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Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen

Originaltitel: Uno Sceriffo extraterrestre - poco extra e molto terrestre

Herstellungsland:Italien (1979)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Komödie, Science-Fiction
Alternativtitel:Der Große mit dem außerirdischen Kleinen
The Sheriff And The Satellite Kid
E.T. And The Sheriff
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,60 (24 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine Provinzstadt in Aufruhr: Jeder glaubt ein UFO gesehen zu haben. Sheriff Craft (Bud Spencer) versteht die Aufregung nicht. Er glaubt nicht an Außerirdische - zumindest bis er dem kleinen H7-25 (Cary Guffey) begegnet. Der sieht zwar aus wie ein kleiner Junge, verfügt aber über äußerst ungewöhnliche und ganz und gar nicht irdische Fähigkeiten. Für den außergewöhnlichen Jungen interessiert sich auch shcon bald die militärische Abwehr unter der Führung von Captain Briggs (Raimund Harmstorf). Nun muss der Große wieder zu seinen schlagkräftigen Argumenten greifen, um seinen kleinen Freund vom anderen Stern zu beschützen. (e-m-s DVD-Cover)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                               DER GROßE MIT SEINEM AUßERIRDISCHEN KLEINEN

1978 war eines der wichtigsten Jahre in Bud Spencers Karriere. Mit seinem Leinwandpartner Terence Hill trumpfte er in diesem Jahr in Zwei Sind Nicht Zu Bremsen auf, der in Deutschland mit der „Goldenen Leinwand“ ausgezeichnet wurde. Mit Sie Nannten Ihn Mücke landete Spencer im Alleingang einen weiteren Publikumshit, der einer seiner besten Solofilme ist. Und auch Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen, in dem Bud Spencer ebenfalls ohne seine blauäugige Leinwand-Keule auftrat, sorgte für lange Schlangen vor deutschen Kinokassen – knapp drei Millionen Zuschauer wollten sich diesen von Michele Lupo (1932-1989 / Sie Nannten Ihn Mücke, 1978) in den USA(Newnan, Georgia) inszenierten Sci-Fi-Prügelspaß mit Cary Guffey (Unheimliche Begegnung Der Dritten Art, 1977) sowie Raimund Harmstorf, Joe Bugner und Luigi Bonos, die allesamt in Sie Nannten Ihn Mücke (1978) zu sehen waren, nicht entgehen lassen.

Newnan ist eine ruhige Kleinstadt, in der sich jedoch in letzter Zeit seltsame Dinge tun, die man auf UFOs schiebt, die angeblich von mehreren Bewohnern gesehen wurden. Der Sheriff (Bud Spencer) von Newnan glaubt nicht an Außerirdische, bis er einem Jungen begegnet, der sich H7-25 (Cary Guffey) nennt und behauptet, ein Außerirdischer zu sein. Der Sheriff glaubt dem Kleinen zunächst kein Wort, muss sich aber bald eines Besseren belehren lassen, da er eine Photonenkanone besitzt, mit der er – wie mit einer Fernbedienung – technische Geräte bedienen oder den Ablauf der Zeit beeinflussen kann. Bald interessiert sich auch das Militär in Person von Captain Briggs (Raimund Harmstorf) für den außerirdischen Kleinen …

Mit Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen reagierte man in Italien auf den durch Hollywoodfilme wie Krieg Der Sterne und Unheimliche Begegnung Der Dritten Art (Beide 1977) ausgelösten Science-Fiction-Boom und stellte Bud Spencer nach Plattfuß Räumt Auf (1975) und Plattfuß Am Nil (1977) erneut einen kleinen Jungen zur Seite, so dass Regisseur Michele Lupo und seine Drehbuchautoren Marcello Fondato und Francesco Scardamaglia, die auch den Hit Sie Nannten Ihn Mücke geschrieben hatten, in zweierlei Hinsicht auf Nummer Sicher gingen und – was den Erfolg des Films anging – auch Recht behielten. In qualitativer Hinsicht ist jedoch – damals wie heute – noch Luft nach oben: Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen ist beileibe kein schlechter Film, gehört aber nicht zu den echten Highlights der Bud Spencer-Filmographie.

