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Eraser: Reborn

Herstellungsland:USA (2022)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,13 (8 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Bei diesem brandneuen, actiongeladenen Film handelt es sich um ein Reboot des Blockbusters von 1996. Im Mittelpunkt steht US-Marshal Mason Pollard, der darauf spezialisiert ist, die Tode wichtiger Zeugen vorzutäuschen und sämtliche Spuren ihrer Existenz zu verwischen. Mit den technologischen Fortschritten der letzten 25 Jahre hat sich sein Handwerk deutlich verändert. Eines Tages, an einem normalen Arbeitstag, tritt Rina Kimura in Pollards Leben. Sie ist die Frau eines Gangsterbosses, die sich dazu entschlossen hat, den Behörden Beweismaterial zu übergeben. Die beiden fliehen nach Kapstadt, ein Team gnadenloser Killer dicht auf ihren Fersen. Bald erkennt Pollard, dass man ihn hintergangen hat. Von Adrenalin getrieben, muss er sein eigenes Leben aufs Spiel setzen, um zu verhindern, dass er plötzlich selbst verschwindet. (Warner Bros.)

eine kritik von jason:

Von großen & kleinen Radierern

 

Warum man über ein vierteljahrhundert später auf die Idee kommt, ausgerechnet einem Schwarzenegger-Vehikel wie Eraser ein Remake zu widmen, ist nicht weiter überliefert. Aber warum nicht - das Ganze war Arnies letzter ebenso großer wie gradliniger Actionstreifen, bevor er sich bspw. mit etwas mehr Esoterik/Fantasy/Sci-Fi und leichten Anfällen von Schauspielversuch an etwas wie End of Days oder The 6th Day versuchte, eigentliche Könner wie Andrew Davis ihn in Collateral Damage ins Actionmittelmaß schubsten oder Herr Schwarzenegger sich mit weiteren Terminator-Vehikeln selbst referenzieren (und in der Folge immer weiter demontieren) ließ.

Sequel, Prequel, Remake, Reboot, Reborn.
The same procedure as last time, James respektive John (Pogue), dem geneigten B-Movie-Fan im Augenwinkel zumindest mit durchaus soliden Sequels zu Quarantäne und Deep Blue Sea aufgefallen. Ein durchweg zumeist unverbrauchter Cast, über weite Teile Südafrika-Setting, alte weiße Männer und High-Tech-Waffen raus, mächtiges (nicht näher definiertes) Syndikat und Tierschmugglerring rein, storytechnisch um jeden Ballast (egal ob unnötig oder nötig) bereinigt und zwei-, dreimal gut bei mittlerer Hitze umgerührt - schon sind die Pferde gesattelt.

Herausgekommen sind knappe 100 Nettominuten lupenreine DTV-Action, die man hierzulande sogar auf die Kinolandwand hievte und welche sich selbst dort gar nicht mal so schlecht anschaute. Der unvermeidbare Vergleich mit dem Original ist müßig, denn neben teils bereits erwähnten, teils sogar recht angenehmen Abwechslungen hält sich der erzählerische Grundrahmen ziemlich dicht an das große Vorbild. Keine Überraschungen für Kenner also, der Rest darf sich über einen für diese Gefilde recht innovativen Handlungsverlauf freuen. Abstriche sind (auch) beim Finanzierungsrahmen gemacht worden, so dass Action-Setpieces wie Flugzeug oder Zoo südafrikanischen Stadtvierteln und einem halbwegs schnieken Bankgebäude etwa gewichen sind.

Davon ab ist Leerlauf ob der rasanten Erzählweise Mangelware, auch wenn die Guten & die Fieselichen dadurch schonmal scheinbar unvermittelt aufeinandertreffen (nachdem Frau Zeugin erklärt hat, dass sie nicht unter Zeugenschutz stehen mag) oder das ungeplante Extrahieren der vermeintlich aufgeflogenen Zeugen mit einem knappen Anruf in der Vita von "Wir haben ein Datenleck"! eingeleitet und mit den darauffolgenden Szenen sogleich vollzogen wird.
So schlägt, sticht und schiesst man(n & Frau) sich unter bekannten Prämissen & Handlungsabläufen recht rasant-routiniert durch eher unauffälige Schauplätze, dafür mit einem durchweg soliden Händchen für entsprechend vernünftige Bilder und Schnittszenen, einem treibend-druckvollen Score sowie Augenmaß beim Timing und Pacing. Das tierische Element wird ob des dazugehörigen Storyaspekts etwas ausgeweitet, ist in etwa genauso gut animiert wie damals ;-), macht aber auch ähnlich Laune. Der Stand der derzeitigen (Überwachungs-) Technik ist ordentlich involviert, und wenn die ganz großen Explosionen auch fehlen wird dennoch hin und wieder der Granatwerfer ausgepackt und darf handgemachte Feuersbrünste produzieren. Aus der einstigen damsel in distress wird eine halbwegs wehrfähige Heroine, die Gegner sind glücklicherweise stets zahlreich und segnen im Rahmen eines angenehmen Härtegrades regelmäßig das Zeitliche.

Ansonsten fallen Charaktere sowie Handlungsverlauf auch abseits der Actionsszenen dankbarerweise nicht durch unnötigen Nonsens auf. Und auch wenn die Visualisierung der ersten Scharmützel durchaus ein wenig unter der jeweiligen dunklen Location leidet, ein echtes Steigerungsprinzip im Verlauf des Films höchstens rudimentär erkennbar ist (an der Gegnerzahl etwa) und der soweit bekannte storytechnische Ausgang des Films etwas arg überhastet und unrund daherkommt, ist das Ganze stimmig, schnell, in weiten Teilen sogar recht charmant - mit dem Herzen also am rechten B-Actioner-Fleck - , druckvoll und summa summarum bei allen eingestreuten Zutaten gut ausgelotet.
Plus einem in ihren Rollen gut aufgelegten Hauptdarstellerduo und dem einen oder anderen nett eingefangenen Lokalkolorit des afrikanischen Südens inklusive sympathischen, einheimischen Comic Relief-Pärchen (als Ersatz für Robert Pastorelli & Gang) landet man hier also - immer das hier vorhandene filmische Sujet im Hinterkopf behaltend, freilich - deutlich im oberen Drittel des DTV-Actionsektors; im Vergleich mit dem großen Bruder alles etwa eine Nummer kleiner, nichtsdestotrotz mehr als solide. Hier braucht es kein edles Steelbook, aber ein paar Dollar/Euro für den Streamingdienst des Vertrauens sind defintiv nicht verschwendet.

Gerne dürfen Herr Pogue mit Herrn Sherwood & Anhang also wiederkommen, so Warner ihnen und ein bis zwei routinierten Drehbuchautoren evtl. tatsächlich irgendwann einmal Geld für ein Reborn-Sequel zur Verfügung stellt - mit um 2-3 Millionen aufgestocktem Budget vielleicht?

7/10
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Kommentare

18.04.2022 15:38 Uhr - Phyliinx
1x
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Schöne Rezi und schön dass du ihm eine Chance geben konntest, was mir leider verwehrt blieb. Freue mich auf die Heimauswertung.

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