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Con Air

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,69 (126 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Für Cameron Poe ist endlich die Gefängniszeit vorbei – doch der Flug in die Freiheit mit der „Con Air“ gerät unvermittelt zum Horrorszenario, als skrupellose Schwerverbrecher die Maschine in ihre Gewalt bringen… (Buena Vista)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von themoviestar:

Nachdem Nicholas Cage in The Rock - Fells der Entscheidung in einem der besten und erfolgreichsten Actionthriller der 90 Jahre neben Hollywood Urgestein Sean Connery die Hauptrolle gespielt hatte, widmete er sich 1997 gleich seinem nächsten  Abenteuer, dem Popcorn Actionkracher Con Air, der wie The Rock ebenfalls von Jerry Bruckheimer produziert wurde.  Wer Bruckheimer's Vorlieben kennt, der weiß, was ihn in Con Air erwartet: Laute, schrille, übertriebene, farbenfrohe, spektakuläre, materialverschlingende Krawall Action mit einem wuchtigen Soundtrack und einer gehörigen Prise Gewalt, alles am Rande des Unmöglichen und äußerst unterhaltsam verpackt. Con Air ist ein echter Bruckheimer mit allen Vor- und Nachteilen geworden, wobei das Positive, dass muss man faierweise anerkennen, deutlich überwiegt.  Der streckenweise zu bombastische Con Air zählt zu den beliebtesten Werken des heute 58 jährigen, gebürtigen Kaliforniers und auch die Box Office Zahlen können sich sehen lassen: 75 Millionen Dollar Budget stehen respektablen 224 Millionen Dollar weltweiten Kinoumsatz gegenüber, was für einen R-Rated Streifen ein ordentliches Ergebnis ist.

Als Regisseur wählte Bruckheimer einen damals noch völlig unbekannten Simon West (Lara Croft - Tomb Raider; The Mechanic; Expendables 2) aus, der bis dato nur für Werbespots verantwortlich war und mit Con Air sein Regiedebut gab. Das Drehbuch, welches von einem Zeitungsartikel über einen Sträflingstransport per Flugzeug inspiriert wurde, stammt von Scott Rosenberg, der später auch die Skripte zu Jumanji - Willkommen im Dschungel (2017) und Jumanji - Das nächste Level (2019) verfassen sollte. Die Inhaltsangabe verspricht schon beim Lesen jede Menge geballte Action, was der Film auch zweifelsfrei erfüllt: Es hätte so schön werden können für den ehemaligen Ranger Cameron Poe (Nicolas Cage): Nachdem sein Bewährungsantrag bewilligt wurde und er jahrelang im Knast wegen Notwehr mit Todesfolge gesessen war, befindet er sich in einem Flugzeug welches ihn nach Hause fliegen soll und er seine 8 jährige Tochter zum ersten Mal sehen kann. Doch auf dem Flug sind auch eine Reihe von Schwerverbrechern, die in ein anderes Gefängis umgelagert werden sollen. Es kommt, wie es kommen musste. Die gemeingefährlichen Knackis unter der Leitung vom egozentrischen Anführer Cyrus "The Virus" (John Malcovich) kidnappen das Flugzeug und gehen auch über Leichen, um Ihr Ziel, die sofortige Freiheit, zu erreichen. Was sie nicht wissen: Sie haben einen tapferen Recken an Bord, der ihnen in die Suppe spucken möchte, da er unbedingt zu seiner Familie nach Hause will....

Con Air läuft noch keine zwei Minuten, da weiß der Zuschauer auch schon wie der Hase läuft und wer hier als (tragischer) Held aufgebaut werden soll: Der Ranger Cameron Poe (Nicolas Cage) verteidigt in seiner Uniform seine Verlobte vor pöpelnden, zahlenmäßig überlegenen und gewalttätigen Angreifern im verregneten Hinterhof einer Bar.  Natürlich schreckt ein Peiniger vor Waffeneinsatz nicht zurück und Poe knockt ihn mit einem gezielten Faustschlag unter der Nase aus. Das Traurige daran ist,  dass die Lichter für immer ausgehen und Poe wie selbstverständlich als Schuldiger von den Beamten abgeführt wird, während Cage seinen berühmt berüchtigen, gequälten, bedröppelten, weinerlichen Hundeblick aufsetzt, wie herzergreifend! Mehrere Jahre Gefängnis, weil er seine Kampfausbildung angeblich missbraucht hätte, die Umstände des tödlichen Unfalls spielen natürlich nur eine untergeordnete Rolle. Den jahrelangen Knastalltag inszeniert West als ästhetischen Werbelip im Schnelldurchlauf: Wir sehen einen Mann der trainiert und dessen Kind in Freiheit geboren und älter wird. Er schreibt seiner Familie rührselige Briefe und es wird nicht nur einmal angedeutet, dass Poe natürlich ein Mustergefangener ist und er eigentlich die Freiiheit verdient... So erzeugt man Sympathie beim Publikum,  welches emotional bereits schon völlig auf Poes Seite ist und ihm das Wiedersehen mit seiner Familie von ganzem Herzen gönnt...

