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The Other Hell

Originaltitel: L'altro inferno

Herstellungsland:Italien (1981)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:L´altro inferno
L´autre enfer
Guardian of hell
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (5 Stimmen) Details
eine kritik von shharry2:

The other Hell“, im Original “ L' Altro inferno ”, ist ein Nunsploitationer im Horrorgewand, inszeniert von Schlockmeister Bruno Mattei, bekannt oder eher berüchtigt für solch wohlklingende Titel wie „Private house of the SS-Girls“, Die Hölle der lebenden Toten“ oder auch „Laura – eine Frau geht durch die Hölle“. Persönlich hatte ich bisher nur sehr wenig Berührungspunkte mit Mattei, eigentlich nur zweimal, das war zum einen der bereits oben erwähnte „„Die Hölle der lebenden Toten“, der war jetzt kein guter Film im üblichen Sinn, aber doch sehr spaßig und unterhaltsam. Zum anderen war es vor gar nicht so langer Zeit „Roboman“, welchen ich entgegen weitläufiger Meinung und mehr als nur positiven Reviews im weiten Netz ziemlich behäbig und nur sehr bedingt unterhaltsam empfunden habe. Wie also würde nun mein dritter Mattei, den so mancher Reviewer gar als den besten Film des Italieners bezeichnete, bei mir abschneiden? Fragen über Fragen… 😉

Inhalt: In einem – italienischen denk ich mal? - Kloster voller Nonnen geschehen gar grausige Dinge. Eine der Schwestern wird tot aufgefunden, eine andere blutet während der morgendlichen Messe unerklärlicherweise aus dem Mund und wieder eine andere Nonne wird mit Jesus-typischen Stigmata tot in ihrer Kammer aufgefunden. Steckt hier womöglich Beelzebub, der Leibhaftige, dahinter? Der altgediente Pater Inardo ist sich dessen sicher, doch der Bischof vertraut eher auf den jungen und weder an Besessenheit glaubende, noch an derlei sonstigen Mumpitz interessierten Pater Valerio, der davon überzeugt ist, dass hier wieder mal ein rein weltlicher Mörder sein Handwerk treibt.

Alsdann quartiert sich Pater Valerio im Kloster ein, und trifft dort auf so seltsame Gestalten wie die mehr als nur ein wenig neben der Spur stehende Oberin, Mutter Vincenza, den verdächtig wirkenden Gärtner und Hundepfleger Boris, als auch allerlei Nonnen, die leicht einen an der Klatsche zu haben scheinen. An Verdächtigen mangelt es nun wirklich nicht, im Gegenteil. Während sich Mutter Vincenza jegliche Einmischung seitens Valerio verbittet, macht sich Pater Inardo nochmal auf zum Kloster, um es mittels eines Segens/Exorzismus vom Bösen zu reinigen. Das diese Aktion für den Pater nicht gut ausgehen kann, versteht sich von selbst, und schon bald muss sich auch Pater Valerio fragen, ob der Teufel nicht doch realer ist, als er es bisher geglaubt hatte…

Meinung: Italienische Rip-Offs sind echt schon ne eigene Filmgattung, egal ob Horror-, Actio-, Mystry- oder Barbarenfilme, Ende der 70er und vor allem praktisch während der gesamten Dekade der 80er haben die flinken Filmschaffenden vom Stiefel jedes Genre gleich dutzendfach beackert, bis kein Stein mehr auf dem anderen blieb. Die Qualität schwankte dabei zwischen „ist ganz okay“ bis „absolute Grütze“, aber wie wir alle wissen, muss das nicht unbedingt heißen, dass ein Film im eigentlichen Sinne schlecht ist, solange er denn das Herz des Trash-Fans erwärmen und für einige Lacher und Unterhaltung sorgen kann. So erging es mir mit „The other hell“. Schon der Einstieg, wenn man eine furchtsame Nonne auf ihrem Weg durch dunkle Katakomben, die von Totenschädeln und Gebeinen gesäumt sind, begleitet, erzeugt eine durchaus passende Gruselatmosphäre.

