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Cash Truck

Originaltitel: Wrath of Man

Herstellungsland:Großbritannien, USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Untitled Le Convoyeur Remake
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,11 (18 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der verschlossene Einzelgänger „H” (Jason Statham) nimmt einen Job bei einer Geldtransporter-Firma an, die jede Woche hunderte von Millionen Dollar durch Los Angeles fährt. Gleich bei seinem ersten Einsatz wird der Geldtransport überfallen und zur Überraschung seiner Kollegen setzt H die Gangster im Alleingang außer Gefecht und wartet mit ungeahnten Präzisionsfähigkeiten auf. Doch H’s Absichten sind nicht zu durchschauen und kommen nur schrittweise ans Licht. Wer ist der geheimnisvolle Neuzugang und auf wen hat er es wirklich abgesehen? (Studiocanal)

eine kritik von themoviestar:

Jason Statham hätte wohl selber nicht gedacht, in wie weit ein kleiner Cameo Auftritt die eigene Karriere in die richtigen Bahnen lenken kann. Der charismatische Brite hatte bis 2013 in unzähligen unterhaltsamen, mittelmäßig bis gut erfolgreichen Actionfilmen wie Transporter 1 - 3 (2004-2008), Crank 1 + 2 (2006 und 2009) oder The Mechanic (2011) mitgewirkt, als ihm im sechsten Teil des Action Blockbuster Franchises Fast & Furious eine Mini Rolle als Bruder des Hauptantagonistens angeboten wurde.  Statham kam so gut an, dass er seinen Part als eine der Hauptrollen in Fast & Furios 7 (2015) wiederholen durfte und er sich mit weiteren Kinohits wie The Mechanic 2 - Ressurection (109 Millionen Dollar weltweites Kinoeinspiel) und The Meg (527,8 Millionen weltweites Kinoeinspiel) auch außerhalb der Fast & Furious Reihe als Kassenmagnet etablieren konnte. Statham ist mittlerweile in der ersten Liga Hollywoods angelangt. Sein neuester Actionstreifen Cash Truck (2021) reiht sich trotz noch andauernder Corona Pandemie mit einem Kinoumsatz von 103,4 Millionen Dollar mühelos in die Erfolgsliste ein und bietet knallharte, spannende und unterhaltsame Action, auch wenn diese nicht ganz frei von in Summe noch verschmerzbaren Defiziten ist.

Im Oktober 2019 gab Regisseur Guy Ritchie (Sherlock Holmes; King Arthur - Legend of the Sword; Aladdin; The Gentlemen) bekannt, dass sein nächstes Projekt eine Neuverfilmung vom französischen Actionthriller Le Convoyeur aká Cash Truck - Der Tod fährt mit (2004) ist, für welches er Jason Statham in der Hauptrolle eingeplant habe. Ritchie hatte zuvor schon dreimal mit Statham zusammengearbeitet, so auch bei ihrem gemeinsamen Filmdebut Bube, Dame, König, grAS (1998). Das Produktionsbudget für Cash Truck wurde auf 40 Millionen Dollar festgelegt, während Guy Ritchie gemeinsam mit Ivan Atkinson und Marn Davies das Drehbuch verfasste. Jason Statham spielt den geheimnisvollen Mr. "H", der einen Job bei der Geldtransporter Firma FORTICO in Los Angeles annimmt. Gleich bei seinem ersten Einsatz kommt es zu einem blutigen Überfall, bei dem der Neuling die Gangster mit todbringender Präzision nahezu im Alleingang außer Gefecht setzt, obwohl er bei den vorangegangenen Schussübungen alles andere als treffsicher auftrat.  Während die Kollegen misstrauisch werden und einen auch einen Verräter in den eigenen Reihen vermuten, verfolgt "H" unbeirrbar sein eigentliches Ziel: Die Mörder seines Sohnes zu finden, die er im Umkreis einer immer stärker aufkeimenden, skrupellosen, kriminellen Geldtransporter-Überfall-Szene vermutet, in welche er selbst mehr involviert ist, als er eigentlich zugeben will...