So sollte man sich, bevor man sich Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen (egal ob zum ersten Mal oder erneut) ansieht, darüber im Klaren sein, dass hier Kinder als Zielgruppe im Vordergrund stehen. Vergleicht man z.B. den im gleichen Jahr vom gleichen Team realisierten Sie Nannten Ihn Mücke mit Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen, so wird man feststellen, dass der Streifen, in dem ein Ex-Footballstar einen Haufen blutiger Anfänger trainiert, trotz einiger Albernheiten auch ein erwachsenes Publikum ansprechen konnte, was der 1978er Außerirdischen-Streifen nur bedingt kann, da er streckenweise doch etwas naiv und albern wirkt, was sich z.B. im gesamten Ton des Films und in der Musik und den Geräuschen, die während der Schlägereien und dem Einsatz der Photonenkanone zu hören sind, niederschlägt. Apropos Photonenkanone: Die eher bescheidenen Spezialeffekte des Films zeigen zudem ein Dilemma auf, mit dem der italienische Film zu kämpfen hatte und das zu einem der Nägel im Sarg der italienischen Filmindustrie werden sollte. Visionäre Filmemacher wie George Lucas und Steven Spielberg kreierten millionenschwere Spezialeffekte, mit denen man in Italien, wo Genrefilme oftmals mit kleinen Budgets entstanden, nicht mehr mithalten konnte und deswegen immer weniger konkurrenzfähig wurde. So wirkt die Raumschiffsequenz in diesem Film deutlich billiger als in den oben genannten amerikanischen Science-Fiction-Streifen und der Einsatz der Photonenkanone beschränkt sich auf Zeitrafferaufnahmen sowie das Vor – und Zurückspulen von Szenen, was alles andere als State Of The Art wirkt, so dass das geringe Budget des Films nur allzu offensichtlich wird und sich bereits langsam das Gefühl breit macht, dass hier bald eine Verschiebung des Status Quo stattfinden wird.

Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen kann jedoch einige dieser Defizite mit seinem Charme wieder wettmachen, der sich vor allem aus dem Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller ergibt. Bud Spencer überzeugt einfach in der Rolle des Sheriffs und Beschützers und die Chemie zwischen ihm und Kinderstar Cary Guffey stimmt. Die beiden geben ein knuffiges Paar ab und einen Gesetzeshüter wie den von Bud Spencer gespielten Sheriff, dessen Namen im gesamten Film kein einziges Mal erwähnt wird, dürfte sich wohl jeder in seiner Umgebung wünschen.

Aber auch die übrigen Darsteller tragen ihr Scherflein dazu bei, dass Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen trotz einiger Defizite auch heute noch dazu in der Lage ist, die Langeweile eines verregneten Sonntagnachmittags zu vertreiben. So überzeugt Raimund Harmstorf nach Sie Nannten Ihn Mücke einmal mehr in einer Schurkenrolle und angesichts seiner Performance in Filmen wie diesem (oder in Ein Haufen Verwegener Hunde (1978) oder dem oft genannten Der Seewolf (1971)) tut es doppelt weh, wenn man bedenkt, wie es mit diesem Schauspieler zu Ende ging. Einige seiner Szenen sorgen dafür, dass die kindliche Atmosphäre des Films dann doch dann und wann unterbrochen wird: Wenn er H7-25 – eingekeilt zwischen menschenähnlichen Zielscheiben – das Geheimnis seiner Photonenkanone entlocken will, wirkt das auch aus heutiger Sicht beunruhigend und unterstreicht nicht nur Harmstorfs darstellerische Leistung, sondern zeigt auch eine weitere Stärke des Films auf – man kann mit dem Duo Spencer/Guffey mitfiebern. Wenn der Sheriff von einem Betäubungspfeil getroffen wird oder H7-25 von Harmstorf bedroht wird, wünscht man sich nichts sehnlicher herbei als den groben Bärtigen, der den Dampfhammer kreisen lässt um seinen Schützling zu retten.

Apropos Dampfhammer kreisen lassen: Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen bietet eine Reihe ausgedehnter Prügelszenen, die mit einigen witzigen Einfällen aufwarten, und in denen häufig Schwämme zur im Hintergrund in sich zusammenbrechenden Kulisse gehören. Es gibt sicherlich Spencer (&Hill)-Filme, die mit ausgefeilteren Prügel-Choreographien aufwarten, aber nichtsdestotrotz bietet Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen akzeptablen Prügelspaß. Gleiches gilt für die Sprüche, die sich – aus heutiger Sicht – nicht immer im Rahmen der Political Correctness bewegen („Finster wie ein Negerarsch.“) und auch weniger Gagpotenzial besitzen als die anderer Spencer (& Hill)-Filme, aber dennoch für den einen oder anderen Lacher gut sind.

Erwähnenswert sind noch die Auftritte von Joe Bugner als prügelnder Kleinganove und Luigi Bonos als Hilfssheriff. Außerdem bezieht Spencer & Hill-Regular Riccardo Pizzuti in einer Schurkenrolle mal wieder mächtig Prügel.

