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Scream 2

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Scream - Schrei des Todes 2
Scream: The Sequel
Scream Again
Scream Louder
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,81 (114 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zwei Jahre nach der grauenhaften Mordserie läuft das Leben in Woodsboro wieder in geregelten Bahnen. Die Fernsehjournalistin Gale Weathers hat die Ereignisse von damals in ihrem Bestseller "The Woodsboro Murders" festgehalten, der inzwischen verfilmt wurde. Doch ausgerechnet zur Kinopremiere schlägt der Mörder im Todeskostüm erneut zu. Wieder sind Teenager seine Opfer und wieder hat er es ganz besonders auf Sidney abgesehen... (Kinowelt)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von evilcat:

Zur Info: Alle meine Texte enthalten satirische Spitzen. Das ist beabsichtigt und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden.

Auch die Fortsetzung zu Scream setzt die Erzählung auf der Meta-Ebene fort, denn am Anfang von "Scream 2" läuft die Verfilmung von der Handlung aus "Scream 1" als eigenständiger Film im Kino, allerdings unter dem Titel Stab. Praktisch ein Film im Film. Das ist echt witzig und originell und zieht sich durch alle weiteren Fortsetzungen. Mit Hilfe von Stab wird praktisch die Scream-Serie in sich selbst integriert, damit diese auf sich selber referenzieren kann. Wenn das mal nicht total meta ist. ;-)

Gleich zu Beginn von "Scream 2" wird in besagter Kinovorstellung über Sandra Bullock gelästert. Das geht ja eigentlich überhaupt nicht, denn für Sandra schwärme ich mindestens schon genauso lange wie für Neve Campbell, mit dem Unterschied, dass Sandra Bullock meistens im falschen Genre gedreht hat, von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Aber über die hübsche Sandra wird trotzdem nicht gelästert. Wer es dennoch macht, der lebt nicht mehr lange, wie man in "Scream 2" ja gesehen hat. Richtig so!

Einer der originellsten Aspekte der Scream-Serie besteht darin, dass die Hauptfiguren oftmals so tun, als würden sie selbst in einer Horror-Serie mitspielen, und das tun sie ja auch. Ich nenne das die Meta-Ebene. Außerordentlich witzig sind die vielen Dialoge, die auf die Klischees und Standards in Horrorfilmen anspielen, und die dann den Filmfiguren zum Teil selber zum Verhängnis werden, oder auch nicht. Hier wird gekonnt mit der Erwartungshaltung des Horrorfilm-erfahrenen Zuschauers gespielt, und man wartet gespannt darauf, was als nächstes passiert bzw. welche Anspielung einen als nächstes erwartet, denn genau das ist das Markenzeichen der Scream-Serie. Dabei musste der Drehbuchautor aber immer aufpassen, dass die Handlung nicht zur Parodie verkommt, was ja zum Glück nicht der Fall ist. Scream-Filme bleiben die meiste Zeit über ernst und kippen nicht in die Komödie um, wobei es einzelne Szenen gibt, die durchaus leichte komödiantische Züge tragen.

In einem Dialog wird darüber diskutiert, ob es Sequels gibt, die besser sind als das Original. Mir sind damals, Ende der 90er Jahre, als ich "Scream 2" zum ersten Mal gesehen habe, gleich einige Beispiele aus dem Horror-Genre eingefallen, von denen die superschlauen Filmfiguren aber offensichtlich noch nie was gehört hatten. Besser als der erste Teil waren für mich seit jeher "Bride of Frankenstein", "Maniac Cop 2" und "All Night Long 2". "Violent S**t 2+3" sind übrigens auch viel besser als der erste Teil. Aber die Typen aus "Scream 2" hatten ja leider nur Blockbuster im Kopf. Das werden mir so nette Filmstudenten sein.

