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Mother!

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Mystery
Alternativtitel:mother!
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,57 (31 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Dichter (Javier Bardem) und seine junge Ehefrau (Jennifer Lawrence) leben allein in einem großen viktorianischen Haus auf dem Land. Eines Tages steht ein fremder Mann (Ed Harris) und kurz darauf dessen Gattin (Michelle Pfeiffer) vor der Tür, die der Dichter beide begeistert einlädt, bei ihnen zu wohnen. Als überraschend auch noch die Söhne (Domhnall & Brian Gleeson) des Ehepaars auftauchen, eskalieren die Spannungen im Haus: Im Streit bringt ein Sohn den anderen um. Durch den tragischen Vorfall inspiriert, verfasst der Dichter ein Werk, das nicht nur mit einem renommierten Preis bedacht wird, sondern ihm schlagartig großen Kultstatus und Ruhm verschafft. Seine mittlerweile schwangere Frau sieht sich mit einer immer aggressiver werdenden Fangemeinde konfrontiert, die sich bald als unberechenbare Bedrohung entpuppt… (Paramount Pictures Deutschland)

eine kritik von dicker hund:

Regisseur Darren Aronofsky war im Jahr 2017 bereits für schwere Kost wie "Requiem for a Dream" und "Black Swan" bekannt, als er sein Werk "Mother!" präsentierte. Im Kern handelt es sich um HomeInvasion, zu der eine gute Portion Familiendrama, Arthouse und Okkulthorror beigegeben sind. Die Protagonisten sind ein Ehepaar, bestehend aus der hingebungsvoll aufspielenden Jennifer Lawrence ("Die Tribute von Panem") und einem seinen widerlichen Narzissmus mit Wonne verkörpernden Javier Bardem ("No Country for Old Men").

Die Spannungen innerhalb ihrer Verbindung werden mit geschickten Anzeichen kommuniziert, die sich filigran steigern, sobald suspekte Besucher das abgeschiedene Eigenheim der beiden aufsuchen. Die ersten sind der routinierte Ed Harris ("Im Vorhof der Hölle") und die herrlich biestige Michelle Pfeiffer ("Scarface"). Sie sollen nicht die letzten sein, schüren aber bereits erhebliche Unsicherheiten bei der im Verhältnis zu ihrem Gatten viel jüngeren Braut, deren Anblick im transparenten Nachthemd nicht von jedem so verführerisch wahrgenommen wird wie vom geneigten Zuschauer.

"Sehen Sie sich an. Wenn er nicht über Sie herfällt, liegt das entweder an seinem Alter, oder..."

Angesichts des übergriffigen Verhaltens der ungebetenen Gäste bekommt sie da ganz schön Ohrensausen. Der damit einhergehende Schwindel wird durch die subtil verstärkend geführte Kamera unterstrichen. Alsbald findet nunmehr die Gewalt (5/10) ihren Einzug in das aufwändig renovierte Eigenheim. Ihre handwerkliche Umsetzung weiß zu gefallen; weniger gelungene CGI verbergen sich an anderer Stelle. Wenn das Chaos zur Halbzeit erst einmal so richtig eskaliert ist, entsteht eine kurze Atempause, die mit offscreen vollzogenem Sex (3/10) gefüllt wird. Der Rückzug des Wahnsinns währt indes nicht lange.

"Bitte schick' sie weg, bitte..."

Seine Wiederkehr brennt ein Feuerwerk aus symbolträchtigen Bildgewittern, mehrdeutigen Metaphern und derben Schocks (Horror 6/10) ab, dessen Querschläger das Ohr, vor allem aber das Auge regelrecht bombardieren. Das Geschehen nimmt immer surrealere Auswüchse an, die jede traute Zweisamkeit beziehungsweise die Freude daran unterminieren (Humor 1/10). Darin verborgen sind eine Reihe von interpretationsoffenen Botschaften. Dass die Diskriminierung der Hausfrau und Mutter ein wesentliches Element ist, ergibt sich schon aus dem Titel des laut FSK eingeschränkt jugendfreien Films. Denkanstöße zur Zwiespältigkeit der Allmende lassen sich jedoch ebenso finden wie solche zur zyklischen Natur der Menschheitsgeschichte.

