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Red Account: My Bloody Angel

Originaltitel: Akai hôkokusho: Senketsu no tenshi: Akumabarai satsujin ken

Herstellungsland:Japan (1988)
Genre:Horror, Erotik/Sex, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,14 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die bildhübsche Tomoko liebt ihren Ehemann Masao von ganzem Herzen. Doch Masao ist vom Teufel besessen. Tomoko bittet daher den Priester Kawamaki,einen Exorzismus an Masao durchzuführen,um den Teufel auszutreiben. Das unsagbare Böse hat sich jedoch in Masaos Auge eingenistet. Zunächst plant der Priester,das Böse zu entfernen,um dann feststellen zu müssen,das der Teufel bereits alle inneren Organe infiziert hat... (Studio 2606 Media Madness DVD Cover)

eine kritik von dicker hund:

"My Bloody Angel" ist ein japanischer Exploiter von Toshiki Satô aus dem Jahr 1988. Beworben wird er mit einer gewissen Ähnlichkeit zu den an sich sehr heterogenen "Guinea Pig"-Filmen, die mit ihm allenfalls das Herkunftsland, eine kurze Laufzeit und den Willen zu einer gewissen Schockwirkung gemein haben.

Die ersten 15 Minuten dieses knapp einstündigen Heulers bestehen im Wesentlichen aus einer Porno-Nummer zwischen dem Hetero-Paar Masao und Tomoko, bei welcher über weite Teile bis zu einem Viertel des Bildes durch Digitalverfremdung unkenntlich gemacht worden ist. Die halbwegs attraktiven Darsteller der Klasse "Mauerblümchen" schauen durchweg drein, als seien sie von einer Gruppe Yakuza unter Drogen gesetzt und zum Dreh gezwungen worden. Sie verstehen sich auf oral und vaginal, sieht man nur nicht richtig (Sex 8/10).

"Wir verstanden uns sehr gut - sowohl körperlich, als auch seelisch."

Wenn damit das seelen- wie ambitionslose Schauspiel gemeint ist, dann erfolgt hier vollste Zustimmung. Jetzt gilt es erst einmal Rückblenden zu erdulden, in denen der Exorzisten-Typ Kawamaki mit den Rammelbacken an verschneiten Gleisen herumlatscht und uninteressanten Smalltalk führt. Offenbar hat man schon einmal mit Getränkegläsern und nicht nur mit den Genitalien oder Innereien angestoßen. Zur Halbzeit soll der Freund des Hauses dem guten Masao dann schließlich den ollen Satan austreiben. Die Gewalt (3/10) erschöpft sich nun in dem womöglich langweiligsten Kill, den das Genre je ertragen musste. Dafür gibt es eine ausgiebige Leichenfledderei zu sehen, die sicherlich nichts für Zartbesaitete ist (Horror 7/10). Immerhin scheint die unecht aussehende Nachbildung eines Armstücks an einen figurativen Knochen zu erinnern und daher zu nekrophiler Masturbation zu stimulieren. Teilweise sind zugegebenermaßen auch noch recht brauchbare Effekte zum Einsatz gekommen. Das Ganze ist aber drumherum so uninspiriert heruntergekurbelt, dass es atmosphärisch nicht verfängt. So arbeitet der Schnitt mit stumpfen Einfrierungen, begnügt sich das auch sonst nicht gerade durchdacht gestaltete Set mit einem hastig improvisierten Gebetsraum und leiert der Score,  wenn überhaupt, irgendwelches Fahrstuhlgedudel herunter, das eher einschläfernd als aufregend wirkt. Wenigstens kein Billig-Gepoppe mehr, könnte man meinen...

"Es hilft nichts. Er steckt schon viel zu tief in dir drin."

Griesel, griesel, unanständig, Verpixel-Optik im Computerabsturz-Look, spucke Sperma auf den Boden! In den letzten zehn Minuten kommt der gleiche Schund wie am Anfang um die Ecke. Da kann man nur warnen:

"Der Teufel hat sehr viele Gesichter. Sei auf der Hut mein Freund."

...und zwar vor diesem ziemlich mies geratenen Murks hier (2/10 Punkten). Auf der ungeprüften Fassung steht der Vermerk "uncut", wobei "censored" informativer wäre. Nichts gegen bumsfidele Streifen mit selbstzweckhaften Metzelinhalten, wenn sie denn wenigstens performativ funktionieren. Jede künstlerische oder sonstwie geartete Arbeit kann einen Wert haben, wenn sie in Würde verrichtet wird. Genau das geht dem "Red Account", wie der blutige Ramsch-Engel mit überlangem Vornamen genannt werden möchte, jedoch leider völlig ab. Prädikat: schlechter Scherz (Humor 1/10).

2/10
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Kommentare

04.07.2022 09:13 Uhr - TheMovieStar
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Vielen Dank für die kompakte, wortgewandte und informative Warnung, die ich sehr gerne gelesen habe, mit kreativen Formulierungen. Nach deinem gelungenen Text weiß ich, dass ich mir eine Sichtung sparen kann.

04.07.2022 13:55 Uhr - Insanity667
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Wenn das Remake von "Perfect Blue" von Satô 'ne Gurke war, dann ist das hier vermutlich - und viele andere seiner "Filme" anscheindend auch - das ranzige Gurkenwasser... Saubere Vorstellung von Dir, aber davon kann man ja anscheinend nur die Finger lassen. Danke für die Warnung! :)))

Wobei die Wahrscheinlichkeit sehr gering gewesen wäre, dass ich in nächster Zeit eine Vorliebe für japanische Pixelpornos entwickelt hätte... ;)

04.07.2022 15:06 Uhr - Jichi
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Ach ja, eloquente Verrisse sind doch immer am lustigsten ;-)
Von daher, alles richtig gemacht, dicker Hund !