Wenn ich das im Netz richtig gelesen habe, hat Mattei diesen Film wohl direkt im Anschluss an „Das süße Leben der Nonne von Monza“ gedreht, in denselben Kulissen und teilweise mit demselben Drehstab. Scheint kein Fehler gewesen zu sein, wenn ihr mich fragt. Die Story ist ziemlich 08/15 und wie gewohnt in solch italienischen Reißern voller Logiklöcher, ähnlich eines Nudelsieb. Gegen Ende wird zwar noch mit einer Art Twist aufgewartet, aber auch das ist jetzt kein Knaller, ist aber größtenteils auch egal, der Film macht Spaß, hat schöne, gruselige Kulissen, eine teils wirklich gelungene Atmosphäre und nen passenden Soundtrack zu bieten.

Der besagte Soundtrack ist wohl von Goblin geklaut worden und wurde schon in Joe D’Amatos „Buio Omega“ verwendet; auf Deutsch klingt das viel geiler: „Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf“, aber auch das ist mir als Zuschauer ehr Latte, solange der Sound und die Musik dem Film gut zu Gesicht (oder gut zu Ohr?) steht. Die bereits im genannten Film von D’Amato vor der Kamera agierende Franca Stoppi macht auch in „The other hell“ eine gute bzw. verrückte Figur, nämlich in der Rolle der Mutter Vincenza deren dunkles Geheimnis erst am Ende gelüftet wird. Sie beherrscht auch die hohe Schule des William Shatner-Overactings, wie die teilweise mit den Augen rollt und die Gesichtsmuskeln verzieht, das ist schon einen Blick wert, aber sie steht fast immer im Schatten ihres Kollegen Carlo de Mejo, der den Pater Valerio mimt. Dessen Overacting ist ne echte Freude, der gibt sich hemmungslos der Lächerlichkeit preis, aber dies wiederum mit einer Ernsthaftigkeit, da liegt man als Zuschauer lachend vorm TV. Der schon aus Matteis „Die Hölle der lebenden Toten“ bekannte Franco Garofalo gibt den undurchsichtigen Gärtner/Hausmeister des Klosters, der ein blutiges, durch Hundemäuler verursachtes Ende findet.

Die Effekte sind teils einfach gehalten, aber schön blutig und/oder eklig, doch manchmal wird nur allzu deutlich, dass hier lediglich ein schmales Budget an Lira zur Verfügung gestanden haben muss. Wenn etwa ein Neugeborenes in einen Topf kochendes Wasser geworfen wird und Augenblicke darauf die Mutter es wieder aus dem Topf holt und ihm plump das Gesicht verdeckt, da kein Geld für ein entstellendes Make-Up verfügbar gewesen ist, kann man nur lachen. Als dann im Finale eben selbiges Neugeborenes als junge Frau mit einem dermaßen lächerlichen Make-up, welches eben ein verbranntes und vernarbtes Gesicht darstellen soll, vor die Kamera tritt, hat Mattei den Trash-Faktor erkennbar nach oben geschraubt.

Fun Fact: Als Drehbuchautor fungierte kein geringerer als Claudio Fragasso, der des Öfteren mit Bruno zusammenarbeitete und sich mit dem von ihm als Regisseur selbst inszenierten „Troll 2“ in den Trash-Olymp katapultierte. Das Drehbuch zu Matteis‘ Terminator-/Alien-Ripp-off „Contaminator“ geht auch auf seine Kappe. Sachen gibt’s.

Fazit: Das war jetzt mein dritter Mattei – hier Übrigens unter einem seiner zahlreichen Pseudonyme unterwegs gewesen, namentlich als Stefan Oblowsky -, und ich kann mich der Mehrheit nur anschließen. „The other hell“ ist ein unterhaltsamer, stellenweiser gruseliger, und vor allem nie langweilig erscheinender Streifen, eben die Sorte Film, weswegen derer Trash als positiv zu bewerten ist. Allein das Overacting beinahe aller Darsteller ist eine Sichtung wert (da fällt mir eben noch die alte Mutter Oberin ein, die sich selbst erwürgt, das sieht auch so verdammt lächerlich aber zugleich lustig aus).

7-7,5 von 10 italienischen Filmklassikern.

7/10
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Kommentare

09.04.2022 21:31 Uhr - dicker Hund
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.068
Oh, ein Nunploiter-Review...

Dieses Subgenre empfinde ich als so klein und verlockend wie die gleichsam verruchten Kannibalen-Schocker. Auch gegen diesen hier wäre ich nicht unbedingt abgeneigt. Die Kritik hat ja schon einmal einige Inspiration daraus ziehen können.

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