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Battleship

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,38 (16 Stimmen) Details
inhalt:
Kaum ein Offizier hat je in der US-Navy derart schnell Karriere gemacht wie Alex Hopper (Taylor Kitsch). Aber dann begeht er einen Fehler, der ihn die Laufbahn kosten könnte: Er verliebt sich ausgerechnet in Sam (Brooklyn Decker), die Tochter seines Admirals (Liam Neeson). Ein Problem, bei dem ihm auch sein älterer Bruder Stone (Alexander Skarsgård), Kommandeur der USS Samson, nicht helfen kann. Alex bleibt allerdings wenig Zeit, über sein Schicksal nachzugrübeln, denn bei einem internationalen Seemanöver im Pazifik gerät seine Einheit in eine Situation, auf die sie auch die beste Militärschule nicht vorbereiten konnte: Mitten auf dem Ozean wird die Flotte von den gigantischen Kampfmaschinen einer außerirdischen Macht angegriffen.
eine kritik von kable tillman:
Wir sterben alle... nur nicht diesmal

Anmerkung: Wertungsanpassung nach dem 2015er-System.

Alex Hopper: "Wir sterben alle... nur nicht heute."

So oder so ähnlich hat sich das der liebe Gott wahrscheinlich auch gedacht. Doch wenn die Erde schon mal von Aliens attackiert wird, dann kann man auch ruhig etwas mehr martialische Phrasen in den Mund der Protagonisten legen, dachte man sich jedenfalls am Set von "Battleship".

Ordy: "Sir, geben sie mir einen Befehl, ich weiß sonst nicht was ich tun soll!"

Ja, gleich, erstmal zu "Battleship". Was der lebensunfähige Navy-Soldat einem wohl sagen will ist, dass er nervlich am Ende ist. Ist man auch, wenn man kein Fan von Action- oder Sci-Fi-Filmen ist und sich "Battleship" ansehen musste. Nun zur Story.

Der Träumer und Taugenichts Alex Hopper (Taylor Kitsch) wird von seinem Bruder Stone (... der heißt wirklich so? Verkörpert jedenfalls durch Alexander Skarsgård) dazu gezwungen der Navy beizutreten. Etwa zur gleichen Zeit wird das Beacon-Projekt gestartet. Jenes soll Kontakt mit möglicherweise existierenden Aliens von einem möglicherweise lebensfähigen Planeten aufbauen. Wozu das gut sein soll, weiß wohl niemand. Jahre später ist Alex ein Offizier und der feste Freund der Tochter des Admirals Shane (Liam Neeson), sein Bruder Kapitän eines Zerstörers und das RIMPAC-Flottenmanöver steht an, wo neben den US-Boys auch Japan teilnimmt. Das sich beide aus historischen Gründen eher feindselig betrachtenden Parteien nahe Hawaiis später zusammen raufen müssen, weil die extraterrestrischen Besucher nicht nur zum erhofften Kaffeekränzchen vorbeischauen, sondern einen Blitzkrieg-Angriff startet, zeigt sich erst später. Können Alex Hopper und die anderen Helden (u.a. Rihanna) die außerirdische Bedrohung abwenden und die Welt vor der sicheren Vernichtung retten?

Cal Zapata: "Es ist wie bei Kolumbus und den Indianern, nur das wir die Indianer sind."

In etwa so läuft das auch ab. Während man am Anfang noch dem dümmsten Einbrecher der Welt beim Burrito-Coup beobachten darf, bekommt man es später mit den dümmsten Aliens und den dümmsten Sprüchen der Filmgeschichte zu tun. Oder der dümmsten Adaption eines Hasbro-Spiels in einen Film. Die Story ist schon hanebüchener Unsinn und wird im Verlauf des Filmes von Minute zu Minute immer blödsinniger bis zum absolut schwachsinnigem Finale. Und niemand im gesamten Ensemble unternimmt etwas dagegen. Nein, alle attestieren nach jeder absolut debilen Aktion dem Protagonisten erneut sein großes Talent. Wenn Good-Luck-Guy Alex Hopper, seines Zeichens American Idiot erster Garde, erneut Mist baut müssen dies zwar meistens andere ausbaden (oder mit ihrem Leben bezahlen), trotzdem soll er sowas wie einen sympathischen Anti-Helden in der ersten Hälfte des Filmes und ein militärisches Super-Genie in der anderen darstellen. Dümmste Charakterentwicklung seit langem.

Taylor Kitsch, der immerhin bemüht darin ist seine Rolle solide zu spielen, kann dafür natürlich wenig, denn das haben die Drehbuch-Autoren verbrochen. Übrigens die gleichen wie bei "R.E.D.", daher war es dann auch nicht mehr so verwunderlich. Allgemein ist nahezu jeder Dialog in dem Film, jeder One-Liner, jeder Gag, ja sogar jedes Wort das über die Lippen von Hollywoodstar Liam Neeson kommt absolut schlecht. 2-3 Schmunzler, ein paar mal zustimmendes Nicken, ansonsten wartet man von Actionszene zu Actionszene auf das nächste CGI-Inferno. Benannter Liam Neeson wirkt so, also wäre er ab und an zum Set gekommen um seine Mini-Rolle einzusprechen und nebenbei das schöne Wetter zu genießen. Er leistet seine Arbeit ohne Schnörkel, aber auch ohne bleibenden Eindruck ab und ist deshalb allenfalls eine unbedeutende Randfigur der Handlung, an die man sich nach dem Film nur wage erinnert. Schon mehr im Gedächtnis bleibt Rihanna. Nicht aber positiv.

