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Cruella

Herstellungsland:USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Abenteuer, Drama, Kinderfilm, Komödie,
Krimi
Alternativtitel:Cruella de Vil
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Endlich wird das Geheimnis um die rebellischen Anfänge der berüchtigten Cruella de Vil gelüftet! London in den 1970er Jahren: Inmitten der Punkrock-Revolution versucht sich die clevere Trickbetrügerin Estella (EMMA STONE) mit ihren kreativen Looks einen Namen zu machen. Gemeinsam mit zwei jungen Dieben als „Partner in Crime“ streift sie durch Londons Straßen, bis sie eines Tages durch ihre auffälligen Designs das Interesse der Baronin von Hellman (EMMA THOMPSON) auf sich lenkt. (Disney)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Ich verzichte bei meiner Besprechung möglichst auf Spoiler; es ist vergleichbar mit dem Anschauen eines Trailers. Zwecks Spoilerfreiheit deute ich vieles nur an. Daher ist das Review ggf. nur vollends verständlich, wenn man den Film gesehen hat. Ich habe, wie üblich, keine literarische Vorlage gelesen.

101 Dalmatiner (1996) ist eine der ersten Realverfilmungen der "neueren" Zeit, in der die Handlung eines Disney-Zeichentrickfilms - hier 101 Dalmatiner (1961) - in unsere Welt transferiert wird. Im Ursprungsfilm mussten sich die titelgebenden Tierchen von Roger & Anita vor Cruella De Vil in Acht nehmen, denn die fiese Modedesignerin wollte aus ihnen (also den Hunden) Pelzmäntel machen lassen und hetzt ihre Handlanger Jasper & Horace los. Das Ganze basiert übrigens auf Dodie Smiths gleichnamigen Roman (1956). Doch wer ist eigl die böse Dame? In 

Cruella

(USA, 2021) wird die 12jährige Estella (Tipper Seifert-Cleveland) zur Waise und wächst mit den beiden gleichaltrigen Dieben Jasper (Ziggy Gardner) und Horance (Joseph MacDonald) auf. Knapp 10 Jahre später will Estella (Emma Stone) mehr als "nur" klauen und erhält über Umwege einen Job bei der herrischen Baroness (Emma Thompson) - mit weitreichenden Folgen...

Die 100 Mio. $ teure PG-13-Gauner-Komödie des Streamingdienstes Disney+ setzt dabei voll und ganz auf die titelgebende Dame, gespielt von Emma Stone. Diese zeigt sich förmlich als "zwiegespaltene Persönlichkeit": Die brünette Estella als recht liebes Frauchen und die fiese Cruella, deren rechte Haarseite schwarz bzw. deren linke Haarseite weiß ist.

Dieses Prinzip geht bestens auf, denn Stone mimt den raffinierten Langfinger, das lieb-bemühte Aschenputtel, (mitsamt Running Gag "jetzt nicht") die verrückt-jokermäßige Extrovertierte (ich sag mal "Müllwagen-Kleid") und alle anderen Rollen so überzeugend, dass sie zur klaren Sympathieträgerin wird - anders als in den vorigen (handlungstechnisch späteren) Filmen. 

„Schon sehr früh wurde mir klar, dass ich die Welt anders sah als alle anderen.“

Auch an den übrigen Darstellen bzw. deren Leistungen und Verhalten gibts nichts auszusetzen. Emma Thompson mimt den neuen Bösewicht wunderbar übertrieben und man merkt richtig, dass diese / Ihre Rolle quasi an die "alte" / spätere Cruella de Vil angelehnt ist. Dies fällt etwa bei der Szene im Restaurant mit den prägenden Tipps besonders auf. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihr und Cruella hat seinen ganz eigenen Reiz und man kann nie sicher sein, was als nächstes passieren wird.

Vor allem aber Mark Strong als fieser Handlanger Boris hinterlässt einen bleibenden Eindruck - trotz geringer(er) Spielzeit. Im Gegenteil zum Zeichentrickfilm sind die drei hiesigen Dalmatiner "blutrünstige" Viecher (also für einen Kinderfilm). Das Geschehen wurde international recht unterschiedlich eingestuft. Von der recht niedrigen FSK 6-Freigabe über viele 12er-Einstufungen (Spanien, UK, Polen usw.) bis zum übertriebenen ab 17+ in Indonesien. 

Es ist aber kein neumodischer "nur Frauen sind toll"-Film. Die üblichen zeitgeistbedingten Änderungen (u.a. Disneys) sind in gewohnter Manier gegeben. So raucht Cruella nicht mehr, Anita (Nebenrolle) ist schwarz und Jasper... äh... also als Kind eher schwarz, als Erwachsener etwas gebleichter :D (das klingt jetzt nicht zu böse, oder?)

„Du hast meine Mutter ermordet.“

Die Tatsache, dass auch in diesem Werk Dalmatiner vorkommen, wie in den Ursprungsfilmen, darf klar sein; wobei die hiesigen Tierchen weit weniger freundlich sind. Ähnlich, wie die dunkle Fee Maleficent (2014 - Review) aus Walt Disney's Dornröschen (1958) spendierte man auch Cruella De Vil ein eigenes Prequel.

Die "im Hunde-Kot such"-Szene erinnerte mich an American Pie 3 - Jetzt wird geheiratet (2003), genauso, wie Tom Cruise als Jack Reacher (2012 - Review) auch von sechs (oder fünf?) Gegnern umzingelt war und über "die Schmerzen der ersten beiden" usw sprach. Zudem wurden kurzerhand aus Batmans Fledermäusen (die Höhlenszene mit dem Schwarm) eine vergleichbare Mottenszene. Ein solcher Mottenschwarm wiederum ließ mich an Die Schlümpfe (2011) denken. Apropos Comicverfilmungen: Ein Journalist, der die wahre Identität des Protagonisten kennt, gabs bereits beim Spinnenmann.

Übrigens ist es Alfred Hitchcocks Das Rettungsboot (1944), den man im TV kurz zu sehen bekommt. Aufgrund des finanziellen Erfolgs - Einspiel über 233 Mio. $ - ist die Fortsetzung Cruella 2 (wohl 2023) bereits angekündigt.

„Also ist sie nicht hier angestellt? (...) Du, Schmuddelkind (...) Du hast einen Job.“


Fazit:
Mit Cruella wird eine sehr schön erzählte Vorgeschichte um einen Charakter geboten, der wohl nie so sympathisch wirkte, wie hier. Vor allem Dank der Top-Besetzung und ungewöhnlicher Inszenierung bzw. Handlungsverlauf schafft es die Hintergrundgeschichte um Madame de Vil das Original (zumindest die Realverfilmung) fast schon an die Wand zu spielen.

Handlung, viel Neues und immer wieder kleine Bezüge zum Altbekannten - super Mische fürn Prequel (Sehr) Guter Film, der nach der Erstsichtung wie folgt bewertet wird:

8,5 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

09.06.2022 08:26 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.061
Um Disney mache ich oft einen großen Bogen, auch wenn coole Serien wie "Lost" oder klassische Zeichentrickfilme wie das "Dschungelbuch" unleugbare Qualitäten haben. Was "Cruella" ist, habe ich also nur über Dein 301. Review erfahren, zu dem ich hiermit herzlich gratuliere!

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