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Scream 3

Herstellungsland:USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Ghostface
Scream 3: Ghostface
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,70 (53 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Seit sie Windsor College vor dreieinhalb Jahren verlassen hat, wohnt Sidney Prescott nun zurückgezogen im Norden Kaliforniens. In ihrem Zufluchtsort will sie nur noch vergessen. Doch während der Dreharbeiten zu dem Film "Stab 3", der auf den grauenhaften Geschehnissen in der Kleinstadt Woodsboro basiert, schlägt der Serienkiller erneut zu. Schnell stellt sich heraus, dass die Darsteller in derselben Reihenfolge ermordet werden, wie es im Drehbuch zu "Stab 3" geschrieben steht. Für Sidney, der einzigen Überlebenden zweier vorangegangener Mordserien, scheint der Albtraum nie zu enden: Der maskierte Killer hinterlässt Fotos ihrer toten Mutter... (Kinowelt)

eine kritik von phyliinx:

Scream 3 war ein echter Problemfilm. Erst wollte das Studio Miramax kein Filmblut sehen, dann hatte Neve Campbell vertraglich mit anderen Filmen zutun und zu guter Letzt schied auch noch Kevin Williamson als Skriptautor aus und man musste ihn durch Ehren Kruger ersetzen, der die Figuren und Vorgängerfilme nicht kannte, weswegen Wes Craven das Skript vereinzelt eigenhändig umschrieb, sodass es besser zu ihren Geschichten passte. Damit 2000 also ein Schlussstrich unter die damals geplante Trilogie gesetzt werden konnte, mussten zumindest zwei Einigungen her. Die Filmblut-Diskussion war aufgrund eines Amoklaufes und dem damit einhergehenden Blick auf fiktive Gewalt entstanden, weswegen Craven sich bemühte, so wenig Lebenssaft wie möglich fließen zu lassen. Neve Campbell konnte man für weniger Tage als gewohnt buchen und deswegen sollten Nebendarsteller ihre Zeit ersetzen. Alles in allem scheint es fast schon unglaublich, zu sagen, dass daraus noch ein richtig tolles Werk entstanden ist. Normalerweise landen solche Filme eher in der Vergessenheit. Und was ist noch so an der Front passiert? Die Heirat zwischen David Arquette und Courteney Cox natürlich.

Dass das Skript nicht mehr aus Williamsons Kopf stammt, kann man gut erkennen: alles ist plötzlich düster und schmutzig, es geht um Vergewaltigung sowie Sidney, deren Vergangenheit sie mehr denn je als Trauma einholt, wenn Ghostface plötzlich Bilder ihrer Mutter bei seinen neuen Opfern hinterlässt. Diverse Humoreinlagen kommen da gut zur Geltung, die sonstige Figurenarbeit wirkt jedoch leicht abgestoßen und weiter von ihrem sonstigen Glanz entfernt, ohne diesen vollends zu verlieren. Ich mag alle Figuren und kann deswegen mit ihnen mitfiebern, aber irgendwie fehlt der Keck zwischen den agierenden Personen, den es sonst massenhaft gegeben hat, weswegen Interaktionen miteinander sich auch stets frisch anfühlten. Zugutehalten muss man Scream 3 aber eine deutlich bessere Direktion. Dieser Film weiß mehr, was er will und bewegt sich linear in eine klar nachvollziehbare Richtung. Scream 2 hat sich da manchmal etwas verloren und einige Zeit gebraucht, bis man alle Figuren wieder aus ihren Ecken des Plots geholt hatte. Patrick Dempsey und Liev Schreiber habe ich auch gern gesehen, leider nicht zusammen, aber in guten Einzelparts. Produzenten empfohlen, Dempseys Polizisten, Mark Kincaid, noch mehr Raum im hinteren Teil des Streifens zu geben und das lohnt sich, weil seine schicke Rolle dann nicht einfach so im Nichts verschwindet, was sonst der Fall gewesen wäre. Leider hat mir Scott Foley irgendwie sehr wenig gegeben, mit seinem Typ Spiel wurde ich nicht warm und die Figur des Roman Bridger fand ich durchweg sehr farblos.

Der ganze Film behandelt als sekundäres Thema außerdem Hollywood. Im Scream-Universum werden die Stab-Filme passend zu den Abenteuern unserer Helden gedreht und jede Hauptfigur trifft auf ihren Darsteller, was die „Film-im-Film“-Ebene nett ausreizt, vor allem, weil die Darsteller nicht nur tolle Gimmicks sind, sondern auch noch als Teil des Plots etwas leisten müssen, denn wie eingangs erwähnt, ist Sidney nicht in vollem Umfang aktiviert und nur für sehr wichtige Parts in Verwendung, die größtenteils ihre Traumabewältigung betreffen. Das alles konnte ich richtig genießen, die Abkehr vom hauptsächlichen Standbein öffnet in dieser Hinsicht ein paar neue Türen und es macht Spaß, Scream noch einmal aus anderen Blickwinkeln erkunden zu können. Ein paar nette Rückblicke, wie das Stuart-Haus-Set, gibt es durch die Thematik obendrauf.

Eine gute Anzahl an Szenen in Scream 3 fand ich richtig gruselig, vorallem die Sequenzen, in denen Sidney träumt oder ihrer Vergangenheit begegnet, weil die Make-Up-Truppe bei Brandy Seymour ganze Arbeit geleistet hat, was jedoch auch für die Effektabteilung gilt. Licht, Schatten, Nebel, aufwendige Villen als Standpunkt für das Finale-visuell bringt Scream 3 noch einmal einige neue Ansätze auf den Tisch, die allesamt recht gut schmecken. Musikalisch geht ebenso die Post ab. Die emotionalen, dramatischen Richtungen des Vorgängers finden auch hinter den Szenen dieses Streifens ein warmes Zuhause.

Die Intensität der Verfolgungsjagden ist auch im vollen Umfang zurück. Ja, Härten gibt es keine, aber nein, deswegen sind die Morde längst nicht langweilig, denn wie sie geschehen, macht immerhin den wahren Horrorreiz aus.

Scream 3 hat einige Schwächen, aber es ist immer noch ein solider Slasher mit spannenden Wegen für seine Figuren und sollte von niemandem gemieden werden, der die anderen Teile bis hierhin genießen konnte.

8/10
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