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Dust

Herstellungsland:Großbritannien (2001)
Genre:Horror
Alternativtitel:Christmas-Trip zur Hölle
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,33 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Drei ehrgeizige junge Londoner brechen zu einem Trip in die tiefste englische Provinz auf, um dort die Weihnachtstage zu verbringen. Der umstrittene Soap-Star Juian Lewis, die Boulevard-Journalistin Jade und ihr spanischer Freund Carlos erwartet mehr als sie dachten. Der kleine Weihnachtsausflug entwickelt sich zu einer Drogenorgie voller Gewalt und Horror. Als die Farmerstochter Samantha auf Angel Dust auch noch ihren Verstand verliert, eskaliert die Situation. Eines ist klar: Dieser Weihnachtsausflug ist alles andere als besinnlich... (GalileoMedia DVD-Cover)

eine kritik von kokoloko:

Dust

"Dust is a must" lautet das Pressezitat auf dem Cover und wer dem aufgrund des abgrundtief hässlichen deutschen Cover-Artworks - für den der Film freilich nichts kann - nicht so recht trauen mag, der liegt dieses Mal ganz richtig. Ich liebe Prämissen, die den langsam einsetzenden und fortschreitenden Wahnsinn und geistigen Zerfall des Protagonisten/der Gruppe inszenieren, bin großer Fan kryptischer bis psychdelischer Indie-Kunst und muss einen Film nicht direkt verstehen und/oder genießen, um ihn empfehlen zu können. Aber all das hilft herzlich wenig, wenn ein Film so derart missraten, anstregend und kräftezehrend inszeniert, geschnitten, gespielt, gefilmt und aufgenommen ist, wie hier geschehen.

"Dust" hat keine langsam drehende Eskalationsschraube, hebt sich nicht alles für das letzte, wohldosierte Drittel auf und ist auch nicht an irgendeiner Synchronisierung oder Bindung mit dem Zuschauer interessiert, nein - stattdessen wird das Gaspedal von Anfang bis Ende auf unpassendste Weise voll durchgedrückt und jegliche clevere Idee von charakterbildenden Momenten geht hoffnungslos in einer nicht enden wollenden Barrage nerviger Unsinnigkeiten unter. Als da wären drogenabhängige und laut rumschreiende Soapstars, schlecht gespielte Kleinkriminelle im Anzug, ein Haufen unlustiger und -sympathischer Rednecks mit akutem Agressionsproblem und endlosen Szenen unpointiert eskalierender Wortgefechte, deren Parteien, Motivationen oder Aufbau man schwerlich bis gar nicht nachvollziehen kann. Zugegeben, der Sound ist teils schlichtweg grauenhaft und die deutschen Untertitel, englische gibt es natürlich keine, sind ebenfalls mangelhaft, was beides nicht zum Verständnis beigetragen hat - doch auch mit fehlerfreien englischen Subs wäre "Dust" eine Qual gewesen, da generelles Unverständnis hier zwar das größte, aber nicht einzige Problem ist.

Ein Film, der zahlreiche überbelichtete Szenen und sonstige, ähnlich amateurhafte, technische Probleme am laufenden Band liefert, sollte sich scripttechnisch nicht überheben doch genau das wurde hier mit Anlauf getan: Die "Story" dreht sich um Drogen, Rache, Wahnsinn und scheint sich im späteren Verlauf noch zu twisten und zu turnen, die Charaktere sind zahlreich und divers, genretechnisch sollen scheinbar Horror und Weihnachtsfilm, Comedy und Drogentrip, Drama und Romanze alle in kürzeren oder längeren, stets ungelenk montierten Szenen in einen Film gepackt werden, ohne Talent, ohne Geld.

Die große Trauer überkommt micht nur deshalb, weil ich meine ganz punktuell immer wieder so etwas wie Talent hinter der schieren Ambition durchblitzen zu sehen: Denn irgendwo in diesem unerträglichen Wirrwarr steckt vielleicht ein gutes Script, ein cooler Ansatz, ein twistreicher Indiefilm mit Edge und Potential. Doch "mother" hätte nie im Leben geklappt, wäre nach fünf Minuten bereits das Maximum an Eskalation, Menschenmassen, Geschrei und Gewalt erreicht und genau so muss man sich das Pacing dieses Films nur leider vorstellen. Einen Punkt für Wolfman, der ein paar Lacher gut ist und selbst innerhalb dieses absurden Films noch irgendwie als Kuriosum heraussticht, einer noch weil es Szenen mit Anflügen technischer oder schauspielerischer Grundkompetenz gibt - aber weder ein Weihnachts- noch Horrorstreifen ist dieser Film, weder ein "Must", noch ein "Weihnachten in der Hölle" - außer für den fraglichen Zuschauer, der das Werk wohlmöglich am 24.12 alleine zuhause schaut und sich ernsthaft gute Unterhaltung wünscht. Welch Schreckensbild. 2/10 & 1/5 Zuckerstangen

2/10
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