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Night Train

Herstellungsland:USA, Deutschland, Rumänien (2009)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Fantasy, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Schaffner Miles tut seinen Dienst im Nachtzug. In einer stürmischen, verschneiten Nacht steigt ein Fremder in den Zug ein und stirbt kurze Zeit später auf der Fahrt. Miles, sowie die Passagiere Chloe und Pete finden im Gepäck des Toten eine mysteriöse Holzkiste, in der jeder der drei wertvolle Edelsteine zu erblicken meint. Kurzum beschließen sie, den Schatz für sich zu beanspruchen und die Leiche verschwinden zu lassen. Doch damit beginnen die Probleme. ()

eine kritik von kokoloko:

Night Train


Au weia, der erste Spielfilm der letztjährigen Weihnachtsauswahl war zwar tatsächlich weihnachtlich geschmückt, gerade am Anfang wohlig winterlich-atmosphärisch und mit Charakteren versehen, die sich gegenseitig regelmäßig fröhliche Weihnachten wünschen - doch gleichzeitig auch so mies getrickst, bekloppt und unglaubwürdig geschrieben, dass ich teilweise meinen Augen kaum trauen konnte. Vier Seiten Notizen hat der Titel mir tatsächlich abverlangt, also legen wir los:

Im stimmungsvollen Menü fällt das miese CGI trotz schneller Schnitte bereits auf, die erste Szene ist dafür aber atmosphärisch gelungen zu nennen, spielt im Schneesturm bei Nacht, stellt Danny Glover und Matthias Schweighöfer als Schaffner vor. Im Zug selber fällt neben der geschmacklosen, kitschigen Weihnachtsdeko dann leider als erstes Steve Zahn auf, der wohl leider so gar nicht wusste was er mit seinem eindimensionalen "Charakter" anfangen soll und von Sekunde eins an nicht zu überzeugen, sehr wohl aber zu nerven weiß. Sein dauernervöses Schauspiel zusammen mit dieser sehr espritlosen, dialogstarken Rolle zieht einige Szenen immer wieder runter und dass der Grund hier schauspielerisches Unvermögen ist, mag ich kaum glauben. Viel eher wusste Regiedebütant Brian King wohl einfach nicht, wie man seinem Script am besten Leben einhaucht - weshalb er seine anderen drei Werke auch in andere Regiehände gelegt hat.
Wie dem auch sei, was als zweites in jeder Szene auffällt, das ist ein hässlicher Weichzeichner sowie eine Unschärfe am Rand des Frames, was für eine hässliche Traum/Werbeoptik sorgt, die wohl immer wieder das miese Umgebungs-CGI verdecken, oder aber einen fiebertraumartigen Effekt erzielen soll - freilich klappt beides so gar nicht, stattdessen sieht "Night Train", der tatsächlich aus dem Jahr 2010 stammt (!) nur noch stärker nach einer 10 Jahre älteren Produktion aus.

"When I looked in that thing, I felt....different."

Nach wenigen Minuten wird eine Leiche gefunden und meine Erwartung an ein hitchcockesques Murdery-Mystery wurde geweckt, zumal auch der Backcovertext den Namen des Suspense-Meisters nennt, doch viel wichtiger als die Leiche oder die Ursache des Todes ist nun leider eine "mysteriöse" Holzbox, die diese bei sich trug - und die nun sowohl Danny Glover, als auch Steve Zahn und Leelee Sobieski, welche eine Medizinstudentin spielt, in ihren Bann zieht. Klingt erst einmal nicht uninteressant und tatsächlich, der erste Akt shiftet sich sehr schnell zu einer überraschend bösen, garstigen und blutigen, schwarzen Groteske, die wirklich Spaß macht - doch leider hat man nun noch eine Stunde Film vor sich und diese soll mit Spannung und Mitfiebern gefüllt werden, obwohl jegliche Glaubhaftigkeit gerade eben aus dem Fenster geworfen wurde.
Einer der Spannungsmomente soll den Zuschauer tatsächlich den verfrühten Tod zweier Charaktere fürchten lassen, doch abseits davon dass es scripttechnisch höchst unwahrscheinlich und darum berechenbar ist, dass dies eben nicht passieren wird, kann einer der beiden sich dann auch einfach unerklärt aus der Misere befreien, ohne dass wir es auch nur sehen würden.

Durch oft gesehene, wenig originelle Charaktereigenschaften wie "Ex-Trinker" oder "Ex-Raucher" und eine gewollt sentimentale Score wird auch noch versucht etwas Drama in den Film zu bringen, doch diese Versuche langweilen eher und lassen auf die Laufzeit gucken, statt wirklich zu involvieren. Es tut sehr gut, dass zur Halbzeit noch neue Charaktere aufkommen, der Film Konfliktpotential schafft und somit immerhin die Kurzweil hochhält - doch egal wie perfekt Geoff Bell als Detective auch gecastet ist, es fällt sehr schwer die absolut schwachsinnigen bis wahnsinnigen Entscheidungen oder Pläne unserer Protagonisten ernst zu nehmen oder sich auch nur um sie zu kümmern, wenn realistisch gesehen schon lange x Fragen aufkommen, aber auch nie die voll absurde, groteske, blutige, überdrehte Schiene gefahren wird.

"I don't want nothing to do with this!"

Je länger der Film ab einem gewissen Punkt, in dem eine bereits vorhandene Vermutung endgültig bestätigt wird und Logik niemanden mehr interessiert, weiter läuft, desto abstruser wird es nun: Blutige Einschusslöcher, unrealistische Todesfallen, aufgesetzte Dramatik für das "große Finale" - doch hätte man statt in die Blood Squibs lieber mehr Geld in das Script, CGI oder echte Außenaufnahmen eines fahrenden Zuges investiert, wäre so viel mehr drin gewesen. Die Schneetexturen haben mich nämlich unironisch sehr an Postal 2 (2003) erinnert, das damals schon nicht gerade ein Grafikblender war. Die Musik ist leider nie wirklich weihnachtlich und bleibt auch abseits davon nicht hängen, das Ende ist extrem gequält und erzwungen und unnötig, den Weg dahin bereue ich zwar nicht, muss ich aber auch nie wieder sehen - denn bei all den A-List-Promis, amüsanten bis blutigen Momenten in der ersten halben Stunde und weihnachtlichen, bunten Lichtern mit einigen wirklich hübschen Einstellungen ist es im Endeffekt der fehlende Punkt, Belang, die fehlende konsquente Tonalität oder auch nur ein überdurchschnittlicher Unterhaltungsfaktor, die fehlen, um hier mehr als 5/10 und 2.5/5 Zuckerstangen zu vergeben.

5/10
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