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Diamonds of Kilimandjaro

Originaltitel: El Tesoro de la diosa blanca

Herstellungsland:Frankreich, Spanien (1983)
Genre:Abenteuer, Horror, Erotik/Sex
Alternativtitel:Diamants du Kilimanjaro, Les
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Diamonds of Kilimandscharo
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Note: 4,75 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine Expedition gerät auf der Suche nach einem Schatz, im Dschungel mitten im Herzen von Afrika in Gefangenschaft eines wilden Stammes. Die wütenden Eingeborenen wollen die Eindringlinge, allen voran Expeditionsleiter Payton töten. Die Situation scheint aussichtslos, als urplötzlich ein halbnacktes weißes Mädchen namens Liana auftaucht und dem Abenteurer das Leben rettet. Die Schatzsucher kehren daraufhin in die Zivilisation zurück. Zurück in England versucht Payton gemeinsam mit seinem zwielichtigen Freund und Kollegen Pereira die Herkunft der geheimnisvollen Schönheit zu ergründen. Die bettlägerige Lady de Winter vermutet, dass es sich bei dem etwa achzehnjährigen Mädchen um ihre verschollene Tochter handeln könnte, welche, wie auch der Kindsvater seit einem Flugzeugabsturz als vermisst gilt. Daher finanziert die todkranke Adelsdame eine Expedition zur Suche ihrer vermeintlichen Tochter, an der auch die geldgierigen Verwandten Matthew und Lita teilnehmen sollen. Matthew, ein Cousin Lianas, verfolgt jedoch mit seiner jüngere Gattin eigene Ziele. Er will Liana, die rechtmäßige Erbin des Familienvermögens, an der Heimkehr hindern und notfalls ermorden... ()

eine kritik von dicker hund:

"Mondo Cannibale", die vermeintlich vierte Klappe: Den Franco-Heuler "Diamonds of Kilimandjaro" hat der deutsche Verleih als bislang letzten Part der nur hierzulande als solche existenten "Reihe" ausgegeben. Mit Kannibalismus hat der Streifen diesmal absolut gar nichts zu tun. Allerdings hält der Cast mit Antonio Mayans und Aline Mess aus "Jungfrau unter Kannibalen" sowie dem reaktivierten Olivier Mathot (diesmal mit Regiebeteiligung) einen gewissen Querverweis ins Subgenre bereit. Die Grundgeschichte des Sexploiters um eine Expedition in die Wildnis, in welcher ein Eingeborenenstamm ein hellhäutiges Mädchen zu seiner Göttin gemacht hat, weist zudem unverkennbare Parallelen zu "Die blonde Göttin der Kannibalen" aka "Mondo Cannibale, 3. Teil" auf. Und wer ist nun diese weiße Göttin?

"Habt keine Angst, weißer Mann: Ich bin Diana."

So spricht die 17jährige Katja Bienert ("Die Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo"), nachdem sie zunächst einen Apfel verzehrt, sodann mit einem Äffchen gesprochen und sich schließlich Tarzan-mäßig an einer Liane vom Baum geschwungen hat. Auch wenn die Akrobatik nicht allzu überzeugend geriet, kehrt eine Gruppe von Verwandten und Reiseleitern zu ihr zurück, um sie der Zivilisation und ihrer schwer kranken, aber reichen Mutter (überfordert: Lina Romay) zuzuführen. Bis diese Mission startet, müssen indes erst einmal Einzelheiten besprochen und die Matratzen billiger Hotelbetten ausprobiert werden, vor allem, solange die durchweg höchstens leicht bekleidete Mari Carmen Nieto es sich darin mit Antonio Mayans gemütlich macht. Bis dahin ist ein Drittel der Spielzeit mit "wertvollen" Dialogen und gediegenem Gefummel gefüllt (Sex 5/10).

"Das heißt: Auch Sie müssen wie ein Mann handeln. Ich gebe ja zu, dass das schwer wird. Aber es gibt keinen Sex."