Das Tüpfelchen auf dem I ist der Titelsong, ein Ohrwurm der Gebrüder De Angelis, die quasi die Spencer/Hill-Haus-und-Hof-Musiker waren.

Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen gehört – wie bereits erwähnt – nicht zu Bud Spencers absoluten Highlights, ist aber dennoch ein unterhaltsamer, charmanter Prügelspaß, den man sich hin und wieder ansehen kann, sofern man sich damit anfreunden kann, dass hier in erster Linie Kinder die Zielgruppe sind. Der Erfolg des Films zog mit Buddy Haut Den Lukas (1980) eine Fortsetzung nach sich.

7/10
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Kommentare

05.08.2022 22:03 Uhr - Draven273
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Ach Puni :) was freut es mich wenn Du dich solchen Schinken annimmst :) Da werden doch gleich Kindheitserinnerungen wach. Mir gefiel der immer ganz gut und auch heute schaue ich mir den noch gerne an. Grade auch der von dir erwähnte Titelsong läuft gerne mal in meiner Playlist rauf und runter. Eine tolle Review zu einem tollen Film :) Mit der 7 gehe ich mit

06.08.2022 00:49 Uhr - Punisher77
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Freut mich, dass Dir das Review gefällt und ich nehme mir immer wieder gern Mal nen "alten Schinken" vor. Viele von denen geben mir mittlerweile mehr als so mancher aktueller Film.


06.08.2022 06:39 Uhr - McGuinness
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Den fand ich immer sehr unterhaltsam, wie auch deine Review hierzu 😉

Die letzte Sichtung ist nun schon viele Jahre her, doch gerade der knuffige Cary Guffey und erwähnter Titelsong sind mir noch ganz besonders in Erinnerung oder aber wenn mit der Photonenkanone vor - und zurückgespult wird und die bösen Buben dann gleich mehrfach Prügel beziehen... Einfach klasse 🤣🤣🤣

Toll, dass du mir diesen Titel wieder in Erinnerung gerufen hast ☺️

06.08.2022 09:24 Uhr - Insanity667
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Ach du lieber Gott Puni! :))) Da hast du aber einen Klassiker entstaubt! Wunderbar, Bud Spencer war einer der größten Helden meiner Kindheit... Ich war zwar noch ein kleines bisschen mehr Hill-Fan, aber dieser Ausflug hier hat mir auch Spaß gemacht. In unserem kleinen 1500 Seelen-Dorf lief der im Sonntagskino, das eigentlich ein umgebauter Festsaal vom Fasching im Obergeschoss einer Kneipe war... Tolle Rezi mit ganz viel Nostalgiefaktor! Vielen Dank!

06.08.2022 12:11 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Vielen Dank, Ihr Zwei.
Es macht Spaß, solch alte Klassiker mal wieder zu "entstauben", wobei ich immer ein bisschen "Schiss" davor habe, dass einem ein Film, der einem in der Kindheit gefallen hat, mittlerweile nicht mehr gefallen könnte und man sich fragt, was man daran mal gut gefunden hat. Den Film hier mag ich aber immer noch.

06.08.2022 15:47 Uhr - cecil b
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Schnittberichte ist ausschließlich für Gorehounds, Splatter-Freaks und so, die wollen alle immer nur das Gleiche. Ist doch so.

Punisher77, mit mehr als 500 Reviews, und wie sie alle heißen. ;)

" Aber auch die übrigen Darsteller tragen ihr Scherflein dazu bei, dass Der Große Mit Seinem Außerirdischen Kleinen trotz einiger Defizite auch heute noch dazu in der Lage ist, die Langeweile eines verregneten Sonntagnachmittags zu vertreiben."

Sehr ehrlich zusammengefasst. :)

Und sonst altbewährt.

09.08.2022 10:16 Uhr - Der Dicke
SB.com-Autor
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Erfahrungspunkte von Der Dicke 11.565
Sehr sympathische Review zu einem der Lieblingsfilme meiner Kindheitstage.

Das Tüpfelchen auf dem I ist der Titelsong, ein Ohrwurm der Gebrüder De Angelis, die quasi die Spencer/Hill-Haus-und-Hof-Musiker waren.


Zuletzt lief "Don't go breaking my heart" von Elton John im Radio. Nach den ersten paar Takten hatte ich mir glatt eingebildet, das wäre der Sheriff-Song :)

Hier ein wenig Nostalgie für alle:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL3FJVPMzGvvcEpNOUkBEF9X7atoUezoks

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