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Murder-Set-Pieces

Herstellungsland:USA (2004)
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Alternativtitel:Murder Set Pieces
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,20 (29 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Murder set pieces erzählt die Geschichte eines deutschstämmigen Fotogarfen in Las Vegas, der durch seine dunkle Vergangenheit gequält wird und nur ein Ventil für seine Probleme findet: Mord.
Gezielt tötet er junge Prostituierte in der Spielerstadt und verrennt sich durch seine Taten immer mehr in der Ausübung brutaler Gewalt. (NSM Records DVD-Cover)

eine kritik von dicker hund:

Der Exploiter "Murder Set Pieces" aus dem Jahr 2004 gilt als einer der höchstbudgetierten Independent-Schocker überhaupt. Sein Ruf als beinharte Kost eilt ihm ebenfalls voraus. Es geht um einen von Sven Garrett hölzern gespielten Nazi-Macker, der gerne herumgockelt, bis er hübsche Models dazu bekommt, sich vor seiner Kamera nackig zu machen. Ihr Anblick inspiriert ihn zu Folter, Mord und Vergewaltigung, letztere auch gerne mal anal und blutverschmiert. Das sieht in der Tat reichlich krank aus, wobei die entsprechende Grundstimmung durch debile Einspieler von Hitler-Reden und Hakenkreuz-Devotionalien noch verstärkt wird.

"Sag' mir, was du fühlst!"

Der hierdurch entstehende Horror (7/10) erweist sich als aufdringlich, zumal selbst kleine Kinder lediglich vor den Trieben, nicht aber vor dem Treiben des Wüterichs sicher sind. Bei der einen oder anderen Verhackstückelung wird die Szenerie noch mit handwerklich ordentlich modellierten Effekten aufgewertet, ohne dass Amputationen und ähnliches quantitativ gleich ausufernd vertreten wären (Gewalt 7/10). Neben dem abstoßenden, da erzwungenen Koitus gibt es noch steril-ästhetische Erotik zu sehen wie den Striptease in einer Tabledance-Bar (Sex 5/10). Als Kulisse für solches Geschehen ist Las Vegas natürlich ein passender Drehort. Die Hauptstadt des irreführenden Glämmers folgt dem obligatorischem Weg über ihren Boulevard bis nach Downtown, wo zur Drehzeit noch die inzwischen zurückgedrängten Oben-Ohne-Bars warteten. Trotz dieser schrillen Umgebung wirken die bizarren Äußerungen des Quasi-Protagonisten immer noch kurios.

"Ich suche nach einem Snuff-Film!"

Der soll ausgerechnet "Nutbag" heißen, wobei es sich um das Debut von Regisseur Nick Palumbo handelt. Hier blitzt eine gewisse Ironie auf, die erklären mag, warum viele Passagen so übertrieben wirken (Humor 4/10). Die meiste Komik dürfte jedoch unfreiwillig sein, was keine gute Werbung für einen Sicko ist. Adressat der soeben zitierten, seltsamen Anfrage ist jedenfalls Tony Todd ("Candyman") in einer gut gelaunten Nebenrolle, die an die Seite von Gunnar Hansen ("Blutgericht in Texas") tritt, von dem der Rammelschlitzer wiederum eine Knarre haben möchte.

Währenddessen brummt der Score bedrohlich umher oder rockt vor sich hin, versucht sich ein gerade noch vorpubertäres Mädchen (einzig schauspielerisch bemerkenswert: Jade Risser) als Identifikationsfigur, werden zum Zwecke der selbstzweckhaften Provokation dokumentarische Aufnahmen von 9/11 eingeblendet und verfärbt sich der sprichwörtliche Folterkeller weiter dunkelrot. Irgendwann sind schließlich selbst die hier für Genreverhältnisse recht üppigen Mittel aufgebraucht, so dass der Zuschauer in einen beliebigen Schluss entlassen wird, der sich unbefriedigend anfühlt.

