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Texas Chainsaw Massacre

Herstellungsland:USA, Bulgarien (2022)
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,49 (61 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Melody (Sarah Yarkin), ihre kleine Schwester Lila (Elsie Fisher) und ihre Freunde Dante (Jacob Latimore) und Ruth (Nell Hudson) machen sich auf den Weg in die abgelegene texanische Stadt Harlow, um ein idealistisches neues Geschäft aufzubauen. Doch ihr Traum wird schnell zu einem Albtraum, als sie versehentlich in den Heimatort von Leatherface geraten. Der gestörte Serienmörder und sein blutgetränktes Vermächtnis ließen die hiesigen Anwohner nie los – darunter auch Sally Hardesty (Olwen Fouéré), die einzige Überlebende des berüchtigten Massakers von 1973, die nach Rache dürstet. (Netflix)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von shharry2:

Bevor jemand, der ein riesen Fan der Reihe, welche mit Tobe Hoppers Klassiker von 1974 „The Texas Chainsaw Massacre“ begann, mich bei Details zu Leatherface, dem Original oder sonst was korrigieren möchte sei gesagt, dass ich lediglich den Ursprungsfilm vor Jahren gesehen habe, sowie das Remake von Marcus Nispel aus dem Jahre 2003, welches mir zumindest aus der Erinnerung her recht gut gefallen hat, vor allem wegen R. Lee Ermey. Leatherface ist mir zwar ein Begriff im Bereich des Horror-/Slashergenres, aber allein aufgrund der genannten Tatsache, dass ich bis gestern Abend lediglich 2 Filme mit/über ihn gesehen habe nun doch deutlich weniger bekannt als z.B. Michael Myers oder Freddy Kruger.

Inhalt: Die 4 hippen Youngsters aus der Großstadt – Melody, ihre von einem Trauma geplagte Schwester Lila, Melodys Geschäftspartner Dante und dessen Freundin Ruth – befinden sich irgendwo im texanischen Hinterland auf dem Weg nach Harlow, einer einst wohl zumindest halbwegs intakten Kleinstadt, die nun allerdings eher einer Geisterstadt ähnelt und bis auf den Mechaniker Richter sowie die alte Mrs. Mc, die immer noch im einst von ihr geleiteten und schon lange geschlossenen Waisenhaus lebt, keine Bewohner mehr aufweist. Dante und Melody wollen die Stadt an Gleichgesinnte Hippster verkaufen, welche dem Trubel und der Enge der Großstadt entfliehen möchten. Der leicht aggressiv und abweisend wirkende Richter scheint dabei noch das größte Ärgernis zu sein, doch als Dante und Melody die alte Mrs. Mc per Polizeigewalt aus ihrem ehemaligen Heim entfernen lassen, erleidet die tattrige Oma einen Herzanfall, und da taucht plötzlich eine hünenhafte, stumme Gestalt auf, der letzte der Waisen von Mrs. Mc und begleitet den Transport zum nächsten Krankenhaus. Als jedoch die Ziehmutter des Hünen während der Fahrt verstirbt, erwacht Leatherface zu neuem, mörderischem Treiben und die Kettensäge hat bald sehr viel zu tun in Harlow…

Meinung: Ich hatte es ja eingangs schon erwähnt, so wirklich kenne ich mich im TCM-Universum nun nicht aus, ja ich weiß wer Leatherface ist, ich hab den Originalfilm und eben das 2003er Remake mal gesehen, das wars aber auch schon. Ich habe auch von diesem neuen Teil nur vor Monaten mal kurz was gelesen, ich hab keinen Trailer gesehen, nix, ich wußte noch nicht mal, wann der genau auf Netflix läuft, ich habe ihn aber gestern als Film vorgeschlagen bekommen von Netflix und da ich eh nix vor hatte hab ich ihn mir angeschaut. Ich muss allerdings sagen, dass ich den Streifen nun nicht besonders gut fand.

Positiv waren für mich die Atmosphäre des Films, die Darstellung des Leatherface als stummer, irrer Schlächter, einige Gore-Szenen und in Teilen der Soundtrack. Auch Auftritt mir bekannter Schauspieler wie Alice Krige und William Hope fallen bei mir immer erfreulich ins Gewicht.

Leider macht aber der Film für mich persönlich zu viel falsch oder einfach schlecht. Das fängt schon damit an, dass sich hier trotz der „hippen“ Charaktere und der praktisch im Jetzt stattfindenden Handlung jahrzehntealte Klischees häufen: Anstatt sich mal für mehr als nur 10 Sekunden tot zu stellen, versucht bspw. Die im gecrashten Polizeiwagen sitzende Ruth natürlich verzweifelt zu befreien und/oder einen Funkspruch abzusetzen, während Leatherface 4m weiter seiner toten Adoptivmutter die Haut vom Gesicht abzieht. Die offenbar berüchtigte Handy-Szene war ebenfalls so unglaublich lächerlich, das tat schon vom Zusehen weh. Handyverbindung gibt’s natürlich auch wieder nicht, bzw wenn es denn einen gibt denkt keiner der Nasen auf dem Bildschirm daran, mal die Polizei zu rufen, ist klar.

