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Mass Effect

Herstellungsland:Kanada (2007)
Standard-Freigabe:USK 16
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,62 (8 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als Kommandant eines Raumschiffs führen Sie eine Eliteeinheit quer durch die Galaxis. Ihre Mission: Stoppen Sie Saren, bekämpfen Sie seine gnadenlosen Armeen und beschützen Sie alle biologischen Lebensformen. (Mass Effect Cover)

eine kritik von tp_industries:

Wenn ich im Bekanntenkreis gefragt werde, wie ich Mass Effect beschreiben würde, so antworte ich meistens: Das ist im Grunde so wie Star Wars, nur in "Gut". Ich muss glaube ich nicht näher erklären, dass ich daraufhin überwiegend eisige Blicke ernte. Und selbst nachdem ich den letzten Satz getippt habe, verspüre ich so einen kalten Hauch an meinem Nacken. Ist aber auch nachvollziehbar, bei dieser unglaublichen Fan Gemeinde von George Lucas Weltraumsaga. Ich selbst konnte damit jedoch nie etwas anfangen. Es war auch tatsächlich meine erste Berührung mit dem Science Fiction Genre. Mein zweiter Kontakt war Star Trek, welchem ich aber ebenfalls nichts abgewinnen konnte. So standen dieses Genre und ich anfangs etwas auf Kriegsfuss. Einige Zeit später erhielt ich dann aber Zugang, durch einen gewissen Film namens Blade Runner. Es folgten Alien, Terminator, Event Horizon und Interstellar. Und all diese Titel finde ich großartig. So kam ich zu der Erkenntnis, dass ich dem Sci-Fi durchaus nicht abgeneigt bin. Es muss halt nur düster, hart und/oder poetisch sein.

Die Mass Effect Saga erfüllt diese Attribute überwiegend, weswegen auch meine Gamingleidenschaft gestillt wurde. Da der erste Teil anfangs aber nicht für die PS3 erschienen ist, konnte ich damals nur die Episoden 2 und 3 daddeln. Mit der jüngst erschienenen Legendary Edition (welche auch die Basis dieser Review ist), wurde diese Bildungslücke aber geschlossen. Denn diese Edition enthält nicht nur alle drei Teile der Saga mitsamt fast allen DLC´s, sondern wurde auch technisch überarbeitet. Da ich den ersten Teil im Original nie gezockt habe, basieren meine später folgenden Vergleiche auf Videos aus dem Internet.

Aber um was geht es eigentlich in Mass Effect? Nun, im ersten Absatz habe ich ja ein paar bekannte Sci-Fi Titel genannt. Und aus all diesen Titeln nutzt das Spiel Elemente, um ein eigenes Universum zu schaffen. Es besitzt ein komplexes, politisches Gebilde mit mehreren Rassen (ähnlich wie in Star Wars), stellt mitunter poetische Fragen (Hallo Blade Runner) oder weist einige Horrorelemente auf (Alien, Event Horizon). Dabei wirkt es aber nie wie eine Kopie. Ja, man erkennt die großen Vorbilder, dennoch möchte ich die Spielreihe als vollkommen eigene Welt bezeichen, die sich vor den genannten Titeln verbeugt. Die Rahmenhandlung nimmt dabei über die drei Teile ein wirklich episches Ausmaß an. Im ersten Teil geht es aber noch darum, dass die Menschen im (durch den "Masse Effekt") neu besiedelten Universum erstmal Fuß fassen müssen. Entsprechend skeptisch werden sie von anderen, zum Teil schon seit einigen Jahrhunderten dort lebenden, Völkern beäugt. Ihr schlüpft in die Rolle von Commander Shepard (wahlweise als Mann oder Frau spielbar), und müsst sehr bald alle politischen Spielchen ignorieren, da eine wesentlich größere Gefahr droht, das komplette Universum auszulöschen. Daher gilt es alle Völker zur Zusammenarbeit zu bringen.

Während Eures Abenteuers lernt Ihr dann auch sämtlich Völker kennen. Ob nun die Asari, die Kroganer oder Turianer. Jedes Volk hat seine eigene Kultur. Und diese sind in einer spielinternen Enzyklopädie sehr detailreich ausgearbeitet. Außerdem erzählen Euch auch die entsprechenden Bewohner des jeweiligen Volkes viel über ihre Lebensweisen. Das stärkt das Gefühl in eine durchdachte virtuelle Welt einzutauchen. Auch die vielen Planeten die Ihr bereisen könnt, haben in kurzen Textformen ihre eigene Geschichte spendiert bekommen.

Mit dieser Vielfalt an Kulturen, werden auch diverse Probleme nicht verschwiegen, die diese Tatsache mit sich bringt. So kommen auch immer wieder Themen wie Missmut, Missgunst oder Rassismus auf. Es gibt seitens der Menschen sogar eine politische Partei, welche in ihren Äußerungen als klar diskriminierend und rassistisch rüberkommt, von sich selbst aber behauptet, dies nicht zu sein (*hüstel*).