Dann sollte es endlich so weit sein, Poe freut sich darauf, seine Liebsten in die Arme schließen zu können und was passiert dann? Eine Horde dahergelaufener skrupelloser Halunken richtet ein Blutbad an und entführt die Maschine, welche ihn in die ersehnte Freiheit bringen sollte, was für ein Drama! Klar, dass Poe als früherer Soldat und jetztiger Familienvater die Ruhe bewahrt, den Lebenslänglichen und Vergewaltigern kühn die Stirn bietet und auch noch die Zeit und die Courage besitzt, einem zuckerkranken Sträfling unter Einsatz seines Lebens das Insulin zu besorgen, sowie einer Flug begleitenden, von einem perversen Lüstling belästigten Wärterin zur Hilfe zu eilen. Auch wenn Cage gegenüber den 80er Jahre Actiongrößen wie Schwarzenegger oder Stallone wie ein Strich in der Landschaft aussieht, macht er keine schlechte Figur als ballernder, durchtrainierter, tapferer Hero im Unterhemd, schließlich lassen Ihn seine durschnittlichen Proportionen eher wie ein Held von nebenan erscheinen und auch seine pfurztrockenen One-Liner wie "Es gibt nur 2 Männer denen ich vertraue. Der eine bin ich und der andere sind nicht Sie!" sind nicht von schlechten Eltern. Von der externen Hilfe von US Marschall Lakin (John Cusack) einmal abgesehen, steht er der bösen Übermacht fast alleine gegenüber, was für jede Menge Actionpotenzial sorgt.

In Punkto Action geht Con Air mit seinem Testosteron Männer Kino wahrlich in die Vollen: Bleihaltige Schusswechsel, blutige Auseinandersetzungen, irrwitzige Stunts und beeindruckende Explosionen. Dazu gibt es machohafte, bärenstarke, muskulöse, abgrundtief fiese Schweine, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen und das alles im überwältigenden Bruckheimer Stil präsentiert, Actionherz, was willst Du mehr? Verschnaufpausen gönnt Con Air seinem Publikum mit seinem Spektakel so gut wie keine, so geht es fast schon unter, dass storymäßig nicht wirklich viel passiert. Auch schauspielerisch gibt es kaum Highlights, von John Malcovichs ordentlicher Performance als Kopf der Bande und von Steve Buscemi's (Reservoir Dogs) widerwärtigen Auftritt als Kinderschänder einmal abgesehen. Aber sei's drum, Genrefans dürfte das eh wurscht sein, ärgerlicher ist da aus meiner Sicht schon das viel zu übertriebene Finale: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte eine blutige Entscheidung auf dem Flugfeld als Ausgang gereicht, alles was dann danach kommt ist nur noch unglaubwürdiges Chaos und Anarchie, wo bei all dem Bombast kein Mensch mehr durchblickt. Der Gipfel des Superlativismus ist dann die Notlandung auf dem weltberühmten Las Vegas Strip mit der nachfolgenden Verfolgungsjagd , was alles dagewesene bezüglich Lächerlichkeit in den Schatten stellt und Con Air die nur einmal in der Filmgeschichte verliehene goldene Himbeere für die "Rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum" einbrachte.