Im Ergebnis hält "Murder Set Pieces" zumindest auf einer oberflächlichen Ebene, was er verspricht, so dass er als OK durchgeht (6/10 Punkten). Es handelt sich um Hochglanzschund mit einem vielvögelnden Killer, der ständig herumschreit, dass seine Mutter eine Hure gewesen sei, weshalb das jetzt anscheinend sein Lieblingsschimpfwort ist. Angesichts solcher Groteske vor aufpolierter Optik kann dieser Trash als extravagant, nicht jedoch als spannend bezeichnet werden. Besonders ernst nehmen tun ihn nur die Zensoren, die sich in den USA und Großbritannien ganz schön ereifert, in der Bundesrepublik Deutschland aber bislang von der ungeprüften Fassung ferngehalten haben.

 

6/10
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Jichi
7/10

Kommentare

09.06.2022 11:09 Uhr - Jichi
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Hach ja..."Murder Set Pieces". Ich finde ihn auf der einen Seite fragwürdig unterhaltsam, aber auch grenz-debil. Wobei das irgendwie Hand in Hand geht, denn ein Grinsen kann man sich bei mehreren "over the top" Szenen wirklich nicht verkneifen, gerade die Nazi Passagen des Killers sind teilweise wirklich komisch.

Die Goreszenen sind hierbei aber handwerklich top, Fred Vogel (Toetag Pictures) und seine Kumpanen haben hier mit ihrer Effekt-Schmiede ganze Arbeit geleistet. Dazu taugt der Film auf jeden Fall: den Zuschauer mit stumpfer Gewalt zu unterhalten. Aber definitiv kein Meisterwerk.

Die Review finde ich aber klasse ! Allein diese Passage: "...zumal selbst kleine Kinder lediglich vor den Trieben, nicht aber vor dem Treiben des Wüterichs sicher sind."

Das ist wirklich literarisches Gold. Respekt.

09.06.2022 15:40 Uhr - Insanity667
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Hehe, sehr fein! :) Wie immer eine hundecoole Vorstellung!

"Murder-Set-Pieces" wandert bei mir nicht mehr so häufig in den Player, aber seinerzeit fand ich ihn tatsächlich handwerklich ganz gelungen. Die Nazi-Thematik und auch die 9/11-Szenen fand ich allerdings völlig überflüssig... Ein kläglicher Versuch, diesem stumpfen, unsympathischen Killerroboter irgendwie ein zusätzliches Trauma anzudichten um seine Klatsche zu rechtfertigen... Das braucht der Film nicht, für das, was er offensichtlich sein möchte. Deine Wertung teile ich gerne! :) Netter, stumpfer, hirnloser Sicko mit ein paar grotesken (wenn auch ungewollten) humorigen Einlagen für die Gorebauern, die hier eher über das bizarre Schauspiel lachen, anstatt schockiert zu sein! :))) Trotz der Härte ganz verträglich...

PS: War da nicht auch der Hitchhiker aus TCM dabei? Ich bin ja überrascht, was für Horror-Größen man für das Teil gewinnen konnte!

09.06.2022 20:27 Uhr - dicker Hund
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Danke Euch beiden; es freut mich, wenn meine Reviews nicht nur mir Spaß machen.

@Jichi
Diese Ambivalenz von Trashfilmen funktioniert glaube ich nur bei Zuschauern, die in der Lage sind, das Gezeigte nicht so ernst zu nehmen. Wer sich hier empören will, wird sofort fündig...

@Insanity
Edwin Neal ist mit an Bord, stimmt!

10.06.2022 08:39 Uhr - Insanity667
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Ich frage mich echt, ob die "Gäste" wussten, was da am Ende herauskommen sollte, oder ob man sie einfach in Vegas vom Black-Jack weggefangen hat... :)))

10.06.2022 11:52 Uhr - Jichi
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@dicker Hund: Der Film ist Provokation pur, wenn man sich denn provozieren lässt. Aber ganz ehrlich: Wer das Cover sieht und die Beschreibung auf der Rückseite ließt und sich dann ernsthaft noch über den ach so überraschend brutalen Inhalt aufregt, selbst schuld. Bei dem Film sieht man schon von Weitem was einen erwartet.

@Insanity667: Cerina Vincent ("Cabin Fever") war so blauäugig den Vertrag zu unterschreiben ohne die geringste Ahnung zu haben worum es in dem Film ging. Im Nachhinein hat sie dann alles versucht um ihre kleine Rolle aus dem Film zu schneiden. Bestes Beispiel dafür dass man alles gut lesen sollte bevor man einen Vertrag unterschreibt ;-)

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