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Scream

Herstellungsland:USA (2022)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Scream 5
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,38 (37 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein neuer Ghostface, eine neue Mordserie. Sidney Prescott (Neve Campbell), Gale Weathers (Courteney Cox) und Dewey Riley (David Arquette) müssen sich erneut zusammen schließen, um einer Gruppe junger Erwachsener gegen einen brutalen Mörder zu helfen. ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von thrax:

Um auf jeden Fall schon einmal eins vorweg zu nehmen, es werden keine Spoiler zu "Scream 5" (ja, ich nenne ihn so) in dieser Review vorkommen, aber durchaus Spoiler zu Teil 1, 2, 3 und 4. Wer diese Teile also noch nicht gesehen hat (was ja vorkommen soll) oder zumindest einen der vier Vorgänger nicht gesehen hat, sollte diese Review vielleicht mit Vorsicht genießen und gegebenenfalls ab hier nicht mehr weiter lesen.

1996 war es soweit. Das stagnierende und teilweise sogar etwas in Vergessenheit geratene Slashergenre sollte wieder belebt werden durch einen Film und seinem Regisseur die dem ausgelutschten Genre eine gehörige Frischzellenkur verpasst. "Scream" war geboren und kam aus der Feder von "Dawson's Creek"-Schöpfer Kevin Williamson und sollte der Startschuss für eine ganze Welle an ähnlich gearteten Slashern werden. Auch "Scream" erfreute sich durch seines großen Erfolges einiger Fortsetzungen, die in diesem bisherigen 5. Output gipfelten. Und auch dieser macht sich wieder auf köstlich subtile Weise über die aktuellen Manierismen des Horrogenres lustig.

Handlung:

Auf die Handlung an sich gehe ich hier jetzt mal nicht zu tief ein und kratze sie nur an. 25 Jahre ist es in Woodsboro her das Billy Loomis und Stu Macher die Kleinstadt im Ghostfacegewand mit einer blutigen Mordserie in Atem hielten. Nun stülpt sich ein neuer Killer die Maske über und nimmt eine neue Gruppe Teenager ins Visier und startet eine Mordserie die sogar alte Bekannte auf den Plan treten lässt der neuen Generation Tennager beizustehen....soweit so gut. Wenn man ehrlich ist hat "Scream" sich auch noch nie durch eine all zu ausgearbeitete Story definiert. Wenn man sich über ein Genre auch lustig macht, ist es nur eine logische Konsequenz das die Story dann auch bei dieser selbstironischen Herangehensweise relativ einfach ist. Es ist die Inszenierung und die Ausführung die den Unterschied macht . Und da punktet dieser fünfte Streich überraschend gut. Die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillet (Ready Or Not) beweisen und zeigen durchaus das sie Cravens und Williamsons Inszenierungsstil und Idee hinter "Scream" verstanden haben und schaffen es diesen Ton auch fast komplett wie den Nagel auf dem Kopf zu treffen. Bildsprache, Visualisierung, Kameraführung....man fühlt sich an Wes Craven erinnert. Vor allem sehr stark an den ersten Teil der Reihe. Teil 2 und 3 finden weitesgehend keine Erwähnung und an Teil 4 fühlt man sich auch nur durch die Wiederkehr mancher Charaktere aus diesen erinnert. Hier steht alles im Zeichen "Back to the roots", was alleine schon die Engangssequenz zeigt, die nicht ohne Grund sehr stark an die Eingangssequenz mit Drew Barrymore aus dem Original erinnert. Im allgemeinen wirft der Film mit Querverweisen an Teil 1 nur so um sich, so das man durchaus die eine oder andere Überraschung geboten bekommt. Auch die Meta-Kommentare sitzen wieder und es ist herrlich zu sehen wie diese ganzen Klischees und Trends heutiger Horrofilme durch den Kakao gezogen werden. Ein klein wenig problematisch ist der Spannungsaufbau. Nicht das der Film nicht spannend wäre, er hat definitiv auch da seine Momente, aber gerade der Teil der ja am meisten Spaß machen soll ist diesmal nicht gänzlich geglückt. Und das ist der Who-Done-It-Teil! Wo es bei Teil 1 echt eine Überrschung war das sich hinter Ghostface Maske nicht nur einer, sondern zwei Killer mit Stu und Billy verbargen und auch Teil 2 (Mickey und Billies Mutter), Teil 3 mit Sidneys Halbbruder Roman und Teil 4 mit Sidneys Nichte und ihrem Schulfreund Charlie, ist es hier so das man doch relativ früh richtig raten kann, wenn man nur etwas genauer hinschaut bzw. aufpasst.

