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The Mutilator

Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Fall Break
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,10 (31 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nachdem der zehnjährige Ed (Matt Mitler) per Zufall seine Mutter erschossen hat, ist sein Vater dem Alkohol verfallen. Jahre später plant Ed mit ein paar Freunden einen Aufenthalt im Strandhaus seines Vaters, welches er wieder in Schuss bringen soll. Doch kaum sind die Teenager dort angekommen, kommt es zu grausamen Todesfällen. ()

eine kritik von dicker hund:

Buddy Coopers einzige Regiearbeit bislang war der Slasher "The Mutilator" von 1985, für den er inzwischen wohl an einer Fortsetzung arbeitet. Der Auftakt geriet derb, zumal ein kleiner Junge dort versehentlich seine Mutter mit einem Gewehr erschießt. Der Vater ist darüber not amused, weshalb er auf Rache sinnt, auf welche er indes aus rätselhafter Motivation heraus bis zum nahenden Studienende seines Nachwuchses wartet. Dann aber lockt er denselben in sein abgelegenes Strandhaus voller Jagdutensilien. Eddie (Matt Mitler, "Bascet Case 2") ahnt angesichts der seltsamen Aufforderung, die Immobilie winterfest zu machen, nicht hinreichend Böses, als er mit seiner Freundin und zwei weiteren Paaren aus seiner Clique an dem abgelegenen Gebäude am Meer eintrifft. Wenn es dunkel wird, hat diese einsame Gegend einen hinreichenden Gruselfaktor für das Bevorstehende.

Im Subgenre will der geneigte Fan natürlich einen saftigen Bodycount und eine satte Portion sleaziger Erotik serviert bekommen. Tja, daraus wird zunächst nichts. Daddy kuschelt mit seiner Axt, während für wenige Frames eine blutige Phantasie über einen von ihm offenbar intendierten Kehlenschnitt am einstigen Mama-Abservierer visualisiert wird. Ansonsten wird erst einmal eine halbe Stunde diverses Füllwerk feilgeboten, wie es belangloser kaum sein könnte. Das Beste daran ist noch die sorglose Musik, die vor allem aus dem gesangunterlegten, lockeren Jazz-Titel "Fall Break" besteht. Zu ihr schäkern die wenig altersgerecht gecasteten Mimen herum, was sie darstellerisch schon dezent überfordert (Humor 6/10).

"Wenn ich euch das erzähle, lacht ihr euch kaputt."

Selbst im Abspann kalauert der Streifen noch vor sich hin, was allerdings nur dort einmal halbwegs charmant ankommt. Ansonsten wirkt die Komik so verkrampft wie das Balzverhalten der Testosteronbomber, das den Damen genauso auf die Nerven geht wie dem Zuschauer. Anders als etwa in "Burning Revenge" geht der Sex (2/10) nicht über unbeholfenes Gefummel und austauschbares Nacktbaden mit wenigen Schauwerten hinaus. Daran gemessen haben die Annäherungsversuche zwischen den Geschlechtern entschieden zu viel Screentime

"Was man im Leben alles tun muss, bis man endlich mal an 'nen Busen fassen darf."

Doch die Entschädigung kommt. Nach der - angesichts der nahen Wassermassen beachtlichen - Durststrecke schlägt Papa (Jack Chatham) zu. Eine kultige Maske braucht er dafür nicht, hat er doch die vielleicht brachialsten Mordwerkzeuge zur Hand, die in diesen Gefilden jemals zum Einsatz kamen. Höhepunkt dürfte der bemerkenswert geschmacklose Einsatz eines Walfängerhakens sein (Gewalt 7/10). Für die Effekte war der Profi Mark Shostrom mit eingespannt, dessen später noch für diverse "Nightmare on Elm Street"- und "Phantasm"-Fortsetzungen gefragtes Talent sich hier bezahlt macht. Bis hin zum heftigen Finale (Horror 5/10) gibt es gegen diesen essentiellen Teil des Werkes nichts zu erinnern. Schade nur, dass die splatterigen Reigen immer wieder ausgebremst werden.

"Wie wär's mit 'nem Blinde-Kuh-Spiel?"

Ein solches Verhalten würde zu Teenagern passen, nicht aber zu 30 Jahre alten Darstellern. Obendrein schwadroniert der erwachsene College-Boy über die Anekdoten seines alten Herrn, als wären sie unzertrennlich, obwohl die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr gehabt haben sollen. Die ständigen Geduldsproben sumpfen den "Mutilator" daher in den nur noch soliden Bereich hinab (5/10 Punkten). Was an spektakulärem Gore in absolut ausgewogener Dosierung geboten wird, war zu VHS-Zeiten auch noch gekürzt. Genützt hat es nichts, denn bis zur Listenstreichung 2012 war der Film indiziert. 