Con Air wird von nicht wenigen Nicolas Cage Fans neben The Rock und Face Off - Im Körper des Feindes als "heilige Dreifaltigkeit" seiner Actionfilme angesehen und auch ich kann bestätigen, dass der Streifen zu den nachhaltigsten Action Auftritten des für seine Großzügigkeit bekannten Hollywood Stars gehört, auch wenn der overpowerte, alberne Showdown nicht unbedingt meine Sache war. Con Air ist unterhaltsames Popcorn Kino ohne Sinn und Verstand, welches seinen Helden vergöttert und mit Adrenalin nur so um sich schmeißt. Zu empfehlen ist der mittlerweile ab 16 freigegebene Directors Cut auf DVD, der alle für das R-Rating geschnittenen Szenen enthält und völlig ungekürzt ist. "Definiere Ironie. Ein Haufen Idioten, die in einem Flugzeug zu einem Lied tanzen, das von einer Band berühmt wurde, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam." MovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte

7/10
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Kommentare

05.04.2022 14:38 Uhr - dicker Hund
1x
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Sehe ich ganz ähnlich: Starker Actioner mit kleinen Schwächen an Anfang und Ende. Buscemis Rolle blieb bei mir noch am nachhaltigsten haften. Wäre punktemäßig irgendwo im oberen Drittel.

05.04.2022 16:15 Uhr - McGuinness
2x
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Erneut eine famose Darbietung in Wort und Schrift... Sehr gut 👍🏻

Ich für meinen Teil liebe diesen Actionkracher und gerade das Finale zieht nochmal alle Register und bietet eine Show der Superlative, die meines Erachtens nach treffender nicht hätte gewählt werden können 😉
Skurrile Charaktere, verdammt geile Action und ein toller Soundtrack 😃
Zu toppen eigentlich nur durch den erwähnten " The Rock - Fels der Entscheidung " (1996) 😚👌🏻

05.04.2022 16:46 Uhr - ActionJackson77
1x
Schließe mich McGuinness an, rockiges Review, das auch mit seiner Sprachauswahl zum rockigen Actionbrett passt. Du hast genau den richtigen Ton getroffen. Bewerten würde ich ihn allerdings auch höher, weil das Finale saustark war und der Film als Actionfilm perfekt ist. Deine 7 Punkte sind aber trotzdem gut dargestellt und nachvollziehbar. 10/10 rockige Punkte für Film und Kritik spendiere ich.

05.04.2022 18:13 Uhr - beebop251
1x
Eine schön geschriebene Review, der ich nur zustimmen kann. Hab den damals als 15 jähriger mit meinem Paps im Kino gesehen. Erfreulicherweise war es die FSK 18 Version. Der Film macht einfach Laune, hat einen super Cast, der die blödesten aber irgendwie auch total geilen Namen verpasst bekommen hat, sieht schick aus, die überwiegend handgemachte Action rockt einfach und der Score von Trevor Rabin (fast im Alleingang) und Mark Mancina setzt dem Spektakel die Krone auf. Ich würd dem durchaus 09/10 geben.

05.04.2022 21:02 Uhr - TheMovieStar
1x
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@ Hund: Danke fürs Lesen und fürs Kommentieren: Schön wenn wir den Film gleich gut bewerten, das freut mich.

@ McGuinness: Danke auch dir fürs Lesen und fürs Kommentieren. Da scheinst du ja noch ein wenig begeisterter zu sein als ich. Bei mir wars halt das Finale, was für deutliche Abzüge geführt hat, dir gefällt das Finale ja besser :-)

@ Action: Danke auch dir fürs Lesen und fürs Kommentieren. Das ehrt mich, wenn Du meine Arbeit so bewertest und ich freue mich natürlich auch, dass dir der Film gefällt.

@ beebop251: Danke auch dir fürs Lesen und fürs Kommentieren. Ich hatte den Film damals mit der Berufsschulklasse im Kino gesehen.... :-)

08.04.2022 19:07 Uhr - Draven273
1x
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Und da wären wir wieder bei Filmen die zwischendurch mal in meinem Player landen. Con Air in Film der geht immer. Wie immer schön reviewt von Dir. Dem gebe ich auch heute immer noch ne gute 8 von 10. Ein der besten Cage Filme und auch der restliche Cast weiß mich zu überzeugen. Die Action ist gut in Szene gesetzt, Story naja, aber lustig, der Cast durchgehend sympathisch, insgesamt nicht zu kurz oder zu lang, genau richtig für eine schöne Actionunterhaltung.

13.04.2022 12:51 Uhr - TheMovieStar
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Danke auch dir Draven fürs Lesen und fürs Kommentieren. Hat mich sehr gefreut.

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