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Universal Soldier: Day of Reckoning

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller, Mystery
Alternativtitel:Universal Soldier: A New Dimension
Universal Soldier 4
Universal Soldier IV: Tag der Abrechnung
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,62 (81 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Vermummte Männer setzen John (SCOTT ADKINS) außer Gefecht. Hilflos muss er mit ansehen, wie einer von ihnen seine Maske abnimmt, sich als Luc Deveraux (JEAN-CLAUDE VAN DAMME) zu erkennen gibt und seine Frau und seine Tochter kaltblütig ermordet. Obwohl von schwersten Alpträumen geplagt, schwört der wieder genesene John Rache und macht Jagd auf den vermeintlichen Killer. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf Hinweise auf ein mysteriöses Programm, das sich Universal Soldier nennt. Immer weiter arbeitet er sich an die Killer heran – ahnt aber nicht, er auf eine falsche Fährte gelockt wird: Teil eines größenwahnsinnigen Plans des Abtrünnigen Andrew Scott (DOLPH LUNDGREN), der die Universal Soldiers befreien und mit ihnen die Weltmacht übernehmen will. (Planet Media)

eine kritik von themoviestar:

Universal Soldier (1992) schlug bei den weltweiten Actionfans wie eine Bombe ein: Zwei beliebte, zur damaligen Zeit aufstrebende Actionstars bekriegen sich hinter einem futuristischen Storygerüst, welches noch frisch und innovativ wirkte und der begnadete, schwäbische Regisseur Roland Emmerich gab sein gelungenes Hollywood Regie Debut. Universal Soldier war auch der erste Kinofilm mit Jean-Claude Van Damme, der die 100 Millionen Dollar weltweiten Kinoumsatz Marke knackte, was auf Franchise Potenzial hindeutete. Leider kam der zweite Teil 1999 viel zu spät, was neben der durchschnittlichen Umsetzung für einen gewaltigen finanziellen Flop sorgte. Als niemand mehr damit rechnete, erweckte Peter Hyams (Sudden Death) mit Universal Soldier 3 - Regeneration (2010) die unverwundbaren Soldaten zu neuem Leben, dieses mal direkt für den DVD / Video-Markt. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich bekanntermaßen streiten, jedenfalls bekamen B-Actionfans einen robusten und knallharten Streifen zu sehen und Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren waren wieder mit von der Partie. 2 Jahre später erschien erneut unter der Regie von Hyams der vierte Teil Universal Soldier: Day of Reckoning, der actionmäßig ebenfalls überzeugt, von der Machart, der Storyausrichtung und auch von den Hauptfiguren her aber eine andere Richtung geht, die bestimmt nicht jedermanns Sache ist.

Die größte Änderung ist wohl die Etablierung einer neuen Hauptfigur. Die Aushängeschilder der Serie Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren bekamen noch weniger Screentime und mit dem deutlich jüngeren, aber nicht minder kampferprobten Martial-Arts Spezialist Scott Adkins war es Zeit für einen neuen Helden, was vor allem bei den eingefleischten Fans des Originals auf wenig Gegenliebe stieß. Obwohl Adkins seine Sache mehr als ordentlich macht, ist ein gewisser Unmut durchaus verständlich: Die eingeschränkten Rollen, welche die beiden hier bekleiden, wirken teilweise wie Fremdkörper und deplatziert. Wenn man gemein wäre, könnte man den Eindruck gewinnen, ihrem Beisein wurde nur noch aus Marketinggründen bzw. wegen ihres klangvollen Namens zugestimmt, obgleich beide auch zwei ausgiebigere Kampfsequenzen spendiert bekommen. Die Story, welche die Ereignisse der vorherigen 3 Filme fast ausnahmslos ignoriert, stammt ebenfalls von Peter Hyams, der mit Dough Magnuson und John Greenhalgh das Drehbuch verfasste. Von Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme) angeführte vermummte Schläger setzten den Familienvater John (Scott Adkins) brutal außer Gefacht, während sie seine Frau und seine Tochter gnadenlos ermorden. Nach 9 Monate Koma begibt sich John auf die Suche nach den Schuldigen. Hier findet er heraus, dass Luc mit seinem Anhang Teil eines geheimen Regierungsprogramms "Universal Soldier" war, welches sich zum Ziel machte, den perfekten Soldaten zu erschaffen. Während John tödliche Rache fordert, lauert im Hintergrund eine weitere Bedrohung: Der abtrünnig gewordene Supersoldat Andrew Scott (Dolph Lundgren) möchte die Universal Soldiers unter seine Kontrolle bringen und die Weltherrschaft übernehmen...