Film kenne ich zum Glück nicht.

PS: Ist der Regisseur hier zufällig mit Sade Satô verwandt ? Der ist im japanischen Underground nämlich ziemlich berüchtigt, oder besser gesagt, seine Filme...

04.07.2022 17:51 Uhr - dicker Hund
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Danke Ihr Drei!

@MovieStar
Wäre das Marketing ehrlich gewesen, hätte ich das auch gewusst. Leider war nicht einmal in einem Eintrag in der X-Rated ein Hinweis auf die Zensur enthalten.

@Insanity
Wenn man hier auf den Fassungseintrag schaut, steht da auch nichts von der Pixel-Orgie; wahrscheinlich gab es da noch bei anderen als mir böse Überraschungen...

@Jichi
Interessante Frage, auf die ich leider keine Antwort habe. Vielleicht weiß ein da ja ein anderer User weiter.

04.07.2022 19:00 Uhr - Laughing Vampire
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04.07.2022 15:06 Uhr schrieb Jichi
PS: Ist der Regisseur hier zufällig mit Sade Satô verwandt ? Der ist im japanischen Underground nämlich ziemlich berüchtigt, oder besser gesagt, seine Filme...

Nö, das ist ein gewöhnlicher Familienname wie Schneider oder Meier. Es gibt wahrscheinlich allein im Horrorbereich mehr als 10 namhafte Satōs.

Wunderbarer Verriß! Ich finde Werke wie das vorliegende vor allem als Zeitdokumente interessant und hatte daher auch mit dem blutigen Engel etwas mehr Vergnügen, aber daß es sich um keinen kreativen Höhenflug handelt, dürfte wohl unbestritten sein. Das ist halt wirklich dieser Grenzbereich zwischen Porno und Splatterfilm, der sich in den 80ern und 90ern in den japanischen Videotheken gut verkaufen bzw. vermieten ließ, das ging alles schnell schnell. Und an den blöden Pixeln führte und führt außerhalb des Untergrundmarkts leider kein Weg vorbei, der alberne Paragraph 175 (Verbot von "Obszönität"; nicht zu verwechseln mit dem glücklicherweise angeschafften deutschen) hält sich ja nach wie vor, auch wenn da mittlerweile minimal mehr Spielraum herrscht.

Interessant, daß man hier auch die "Perfect Blue"-Realverfilmung kennt. Die basiert ja meines Wissens nach einfach auf dem gleichen Roman. Leider tatsächlich auch kein Meisterwerk.

04.07.2022 19:15 Uhr - Insanity667
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04.07.2022 19:00 Uhr schrieb Laughing Vampire

Interessant, daß man hier auch die "Perfect Blue"-Realverfilmung kennt. Die basiert ja meines Wissens nach einfach auf dem gleichen Roman. Leider tatsächlich auch kein Meisterwerk.


Na aber hallo! :))) Ist zwar ewig her, und bis heute wusste ich nicht, dass es sich zumindest dabei um den selben Satō handelt, aber ja, ich kenne sowohl den Anime als auch die Realverfilmung, die aber beschissen ist... Es sei denn, es gibt noch eine andere außer die von 2002. ;)

04.07.2022 19:26 Uhr - Laughing Vampire
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04.07.2022 19:15 Uhr schrieb Insanity667
04.07.2022 19:00 Uhr schrieb Laughing Vampire

Interessant, daß man hier auch die "Perfect Blue"-Realverfilmung kennt. Die basiert ja meines Wissens nach einfach auf dem gleichen Roman. Leider tatsächlich auch kein Meisterwerk.


Na aber hallo! :))) Ist zwar ewig her, und bis heute wusste ich nicht, dass es sich zumindest dabei um den selben Satō handelt, aber ja, ich kenne sowohl den Anime als auch die Realverfilmung, die aber beschissen ist... Es sei denn, es gibt noch eine andere außer die von 2002. ;)

Leider nicht, und ich habe gerade noch einmal kurz nachgeschaut — laut japanischer Wikipedia basiert "Perfect Blue: Yume nara samete" ohnehin auf anderen Geschichten desselben Autors und wurde nur zur Vermarktung umbenannt. Das wäre aber mal etwas, das ich gerne sehen würde. Ninagawa Mika als Regisseurin etwa könnte das sicher stemmen. :)

04.07.2022 19:45 Uhr - dicker Hund
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Auf den Vampir ist Verlass!
:-))

04.07.2022 20:46 Uhr - Insanity667
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04.07.2022 19:26 Uhr schrieb Laughing Vampire
04.07.2022 19:15 Uhr schrieb Insanity667
04.07.2022 19:00 Uhr schrieb Laughing Vampire

Interessant, daß man hier auch die "Perfect Blue"-Realverfilmung kennt. Die basiert ja meines Wissens nach einfach auf dem gleichen Roman. Leider tatsächlich auch kein Meisterwerk.


Na aber hallo! :))) Ist zwar ewig her, und bis heute wusste ich nicht, dass es sich zumindest dabei um den selben Satō handelt, aber ja, ich kenne sowohl den Anime als auch die Realverfilmung, die aber beschissen ist... Es sei denn, es gibt noch eine andere außer die von 2002. ;)

Leider nicht, und ich habe gerade noch einmal kurz nachgeschaut — laut japanischer Wikipedia basiert "Perfect Blue: Yume nara samete" ohnehin auf anderen Geschichten desselben Autors und wurde nur zur Vermarktung umbenannt. Das wäre aber mal etwas, das ich gerne sehen würde. Ninagawa Mika als Regisseurin etwa könnte das sicher stemmen. :)


Jo, auch grad nochmal geschaut, aber gleichzeitig auch gesehen, dass die Rechtslage da schwierig werden könnte. :(

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