SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Evil West · Erheb dich und werde zum Wildwest-Superhelden · ab 52,99 € bei gameware God of War 5: Ragnarök · Ragnarök is coming · ab 74,99 € bei gameware

Gears 5

Originaltitel: Gears of War 5

Herstellungsland:Kanada (2019)
Standard-Freigabe:USK Keine Jugendfreigabe
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
eine kritik von dicker hund:

Das exklusiv für die XBox-One erschienene "Gears 5" ist der bislang letzte Teil des Franchises, in dem die Menschheit inmitten eines dystopischen Universums gegen einen auf Deutsch "Schwarm" genannten Feind antritt. Plattformtypisch ist aber erst einmal ein aufgezwungenes Update mit mehreren Stunden Lade- und Installationszeit vonnöten, selbst wenn man die Disc-Version sein eigen nennt und nur die Kampagne spielen möchte. Ebenso obligatorisch macht das Programm ein Trainingscamp, das für Veteranen der Reihe überflüssig wie ein Kropf ist. Dafür zeigen sich dort bereits einige der kleinen, aber feinen Neuerungen. So ist der Flugroboter Jack inzwischen aktiver. Im Laufe des Geschehens wird er noch an Bedeutung gewinnen, vor allem deshalb, weil er schlachtentscheidende Fähigkeiten erlernen und sogar Upgrades bekommen kann. Diese "Komponenten" mögen einfach strukturiert sein, motivieren aber erstmals, die Umgebung abzusuchen. 

"Jack ist'n Guter."

- "Da geht ihm doch gleich sein kleines mechanisches Herz auf."

Auffälligste Änderung ist im Übrigen die Protagonistin Kate, die zwar schon im Vorgänger, an welchen die Story direkt anknüpft, etabliert wurde, nun aber das einzige Alter Ego darstellt. Dabei ist sie auf toughe Weise sexy, was aber nicht mit sexueller Aktivität zu verwechseln ist (1/10). Durch ihre dezent mysteriöse Hintergrundgeschichte entsteht eine Situation, in der über sie Teile der gegnerischen Truppen gesteuert werden können. Leider beschränkt sich diese gute Idee auf eine einzige Sequenz, in welcher sie taktisch nicht zuende gedacht wurde. Dennoch macht es Laune, mal eines der Monster aus dem "Schwarm" zu lenken. Hauptgrund dafür ist, dass es abseits dieses Hinguckers weitgehend an Abwechslung fehlt. Insbesondere die Gefechte aus vielseitigen Transportmitteln heraus vermisst man schmerzlich. Zwar gibt es stürmische Abschnitte in Wüsten aus Eis oder rotem Sand, die einen Hauch von Open-World-Elementen einbringen. Diese werden aber ansonsten konfrontationslos mit einem mäßig aufregenden Gleitfahrzeug durchquert.

"Doch nicht auf dem Skiff, oder?"

Leider genau auf diesem: Solche ereignisarmen Fahrten wiederholen sich, während die Scharmützel fast immer zu fuß ausgetragen werden. Die Ladefläche eines Lastkraftwagens ist da schon das höchste der Gefühle. Selbst die Umgebungen sind nicht mehr so zackig in Bewegung. Zerstörte Städte und Fabrikhallen bieten manchmal eine detailreiche Ausstattung oder ansehnliche Schatteneffekte, wirken auf die Dauer aber etwas monoton. Selbst das Raketensilo mit seinen Transportkränen mag trotz beachtlichen Weitblicks nicht zu begeistern. Unverwüstlich bleiben dagegen die eingestreuten Horrorelemente (4/10). Das schäbige Forschungslabor mit dunkler Vergangenheit darf ebensowenig fehlen wie die gruseligen Häscher-Kreaturen oder manch ein fieses Ableben eines Kameraden in den Zwischensequenzen. Trotz der Lebensgefahr bleiben die Truppenmitglieder natürlich souverän und machen gelegentlich ihre Witzchen (Humor 2/10).

"Immerhin habe ich aus Versehen eine KI erschaffen, die Sarkasmus versteht."

Weniger zu lachen hat die Feindesfront, der wie immer mit Gewalt (6/10) zu begegnen ist. Mutierte Roboter sorgen für klein gehaltene Stealth-Passagen, für welche wiederum die taktischen Vorzüge des "Fabrikatoren" wieder wegrationalisiert worden sind. Hauptgegner stellen die Drohnen dar, die sich blutig mit dem Kettensägenbajonett zerlegen lassen. Dasselbe erweist sich allerdings vor allem gegen die Blechbüchsen als eine überlegene Waffe. Erweiterungen im Arsenal sind vorhanden, bleiben für das Gameplay aber sekundär. Dieses stockt manchmal wegen seltener, aber erwähnenswerter Nervigkeiten. Bislang unbekannt war das Phänomen, eine Weile ziellos umherirren zu müssen, weil die Mission zweideutig gestellt ist. Reaktiviert aus dem Erstling wurde zudem der "Du-gehst-drauf,-wenn-ein-anderer-draufgeht!"-Effekt, dessen Beseitigung damals zu Recht erfolgt war.

Ziemlich fordernde Endboss-Einlagen bergen eine ausgewogenere Herausforderung, leiden allerdings unter repetitiven Erscheinungen im Vergleich zwischen dem dritten und dem vierten Akt. Letztendlich fällt "Gears 5" trotz kontinuierlicher technischer Qualität im Vergleich zum System-Debüt qualitativ auf das Niveau einer kleinen Spieleperle ab (7/10 Punkten). Die bewährten Schießereien machen nach wie vor Laune und sind auf dem hier gewählten Schwierigkeitsgrad "normal" angemessen fordernd, lassen aber noch mehr als bislang Auflockerung vermissen. Das ist schade, denn die hier etablierten Ideen hätten mit dem Fuhrpark aus Teil 3, der Härte aus Teil 2, dem Horror aus Teil 1 und den Strategieeinwürfen aus Teil 4 das Potential zu einem absoluten Über-Hit. Stattdessen hat man sich für einen Rumpf aus überkommenen Skripten entschieden, an dem eher im Detail optimiert, anstatt bei den wirklich kreativen Ansätzen in die Vollen gegangen worden ist. Die deutsche Synchro lässt sich dagegen gut hören.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Night
dicker Hund
6/10
Nico
dicker Hund
6/10
New
dicker Hund
5/10
die neuesten reviews
From
TheMovieStar
9/10
Lizenz
Phyliinx
7/10
Jeepers
Randolph Carter
3/10
Manitou,
cecil b
6/10
Slaxx
Ghostfacelooker
Born
TheMovieStar
6/10
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)