Wer sich alleine schon bei den letzten zwei Zeilen der Inhaltsangabe verwundert die Augen reibt,  auf was für einen sinnfreien Quark Drehbuchautoren doch kommen können, hat vollkommen Recht. Abgesehen davon, dass die Geschichte auf jegliche Erkenntnisse der anderen UniSol Filme pfeift, ist selbige völlig konfus und frei von jeder Nachvollziehbarkeit. Ohne die vordergründige Rache Story könnte man das ganze Konstrukt getrost in die Tonne kloppen, wobei auch hier im späteren Verlauf der Vogel abgeschossen wird, wenn herauskommt, wie es um Johns Erinnerungen an seine Familie tatsächlich steht. Wer aus einer Sichtung von Universal Soldier - Day of Reckoning also zufrieden rausgehen möchte, muss unbedingt ein paar Regeln befolgen: 1. Vergessen Sie alles, was Sie bisher über die Materie wissen. 2. Hinterfragen Sie nicht. 3. Schalten Sie ihr Gehrin aus. 4. Konzentrieren Sie sich auf den Rache Plot, auf Scott Adkins und auf die knallharte Action. Wenn Sie diese To-Dos konsequent umsetzten, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass Sie sich am Ende des Tages gut unterhalten fühlen, was ja eigentlich auch das Ziel derartiger Freizeitberieselung ist.

Obwohl Hyams an einigen Stellen grauenhafte und stressige Stroboskop Licht Effekte verwendet, kann sich die handwerkliche Umsetzung größtenteils sehen lassen, da durchaus sein Bestreben zu erkennen ist, sich mit seinem Stil vom 0815 Einheitsbrei gängiger B-Movie Actionstreifen optisch abzusetzen. Er zeigt dynamische Kamerafahrten und variert geschickt zwischen First und 3rd Person Ansichten, während dunkle, aber trotzdem auch farbenfroh leuchtende Bilder die düstere Atmosphäre unterstreichen. Auch die bleihaltigen Schusswechsel und die zahlreichen Martial-Arts Zweikämpfe sind prima inszeniert und bestechen trotz ihres rasanten Tempos mit Übersichtlichkeit und Durchschlagskraft. Überhaupt ist der Härtegrad der grafischen Gewaltdarstellung nicht von schlechten Eltern, so dass die vielen blutigen Tatsachen dafür gesorgt haben dürften, das Universal Soldier: Day of Reckoning keine FSK Freigabe erhielt und nur mit Spio/JK Siegel in Deutschland ungeschnitten genossen werden kann. Der Höhepunkt des Films ist der sehenswerte Showdown, in welchem das Publikum gleich zwei ausgiebige, brachiale Endkämpfe bewundern darf: Scott Adkins bittet zuerst Dolph Lundgren und danach Jean-Claude Van Damme zum Tanz...

