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Slaughterhouse

Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Bacon Bits
Pig Farm Massacre
Slaughterhouse - You'll never get out in one piece
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,49 (24 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Lester ist der Betreiber eines Schlachthauses. Leider wollen skrupellose Geschäftsleute die Farm abreißen. Schlachtermeister Lester will sich aber nicht unterkriegen lassen, denn die Arbeit ist sein ganzes Leben. Zusammen mit Buddy, seinem geisteskranken Koloß von Sohn, bringt er jeden um, der das Schlachthaus betritt. Eines Nachts dringt eine ganze Gruppe von Jugendlichen dort ein. Es wird eine Nacht des Grauens für die jungen Leute, denn Buddy schlachtet neuerdings rund um die Uhr! (NSM Records)

eine kritik von chollo:

Obwohl Ende der Achtziger Jahre das Slasher Genre bereits in den letzten Zügen hing, machte sich noch ein  Regie Neuling mit dem Namen Rick Roessler daran, seine eigens geschriebene Geschichte auf die Filmleinwände zu klatschen. Ausgestattet mit einem selbst für damalige Verhältnisse äußerst mickrigen Budget  von knappen 100.000 USD aber mit umso mehr Ehrgeiz im Gepäck inszenierte er im Jahre 1987 das Backwood Horror/ Schlitzer-Filmchen "Slaughterhouse". Beim breiten Publikum kam der Streifen natürlich gar nicht erst an, doch hat er sich über die Jahre doch einen gewissen Kultstatus unter Fans des Genres erarbeitet.

Dabei ist die Geschichte um ein paar Teenager die in die Fänge einer degenerierten Sippe geraten nicht wirklich neu. 13 Jahre zuvor hat Tobe Hooper mit seinem "The Texas Chain Saw Massacre" den Grundstein in dieser Gattung Horrorfilm gelegt und zugleich auch einen Maßstab etabliert, an dem nicht wenige Nachahmer gescheitert sind. Roessler ist sich dieses übermächtigen Schattens bewusst und versucht mit ein paar vermeintlich kreativen Kniffen sein eigenes Süppchen erfolgreich zu brauen. Genau genommen ist es der Humor mit dem er seinem Produkt über die Ziellinie helfen will, indem er seinen Albtraum mit einer gehörige Portion schwarzen Humor auf sättigt. 

Leider scheitert dieses Vorhaben an 2 grundlegenden Fehleinschätzungen. Zum einen ist diese Herangehensweise  keineswegs neu, denn der Britte Kevin Connor hat bereits 7 Jahre zuvor mit seinem "Motel Hell" die "TCSM" Parodie par excellence abgeliefert. Und diese ist Roesslers Produkt in so ziemlich jeder Hinsicht überlegen. Natürlich muss man erwähnen das dieser ein erheblich höheres Kapital zur Verfügung hatte, doch nicht nur das Handwerk mitsamt technischer Ausstattung wirkt bei Connors Produktion hochwertiger, auch der Mix aus Atmosphäre und Spaß gelingt hier um ein Vielfaches besser. Zweitens fehlt es dem offensichtlich semiprofessionell, weil mitunter ziemlich schludrig inszenierten Flickenteppich, an einem guten Drehbuch. Auch dieser von Rick Roessler höchst selbst geschriebenen Vorlage fehlt es zumindest an interessanten Ideen um den Mangel an Kreativität wenigstens zeitweise zu kaschieren. Aber nein, der Handlungsort ist ein Schlachthaus (ok?) der Mörder ein grunzendes Riesenbaby (nun ja?!) und die Waffe ein Hackebeil (ahja!). Somit ist dann wohl auch dem letzten klar, dass wir es hier mit der Marke Plagiat der bescheidenen Art zu tun haben.

Die Opfer sind wie zu erwarten C-Ware und können selbstverständlich nicht mal ansatzweise irgendeine Gefühlsregung in den Köpfen der geneigten Zuschauer auslösen. Ihr Schicksal ist dementsprechend uninteressant und ausschließlich auf die zur Schau Stellung diverser Grausamkeiten ausgelegt, was natürlich in dem Genre auch keine schlechte Sache ist. Die einzig charismatischen Gestalten sind bezeichnenderweise wieder einmal die bösen Jungs in Form von Joe B. Barton als Buddy Bacon und Don Barrett als sein nicht weniger debil wirkender Vater und Komplize Lester Bacon. Ihre Interaktionen machen zugegebenermaßen Anfangs auch noch Spass, doch nutzt sich auch  ihr Gehabe mit der Zeit merklich ab.

