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The Ice Road

Herstellungsland:USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Red Ice
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,31 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach dem Einsturz einer abgelegenen Diamantenmine, macht sich der erfahrene Ice Road-Trucker Mike McCann (Liam Neeson) mit seinem Bruder Gurty (Marcus Thomas) sowie einem Team mutiger Fahrer (Laurence Fishburne, Amber Midthunder) auf eine gefährliche Rettungsmission. Sie transportieren mit ihren Trucks die tonnenschwere Ausrüstung, die für die Bergung der verschütteten Kumpel dringend benötigt wird. Es gibt nur einen Weg zur Mine und der führt über die gefährlichen Ice Roads der gefrorenen Seen im äußersten Norden Kanadas. Die Mission gerät zum Wettlauf gegen die Zeit: Schmelzendes Eis, Lawinen sowie ein brutaler Schnee-Sturm sorgen für dramatische Situationen - während den eingeschlossenen Minenarbeitern der Sauerstoff ausgeht. Doch die eigentliche Bedrohung der spektakulären Mission kommt von ganz anderer Seite – jemand spielt ein falsches Spiel! (Wild Bunch Germany)

eine kritik von punisher77:

                                                             THE ICE ROAD

Obwohl er schon mehrfach erklärt hatte, aufgrund seines zunehmenden Alters keine Actionfilme mehr zu drehen, kann Liam Neeson doch nicht so ganz von dem Genre lassen, dass ihm im Jahr 2008 mit 96 Hours einen zweiten Karrierefrühling beschert hatte. Wenn man sich die Trailer, Filmplakate und DVD/Blu Ray-Cover zu jüngeren Neeson-Streifen wie Honest Thief (2020) und The Marksman – Der Scharfschütze (2021) ansieht, scheint alles beim Alten geblieben zu sein, doch schaut man sich diese Streifen genau an, haben sie wenig mit den Filmen zu tun, die der irische Schauspieler im 96 Hours-Sog drehte. Mit The Ice Road verhält es sich genauso, denn statt auf Schusswaffen und „besondere Fähigkeiten“ zurückzugreifen, klemmt sich Neeson hinter das Steuer eines Trucks. Dies tut er unter der Regie von Jonathan Hensleigh (The Punisher, 2004), der auch das Drehbuch des Films schrieb,und mit Laurence Fishburne (Matrix, 1999), Benjamin Walker (Abraham Lincoln – Vampire Hunter, 2012), Amber Midthunder (The Marksman – Der Scharfschütze, 2021), Marcus Thomas (Kill The Irishman, 2011) und Holt McCallany (Three Kings, 1999) als Co-Stars. Gedreht wurde in Winnipeg (Kanada).

Bei einer Explosion in einer Diamantmine werden mehrere Arbeiter verschüttet. Um die Bergleute zu befreien, benötigt man einen speziellen Bohrkopf, den der Truckunternehmer Goldenrod (Laurence Fishburne) zum Ort des Unglücks bringen soll. Dazu heuert er mehrere erfahrene Fahrer an, unter ihnen Mike McCann (Liam Neeson) und dessen Bruder Gurty (Marcus Thomas). Der Weg steckt voller Gefahren, da das tonnenschwere Equipment über Ice Roads transportiert werden muss und schon bald geschieht etwas, was die Rettungsmission in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt…

In den USA und Kanada wurde The Ice Road auf Netflix veröffentlicht, während die Auswertung in Großbritannien via Amazon Prime erfolgte. Für den einen oder anderen Filmfan dürfte dies sicher schon ein Indiz für mangelnde Qualität sein, da der im Februar 2020 gedrehte The Ice Road sicher für´s Kino konzipiert worden war und man ihn vor der Corona-Pandemie auf den oben genannten Märkten sicherlich auch ins Kino gebracht hätte. Dass der Streifen – im Gegensatz zu anderen Kinoproduktionen – nicht verschoben, sondern an Streamingplattformen verkauft wurde, kann ein Indiz dafür sein, dass die Produzenten Hensleighs Streifen offenbar nicht zutrauten, bei weltweit nur teilweise geöffneten Kinos schwarze Zahlen zu schreiben. Die nicht gerade enthusiastischen Kritiken und der Trailer, in dem etlichen Zuschauern nicht gerade überzeugende Spezialeffekte negativ auffielen, schienen den nicht gerade positiven ersten Eindruck zu bestätigen. Ist The Ice Road tatsächlich eine Enttäuschung, und droht Liam Neeson das Schicksal, der nächste Bruce Willis (Stirb Langsam, 1988) zu werden, oder ist der Trucker-Thriller doch ein ganz passabler Film?