Weps: "Mahalo, Motherfucker!"

Diesen One-Liner und einige kurzen Dialoge darf die singende Schönheit aus Barbados rezitieren. Alle grausam. Sie stellt darstellerisch neben Jesse Plemons den Tiefpunkt des Films dar. Eine noch schlechtere Michelle Rodriguez Kopie fällt mir jedenfalls spontan nicht ein und ihr Dialog mit den Veteranen im Schlachtschiff ist, gelinde gesagt, befremdlich und könnte fast aus der Feder des Mannes stammen, der seine Protagonisten in einem ganz anderen Machwerk in einen Keller mit defektem Stromzähler und Stroh schickt. Overactor Plemons alter Ego "Ordy" ist sowas wie ein nerviges Nervenbündel, den man während des Films absolut hasst und bei dem man eigentlich will, dass er den Aliens besser früher als später zum Opfer fällt. Enttäuschung vorprogrammiert.

Auch der Rest des Casts gibt wirklich alles, um nicht der beste Schauspieler im Film zu sein. Brooklyn Decker langweilt mit Ausdruckslosigkeit, Alexander Skarsgård nutzt seine begrenzte Screentime auch nur für öde Belehrungen und Tadanobu Asano muss den Klischee-Japaner Nagata mimen ohne einen Funken Ironie in der Darstellung. Das der Cast so durchfällt liegt meiner Meinung nach aber ganz klar an dem dümmsten Drehbuch der Welt. Selbst die Aliens überzeugen nicht. Unglaublich intelligent müssten sie sein, uns Menschen weit voraus, doch dann vergessen sie kugelsicheres Glas für die Scheiben der Raumschiff-Brücke zu verwenden. Dümmster Fauxpas der bei einer Invasion der Erde passieren kann. Auch ansonsten reiht sich schamlos Logikfehler an Logiklücke in der Handlung und alles wirkt weniger wie aus einem Guss, sondern mehr wie aus einigen groben Skizzen zusammengeschustert. Kaum ein Charakter handelt sinnvoll, meistens wird anstatt die Situation zu analysieren einfach reaktionär etwas getan und ob dies gelingt oder nicht hängt schier vom Zufall ab. Kurz gefasst: Logik über Bord beim "Battleship".

Was überzeugt dann? Peter Berg weiß wie man Action gelungen inszeniert. Auch hier rummst es gewaltig, Zerstörer werden in Kleinteile gesprengt, Kadetten umher geschleudert, Aliens sagen "Lebe wohl" zur Erde und gehen in ihre ewigen Jagdgründe ein. Das Aliendesign, egal ob von den Bodentruppen, den Raumschiffen oder den Terminator-Killerdrohnen in Jo-Jo-Form, überzeugt und wirkt charakteristisch und stilsicher. Die Effekte sind überwiegend aller erste Sahne, die Musikuntermalung passt und ab und an kommt auch etwas Apokalypse-Stimmung auf, wenn z.B. ein Alientrümmerteil eine Schneise der Zerstörung durch Hongkong zieht. Und trotz einiger Längen wird der Film nicht langweilig. Auch nicht beim 2. oder 3. Mal.

Some old guy: "So versenken die kein Schlachtschiff! Im Leben nicht!"

Doch, im Grunde wurde das Schlachtschiff versenkt und zwar voll an den US-Kinokassen. Trotz 209 Millionen Dollar Produktionskosten und viel "Hurra-Patriotismus" ist der Streifen im Land der unbegrenzten Filmbudgets geflopt. Ganz zu verdenken ist es nicht. So löblich der Verzicht von Peter Berg, nicht zusätzlich noch mit halbgaren 3D-Effekten den Filmgenuss im Nachhinein zu verhageln, den US-Teenies stieß das möglicherweise sauer auf. Doch auch der Film überzeugt nicht. Zu schlecht sind Drehbuch und Darsteller, zu unlogisch und trashig die Handlung, zu viel B-Movie im Blockbuster-Gewand. Da durch das PG-13 Rating auch keine nennenswerten Härten zu sehen sind tendiert die Bedrohlichkeit der Aliens im mäßig spannenden Sci-Fi-Abenteuer gegen Null. Apropos Aliens: So ganz ist der Sinn deren Kurzaufenthalts auf der Erde nicht durchgedrungen. Wollten sie nur eine Invasion vorbereiten? Wieso haben sie dann manche Menschen verschont, andere dagegen eiskalt zu Petrus geschickt? Fragen, die der Film nicht beantwortet. Schade, denn so bleibt zum Schluss nur ein unterhaltsames Effekt-Spektakel ohne nennenswerten filmischen Wert für sein Genre. Für einen Abend mit Freunden und Bier taugt der Film jedoch vollkommen. Wer die Transformers-Trilogie auf DVD/BD sein Eigen nennt und auch "World Invasion: Battle Los Angeles" etwas abgewinnen konnte, dem gefällt auch "Battleship", alle anderen sollten ihn lediglich mal ausleihen oder auf die Free-TV-Premiere warten. Denn für die könnten es möglicherweise die dümmsten 2 Stunden ihres Lebens werden. Kommen wir nun zur Wertung.

Qualitätswertung: 4 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 8 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 6 von 10 Punkten

Und ich spiele dann mal eine Runde "Schiffe versenken". Gegen Aliens.

Bis zum nächsten Review!

Hochachtungsvoll euer Kable
6/10
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