Schauspielerisch war ich richtig erschrocken, wie blass und wie antriebslos sich Jean-Claude Van Damme doch gibt. Sein Gesicht sieht aus, als hätte er entweder drei Tage nicht geschlafen oder eine Line zu viel gezogen, da nützt auch die groteske Schminke während des Showdowns nichts mehr, wenn er wie schlafwandelnd durch den Fim stolpert. Gegen die trostlose Darbietung wirkt Scott Adkins fast schon wie der kommende Oscar Anwärter, wenn er den trauernden Familienvater authentisch und  emotional glaubwürdig verkörpert, während er natürlich auch den Rachepart seiner Rolle beherrscht und in seinen umfangreichen Kampfbeteiligungen tapfer seinen Mann steht. Dolph Lundgren hingegen agiert in seiner viel zu knapp bemessenen Rolle gewohnt charismatisch und süffisant, obgleich auch seine Leistung nicht wirklich an dessen denkwürdige Performance aus dem 92er Original heranreicht.

Interessant zu wissen ist, dass der 8 Millionen Dollar teure Universal Soldier: Day of Reckoning in 3D verfilmt wurde und mit einem streng limitierten Kinorelease bedacht war, so dass insgesamt 1,4 Millionen Dollar an den Kinokassen eingenommen werden konnten. Lässt man mal die teils haarsträubenden storybedingten Verfehlungen außer Acht, bekommen B-Actionfans die damit leben können, dass die alten Teile und ihre in die Jahre gekommenen Helden früherer Tage inhaltlich kaum mehr eine Rolle spielen, ein ordentlich inszeniertes, kurzweiliges und knallhartes Actionfeuerwerk vor den Latz geknallt. Nicht mehr aber auch nicht weniger.  "Das nenne ich jetzt aber mal Kampfgeist, Soldat !" MovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

02.12.2021 19:50 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 21
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 9.388
Nach dem dritten (?) war bei mir echt die Luft raus. Ist zwar schon ziemlich lange her, aber recht große Lust auf ne Wiederholung verspürt ich ned :-D
Den hier hast wieder einmal gekonnt vorgestellt ! Trotzdem wenn überhaupt kommt mir nur noch Teil 1 in das Abspielgerät.

Korrektur: Das ist ja sogar Teil 3 :-D !!!! Dann war also nach DEM hier Schluss. Kommt davon wenn man nicht aufpasst :-F

02.12.2021 23:35 Uhr - Onkel Lung
1x
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Erfahrungspunkte von Onkel Lung 7
Ich sehe da Parallelen zwischen diesem Film und dem früheren Bruceploitation-Klassiker-Humbug "The Clones of Bruce Lee"("Bruce Lee- Seine Erben nehmen Rache"). Dort wollen auch verrückte Wissenschaftler mit Bronzemännern und 4 geklonten Bruce Lees die Weltherrschaft an sich reißen. Außerdem finde ich die aufgesetzte "Apocalypse Now" - Thematik gegen Ende des Films völlig einfallslos und überflüssig. Na ja, jedem das seine.

03.12.2021 15:06 Uhr - TheMovieStar
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@ Sony und Onkel Lung: Danke euch beiden fürs Lesen und für euer Feedback. Hat mich sehr gefreut 😀

05.12.2021 12:31 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
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Prägnant und anschaulich beschrieben, außerdem gefällt mir die hübsch formatierte Optik deiner Kritiken sehr.
Mich hat diese derbe Mischung aus Actionfilm und Psychothriller ebenfalls gut unterhalten, den müsste ich mal wieder schauen.

05.12.2021 23:32 Uhr - TheMovieStar
1x
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@ NoCutsPlease:

Danke auch dir fürs Lesen, dein Lob und dein Feedback. Freut mich wenn dir meine Review(s) und der Film gefallen 😀

27.12.2021 22:52 Uhr - Präsident Clinton
User-Level von Präsident Clinton 2
Erfahrungspunkte von Präsident Clinton 36
Trotz von Dir genannter Schwächen bekommt der Film von mir 9/10 Genre-Punkten, da Adkins einfach wütet wie ein Berserker, und die Inszenierung dermaßen auf den Punkt ist, dass ich mir den immer wieder gerne anschaue.
Natürlich ist er teils extrem wirr, aber da kann ich ob der wirklich brachialen und furiosen Action sehr gern drüber hinwegsehen.

Tolles Review, dass einen sehr guten Eindruck vom Film gibt, chapeau.

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