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The Sadness

Originaltitel: Ku bei

Herstellungsland:Taiwan (2021)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,41 (44 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach einem Jahr der Pandemiebekämpfung lässt die frustrierte taiwanesische Bevölkerung die gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen der Regierung zunehmend außer Acht. Der perfekte Zeitpunkt für das bislang eher ungefährliche Alvin-Virus, zu mutieren und als unaufhaltsame Seuche im ganzen Land zu wüten. Wer infiziert wird, fühlt sich dazu gezwungen, die grausamsten Dinge zu tun: Mord, Folter und Verstümmelung sind dabei erst der Anfang. Ein junges Paar wird bis an die Grenzen seiner Kräfte getrieben, als es inmitten des Chaos versucht, einander wiederzufinden. Wahnsinn und Gewalt beherrschen die Straßen – die Zeit von Zivilisation und Ordnung ist vorbei. (Capelight Pictures)

eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Nicht alle Zitate sind 100%ig wörtlich. Ich bitte zu bedenken, dass ich generell kein Fan des Asiakinos bin, weshalb deren Werke bei mir per se einen schweren Stand haben. Und zwecks Spoilerfreiheit (größtenteils) deute ich einiges nur an, was für Leser, die den Film nicht gesehen haben, ggf. nicht vollumfänglich verständlich ist.

Capelight Pictures macht sich anno 2022 einen Namen unter Horrorfilmfans und akzeptiert zum Verrecken kein "Mimimi, keine Freigabe". Zwischen Possessor (2020 -> Review) in der Unrated Version und Ti Wests X (2022) mit 16er-Freigabe im Kino wurde ein wahrer Prüfmarathon angegangen: Rob Jabbaz' Spielfilmregiedebüt

The Sadness

(Taiwan, 2022 - OT: Ku bei) wurde 3x mal der FSK zur Prüfung vorgelegt, konnte daher unzensiert in den Kinos gezeigt werden, erschien / erscheint weiterhin ungeschnitten, nun aber mit SPIO-Siegel im Heimkino - zuerst in Steel- & Mediabook und zwei Monate drauf als Amarays. Hut ab!
Übrigens stand das Werk bei rund 20 Festivals auf dem Plan, etwa auch beim Fantasy Filmfest in Deutschland.

Im Film selbst bricht urplötzlich ein mysteriöses Virus in Taiwan aus, das die Menschen zu brutalen Bestien werden lässt. Jim (Berant Zhu) muss sich zu seiner Freundin Kat (Regina Lei) durchschlagen, um dieser Hölle zu entgehen. Eine gefährliche Reise beginnt und auch Kat sieht sich Verfolgten ausgesetzt, allen voran einem bösartigen "Geschäftsmann" (Tzu-Chiang Wang).

„Es gibt keinen Beweis, dass das Alvin-Virus dafür verantwortlich ist.“

Wie in vielen Zombiefilmen (hier sinds keine Untoten, ich weiß, aber tendenziell ähnlich) geht alles recht schnell los ohne wirkliche Erklärung - mir fällt da immer ad hoc Die Horde (2009 - Review) ein. Es gibt halt dieses Virus und Infizierten werden zu Bestien. Zur Abwechslung, da es keine Zombies sind, reden die Infizerten, organisieren sich mitunter in (Klein-)Gruppen und leben ihre brutal-mörderischen Fantasien aus. Gedärme werden rausgerissen, Menschen werden getötet, gequält, vergewaltigt - letzteres quasi nur im Off, was nun nicht die schlechteste Entscheidung darstellt. Einige andere Tabubrüche dürfen später zwar nicht fehlen, es bleibt aber im Rahmen.

Dabei ist vor allem besagte Mischung aus brutal-zeigefreudigen "Kamera hält voll drauf"-Szenen und Off-Geschehen mit entsprechender Geräuschkulisse das, was das Ganze noch krasser rüber kommen lässt. Man kann sagen, was man will, die "Erwachsenenfreigabe" hat schon ihre Daseinsberechtigung bei diesem Werk. 

„… ihre üblen Phantasien leben sie einfach aus.“

Nun ist The Sadness aber keine Aneinanderreihung brutaler Szenen. Im Mittelpunkt steht das o.g. Pärchen. Er ist unterwegs und Zuhause, Sie in der U-Bahn / etwas weiter weg. Jim nimmt quasi die Rolle des Zuschauers ein, indem er auf der Suche nach Kat völlig ahnungslos und unvorbereitet in eine mörderische Situation in die nächste schliddert, die Infizierten beobachtet und schockiert von der Gewalt und der Gesamtsituation ist. Kat ist hingegen eher in der Opferrolle, versteckt sich und muss vor ihren Verfolgern fliehen. 

Das Aufeinandertreffen mit dem Virologen fügt einen gewissen gesellschaftskritischen Aspekt ein, der so plump integriert war, dass man diesen eher als Randnotiz zur Kenntnis nimmt. Gerade in Anbetracht der Ausweglosigkeit und Gewalt fiebert man schon etwas mit, wie es ausgehen wird. Spannung ist also durchaus vorhanden. Diese kommt vor allem auch durch die Antagonisten. Vom fiesen Geschäftsmann bis zig andere Infizierte - alle wirken herrlich böse und sehen dank der Augen und Co. zum Fürchten aus. Die Darsteller überzeugen soweit alle in ihren Rollen - in Anbetracht eines Splatterfilms. 

„Hast du einen neuen Freund gefunden?“

Leider zieht sich der 100 Minuten lange Film bzw. auf Dauer wirkt es ermüdend-eintönig. Ja, es gibt sehr harte Szenen und manches im Off regt die eigene Fantasie mehr an als das gezeigte, aber dennoch fehlt dem Werk das "gewisse Etwas". Eine Bezugsperson wäre gut. Jim und Kat sind zwar nicht völlig egal, aber das Hauptausgenmerk liegt so sehr auf der Gewalt, dass es mir relativ egal war, ob die beiden nun auch hopps gehen oder eben nicht. 

Verbindungen zu anderen Werken sind dafür eingestreut. Der "Film im Film" ist Rob Jabbaz' Kurzfilm Great Daena: A Fateful Encounter (2015), die (angedeutete) Augen-Sex-Szene erinnert stark an A Serbian Film (2009 - Review), hier halt bloß im Off, und lange Tunnel mit einem brutalen Verfolger in Horrorfilmen & Psycho-Thrillern verbinde ich heute noch mit Irreversibel (2002). Zudem gab es einen namenlosen Geschäftsmann als Bösewicht bereits in Eli RothHostel (2005 - Review + Spezial).


Fazit:
The Sadness schafft es durch die Gewalt aufm Bildschirm sowie im Off zu überzeugen und punktet zudem durch furchterregende Infizierte. Mangels echten Sympathieträgern dümpelt das Ganze dann aber zu sehr vor sich hin und kann so nicht durchweg überzeugen. Daher gibt es für einen ordentlichen Splatterfilm

07 bis 08 von 10 Punkten

7/10
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