Selbst wenn ein episodenartiger Strukturaufbau in einem Langzeitspielfilm mit Sicherheit nicht mehr gänzlich neu ist und Quentin Tarantino mit seinem Pulp Fiction und seinem Reservoir Dogs  in den 90er Jahren eine ganze Welle von ähnlich konzeptierten Filmen lostrat, gelingt es Guy Ritchie, mit mittlerweile etablierten Handwerksmitteln einen durchwegs spannenden Action-Thriller auf die Beine zu stellen. Wrath of Man, so der amerikanische Originaltitel, ist in vier Abschnitte aufgeteilt, von denen jeder einzelne zum eigentlichen Hauptereignis zurückkehrt, das wiederum eine Kettenreaktion auslöst. Er beweist auch das nötige Fingerspitzengefühl, dem Publikum immer nur so viel Informationen zu offenbaren, wie es tatsächlich notwenig ist. Er verknüpft die ausgiebigen Shoot-Out Sequenzen, die unterschiedlichen Zeitebnen, die abgefahrenen, von überzeugenden Akteuren dargestellten Charaktere, die parallel verlaufenden Handlungselemente und die verschachtelten Zusammenhänge zu einem größtenteils homogenen Gesamtkonstrukt, obgleich das Priorisierungsverhältnis zwischen Haupt- und Nebenplots nicht immer zu 100 % stimmt und dass das an sich spektakuläre Finale, in welchem alle Fäden zusammenlaufen, schlussendlich auch auf Grund der umfangreichen Gesamtmengenlage inhaltlich ein wenig überladen wirkt. 

Auch bei der Inszenierung der Action lässt sich Ritchie nicht lumpen und bietet perfekt in die Handlung eingeflochtene Action. Rabiate, bleihaltige und oftmals auch blutige Schusswechsel fliegen dem Zuschauer an allen Ecken und Enden um die Ohren, dass es eine wahre Freude ist und entfalten ihre gesamte Energie dank qualitativ hochwertiger Kameraarbeit, welche trotz des temporeichen Geschehens stets den Überblick behält. Selbstverständlich ist der Fokus hierbei auf Statham gerichtet, der sich mit einer enormen Physis und seinen stilsicheren Bewegungen den Weg durch die Gegnerschaft ballert. Schade ist, dass seine ausgezeichneten Martial-Arts Fähigkeiten anscheinend vergessen wurden, den der gute Jason darf in den knapp 120 Minuten Spielzeit nicht ein einziges Mal richtig zuschlagen, was für einen ausgewiesenen Statham Actioner dann doch etwas ungewöhnlich ist. Dafür betreibt Ritchie mit dem brachialen Showdown im wahrsten Sinne des Wortes Wiedergutmachung, wenn sich die diversen Gruppierungen von Gangstern und Polizisten beim alles entscheidenden Überfall auf die Zentrale gegenseitig über den Haufen schießen und ein nachgelagertes Ende noch für einen kurzen, knackigen Abschluss sorgt.

Figurentechnisch setzt Ritchie in Cash Truck leicht augenzwinkernd auf Männlichkeit, fette Wummen, coole Sprüche, dicke Cochones und leicht überzogenes Machotum, was aber nie zu sehr übertrieben wird und immer im Rahmen des sympathisch Erträglichen bleibt. Erwähnenswert aus schauspielerischer Sicht ist neben einem gewohnt coolen und ausdrucksstarken Jason Statham, der wieder einmal mühelos das Geschehen komplett an sich reißt, die weitere Besetzung, welche die gemeingefährlichen Gangster und die teils solidarisch, teils korrupten Polizisten verkörpert. Holt MCCallany (Projekt: Peacemaker) nimmt mit seinem charismatischen Wesen und seiner markanten Mimik eine Schlüsselfunktion bei den Cops ein, während Jeffrey Donavon (Ein Grab zu viel; Blair Witch 2) und Scott Eastwood (Back in the Game; Kein Ort ohne Dich) in tragenden Schurkenrollen zu sehen sind.  Abschließend betrachtet gibt es wirklich keinen Darsteller, der seine Hausaufgaben nicht erledigt hat, von daher bleibt mir nichts anderes übrig, als den gesamten Cast von Cash Truck als vollständig zufriedenstellend zu bezeichnen.

Fazit: Trotz kleinerer Schönheitsfehler ist Cash Truck überzeugendes kurzweiliges, temporeiches und mitreißendes Testosteron Männerkino, dass seine Faszination aus der kernigen Action, der verschachtelten Story, seinem glänzenden Hauptdarsteller und aus Guy Ritchies handwerklich einwandfreien Regie gewinnt. Das manche Stellen überladen wirken und die ein oder andere Nebengeschichte etwas zu breit getreten wird, ist sicherlich auch ein Stück weit verschenktes Potenzial, senkt aber den enormen Unterhaltungswert am Ende des Tages nur marginal. "Mir gefällt, wie Sie mit diesem Karren umgehen. Wo hast Du diese Technik gelernt?" "Ich habe viel Zeit in Supermärkten verbracht. Das Einkaufen!" MovieStar Wertung: 8 von 10 Punkte.