 

5/10
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Kommentare

21.06.2022 09:08 Uhr - McGuinness
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Bravouröse Vorstellung zu einem Slasher, der leider nur als gerade noch durchschnittlich zu betrachten ist 😐
Wirklich schade, denn hier hätte ein recht unterhaltsamer Schlitzer entstehen können, wäre das vorangegangene sinnentleerte Geplänkel gekürzt, das Ableben der Beteiligten jedoch weiter ausgewalzt bzw. vorteilhafter über den Film verteilt worden.
So allerdings wartet man gefühlt bis zum bitteren Ende, bis sich endlich mal was rührt 😒 was keineswegs für deine Review gilt, welche ich vom Anfang bis zum Schluß aufmerksam gelesen habe 😉

21.06.2022 09:46 Uhr - Intofilms
3x
Ich kann die Kritikpunkte wirklich sehr gut nachvollziehen, würde aber trotzdem etwas großzügiger werten. Und spätestens wenn ich wieder einen Blick auf das Original-Artwork werfe, für mich eines der schönsten in diesem Bereich, weiß ich sicher, dass ich hier 7 Punkte geben muss. Jetzt ist bei mir übrigens wieder Slasher-Hochsaison, wie jeden Sommer, und dank Arrow habe ich zuletzt auch ein paar interessante Neuentdeckungen gemacht, darunter beispielsweise „Death Screams“. Hinsichtlich relativer Ereignislosigkeit und insbesondere der Altersdiskrepanz zwischen Figuren und Schauspielern ist dieser Film für viele wohl indiskutabel. Ich hatte insgesamt aber trotzdem viel Spaß. Und so dürften sich auch meine 7 Punkte für „The Mutilator“ erklären. Ich habe wohl einfach eine Schwäche für authentische Slasherware aus dieser Zeit, die mich über vieles hinwegsehen lässt. Und dir kann ich das ja anvertrauen. Review ist natürlich hervorragend. 😉

21.06.2022 12:43 Uhr - Insanity667
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Bravo! Einer meiner Lieblingsslasher abseits des Mainstreams, wenn es den mal gab!

Die 5/10 Punkte passen und Du hast ja auch nachvollziehbar erklärt, warum Du zu dieser Wertung gekommen bist. Ich schließe mich hier aber Intofilms an und packe noch 2 Punkte drauf! :)

"The Mutilator" ist cool! Das Making Of könnte ich rauf und runter schauen, Mark Shostrom tat mir aber immer ein bisschen leid, seine tolle Arbeit kam nie ganz zur Geltung, weil bei den Effekten immer etwas schief ging, was aus Zeit- und Geldgründen nicht wiederholt werden konnte... :( Sonst wäre der Film noch brutaler ausgefallen!

Glaubt man den Geschichten, musste Cooper noch während der Produktion einen Großteil des schmalen Budgets als Schadensersatz an den Poolbesitzer abdrücken, weil die Crew da mehere 100 Liter Milch reingeschüttet hat, um diesen trüben Effekt zu erzielen... Ich glaub's aber ehrlich gesagt nicht...

Das Beste, wobei ich mich total weggeworfen habe, ist der Todesschrei von diesem testosterongeladenen Ken-Verschnitt... Zu geil! :)))

21.06.2022 12:44 Uhr - CHOLLO
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Den fand ich auch nur mittelprächtig. Als Fetischist des Achtziger Jahre Slasher Films gehört der selbstverständlich trotzdem in meine Sammlung. Schöne Rezi mal wieder!

21.06.2022 14:54 Uhr - cecil b
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Mir gefällt die Review vielleicht besser als der Film. Kommt auf die Stimmung an. Jetzt weiß ich jedenfalls, zu welcher Stimmung der passt. Thanx! :)

21.06.2022 18:33 Uhr - dicker Hund
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Vielen Dank Euch!

@McGuinness
Das Pacing ist halt wichtig in dem Subgenre, finde ich auch.

@Intofilms
Ich verrat's nicht weiter...
;-)

@Insanity
Coole Legende!

@Chollo
Mir hat er trotz seiner Mittelmäßigkeit auch irgendwie gefallen.

@cecil
Mir mundet er in dösiger Retro-Stimmung, halbwegs.

22.06.2022 00:58 Uhr - Dissection78
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"The Mutilator" gehört für mich zu den derberen Vertretern im Bereich des 80er-Schlitzerfilms. Allerdings ist er teilweise wirklich extrem lausig gespielt, das Pacing ist recht unvorteilhaft, und über Drehbuch und Dialoge decken wir lieber mal das Mäntelchen des Schweigens. Gesehen habe ich das Teil zufälligerweise vor ein paar Monaten wieder und wurde auf primitive Art und Weise gut unterhalten. Stupide zwar, doch ein Pünktchen mehr würde ich dem Verstümmler schon noch spendieren.

Insanity:
Ich liebe den Geruch von müffelnden, ausgeleierten VHS-Bändern im Keller am Morgen ;)

22.06.2022 05:16 Uhr - Insanity667
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DB-Helfer
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22.06.2022 00:58 Uhr schrieb Dissection78
Insanity:
Ich liebe den Geruch von müffelnden, ausgeleierten VHS-Bändern im Keller am Morgen ;)


Hr hr hr :D Zumindest ist's schön kühl hier unten! ;)

22.06.2022 06:02 Uhr - dicker Hund
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@Dissection
Bei derart oberflächlichen Filmen kann im Bereich der Erotik noch was gewonnen werden, finde ich. Ist schon erstaunlich, wie wenig im "Fall Break" davon Gebrauch gemacht wird, obwohl es ständig um "das eine" geht...

22.06.2022 11:33 Uhr - leichenwurm
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Der wirkte auf mich immer wie ein Destillat von sämtlichen Slasherversatzstücken aus der Zeit. Ein auf die pure Formel reduzierter Slasher, der in Sachen Gore den "drei Grossen" sogar ordentlich die Schau stehlen kann (wie ja auch einige andere Schlitzer-Filmchen aus der zweiten oder dritten Reihe). Ich mag den (trotz aller offensichtlich vorhandener Schwächen) total gerne... der gehört irgendwie zu der Art Film, dessen Flair heutzutage in vielen Retro-Inspirierten Horrorfilmen versucht wird (wieder-) einzufangen... ;-) !

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