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The Trip - Ein mörderisches Wochenende

Originaltitel: I onde dager

Herstellungsland:Norwegen (2021)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,83 (12 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Das sich auf´s Blut hassende Ehepaar Lisa und Dan fährt unter dem Vorwand, sich versöhnen zu wollen, in ein abgelegenes Ferienhaus am See. Doch eigentlich haben die Beiden unabhängig voneinander den gleichen Plan: Den jeweils anderen umzubringen. Bevor sie sich jedoch ihrer Partner entledigen können, tauchen drei entflohene – und sehr brutale – Sträflinge im Ferienhaus auf. Ein blutiger und ziemlich schwarzhumoriger Kampf auf Leben und Tod beginnt… (LEONINE Distribution)

eine kritik von ghostfacelooker:

Bei skandinavischen Filmen, oder jenen die ich bisher gesehen und besprochen habe, sollte man mit einer ungeahnt intensiven Schlußerzählung rechnen. Insbesondere dann, wenn sie sich als schwarzhumorige Komödien ausgeben.

Nimmt man die oben zu lesende Inhaltsangabe als Basis, könnte man diesen Streifen durchaus als zynisch blutigere Variante von Mr. & Mrs. Smith bezeichnen, denn Regisseur Tommy Wirkola, schickt seine Protagonisten Lisa (Noomi Rapace) und Lars (Aksel Hennie) wortwörtlich in ein mörderisches Wochenende.

Aber fangen wir für den Anfang in der Mitte der derzeit eingeschlafenen und somit unglücklichen Ehe der beiden an, in welcher sich Neid auf beruflichen Erfolg mit gegenseitig unausgesprochenem Hass abwechseln. Perfekt für ein Wochenende in des Vaters Ferienhaus am idyllischen Fjord.

Jedoch existiert für die beiden noch eine unvermutete Nebenvariante,als unbekannte Variable, da, während man darum bemüht ist, sich gegenseitig den Gar auszumachen, das Unheil in Gestalt dreier auf der Flucht befindlichen Gangster buchstäblich über sie herein bricht, welche sich im Dachboden der Waldhütte zu verstecken suchen.

Wirkola, der ebenso für das das Drehbuch verantwortlich zeichnete, scheint bei der Entwicklung seiner Gangster nicht so richtig gewusst zu haben, ob er sie charmant, gewalttätig, eloquent, debil oder einer Mischung aus allem definieren soll, entschied sich dabei für das Gesamtpaket und teilte dies quasi durch drei.

Dabei spielt der Regisseur mit vielen Knast-Klischees und führt besonders seinen Hauptdarsteller in ungeahnt seelische Abgründe.

Abgründig scheint trotz des eigentlich potentiell spannungsreichen Plots selbiger oft durch eben jene emotionalen Aspekte der Beteiligten auf beiden Seiten auf der Strecke zu bleiben und lässt die bitterbösen Blutsequenzen als traurige Balance der Handlung, stellenweise wirklich grotesk wirken.

Wäre Rapace nicht mit an Bord, und gemeinsam mit Hennie trotz seiner lamentierenden Phasen nicht so sympathisch, oder würde das kriminelle Pendant, bestehend aus dem seiner Gesinnung geschuldet, debilen Nazisympathisanten Roy (André Eriksen), dem subtil eloquenten Petter (Atle Antonsen), und dem charismatischen Dave (Christian Rubeck) sich gemeinsam nicht so gut die Waage halten können, wäre dieser Streifen nicht mehr als eine kurz aufblühend blutende Blume, aber so könnte er über kurz oder lang bei dem ein oder anderen Genre-Freund durchaus Kultstatus erzielen.

Ob fragwürdige Charaktere, unvermutet blutige Einlagen, oder gleichsam fragwürdig moralische Ideologie versteht der Regisseur diesen Storycocktail, von einem anfänglich und über den Mittelteil marginal erstreckend, bissigen Plot hin zu einem, erstaunend sarkastischen Showdown zu steigern, der sich in den letzten Minuten sogar noch selbst zu überbieten sucht.

Somit bleibt sich der Regisseur, trotz oder gerade wegen den ein oder anderen unlogisch anmutenden Verhalten seiner Darsteller, sich in Anbetracht seiner bereits vergangenen Werke treu und setzt die hier verwendeten Splattersequenzen, welche mir bei Dead Snow noch übertrieben schienen, hier zwar ebenso derb aber dafür im Hinblick der Handlung gut pointiert.

Zusammenfassend ist The Trip, ein Film der durch Thrill, Dramatik aber auch derber Komik mehrfache Genre auf typisch skandinavisch unterkühlte Art vereint.

 

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Kommentare

26.12.2021 17:01 Uhr - Stoi
1x
Ich wiederhole mal meinen Kommentar aus einer anderen Kritik zu diesem Film:
Mir war der viel zu humorig. Ich habe aber ein grundsätzliches Problem mit Humor und Action oder Horror.
War nicht meine Baustelle auch wenn Inszenierung und die schauspielerische Leistungen alle solide waren und ich Nomi Rapace eigentlich super finde.
Als ernster und düsterer Horrorthriller mit weniger klischeehaften, sprich mehr abivalenteren Figuren hätte mir der Stoff sicherlich besser gefallen.

27.12.2021 16:26 Uhr - Lukas
1x
Da kann jetzt der Film aber nix dafür, wenn du grundsätzlich ein Problem mit der Kombination aus Action und Humor hast, Stoi. ;-) Da mir Wirkolas bisheriges Schaffen durchaus zugesagt hat, bin ich für meinen Teil auch hier freudig gespannt. :-)

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