8/10
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Kommentare

01.12.2021 22:00 Uhr - Stoi
1x
Schön geschriebenes Review, 8/10 wäre auch mein Fazit. Wobei ich finde, dass Ritchie eben nicht besonders bewusst auf Überzeichnung mit schrägen Typen setzt. Zumindest nicht so krass wie in seinen britischen Gangster-Epen wie z.B. "Snatch" oder "Lock, Stock and Two Smoking Barrels". "Cash Truck" finde ich trocken, tough, hart, eher humorlos und dadurch sehr viel realistischer, auch wenn er es nicht wirklich ist. Ich finde, er hat Parallelen mit "Criminal Squad" mit Gerald Butler. Liegt natürlich auch an der Thematik und der Location aber beides sind gut inszenierte und gut besetzte Gangster-Thriller. Die verschachtelten Zeitebenen in "Cash Truck" sind natürlich noch ein zusätzlicher Mehrwert.

01.12.2021 22:46 Uhr - TheMovieStar
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@Stoi: Danke dir fürs Lesen und für dein Lob sowie dein konstruktives Feedback. So ähnlich wie du sehe ich es im Prinzip ja auch, ich hatte das mit der Überzeichnung eher auf die typischen Attribute von Machotum und Männlichkeit bezogen. Deswegen habe ich gleich danach eine Relation mit "was aber nie übertrieben wird und immer im Rahmen des erträglichen bleibt." hinterher geschoben. Ich habe den Satz davor jetzt nochmal umformuliert, das meine Intention hier noch deutlicher wird. Und die unterschiedlichen Zeitebnen sind tatsächlich gut umgesetzt, da hast du Recht.😊 Alles in allem gute Action, tolle Darsteller und eine packende Story. Sehr schön. 😊

02.12.2021 13:06 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Ich hab ein Deja-Vu^^^^^^^^^^

02.12.2021 13:25 Uhr - McGuinness
1x
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Das klingt ja genau nach meinem Geschmack 😏
Dicke Knarren, ausladende Schießereien, Machotum und ein bleihaltiges Finale... Ich bin dabei 👍🏻
Lediglich an die verschachtelten Zeitebenen muss ich mich noch akklimatisieren, aber ich denke, dass könnte ich locker verschmerzen 😉

Danke für die prima Vorstellung sowie diesen heißen Tipp 😎

02.12.2021 15:25 Uhr - TheMovieStar
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@ Ghost: Danke fürs Lesen und fürs Kommentieren 😀 Dein Deja-Vu bestätigt mir, dass Du den Film ähnlich bewertest bzw. siehst, richtig? 😀

@ MCGuinness: Danke fürs Lesen und für dein Feedback. Schau ihn dir an, der könnte dir auch gefallen!😀

02.12.2021 17:41 Uhr - leichenwurm
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Guy Ritchie ist bei mir immer so eine Sache... einiges von ihm mag ich wohl, aber längst nicht alles. Auf "Cash Truck" hast du mich jetzt aber wirklich neugierig gemacht. Klingt nach der Sorte Guy Ritchie, die mir gefallen könnte ;-) !

03.12.2021 15:08 Uhr - TheMovieStar
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@ Leichenwurm: Danke auch dir fürs Lesen und für dein Feedback. Freut mich, wenn ich dich für den Film begeistern konnte. Ich hoffe, ich habe dir nicht zu viel versprochen und dir gefällt der Film auch 😀

17.12.2021 22:36 Uhr - Giant P
Hi Star ,danke für deine tolle Review. Sehr informativ. Hab den Film vor kurzem gesehen und war doch sehr positiv überrascht und er hat mir sehr gefallen.

Freue mich jetzt schon auf "Operation Fortune" , wird bestimmt cool.
Hab mich auch sehr gefreut Josh Hartnett wieder in einem Film zu sehen. Man hätte ihm ruhig mehr Screentime geben können.

Ich gebe dir Recht ,dass manche Stellen überladen sind aber damit konnte ich leben
Danke für die Arbeit , die du dir gemacht hast.

Tolle Leistung ,mach weiter so

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