Handwerk & Technik:

Das man hier bei "Scream" nicht all zu viel CGI-Gewitter geboten bekommt, sollte durchaus klar sein. Der Film kommt zu weiten Teilen sehr handgemacht daher und kommt auch daher trotz einer FSK 16 Freigabe teilweise außerordentlich blutig und brutal daher. So heftig hat Ghostface noch nie geschlitzt. Die Morde an sich sind zwar jetzt nicht außerordentlich ausgefallen und sogar sehr bodenständig und normal gehalten (wenn man das in diesem Kontext so sagen kann). Aber durch die überzeugende Effektarbeit und vor allem der Inszenierung der Bluttaten, tun einige Sequenzen einfach nur vom zuschauen schon weh.  Auch der bereits oben erwähnte visuelle Stil und die Kameraarbeit erinnern sehr schön an 1996 als der erste Teil heraus kam. Vielleicht könnte man als Kritikpunkt noch Courtney Cox Maske hervorheben, aber das ist wohl weniger der Arbeit der Effektspezialisten geschuldet, sondern das hat die Frau sich selber angetan. Die Kulisse hält einige Aha-Momente und Easter Eggs bereit. Kundige "Scream"-Fans werden die Kulisse im 3. Akt (der sogar namentlich wortwörtlich im Film so benannt wird) durchaus bekannt vorkommen.

 

Schauspielerische Leistung:

Hier kann man eigentlich allen Beteiligten eine gute Note geben. Vor allem David Arquette gibt eine tolle Vorstellung ab. Insgesamt glückt hier die Zusammenführung der alten und neuen Garde erfreulich harmonisch und wirkt schön homogen. Zwar hätte ich mir für Neve Campbell etwas mehr Screentime gewünscht, aber in den Szenen in denen sie vorkommt, liefert sie ab. Von den neuen Darstellern war ich am meisten von Jenna Ortega beeindruckt, die eines der wenigen Ghostface-Opfer ist das einen seiner Angriffe überlebt, aber dadurch sichtbar nicht nur körperlich sondern auch psychisch und seelisch schwer gezeichnet ist. Dies zu transportieren gelingt Ortega absolut hervorragend. Ihre Filmschwester hingegen - die von Melissa Barrera gespielt wird - ist so ein 50/50 Ding. In den emotionalen Szenen liefert sie ab wo hingegen sie dann bei anderen Szenen auf einmal das Mienenspiel einer Backsteinwand hat. Und dieses qualitative auf und ab zieht sich durch ihre komplette Performance. Jack Quaid, Mikey Madison und der Rest des neuen Casts machen aber darüber hinaus definitiv auch einen soliden Job. Und Roger L. Jacksons stimmliche Leistung als Ghostface (oder von Kai Taschner in der deutschen Synchro) ist mal wieder absolut on Point. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das Ghostface in beiden Versionen (deutsch & englisch) nie bösartiger klang.

Filmmusik/Soundtrack:

Hier müssen wir uns leider von Marco Beltrami verabschieden und uns mit Br​ian Tyler begnügen. Nicht das ich Tyler nicht mag, er hat durchaus einige sehr solide Arbeiten abgeliefert, aber hier macht er sich nicht mal die Mühe das "Scream"-Thema wenigstens in Ansätzen zu seinen eigenen Kompositionen zu verbauen. Es wäre so als würde man "Jaws" das Titelthema von John Williams durch einen bombastscore von Hans Zimmer ersetzen, es würde nicht funktionieren. Dazu sind bekannte Filmreihen doch zu sehr mit untrennbaren Komponenten verbunden, wie z.B. ein bekanntes Titelthema. Dadurch ist für mich (neben dem etwas bananigen Motiv des Täters hinter der Maske) der Score einer der wenigen Schwachpunkte an dem Film. Zu beliebig, zu generisch....nichts blieb hängen.


Fazit:

Ein überraschend geglückter 5. Streich der Scream-Reihe, mit einem Ghostface der so böse und brutal wie nie ist, einen größtenteils gut aufspielenden Cast, den teils blutigsten Morden der gesamten Reihe, mal wieder herrlichen Meta-Kommentaren bei den man sich zumindest ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen kann und einer einfachen, aber sauber inszenierten Handlung. Auf der anderen Seite hat der Film aber auch einen leider schwachen Score, macht es diesmal jemanden doch etwas zu leicht den potentiellen Ghostface-Killer zu erahnen, ein Motiv das irgendwie nicht wiklich abholt (auch wenn es im Gesamtkontext des Films Sinn machen mag und nur konsequent ist) und auch eine wechselhafte Leistung der neuen Hauptdarstellerin. Allesin allem aber auf jeden Fall einen Blick wert und wenn die Qualität weiter so bleibt und es der Erfolg des 5. Teils zu lässt, bin ich bei einer weiteren Ghostface-Schnitzeljagd gerne dabei.

8/10
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