Na ja, es gibt eher fast keine Gewalt (3/10) zu sehen. Irgendwann fliegt als "Höhepunkt" mal ein abgetrennter Kopf durchs Bild. Der an sich schon vorhandene Bodycount bleibt sonst rekordverdächtig unblutig. Zwei Leichen sind recht unschön anzusehen, nachdem alles vorbei ist; das war's dann auch an Horror (3/10). Das ist sicherlich nicht gerade ein passender Dienst für die Sehgewohnheiten der Freunde der "Vorgänger". Andererseits weiß Aline Mess als die stets grimmige Priesterin Noba sowohl mit ihrem bösen Blick, als auch mit ihren exotischen Tanzgewohnheiten - natürlich wie die gute Bienert stets oben ohne - zu gefallen und zu berieseln. Die Erotik ist hier wesentlich besser gelungen als drei Jahre zuvor. Zusammen mit der teils freiwilligen, teils unfreiwilligen Komik (Humor 4/10) kommt da schon ein gewisser, wenn auch seichter, Unterhaltungswert auf.

"Also wenn wir nicht an das Geld deiner Tante kommen sollten, kannst du dein Geld immer noch als Komiker verdienen."

- "Jedenfalls hätte ich es leichter als du. Du müsstest deine Moneten in der Horizontalen anschaffen."

"Das kann sehr nett sein."

Nur so halb nett ist das Setting, das zwar erneut nicht wirklich ein Urwald ist und seine exotische Fauna der vermeintlichen Safari-Umgebung aus stock footage beschafft, aber immerhin trotz forsthandwerklich gepflegten Unterholzes in einer grünen Pampa mit Flussbett liegt, die mit ihren Steinküsten und ihrer Pflanzenvielfalt schon eher nach einem Ort aussieht, an dem ein Naturvolk leben könnte. Audiovisuell ist das wenig spektakulär, aber handwerklich halbwegs solide inszeniert, was bei dem berüchtigten Vieldreher aus Spanien keine Selbstverständlichkeit ist.

"Wie geht es Ihnen, liebe Neger? Ein Vergnügen, Sie kennenzulernen."

Die Stammesangehörigen in Lendenschurzen sind durchweg dunkelhäutig und auch sonst so gecastet, dass ihre Statistenrollen nicht von vornherein unglaubwürdig wirken. Zwischendurch wird der Zuschauer daran erinnert, dass  Intrigen um einen Diamantenschatz gesponnen werden. Da gibt es natürlich auch in der Gruppe der abenteuerlustigen Rettungsmannschaft schnell Konflikte. Spannung kommt dabei mangels überzeugenden Schauspiels und im Hinblick auf die dämlichen, hier kostprobenmäßig zitierten Dialoge an keiner Stelle auf. 

Letztlich krankt "Diamonds of Kilimandjaro" an vielen Defiziten, aus welchen für das Fazit einmal das mangelnde Tempo, die grob vernachlässigte Härte und das unterirdische Niveau der Erzählung herausgegriffen seien. Dass bei einem Fließband-Ablieferer wie Jesús Franco, der allein im Entstehungsjahr noch 13 weitere Arbeiten rausgehauen hat, überhaupt ein ansehbares Resultat herauskommt, ist für ihn schon ein überdurchschnittlicher Erfolg. Da die Schwächen überwiegen, wollte sich bislang kein Zensor selbst davon überzeugen. Hier seien einmal vier Punkte für den ungeprüften Erotik-Cut von X-Rated vergeben, der dem Review zu Grunde liegt. 

4/10
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Kommentare

14.05.2022 05:10 Uhr - Dissection78
2x
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Ach, "Mondo Cannibale 4" aka "Nackt unter Wilden", der sogenannte. Ich verwechsele diesen Schmu oft mit Francos "Die nackten Superhexen vom Rio Amore", welcher zwei Jahre früher entstand. Der ist ja auch mit Katja Bienert. "Diamonds of Kilimandjaro" ist mir als todstinkendlangweiliges Wirrwarrwirrnis in schlechter Erinnerung geblieben, aber immerhin isser m. E. etwas 'besser' als "Mondo Cannibale 3" oder "Jungfrau unter Kannibalen", glaube ich jedenfalls. Habe einen Großteil dessen einfach verdrängt, haha. War mir wie immer ein Vergnügen, Deine Reiseberichte in obskure Cinefilde zu lesen, dicker Hund. Bitte mehr davon! ;)

14.05.2022 14:01 Uhr - cecil b
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Sehr geile Review. Ich musste häufig lächeln.

Bienert: Mit etwas Glück komme ich mal auf sie zu sprechen.

14.05.2022 21:46 Uhr - dicker Hund
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Danke Euch beiden!

@Dissection
Die "Jungfrau" lag bei mir auch auf 4er-Höhe. Francos Streifen dümpeln oft auf diesem Niveau...

@Cecil
Bienert kann sicher ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
;-)

15.05.2022 12:49 Uhr - cecil b
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:)

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