Und noch ein ganz großer Stuß wird in "Scream 2" verbreitet: Sequels haben angeblich das ganze Horror-Genre ruiniert. Falsch, ganz falsch! Sequels haben das Horror-Genre revolutioniert und diesem zu ungeahntem Erfolg verholfen, denn hätte man einen Killer wie Jason, Michael, Freddy, Kramer oder auch Ghostface nicht zigmal auftreten lassen, dann wären diese ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden und in Vergessenheit geraten, und es hätte auch keinen Hype mehr gegeben. Von daher sind Sequels DAS Markenzeichen für Horrorfilme, denn dadurch prägen diese Serien mindestens ein oder zwei Generationen. Mit einem einzelnen Teil ist das zwar theoretisch ebenfalls möglich, passieren tut das aber nicht sehr oft. Ein Horrorfilm wird vielfach (aber nicht immer) erst durch die Sequels zum langfristigen Kult erhoben, denn gäbe es die Sequels nicht, würde sich an den Film, so genial er auch sein mag, kaum noch jemand erinnern. Ja, es gibt sicher Ausnahmen ("Sieben"), aber die sind selten. Sequels halten eine Serie am Leben und machen diese erst richtig populär. Von daher ist es totaler Quatsch zu behaupten, Sequels hätten das Horrorgenre ruiniert. Allerdings hätte man auf manche Sequels trotzdem gerne verzichten können.

Und noch ein Unsinn wird hier verzapft: In Fortsetzungen gibt es mehr Leichen, ausführlichere Mordszenen und mehr Schlachterei. Das wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht immer der Fall. "Scream 2" ist jedenfalls nicht blutiger als der erste Teil. Ich leite daraus wieder meine eigene Regel ab:

Nur in der Werbung sind Fortsetzungen von Horrorfilmen "Noch härter! Noch blutiger! Noch schneller! und Noch besser!", aber in Wirklichkeit sind die meistens Sequels stattdessen "Viel langweiliger! Viel spannungsarmer! Viel ideenloser! und Viel unorigineller!" als der erste Teil. Es gibt zwar Ausnahmen wie "Hellraiser 2" oder "Tanz der Teufel 2", aber die sind rar gesät.

Auch auf "Scream 2" trifft diese Regel leider zu, denn mit dem ersten Teil kann er einfach nicht mithalten. Es gibt ein paar spannende Szenen, darum kann man sich diese Fortsetzung durchaus mal ansehen, aber richtig begeistert hat sie mich nicht mehr. Es sind einfach zu viele unsympathische Figuren neu hinzugekommen, allen voran der bescheuerte Freund von Sidney - was für ein Idiot! Als ich diesen Fatzke immer gesehen habe, hätte ich am liebsten vorgespult.

Bis der Film in die Gänge kommt, vergeht erstmal eine gute Stunde, in der viel gelabert wird. Und am Schluss wird wieder der gleiche Fehler begangen wie im ersten Teil: Als sich der Hauptkiller am Schluss offenbart hat, textet er Sidney Prescott so lange zu, bis ihn jemand platt macht. Naja, aber dadurch werden uns Zuschauern auch die ganzen Hintergründe der Morde bis ins allerletzte Detail erklärt, das ist ja auch nicht schlecht, trotzdem geht mir dieses Gelabere der Killer ganz schön auf die Nerven. Die böse Figur hätte Sidney zigmal abknallen können, aber stattdessen hört man nur deren endlosen Monolog, bis es einer anderen Filmfigur zu dumm wird und diese den Killer abknallt. Dann war endlich, endlich Ruhe mit dem dummen Geschwätz. Selten war ich froher, als der Bösewicht seine blöde Klappe hielt. Die Idee mit dem Killer war zwar originell, denn damit hatte ich nicht gerechnet, aber irgendwie war ich trotzdem ein klein wenig enttäuscht. Immerhin war der Bösewicht diesmal kein selbsternannter Horrorfilmexperte, von daher durfte diese Person auch in die klassischen Fettnäpfchen treten, d.h. sich selber um Kopf und Kragen reden, und das war dann ja auch der Fall. Schließlich brauchen wir Neve Campbell, die einmal mehr traumhaft ausgesehen hat, noch für weitere Sequels. Aber ausgezogen hat sie sich auch diesmal nicht. Verflixt und zugenäht, das wird mir jetzt langsam bald zu dumm. Wir sind hier doch nicht in der Sesamstrasse!

7/10
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