Auf hohem Niveau lässt diese große Filmperle (8/10 Punkten) den Rezipienten mit einigem Erstaunen zurück, dessen unangenehme Seite durch den dezent konfusen Narrativ nur geringes Gewicht hat. Der wiederholt aufgegriffene Begriff der "Inspiration" wird stofflich, indem diverse Überlegungen zu Deutungsmöglichkeiten angestoßen werden. Zugleich funktioniert die Unterhaltung besonders zum Finale hin auch rein oberflächlich schon einwandfrei. 

 

8/10
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Kommentare

22.05.2022 17:48 Uhr - Insanity667
2x
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Ein herausragender Film mit einer herausragenden Jennifer Lawrence und einem herausragenden Javir Bardem. Ich bin geneigt, diesem genialen Streifen die vollen 10/10 Punkte zu geben. :) Es gibt ja so viele Filme, die Okkult-Klassikern wie z.B. "Rosemaries Baby" oder "Schwarze Messe der Dämonen" nacheifern oder wenigstens von diesen inspiriert sind, und dabei ihre eigene Identität opfern. Aronofsky hat es tatsächlich hinbekommen, dieses Problem hinter sich zu lassen. Unheimlich intensiv und stark...

Sehr schöne Besprechung im unverkennbaren Stil. Jetzt habe ich irgendwie Lust, mich mit dem Teil mal wieder auseinander zu setzen...

22.05.2022 19:12 Uhr - sonyericssohn
2x
Moderator
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Mist ! Jetzt ärgere ich mich daß ich den immer umgangen bin. Klingt ja echt nach dem Geheimtipp ! Da bedanke ich mich doch ganz brav und setze den auf die immer länger werdende Liste. 😬

22.05.2022 21:00 Uhr - Schwachkopf79
2x
Ich fand damals "Pi" und "Requiem for a dream" im Kino einfach nur brilliant. Dann kam der etwas schwächere "The Fountain" und danach der richtig starke "The Wrestler". Zu dem Zeitpunkt war Aronofsky für mich ein ganz ganz großer. Leider fand ich danach alle seine Filme nur noch öde. Sowohl "Black Swan" als auch "Noah" und "Mother" fand ich alle nur noch pretentiös und langweilig. Schade...aber es wirkt als habe er sehr früh all sein Pulver verschossen und schreit jetzt nur noch laut PENG!

22.05.2022 21:33 Uhr - dicker Hund
1x
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@Insanity
Besten Dank! Den Vergleich zu "Rosemaries Baby" hätte ich von mir aus nicht gezogen, finde ihn aber bedenkenswert.

@Sony
Viel kann man mit "Mother!" nicht falsch machen.

@Schwachkopf79
Bezüglich "Requiem for a Dream" kann ich zustimmen, meine Sicht auf "Black Swan" ist eine andere. Beide habe ich hier schon besprochen.

22.05.2022 21:33 Uhr - McGuinness
1x
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Aronofskys " Requiem for a Dream " (2000) und " The Wrestler " (2008) finde ich auch heute noch schlichtweg genial, dermaßen ergreifend und überaus faszinierend, dass mir bei jeder erneuten Sichtung auf gut deutsch gesagt die Spucke wegbleibt.

Mit dem hier von dir mal wieder in all deiner sprachlichen Raffinesse vorgestellten Werk, konnte ich hingegen nicht allzu viel anfangen, denn obwohl ich das durchweg starke Schauspiel der Beteiligten ansprechend empfand, so blieb mir der Zugang zu diesem entrückten und undurchsichtigen Film letzten Endes doch verwehrt.
Zu verworren und mich der eigenen Interpretationsmöglichkeiten hoffnungslos ausgeliefert betrachtend, ließ mich dieser Beitrag mehr konfus denn sättigend zurück.

22.05.2022 22:05 Uhr - dicker Hund
1x
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Ganz frei von Konfusion war ich tatsächlich auch nicht. Danke für Lob und Beitrag.

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