Ganz schlimm fand ich Sally Hardesty: Nicht die Figur an sich oder die Schauspielerin, sondern wie sie im Film eingesetzt wurde. Da wartet sie laut eigener Aussage angeblich 50 Jahre darauf, sich an Leatherface zu rächen, steht im endlich gegenüber und anstatt ihm die Rübe weg zu blasen labert sie ihn an und tut, nachdem er sie entweder nicht erkennt oder ihm egal ist, wer da steht was genau? Exakt, Nichts tut sie, sie bleibt dumm stehen und Leatherface geht seelenruhig an ihr vorbei, das ist so vollkommen hohl, es ist echt nicht zu fassen. Später wird Sally dann natürlich, wie es sich für das Final Girl aus dem ersten Teil einer Reihe gehört, relativ schnell in das Reich der Toten befördert (siehe Alice aus „Freitag der 13. Teil 2“ oder Karen Davis aus „The Grudge 2“).,

Spannung hat sich bei mir auch nur bedingt eingestellt, es gab nur wenige Szenen, bei denen ich auch nur annähernd sowas wie ein Mitfiebern verspürt habe – eigentlich nur solange Melody im Waisenhaus war und sich vor Leatherface versteckte/vor ihm fliehen mußte – und bei dem Blutbad im Bus kam bei mir ehrlich gesagt nur gähnende Langeweile auf, das war einfach nur lahm und repetitiv, mehr nicht. Mir ist auch klar, dass man in solchen Filmen nicht unbedingt mit Logik oder Vergleichen aus der realen Welt kommen sollte, aber alles hat seine Grenzen und es wirkt doch schon seeeehr unglaubwürdig, dass ein ca. 70jähriger Mann nach so langer Zeit immer noch eine praktisch unaufhaltsame Killermaschine ist, die mit einer Hand einem Polizisten das Handgelenk im Prinzip kpl. abreißen kann oder so schnell aus einer dunklen Gasse auf eine Texas Rangerin zu rennt, ihre Schrottflintenschüsse mit seiner Kettensäge abwehrt, und sie dann selbstverständlich töten bzw tödlich verletzen kann.

Absolut lächerlich war der „shocking moment“ am Ende, als der für den erfahren Horrorzuschauer von vornherein erkennbar noch im Reich der Lebenden weilende Leatherface Melody aus dem fahrenden Auto zieht, ihren Kopf absägt und mit selbigen und seiner Kettensäge herumhüpft wie Rumpelstilzchen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Szene deutlich erkennbar CGI aus dem Computer war. Und die entsetzt aus dem Schiebedach nach hinten blickende Lila wird vom Auto mittels Autopilot offenbar nach Dallas oder in die nächstgelegen Großstadt gefahren, anstatt umzudrehen, und den Irren zu überfahren….

Auf Seiten der Darsteller sticht niemand besonders hervor, die meisten Nasen haben eh ne viel zu kurze Leinwandpräsenz, um Akzente setzen zu können. Melody ist zu Beginn sehr nervend, das legt sich aber wie ich finde im Laufe des Films und Lila ist als Final Girl nicht herausragend, aber doch die sympathischste Person des ganzen Films.

Fazit: Auf den neuesten Teil des TCM-Filmuniversums trifft der alte Spruch „Es ist weder Fisch noch Fleisch“ irgendwie gut zu, finde ich zumindest. Trotz der geringen Laufzeit ist man froh, wenn der Abspann läuft, richtige Spannung stellte sich bei mir fast gar nicht ein, die vielen Klischees und so manche Unglaubwürdigkeit – wie in Bezug auf Leatherface, sein Alter und seine extreme Vitalität – helfen auch nicht, den Film ins Positive zu hieven. Unter den Darstellern gibt es leider maximal nur Durchschnitt zu finden. Alles in allem kein besonders guter Film, einmal angesehen und schnell wieder vergessen, mehr isses echt nicht.

4 von 10 glänzend-blutigen Kettensägen.

4/10
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Kommentare

19.02.2022 23:59 Uhr - Kaiser Soze
2x
DB-Co-Admin
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Gut und vor allem ehrlich verfasste Besprechung zu einem Film, an dem sich erstaunlich stark die Geister scheiden. Du bringst es sehr gelungen auf den Punkt, was und warum dir nicht gefällt und dies wirkt plausibel. Ich schaue mir den Film erst noch an, aber ganz klare Empfehlung: Riskiere bei TCM The Beginning mal nen Blick! Ist die Vorgeschichte zum Remake, wesentlich brutaler und auch mit u.a. R. Lee Ermey.

20.02.2022 12:39 Uhr - shharry2
1x
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Danke fürs Lesen und natürlich das positive Feedback. "The Beginning" werde ich mir mal anschauen, ich glaub ich hatte mal die ersten 15 min beim Durchzappen gesehen...

20.02.2022 23:19 Uhr - Stoi
1x
"Da wartet sie laut eigener Aussage angeblich 50 Jahre darauf, sich an Leatherface zu rächen, steht im endlich gegenüber und anstatt ihm die Rübe weg zu blasen labert sie ihn an und tut, nachdem er sie entweder nicht erkennt oder ihm egal ist, wer da steht was genau? Exakt, Nichts tut sie, sie bleibt dumm stehen und Leatherface geht seelenruhig an ihr vorbei"

Exakt, das war mit Abstand der hohlste Moment im Film. WTF.
Der Schluss aber auch, komplett aufgestetzt, Hauptsache das Ende bleibt offen.
Der Rest war solide, bei mir unterm Strich etwa besser: 5/10.

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