Wunder sollte man von The Ice Road tatsächlich nicht erwarten. Der Plot des Films ist, obwohl er über durchaus spannende Szenen verfügt, routiniert und im Grunde bis zur Schlusseinstellung vorhersehbar. Darüber hinaus verfügt The Ice Road über einige (CGI-)Effekte, die man einer Direct-to-Video-Produktion noch verzeihen würde (z.B. die eine oder andere Explosion), in einem Kinofilm mit adäquatem Budget aber nicht sehen möchte … wobei ein stattlicher Etat auch kein Garant für überzeugende, atemberaubende Effekte ist. Und an die Filme Lohn Der Angst (1953) und Atemlos Vor Angst (1977), die immer wieder als Meilensteine des spannungsgeladenen Trucker-Films herangezogen werden, kommt The Ice Road auch nicht heran. Dass der 2021er Liam Neeson-Streifen (wieder) nur mit einem PG-13 veröffentlicht wurde, dürfte dem einen oder anderen Filmfan ein weiterer Dorn im Auge sein.

So kann Liam Neeson in der Rolle des erfahrenen Truckers, der sich rührend um seinen traumatisierten Bruder kümmert, derart überzeugen, dass ich mich jederzeit neben ihm auf dem Beifahrersitz platzieren würde, um mit ihm auf ein Himmelfahrtskommando zu gehen, bzw. zu fahren. Zusammen mit seinem (Film-)Bruder, gespielt von Marcus Thomas, bildet Neeson ein Duo, das für die Emotionalität des Films – insbesondere im späteren Filmverlauf – wichtig ist. Auch die übrigen Darsteller, so groß oder klein ihre Rollen auch sein mögen, können in den ihnen zugedachten Rollen punkten, auch, oder gerade weil die Besetzung weitgehend ohne große Namen auskommt.

Auch die von Jonathan Hensleigh ordentlich inszenierte Action des Films ist – wenn auch tricktechnisch nicht immer perfekt umgesetzt – weitgehend gelungen. So gibt es pulstreibende Spannungsmomente auf dem Eis ebenso wie Verfolgungsjagden und handfeste Auseinandersetzungen, so dass während der gut hundertminütigen Spieldauer kaum Langeweile aufkommt, woran auch der eine oder andere Plottwist seinen Anteil hat. Hinzu kommen einige starke Bilder, z.B. wenn die Trucks bei leicht gesunkener Sonne über das Eis fahren. So hat The Ice Road neben den grottigen CGI-Explosionen auch einige erinnerungswürdige optische Momente, die diesen Makel (etwas) ausbügeln.

The Ice Road ist kein Meilenstein der jüngeren Filmgeschichte, aber trotzdem ein guter, solider Actionthriller auf eisigen Straßen, was man auch nicht allzu oft zu sehen bekommt. Liam Neeson überzeugt in seiner Rolle und wertet damit einen inhaltlich routinierten, kaum innovativen Streifen – unterstützt von ordentlich agierenden Nebendarstellern und gutklassigen Actioneinlagen – deutlich auf. Ob The Ice Road im Kino ein echter Blockbuster gewesen wäre, mag man anzweifeln...ein guter Streifen ist er (in meinen Augen) allemal geworden, der mich mehr überzeugt hat als z.B. Honest Thief.

7/10
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Kommentare

17.08.2022 00:22 Uhr - Insanity667
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Sehr gute Vorstellung! Mir war der teilweise recht billige Look hier dann doch zu sehr ein Dorn im Auge... Außerdem fand ich einige Charakterentscheidungen gegen Ende reichlich unlogisch und dämlich... Für mich persönlich nur Durchschnitt, 5/10 Punkte...

Im Kino hätte der keine Chance gehabt, niemals! Und sorry, aber auch an Liam Neeson nagt der Zahn der Zeit, muss man einfach so sagen. Es ist schön, dass der gute Mann mit "96 Hours" nochmal richtig aufgedreht und als kaltschnäuziger Actionprofi ein eigenes Rollenfach für über 1 Jahrzeht entworfen hat, um seine Rente ein wenig aufzubessern, aber irgendwann ist auch beim größten Helden die Luft raus...

Trotzdem saucoole Sache von Dir, Puni! Gefällt, gefällt! ;)

17.08.2022 08:46 Uhr - Draven273
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Den fand ich auch gar nicht so schlecht. Kommt nicht mehr an die älteren Liam Nesson Kracher ran, wusste mich aber zu unterhalten. Die Idee gefiel mir, der Look allerdings war nicht so optimal. Die Charaktere im Großen und Ganzen ok. Hatte schon ein bisschen was von TV Film. Lief bei uns in Hamburg aber tatsächlich im Kino, ich glaube eine Woche hat der geschafft, die Besucherzahlen waren wohl eher mau. Die letzte Sichtung ist jetzt etwas her, da bin ich mir nicht mehr ganz so sicher für ne Bewertung und Pendel mich mal zwischen Dir und Insanity ein mit einer 6/10. Deine Review hingegen ist wie immer gelungen und hat mir alles geboten was ich gerne an Infos lese. :)

17.08.2022 22:24 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, ihr Zwei.

Ja, der Look des Films wirkt tatsächlich nicht wertig und auch Liam Neeson wird älter, aber hier hat es meiner Meinung nach gepasst,da er hier ja keinen Agenten spielen musste.
Im Kino wäre er sicher durchgefallen,bzw. Ist es ja. Bin gespannt,wie es mit Neeson weitergeht.

19.08.2022 10:46 Uhr - cecil b
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Jede deiner Reviews ist eine Bereicherung. :)

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