Das Alles wird durch überzeugend geschriebene Charaktere abgerundet, welche das I-Tüpfelchen auf diesem nahezu perfekt kreierten Universum sind. Jeder hat einen eigenen Antrieb. Jeder hat Ängste und Hoffnungen. Jeder hat eine eigene Geschichte. So schließen sich im Verlauf Eures Abenteuers Charaktere wie der Kroganer Wrex, die Asari Liara oder der Turianer Garrus an. Neben einigen menschlichen Charakteren wie Joker oder Ashley Williams. Und durch die intensiven Dialoge, welche Ihr mit sämtlichen Charakteren führen könnt, stellt sich ein greifbares Gefühl ein. Manche werdet Ihr mögen, Andere hassen. Mit einigen könnt Ihr sogar eine Liebesbeziehung eingehen. Aber jede Person ist in ihrem Auftreten stets nachvollziehbar.

Was ist aber nun das Spielprinzip von Mass Effect? Im Grunde handelt es sich um ein Action-Rollenspiel. Ihr folgt der Geschichte und beeinflusst die Handlung in diversen Dialogoptionen. Bei kleineren Dialogen ist diese Beeinflussung aber geringfügig bis gar nicht vorhanden. Bei essenziellen Entscheidungen haben Eure Worte allerdings größeres Gewicht. Außerdem erforscht Ihr fremde Planeten nach Ressourcen oder Nebenquest´s. Diese sind mitunter richtig gut kreiert und erzählen teils eigene, kleine Geschichten. So nimmt etwa eine Nebenaufgabe deutlich Bezug zu Joseph Conrad´s Herz der Finsternis. Ansonsten ballert Ihr Euch durch diverse Gegnerhorden. Rollenspieltypisch skillt Ihr dabei Eure Fähigkeiten wie Stärke, Lebenspunkte oder Redekunst. Außerdem könnt Ihr auch Euren Umgang mit Waffen oder die Stärke Eurer Spezielfähigkeiten hochzüchten. Die Kämpfe selbst sind da eher taktischer Natur. Zumindest in der Theorie. Denn Eure Gegner rennen meist wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen durch die Areale, was ein taktisches Vorgehen des Öfteren überflüssig macht.

Kommen wir jetzt zu den Verbesserungen der Legendary Edition. Als Erstes fällt direkt die verbesserte Technik auf. Die Lichteffekte sind wesentlich stimmiger. Auch die Hauptcharaktere sind detailreicher animiert. Ebenfalls wirkt die Darstellung von Wasser jetzt realistischer. Hier hat man ordentlich was aus der alten Unreal Engine rausgeholt. Kleine spielerische Verbesserungen hat man ebenfalls eingebaut. So fährt sich Euer Mako (eine Art Panzerbuggy zum Erkunden fremder Planeten) jetzt wesentlich robuster und springt nicht mehr rum wie ein Flummi. Außerdem hat man ihm noch eine Boost Funktion spendiert, was das Erkunden der Welten enorm erleichtert. Im Kern bleibt es aber das klassische Mass Effect, was auch das erklärte Ziel der Entwickler von Bioware war.

Was mir bei den super geschriebenen Dialogen aber negativ auffiel, ist die schwache deutsche Synchronisation. Sie ist zwar kein kompletter Ausfall, fällt bei einem so dialoglastigem Spiel aber ins Gewicht. So sind die Gespräche wie erwähnt super geschrieben, werden von den deutschen Sprechern aber selten emotional greifbar rübergebracht. Hier ist definitiv die englische Synchronisation vorzuziehen!

Zu erwähnen wäre aber noch eine weitere starke Säule vom ersten Mass Effect. Die Musik. Diese stammt aus der Feder von Jack Wall, Sam Hulick, Richard Jaques und David Kates. Und am Ehesten ist der Soundtrack mit der genialen Arbeit von Vangelis zu vergleichen, welcher auch die Musik zu Blade Runner komponiert hat. Dieser ständige Wechsel von Schwermut und Hoffnung, Angst und Wut, Nihilismus und Optimismus zieht einfach in seinen Bann. Bereits im Hauptmenü des Spiels erklingen Töne, die für eine konstante Gänsehaut sorgen. Bei den Feuergefechten kommen dann noch ordentlich treibende Klänge dazu.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Mass Effect ein ordentlicher Start in eine epische Sci-Fi Saga ist. Die Handlung ist mitreißend und lässt sich punktuell von Euch beeinflussen. Durch die geniale Musik, die glaubhaften Charaktere und die super geschriebenen Dialoge wird eine Immersion mit enormer Sogkraft erzeugt. Je nachdem ob Ihr nur der Haupthandlung folgen, oder sämtliche Nebenquests mitnehmen wollt, könnt Ihr mit circa 20-40 Stunden Spielzeit rechnen.Lediglich die deutsche Synchro, das fragwürdige Gegnerverhalten und die teils wirkungslosen Dialogoptionen lassen ein paar Federn. Dennoch sollte hier Jeder mal einen Blick riskieren, der für Sci-Fi und Videospiele etwas übrig hat.

 

In diesem Sinne,

                             bleibt videospielbegeistert!

8/10
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