibson selbst der das während der Promotion zu Wir waren Helden angeblich selber so gesagt haben soll, dass er keinen Bock mehr hätte auf Schauspielerei und nur noch Rollen annimmt die ihm wirklich zusagen :-) Von der Bewertung her kann man ihn auch einen Punkt besser sehen da hast du auch Recht, je nach persönlichem Geschmack :-)

@ Norris: Danke für deine Rückmeldung. Freut mich sehr, wenn Du Spass hattest, das ist doch schön.😀 Ich musste den Streifen dreimal sichten, weil ich jedes mal zur Hälfte eingeschlafen bin, soviel Spass hat der für mich gemacht 😀😉 Von daher ist meine Bewertung sogar noch gnädig 😉😀

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