Wäre dann noch die Angelegenheit mit den dargestellten Härten. Obwohl "Slaughterhouse" aka "Pig Farm Massacre" für eine ganze Weile indiziert, gar beschlagnahmt war, hält sich Buddy hier doch anders als das Covermotiv vermuten lässt doch sehr zurück. Natürlich darf man bei einem Horrorfilm der seligen Achtziger schon etwas Blut und Gekröse erwarten, doch auch hier schien die Richtung in die man gehen wollte nicht restlos klar gewesen zu sein. Eine Handvoll gut gestrickster Splattereinlagen, die über den gesamten Film verteilt dann aber nicht ausreichen um den Interessenten solcher Wäre zufrieden zu stellen. Da war die Konkurrenz in der Dekade zuvor als wie danach deutlich zeige freudiger. Man erinnere nur an "The Prowler"; "The Burning" ; "X-Ray" ; "My Bloody Valentine" , "Bloodnight" ect.ect..Die unangenehmste Szene wird eigentlich schon zu Beginn verwurstet, bei der reale Aufnahmen aus einem Schlachthof gezeigt werden.

Abschließend bleibt mir eigentlich nur zu sagen dass sich Rick Roessler mit seinem Herzensprojekt keinen gefallen getan hat. Der Gute war/ist dennoch so sehr von seinem Projekt überzeugt, dass er nach wie vor mit einer Fortsetzung liebäugelt. Nach betrachten dieses Streifens kann ich ihn nur nachdrücklich davon abraten und es bei seinem Original zu belassen. Ein paar nette Kills, Ein oder Zwei ganz nette Charaktere und etwas schmuddelige Atmosphäre machen eben noch lange keinen guten Film. Nach reiflicher Überlegung gerade noch so 3 Punkte.

3/10
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Kommentare

04.12.2021 07:33 Uhr - leichenwurm
2x
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Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Hi Chollo... oh ja, der hatte mich neulich auch kalt erwischt. Vor Ewigkeiten das letzte mal gesehen, eigentlich als ganz cool abgespeichert und nun auf Blu Ray "wiederentdeckt"... und für mies befunden ;-))) ! Kann mich deinen Kritikpunkten nur anschliessen und muss zu meiner Schande gestehen, den neulich nur im Schnelldurchlauf überstanden zu haben. Echt ein stinklangweiliger Heuler...

04.12.2021 07:40 Uhr - dicker Hund
1x
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Ich wusste "Slaughterhouse" aufgrund seiner spöttischen Ironie und seines gar nicht mal so weit hergeholten Story-Ansatzes mit dem insolventen Schlachthausbetrieb zu schätzen. Er schlägt im Ansatz eine Brücke zu realen Konflikten, wodurch vorstellbar wird, wie so eine TCM-Familie eigentlich entstehen könnte. In Sachen Härte geht der hier als überlegen bezeichnete "Motel Hell" deutlich weniger in die Vollen. Einige in der Rezi genannten Kritikpunkte sind aber nicht von der Hand zu weisen.

04.12.2021 10:13 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Sehr interessant. Die hervorragende Review, und Vorstellung, sowie die anderen Perspektiven, die durch die Kommentare hinzukommen.

Danke!

04.12.2021 14:51 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
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Den hielt ich erst letztens noch in den Händen und war drauf und dran den mitzunehmen.
Gut, dass ich gezögert habe und dank deiner tollen und aufschlussreichen Review habe ich nun das Geld gespart 😉

04.12.2021 16:03 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 10
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.358
Danke für eure interessanten, aber vor allem netten Kommentare:)

@ Leichenwurm

Mir ging es bei der Erstsichtung schon so, musste mich regelrecht durchquälen.

@McGuinness

Hab mir die kleine Hartbox von NSM besorgt. Leider hab ich nicht wenig dafür bezahlt. Bereue es schon etwas.

05.12.2021 20:08 Uhr - Nubret
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Hallo Chollo!

Mir geht es ähnlich wie Dir. Habe mir den Film neulich auf Blu-Ray zugelegt und war doch ziemlich enttäuscht. Mehr als 3 Punkte sind da selbst bei mir nicht drin. Da gefallen mir die von Dir genannten Titel allesamt deutlich besser.

Schöne Besprechung, wie gewohnt!

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